Adolph Blankenhorn

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Adolph Blankenhorn, Denkmal in Müllheim

Adolph Blankenhorn (* 6. Juni 1843 in Müllheim (Baden); † 7. Januar 1906 in Konstanz) war ein deutscher Önologe.

Familie und Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammt einer Weingutsbesitzer-Familie in Müllheim. Seine Eltern waren der Weinbauer Adolf Friedrich Blankenhorn-Löffler (1812–73[1]) und Katharina Judith, geb. Krafft (Tochter des Isaak Krafft und Anna Katharina Löffler).[2] Sein Vater hatte 1842–44 zusammen mit seinen Brüdern Nikolaus Blankenhorn-Krafft (1810–1860; ∞ Maria Krafft[3]) und Jakob Wilhelm Blankenhorn das Weingut gegründet.[4] Sein Großvater, Nikolaus Friedrich Blankenhorn (1784–1840) war Gutsbesitzer, Bürgermeister von Müllheim und Abgeordneter des ersten badischen Landtages.[5][6][7]

Sein Sohn Erich Blankenhorn war von 1919 bis 1933 Chef der badischen Polizei. Sein Enkel Herbert Blankenhorn war Diplomat und wichtiger Mitarbeiter von Konrad Adenauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolph Blankenhorn studierte Naturwissenschaften an der Technischen Hochschule Karlsruhe und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bei Robert Wilhelm Bunsen, wo August 1864 promovierte.[8] 1866 war er im Universitätslaboratorium in Freiburg und 1867 erwarb er Praxis auf den familieneigenen Weingütern in Müllheim und Ihringen (Staatsweingut Freiburg#Geschichte|Blankenhornsberg]]).[9] Im gleichen Jahr wurde er Mitarbeiter bei Leonhard Roesler (1839–1910) an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Zwischen 1868 und 1875 errichtet Blankenhorn aus seinem Privatvermögen das erste önologische Institut Deutschlands in Karlsruhe.[10] 1870 habilitierte er als Privatdozent für Weinbau mit der Schrift „Geschichte und Bewirthschaftung des Rebgutes Blankenhornsberg bei Ihringen“.[11] Im Institut führte er intensive Experimente über die Biologie der Reblaus und deren direkte und indirekte Bekämpfung mit resistenten Amerikaner-Reben und Hybriden durch. Er stand dazu zwischen 1872 und 1881 in regem Kontakt mit Friedrich Hecker in den USA.[12]

1874 wurde er Präsident des neu gegründeten Deutschen Weinbauvereins und nahm diese Aufgabe bis 1893 wahr.[13] In dieser Funktion begründete Blankenhorn das Fachblatt Der Weinbau, das von 1875 bis 1883 vom Weinbauverein herausgegeben wurde. Bereits 1869 hatte er zusammen mit Leonhard Roesler die Zeitschrift Annalen der Önologie herausgegeben, die ebenfalls 1883 eingestellt wurde.[14]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Müllheim gibt es die Adolph Blankenhorn Gemeinschaftsschule.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolph Blankenhorn / Friedrich Hecker: Briefwechsel 1872–1880. Mit einem Nachwort neu herausgegeben von Isolde Döbele-Carlesso, Brackenheim 2007. ISBN 978-3-939333-04-3.
  • Antje Lechleiter: Friedrich Hecker und Prof. A. Blankenhorn – Pioniere des Weinbaus. In: Konrad Rühl et al.: Staatliches Weinbauinstitut Freiburg, Jahresbericht 2000. S. 236–239
  • Bruno Götz: Über das Leben und Wirken von Prof. Dr. Adolf Blankenhorn in B. Götz "Wein und Kultur", Seewald-Verlag, Stuttgart 1979, 2. Aufl. 1980.
  • Fritz Fischer: Adolph Blankenhorn. Ein Pionier des deutschen Weinbaues. In: Das Markgräflerland, Heft 1/1961, S. 192–197 Digitalisat der UB Freiburg
  • Werner Zinser: Blankenhorn, Adolf Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 286 f. (Digitalisat).
  • K. Müller: Adolph Blankenhorn. In: Albert Krieger, Karl Obser (Herausgeber): Badische Biographien, VI. Teil – 1901–1910, S. 595–597 Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/pageview/248632
  2. Werner Zinser: Blankenhorn, Adolf Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 286 f. (Digitalisat).
  3. http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/pageview/248631
  4. https://staatsweingut-freiburg.de/weingut/geschichte/
  5. Archivlink (Memento vom 23. Oktober 2014 im Internet Archive)
  6. Archivlink (Memento vom 6. August 2011 im Internet Archive)
  7. Blankenhorn hat Wurzeln in Obereggenen Weinbaupionier Blankenhorn hat Wurzeln in Obereggenen; bei freiburg-schwarzwald.de
  8. siehe Müller S. 595
  9. Gesellschaft für Geschichte des Weines: Persönlichkeiten der Weinkultur: A. Blankenhorn
  10. siehe Müller S. 596
  11. Adolph Blankenhorn: Geschichte und Bewirthschaftung des Rebgutes Blankenhornsberg bei Ihringen : Habilitationsschrift des Polytechnikums in Carlsruhe. (Sep. Abdr. a. d. Annalen der Oenologie Bd. I, Heft 2 u. 3) Digitalisat
  12. siehe Antje Lechleiter: Friedrich Hecker und Prof. A. Blankenhorn – Pioniere des Weinbaus. In: Konrad Rühl et al.: Staatliches Weinbauinstitut Freiburg, Jahresbericht 2000. S. 236–239
  13. siehe Müller S. 597
  14. siehe Müller S. 596

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adolph Blankenhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien