Abtei Nonantola

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Abtei Nonantola
Abbazia di nonantola 00.JPG
Lage ItalienItalien Italien
Koordinaten: 44° 41′ N, 11° 3′ O44.67799911.043524Koordinaten: 44° 40′ 41″ N, 11° 2′ 37″ O
Gründungsjahr 752
zisterziensisch seit 1514

Die Abtei Nonantola (lat. Abbatia Nonantulanus) ist eine ehemalige exemte Abtei der Zisterzienser und Benediktiner in der italienischen Stadt Nonantola bei Modena, in der Region Emilia-Romagna.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Abtei Nonantola im Jahr 752 von Anselm, dem Schwager des Langobardenkönigs Aistulf. Bereits 756 wurden dort die sterblichen Überreste des Heiligen Silvester I. bestattet. 780 wurde der Abtei das Gelände der Pieve di San Pietro a Gropina von Karl dem Großen geschenkt, Mönche der Abtei erbauten dort den Vorgänger der heute noch erhaltenen Kirche. Die Abtei wurde im Jahr 883 für eine Konferenz zwischen Karl III. und Marinus I. genutzt. 889 kam es zu zahlreichen Plünderungen durch die Ungaren. Mit dem Beginn des Investiturstreits stellte sich das Kloster auf die Seite des Kaisers, bis es 1083 von Mathilde von Tuszien gezwungen wurde, sich auf die Seite des Papstes zu stellen. Um 1111 verfasst der Mönch Placidus von Nonantola seine Schrift Liber de Honore Ecclesiae (Buch über die Ehre der Kirche), wohl eine der wichtigsten Schriften, die während des Investiturstreits entstanden. Die jetzige Abtei wurde im romanischen Stil erbaut. Ein Erdbeben im Jahr 1117 beschädigte die Abtei und 1121 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Somit kann das Kloster auf Grund seiner jetzigen Bauweise dem 11. oder 12. Jahrhundert zugeordnet werden.

Gian Galeazzo Pepoli, der letzte Abt, starb 1449. Ihm folgten Kommendataräbte, darunter der spätere Papst Julius II. und Carlo Borromeo. Im Jahr 1514 ging das Kloster an den Zisterzienserorden über. Papst Pius VII. ließ die Abtei 1821 restaurieren und sie wurde an die Diözese von Modena angeschlossen und ab 1866 übernahm die italienische Regierung das Kloster Nonantola. 1926 kam es zur Abschaffung der Kommenden und der Bischof von Modena wird außerdem Abt von Nonantola. 1928 wurde die Kirche zur Basilika erhoben.

Architektur[Bearbeiten]

Die Abtei selbst befindet sich im Stadtzentrum. Der frühere mittelalterliche Bau bestand aus mehreren Oratorien. Eine größere Kirche entstand im 10.-11. Jahrhundert im karolingischen Stil. Erst im 12. Jahrhundert kam es zum Ausbau eines Klosters. Die Kirche selbst wurde im romanischen Stil erbaut, mit einem Haupt- und zwei Seitenschiffen. Dieses Gebilde steht für eine eindrucksvolle Bautechnik, bei der prioritär Holz, Stein und Terrakotta zum Einsatz kamen. Die Fassade selbst wird von Säulen Lisenen und Halbsäulen verziert. Ein Horizontalbalken mit der Inschrift 1117 weist auf den Wiederaufbau der Kirche hin. Im 15. Jahrhundert kam es zum Bau einer Loggia, die über Bögen im Erdgeschoss und im Obergeschoss über verzierte Terrakotta-Säulen verfügt. Das Antiquarium der Abtei ist heute außerdem dort untergebracht.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Altar[Bearbeiten]

Der Sarkophag des Heiligen Silvester dient seit seiner Restaurierung 1913-17 als Hochaltar. Im Weiteren befinden sich am Altar acht Platten aus Marmor, die Episoden aus dem Leben Papst Silvester I. zeigen. Diese Marmorplatten wurden von Jacopo Silla de Longhi in den Jahren 1568 bis 1572 erstellt. Außerdem befindet sich auf dem Altar die Urne des Heiligen Silvester.

Krypta[Bearbeiten]

Die Krypta der Abtei existiert seit dem 10. oder 11. Jahrhundert. Das Gewölbe wird von 64 Säulen und 20 Terrakotta-Halbsäulen gestützt. Jedes Kapitell ist mit Zierelementen versehen. Ab dem 15.-16. Jahrhundert wurde diese für Betzwecke geschlossen und von 1913 bis 1917 restauriert. Im Weiteren befinden sich die Überreste des Heiligen Anselm, Papst Hadrian III., Senesius, Theopompus, Fosca und Anseride in der Krypta.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abtei Nonantola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien