Aerozin 50

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Aerozin 50
Kurzbeschreibung Raketen-Treibstoff
Charakteristische Bestandteile

50 % 1,1-Dimethylhydrazin und 50 % Hydrazin

Eigenschaften
Aggregatzustand flüssig
Hypergol mit

Distickstofftetroxid, Salpetersäure, MON

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1][2]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 05 – Ätzend 06 – Giftig oder sehr giftig
08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​226​‐​301​‐​310​‐​330​‐​350​‐​314​‐​317​‐​410
P: 301+310​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​320​‐​361​‐​405​‐​501 [1][2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Bestandteile
Struktur des 1,1-Dimethylhydrazin
Struktur des Hydrazin
1,1-Dimethylhydrazin (UDMH, oben)
und Hydrazin (unten), die beiden
Bestandteile von Aerozin 50

Aerozin 50 (engl.: Aerozine 50) ist eine Treibstoffmischung für Raketen. Sie wurde ursprünglich für die Titan-II-Interkontinentalraketen entwickelt und wird heute jedoch auch in anderen US-Raketen verwendet, unter anderem der zweiten Stufe der Delta-II-Rakete.[3]

Aerozin 50 ist eine giftige und ätzende Mischung aus 50 % 1,1-Dimethylhydrazin (UDMH) und 50 % Hydrazin. Aerozin 50 reagiert spontan mit dem Oxidationsmittel Distickstofftetroxid, diese Kombination ist also hypergol. Die Treibstoffmischung und Distickstofftetroxid sind getrennt voneinander bei normalen Temperaturen lagerfähig. UH 25 enthält zusätzlich Wasser, ansonsten aber die gleichen Komponenten wie Aerozin 50, aber in einem anderen Mischungsverhältnis.

Gefahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aerozin 50 ist wie seine Bestandteile Hydrazin und UDMH giftig, ätzend und krebserregend.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag zu 1,1-Dimethylhydrazin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 17. März 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Eintrag zu Hydrazin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 17. März 2013 (JavaScript erforderlich).
  3. John D. Clark: Ignition! An Informal History of Liquid Rocket Propellants. Hrsg.: Rutgers University Press. 1972, ISBN 0-8135-0725-1, S. 45 (englisch).