Rettungshubschrauber

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Rettungshubschrauber

Rettungshubschrauber Christoph 32
Rettungshubschrauber Christoph 32

Fahrzeugdaten
Abkürzung: RTH
Besatzung: Notarzt, HEMS Crew Member, Pilot(en), evtl. Bordwart/Bergretter
Einsatz: akute Notfälle mit Notarztindikation, Sekundärverlegungen
Abseilen am Rettungshubschrauber in den Alpen, da keine Landemöglichkeit besteht.

Rettungshubschrauber (RTH, Rettungs-Transport-Hubschrauber) sind speziell ausgerüstete Hubschrauber, die in der Luftrettung als Notarztzubringer im Rahmen des Rendezvous-Systems („Primär-Einsatz“)[1] und als Verlegungsmittel für Klinikpatienten („Sekundär-Einsatz“) dienen. In Österreich werden sie überwiegend als Notarzthubschrauber (NAH) bezeichnet.

Notarzt-Einsatz-Hubschrauber (NEH) dagegen sind reine Notarztzubringer, entsprechen dem am Boden eingesetzten Notarzteinsatzfahrzeug und können keine Patienten transportieren. Im Gegensatz zu den Rettungshubschraubern werden sie nur selten vorgehalten.

Des Weiteren gibt es Großraum-Rettungshubschrauber, die mehrere Patienten gleichzeitig transportieren können.

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mindestausstattung orientiert sich hinsichtlich der medizinischen Geräte, Medikamente und Materialien am Notarztwagen. In Europa ist sie durch die EN 13718[2] geregelt. Damit kann eine Versorgung vor Ort und während des Transportes auf notfallmedizinischem Niveau erfolgen.

Für spezielle Anforderungen kann die Ausrüstung auch erweitert werden. Zum Beispiel ist am Meer oder im Gebirge (zum Einsatz bei Bergunfällen) am Rettungshubschrauber oft auch eine seitliche Winde angebracht, womit der Patient auf einer Trage im Flug hochgehoben und verladen werden kann. Ohne diese Winde kann der Patient zwar auch mit dem Hubschrauber hochgezogen werden, dann muss aber der Hubschrauber später landen, um den Patienten auch verladen zu können.

Reichweite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aktionsradius beträgt typischerweise 50 bis 70 km.

Besatzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Luftrettung in Deutschland

Die Besatzung eines deutschen RTH besteht in der Regel aus dem Piloten, einem Notarzt und einem HEMS Crew Member, einem speziell ausgebildeten Rettungsassistenten. Bei bestimmten RTH-Typen gehört zur fliegerischen Besatzung zusätzlich ein Bordwart. Fallweise werden auch Praktikanten mitgenommen.

Pilot und ggf. Bordwart werden in der Regel vom Betreiber gestellt. Der HEMS Crew Member ist oft Angestellter der Hilfsorganisation, mit der der Betreiber eine Partnerschaft eingegangen ist, selten bei einem Krankenhaus oder dem Betreiber selbst angestellt (Ausnahme etwa die Hubschrauber der Bundeswehr). Der Notarzt ist ein Arzt eines nahegelegenen Krankenhauses bzw. des Krankenhauses, an dem der RTH stationiert ist. In vielen Fällen leistet er in der einsatzfreien Zeit normalen Stationsdienst.

Durch die vorhandenen Hubschrauber wird ein Großteil des bundesdeutschen Gebiets abgedeckt.[3]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Flugrettung in Österreich

In Österreich werden Rettungshubschrauber mit einem Notarzt, einem Piloten, sowie einem zum HEMS Crew Member ausgebildeten Notfallsanitäter besetzt. Bei einigen RTHs, die vorwiegend in alpinem Gelände eingesetzt werden, ist als viertes Besatzungsmitglied ein ebenfalls speziell geschulter Bergretter an Bord. Hauptsächlich aus finanziellen Gründen wird aber auch auf diesen Hubschraubern zunehmend die Besatzungszahl auf drei reduziert, in diesem Fall müssen die Notfallsanitäter die Bergretter-Ausbildung, sowie eine Flugretter-Schulung absolvieren.

Betreiber und Stützpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Luftrettung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Rettungshubschrauber – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Rettungshubschrauber – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cimolino, Dickmann: Die Sonder- und Wegerechte von Notarzteinsatzfahrzeugen im Straßenverkehr. In: NZV 2008, 118, 118.
  2. Norm DIN EN13718
  3. Stützpunkte der Luftrettung. ADAC-Luftrettung gGmbH, 09/2014, abgerufen am 25. März 2015 (160 kB).