Abtei Nonantola

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Abtei Nonantola
Abteibasilika
Abteibasilika
Lage ItalienItalien Italien
Liegt im Bistum 8 Jh. - 1920 exemte Abtei, heute Erzbistum Modena-Nonantola
Koordinaten: 44° 41′ N, 11° 3′ OKoordinaten: 44° 40′ 40,8″ N, 11° 2′ 36,7″ O
Patrozinium St. Silvester I.
Gründungsjahr 752 durch Benediktiner
zisterziensisch seit 1514
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1797

Die Abtei Nonantola (lat. Abbatia Nonantulanus) ist eine ehemalige exemte Abtei der Zisterzienser und Benediktiner in der Stadt Nonantola bei Modena in der Region Emilia-Romagna in Italien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Abtei im Jahr 752 von Anselm, dem Schwager des Langobardenkönigs Aistulf. Bereits 756 wurden dort die sterblichen Überreste des Heiligen Silvester I. bestattet. 780 wurde der Abtei das Gelände der Pieve di San Pietro a Gropina von Karl dem Großen geschenkt, Mönche der Abtei erbauten dort den Vorgänger der heute noch erhaltenen Kirche. Die Abtei wurde im Jahr 883 für eine Konferenz zwischen Karl III. und Marinus I. genutzt.

Bei der Verwüstung durch die Ungarn 889 wurden Gebäude zerstört und gingen viele Schriften der Bibliothek verloren. 907 wurde die neue Kirche geweiht, das war noch nicht die heutige Basilika.

Kaiser Otto I. gab Abtei 962 als Lehen an den Bischof Guido/Vitus von Modena, den Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches.

Am 4. Januar 1058 erließ der Abt Gotescalco/Gottschalk, der von 1053 bis 1059 amtierte, so etwas wie eine Erklärung der Menschenrechte für die auf dem Gebiet des Klosters lebenden Bauern und übrigen Laien.

Mit dem Beginn des Investiturstreits stellte sich das Kloster auf die Seite des Kaisers, bis es 1083 von Mathilde von Tuszien gezwungen wurde, sich auf die Seite des Papstes zu stellen. Um 1111 verfasst der Mönch Placidus von Nonantola seine Schrift Liber de Honore Ecclesiae (Buch über die Ehre der Kirche), wohl eine der wichtigsten Schriften, die während des Investiturstreits entstanden.

Gian Galeazzo Pepoli, der letzte Abt, starb 1449. Ihm folgten Kommendataräbte, darunter der spätere Papst Julius II. und Carlo Borromeo. Im Jahr 1514 ging das Kloster an den Zisterzienserorden über. Papst Pius VII. ließ die Abtei 1820 restaurieren und sie wurde an die Diözese von Modena angeschlossen und ab 1866 übernahm die italienische Regierung das Kloster Nonantola. 1926 kam es zur Abschaffung der Kommenden und der Erzbischof von Modena wurde außerdem Abt von Nonantola. 1928 wurde die Kirche zur Basilika erhoben.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abtei selbst befindet sich im Stadtzentrum. Der frühere mittelalterliche Bau bestand aus mehreren Oratorien. Eine größere Kirche entstand im 10.-11. Jahrhundert im karolingischen Stil. Erst im 12. Jahrhundert kam es zum Ausbau eines Klosters. Die heutige romanische Backstein­basilika wurde ab dem frühen 11. Jahrhundert errichtet – 1013 bestellte Abt Rodolfo das Portal.[1] Ein Erdbeben beschädigte die Abtei im Jahr 1117. Ein Horizontalbalken mit der Inschrift 1117 weist auf den Wiederaufbau der Kirche hin. Somit kann die heutige Gestalt der Abtei und ihrer Kirche als Ausdruck des frühen 11. oder des frühen 12. Jahrhunderts betrachtet werden.

Die mit Säulen, Lisenen und Halbsäulen verzierte Fassade ist ein klassisches Beispiel norditalienischer Backsteinarchitektur. Ähnlich gestaltete turmlose Basiliken nördlich der Alpen wie Kloster Sorø in Dänemark und Kloster Lehnin in der Mark Brandenburg bezeugen die Vorbildwirkung dieser Architektur.

Im 15. Jahrhundert kam es zum Bau einer Loggia, die über Bögen im Erdgeschoss und im Obergeschoss über verzierte Terrakotta-Säulen verfügt. Das Antiquarium der Abtei ist heute dort untergebracht.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sarkophag des Heiligen Silvester dient seit seiner Restaurierung 1913–17 als Hochaltar. Im Weiteren befinden sich am Altar acht Platten aus Marmor, die Episoden aus dem Leben Papst Silvester I. zeigen. Diese Marmorplatten wurden von Jacopo Silla de Longhi in den Jahren 1568 bis 1572 erstellt. Auf dem Altar steht die Urne des Heiligen Papstes Silvester I.

Krypta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Krypta der Abtei existiert seit dem 10. oder 11. Jahrhundert. Das Gewölbe wird von 64 Säulen und 20 Terrakotta-Halbsäulen gestützt. Jedes Kapitell ist mit Zierelementen versehen. Ab dem 15.-16. Jahrhundert wurde diese für Betzwecke geschlossen und von 1913 bis 1917 restauriert. Im Weiteren befinden sich die Überreste des Heiligen Anselm, Papst Hadrian III., Senesius, Theopompus, Fosca und Anseride in der Krypta.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Korbinian Birnbacher: Art. Nonantola, in: LThK, 3. Aufl., Bd. 7, Sp. 897.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abtei Nonantola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.abbazianonantola.it/abbazia-nei-secoli – mit ausführlicher Darstellung der politischen und der Bibliotheksgeschichte; am Schluss eine Zeittafel, CRONOLOGIA ESSENZIALE