Acker-Gänsedistel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Acker-Gänsedistel
Blütenkopf der Acker-Gänsedistel

Blütenkopf der Acker-Gänsedistel

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Gänsedisteln (Sonchus)
Art: Acker-Gänsedistel
Wissenschaftlicher Name
Sonchus arvensis
L.

Die Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die mehrjährige krautige Pflanze, die einen Milchsaft enthält, erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 150 cm. Sie besitzt ein kriechendes Rhizom (Wurzelkriech-Pionierpflanze). Der Stängel ist erst im Bereich des Blütenstandes verzweigt. Die Stängelblätter sind glänzend grün, am Grund herzförmig abgerundet, tief in dreieckige Lappen geteilt bis schrotsägeförmig-fiederspaltig. Die oberen Blätter mit abgerundeten, angedrückten Öhrchen.

Die goldgelben Blütenköpfe stehen in lockeren Doldenrispen und werden 4 bis 5 cm groß. Die Hülle und Köpfchenstiele sind dicht gelb-drüsenborstig. Die Frucht ist dunkelbraun und beiderseits mit fünf Längsrippen versehen.

Blütezeit ist von Juli bis Oktober.

Vorkommen[Bearbeiten]

Diese Art ist in der gemäßigten Zone weltweit, und fast in ganz Europa verbreitet. Als Standort bevorzugt die Ruderalpflanze Wegränder, Gärten, Weinberge und Äcker, aber auch Sanddünen und Salzsümpfe.

In den Alpen ist die Art bis auf 1500 m NN anzutreffen. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Lechtal bei Elbigenalp bis zu 1300 m Meereshöhe auf.[1]

Generell ist die Acker-Gänsedistel etwas salzertragend und gilt als Lehmzeiger.[2]

Ökologie[Bearbeiten]

Die Acker-Gänsedistel ist eine Schaftpflanze oder ein Wurzelknospen-Geophyt mit weit reichenden ausläuferartigen Wurzeln, die 1 bis 2 m tief reichen.[3]

Die Blätter werden bei starker Sonnenbestrahlung kompassartig gestellt: Die Flächen nach Ost/West und die Ränder nach Nord/Süd.

Der Hüllkelch und die Körbchenstiele sind mit auffälligen gelben, gestielten Drüsen ausgestattet, die eventuell als Verdunstungsschutz, sicher aber als Aufstiegsschutz gegen unerwünschte Besucher dienen. Die Blüten sind nur vormittags geöffnet und werden von Bienen und Faltern bestäubt.[3]

Bei einer mechanischen Entfernung des Rhizoms entstehen aus jedem im Boden verbleibenden Teilstück neue Pflanzen; die Pflanze gilt daher als schwer zu bekämpfendes Beikraut.

Drüsenlose Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis subsp. uliginosus) mit Strandhafer auf der Insel Juist

Systematik[Bearbeiten]

Die Acker-Gänsedistel wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[4] Die Art zerfällt in mehrere Unterarten, wobei bei einer sogar Halophilie vorzuliegen scheint.

In Deutschland und Österreich kommen folgende Unterarten vor:

  • Gewöhnliche Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis subsp. arvensis): Mit drüsigem Hüllkelch. Die Chromosomenzahl ist 2n = 36, 54 oder 64. Sie ist im Allgemeinen in Mitteleuropa eine Polygono-Chenopodietalia-Ordnungscharakterart.[2]
  • Drüsenlose Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis subsp. uliginosus (M.Bieb.) Nyman): Mit fast drüsenlosem Hüllkelch. Die Chromosomenzahl ist 2n = 36. Sie kommt auf basenreichen oder salzreichen Tonböden in Convolvuletalia- oder Cakiletalia-Gesellschaften vor.[2]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Dankwart Seidel: Blumen. Treffsicher bestimmen mit dem 3er-Check. blv, München, Wien, Zürich 2001, ISBN 3-405-15766-8.
  • Ching-i Peng, Kuo-fang Chung, Hui-lin Li: Sonchus. In: Digital Flora of Taiwan. (online) (englisch).
  • Philip E. Hyatt: Sonchus. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae), Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, S. 274., online (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  2. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  3. a b  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1, S. 742.
  4. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 793, Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Acker-Gänsedistel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien