Adler-Express

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Adler-Express
AdlerE.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Fahrgastschiff
Rufzeichen DLXA
Heimathafen Hörnum
Eigner Adler-Schiffe
Bauwerft Marinteknik Verkstads AB, Öregrund
Baunummer B87
Kiellegung 14. September 1992
Stapellauf Mai 1993
Übernahme Juni 1993
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
41,96 m (Lüa)
Breite 8,20 m
Seitenhöhe 2,76 m
Tiefgang max. 1,27 m
Vermessung 334 BRZ / 137 NRZ
Maschinenanlage
Maschine 2 × MTU-Schiffsdieselmotor (12 V 396)
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
2.520 kW (3.426 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
33 kn (61 km/h)
Propeller 2 × Jetantrieb
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 33 tdw
Zugelassene Passagierzahl 420
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 9073098

Die Adler-Express ist ein deutsches Fahrgastschiff der Reederei Adler-Schiffe in Westerland/Sylt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde 1993 mit der Baunummer B87 auf der schwedischen Werft Marinteknik Verkstads AB in Öregrund für Adler-Schiffe gebaut. Die Kiellegung fand am 14. September 1992, der Stapellauf im Mai 1993 statt. Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte im Juni 1993.

Angetrieben wird das für die Küstenfahrt zugelassene Schiff von zwei von MTU Friedrichshafen gebauten Zwölfzylinder-Viertakt-Schiffsdieselmotoren (12 V 396) mit einer Leistung von je 1260 kW, die nicht auf Propeller, sondern einen Wasserstrahlantrieb mit zwei Wasserstrahlhochdruckdüsen wirken. Das Schiff, das nach Angaben der Reederei das schnellste deutsche Einrumpffahrgastschiff ist[1], erreicht damit eine Höchstgeschwindigkeit von 33 Knoten (kn), wird allerdings aufgrund von Geschwindigkeitsbeschränkungen, die in der Verordnung über das Befahren der Bundeswasserstraßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee festgelegt sind, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 24 kn betrieben.[2] Weiterhin verfügt das Schiff über zwei Bugstrahlruder mit einer Leistung von jeweils 13 kW. Für die Stromversorgung an Bord stehen zwei Generatoren mit einer Scheinleistung von jeweils 87,5 kVA zur Verfügung.

Die Adler-Express verfügt über Stabilisatoren. Da sie einen vergleichsweise niedrigen Tiefgang hat und nicht mittels eines Propellers, sondern eines Wasserstrahlantriebs bewegt wird, erreicht sie auch in flachen Fahrwassern eine hohe Reisegeschwindigkeit.

Eingesetzt wird das Schiff vorwiegend im nordfriesischen Wattenmeer, wo es zwischen der Halbinsel Nordstrand, der Hallig Hooge und den Inseln Amrum und Sylt verkehrt. Die Adler-Express ist kein zertifizierter Nationalparkpartner, darf aber im Linienverkehr im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer eingesetzt werden.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Juni 2014 rammte die mit 234 Passagieren besetzte Adler-Express mit sechs bis sieben Knoten (rund 11 bis 13 km/h) Fahrt nach einem Ausfall der Steuerung den Schiffsanleger in Wittdün auf Amrum. 27 Passagiere wurden verletzt, zwei davon lebensgefährlich, und von den Rettungskräften mit sieben Rettungshubschraubern in Krankenhäuser auf dem Festland gebracht. Der Bug der Adler-Express wurde bei dem Unfall eingedrückt. Der Schaden wurde in der Husumer Werft behoben.[3]

Am 11. Juli 2015 lief das mit 239 Passagieren besetzte Schiff nach dem Ablegen von Hallig Langeneß auf Grund. Die Hauke Haien lief beim Versuch, die Adler Express zu bergen, ebenfalls auf Grund. Die Passagiere wurden mit einem Schlauchboot sowie dem Seenotrettungskreuzer Ernst Meier-Hedde auf die nahe Adler IV sowie die WDR-Fähren Hilligenlei und Rungholt gebracht.[4] Durch den Unfall fiel die Adler Express für 14 Tage aus, während sie wiederum in der Husumer Werft repariert wurde. Der Sachschaden betrug über 50.000 Euro.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adler-Express – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf die verbindliche Art, Der Hallig-Bote, Ausgabe 2010 (abgerufen am 28. Juli 2010)
  2. §3 Verordnung über das Befahren der Bundeswasserstraßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee (NPNordSBefV) (abgerufen am 28. Juli 2010)
  3. Pressemitteilung der Adler-Reederei, abgerufen am 7. Juni 2014.
  4. „Adler-Express“: Wie 239 Urlauber auf einer Sandbank strandeten. Husumer Nachrichten, 13. Juli 2015; abgerufen am 4. September 2017.
  5. Havarie-Schaden größer als erwartet. Husumer Zeitung, 16. Juli 2015; abgerufen am 4. September 2017.