Achszähler

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Siemens-Achszählschienenkontakt im eingebauten Zustand
Achszählschienenkontakt Zp30 der Firma Thales im eingebauten Zustand
Symbol eines Achszählers in sicherungs­technischen Plänen.

Achszähler sind heute elektronische Bauteile zum Zählen der Achsen vorbeifahrender Züge. Ihr Prinzip beruht darauf, dass die durch die angeschlossenen Sensoren (Zählpunkt, Radsensor) gezählten Achsen bei Gleis­ein und -ausfahrt verglichen werden.[1] Ältere Achszähler-Bauarten sind praktisch nur noch museal erhalten.

Das üblicherweise verwendete Symbol für einen Achszähler zeigt zwei Punkte, durchzogen von einer horizontalen Linie.[2]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einem Gleisabschnitt sind mehrere punktuelle Sensoren, sogenannte Achszählkontakte oder Radsensoren, eingebaut, welche die Fahrzeugachsen an motorgetriebene oder elektronische Achszählwerke melden. Wichtig für die Funktion ist eine Richtungserkennung, deshalb sind in Achszählkontakten zwei Kontaktsysteme nebeneinander eingebaut. Herstellerabhängig ist das auch in einem gemeinsamen Gehäuse möglich. Bei elektronischen Achszählern ist ein Teil der Anschaltung in einem Gleisanschlussgehäuse nahe den Schienenkontakten eingebaut, die Auswertung erfolgt jedoch in der Regel zentralisiert im Stellwerk.

Beim Einfahren in den mit einem Achszähler ausgerüsteten Gleisabschnitt werden die Achsen der Schienenfahrzeuge eingezählt, beim Ausfahren ausgezählt. Ein Gleisabschnitt wird als frei gemeldet, wenn dieselbe Anzahl an eingezählten Achsen wieder ausgezählt worden sind; ist die Anzahl der ein- und ausgezählten Achsen ungleich, wird der Abschnitt als „besetzt“ registriert. Werden, auch zwischenzeitlich, mehr Achsen aus- als vorher eingezählt, dann führen diese Minusachsen zu einer Störungs- und Besetztmeldung.

Bei der Deutschen Bahn werden hauptsächlich induktive Schienenkontakte eingesetzt: ein Sender auf der Schienenaußenseite strahlt ein Magnetfeld ab, welches auf einen Empfänger auf der Schieneninnenseite wirkt. Wenn sich ein Rad durch dieses Feld bewegt, wird die Feldänderung als „gezählte Achse“ erkannt. Die Fahrtrichtung wird durch zeitliche Verschiebung der Feldrichtungsänderung zum zweiten Sender-/Empfängerpaar erkannt.

Nachteilig ist gegenüber der Gleisfreimeldung durch Gleisstromkreise, dass die Feststellung der Gleisfreiheit nur mittelbar erfolgt. Nach Arbeiten oder Störungen muss das Freisein des betreffenden Abschnittes daher manuell festgestellt werden. Die Grundstellung muss danach durch eine zähl- und nachweispflichtige Hilfsbedienung, die Achszählgrundstellung, hergestellt werden.[3] Vorteilhaft gegenüber Gleisstromkreisen ist dagegen, dass keine im lückenlosen Gleis störende Isolierstöße erforderlich sind und die Rückstromführung nicht beeinträchtigt wird.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Hegger, Ulrich-Markus Fährmann, Klaus Restetzki: Grundwissen Bahn. Verlag Europa Lehrmittel, 6. Auflage 2012, ISBN 978-3-8085-7423-2, Seite 277 f.
  • Jörn Pachl: Systemtechnik des Schienenverkehrs. Springer Vieweg Wiesbaden, 7. Auflage 2013, ISBN 978-3-8348-2586-5, Seite 63 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Achszähler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Informationen über Achszähler bei den Herstellerfirmen:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Hegger u. a.: Grundwissen Bahn. Verlag Europa Lehrmittel, 6. Auflage 2012, ISBN 978-3-8085-7423-2, Seite 277 f.
  2. Andreas Hegger u. a.: Grundwissen Bahn. Verlag Europa Lehrmittel, 6. Auflage 2012, ISBN 978-3-8085-7423-2, Seite 275.
  3. Andreas Hegger u. a.: Grundwissen Bahn. Verlag Europa Lehrmittel, 6. Auflage 2012, ISBN 978-3-8085-7423-2, Seite 492