Agent 327

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Comic
TitelAgent 327
OriginaltitelAgent 327
Agent327.png
LandNiederlande
AutorMartin Lodewijk
ZeichnerJan Kruis
Martin Lodewijk
VerlagGeïllustreerde Pers
MagazinEppo
Erstpublikation1966 – …

Agent 327 ist eine Comicserie des niederländischen Zeichners Martin Lodewijk, in Deutschland erschienen im Ehapa-Verlag, 2002–2003 bei Carlsen Comics und aktuell im Splitter-Verlag. Die Hauptstoßrichtung der Serie ist eine Persiflage von James Bond.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptfigur der Serie ist der Star des niederländischen Geheimdienstes, Otto Otto (O.O.) Eisenbrot (nl. Hendrik IJzerbroot), Agent 327. Eisenbort ist zweifelsohne ein sehr kompetenter Agent, wenn nicht ihm nicht seine eigene Ungeschicklichkeit unregelmäßig Schwierigkeiten machen würde. Die Figur entstand, als Martin Lodewijk die Anfrage bekam, die Figur des James Bond zu parodieren. Lodewijk spricht den Namen als „Agent Drei-Siebenundzwanzig“ aus.[1]

Verbündete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nummer 1 (org. Chef)
Er ist der stets verzweifelte Chef (Nr. 1 ist geheimer als alle anderen), welcher die Leitung des Geheimdienstes nach seiner Zeit als Leiter einer Widerstandsgruppe im Zweiten Weltkrieg übernahm. Nummer 1 verzweifelt des Öfteren an der Unfähigkeit seiner Untergebenen – besonders an Eisenbrots Eskapaden. Er deckelt das Budget streng, gönnt sich selber allerdings ein Gehalt jenseits von gut und böse.

Bertram (org. Barend)
Als Agent-Azubi Nr. 654 ist Bertram noch in der Ausbildung. Sein auffälligstes Merkmal sind dabei seine langen Haare, die sein Gesicht bis auf seine Nase völlig verdecken. Trotz seines Status ganz unten in der Hierarchie erweist er sich stets als gute Unterstützung für Eisenbrot.

Betsy (org. Juffrouw Betsy)
Sie ist die Chefsekretärin im Geheimdienst und der direkte Draht zwischen Nummer 1 und seinen Angestellten. Neben ihrer positiven Grundeinstellung ist sie auch für ihren sarkastischen Humor und ihre entspannten Moralvorstellungen bekannt.

William (org. Willemse)
Ein pensionierter Seemann und der Hausmeister der Geheimdienst-Zentrale. Neben den üblichen Tätigkeiten eines Hausmeisters ist er auch dafür zuständig, den verkleideten Eisenbrot hineinzulassen, nachdem das geheime Kennwort ausgetauscht wurde.

Karl Sorglos (org. Carl Sorge)
Als Agent 525 ist Sorglos einer von Eisenbrots engsten Kollegen und ist neben seinem technischen Einfallsreichtum vor allem für seine unglaublich ausufernden Frauengeschichten bekannt, für welche er einen extra Terminkalender benötigt.

Olga Lawina (org. genauso)
Olga Lawina (der Name diese Figur ist eine Parodie auf die niederländische Jodlerin Olga Lowina), ist eine Agentin des Schweizer Geheimdienstes und arbeitet später auf eigene Rechnung. Sie wird schließlich zur Co-Protagonistin, welche sich schließlich trotz manchmal gespaltener Loyalitäten am Ende immer auf die Seite von Eisenbrot stellt.

Um 1989 wurde der niederländische Geheimdienst aufgrund des Mauerfalls und des damit verbundenen Endes des Ost-West-Konflikts aufgelöst, doch im Jahr 2000 wurde Nummer 1 aus einer Mülltonne geborgen, Agent 327 von seinem Job als Chauffeur erlöst und der Geheimdienst mit Band 10 wieder aktiv.

Gegner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boris Kloris (org. genauso)
Eisenbrots Erzfeind – ein Ganove und Spion dessen kahler Kopf völlig ausgeblichen ist. Egal ob Waffenschmuggel, Spionage, Kunstdiebstahl oder Auftragsmord, Boris Kloris hat ein vielseitiges Betätigungsfeld. Sein schierer Hass auf Eisenbrot wird nur mühsam von seiner Professionalität in Zaum gehalten.

Wu Manchu (org. genauso)
Verwandt mit Fu Manchu, will sie genau wie er große Macht gewinnen. Dafür sind ihr dann auch alle Mittel recht und sie geht weiter, als es die meisten anderen Feinde von Eisenbrot tun würden. Die Figur tauchte ursprünglich in der Serie "Johnny Goodbye" auf.

Dr. Maybe (org. genauso)
Ein weiterer Dauerfeind von Eisenbrot. Dr. Maybe (eine komplette Parodie auf Dr. No) nutzt seine enormen Ressourcen und technischen Vorsprung um seiner Organisation mehr Macht zu verschaffen. Anders als andere Feinde will er Eisenbrot jedoch nicht unbedingt töten, sondern für seine Zwecke einspannen.

Dr. Papa (org. genauso)
Der Diktator des Karibikinsel Kwaiti (eine Parodie auf Jean-Claude Duvalier) mit seiner Terrortruppe Bonbonkaputts. Eisenbrot zieht sich durch das Abfangen einer für ihn bestimmten Waffenlieferung der Zorn des Diktators zu.

Kornelius Kosten (org. Paul Poendrop)
Ein stinkreicher Unternehmer, dessen Reichtum ihn überzeugt hat, dass die Gesetze nicht für ihn gelten. Zunächst ist ihm Eisenbrot gleichgültig, doch mehrere Niederlagen sorgen dafür, dass er frustriert seine Wut auf Eisenbrot richtet.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Niederlanden wird die Serie seit 1966 veröffentlicht, auch wenn es eine lange Pause zwischen 1983 und 2001 gab. Derzeit liegen dort 20 Alben vor, Band 21 ist fertig, aber noch nicht publiziert, des Weiteren gibt es noch das "Dossier Minimum Bug" (1999), ein kleinformatiges 16-seitiges Heft, dem eine Lupe beilag. Dieses Heft schaffte es im Jahr 2000 ins Guinness-Buch der Rekorde, gehört allerdings nicht in die offizielle Comicserie.

Die Nummerierung der Bände wurde Im Jahr 2001 geändert. Die bis dahin im Oberon-Verlag erschienenen Bände waren nicht chronologisch geordnet. Die neue Reihenfolge hält sich an die korrekte Chronologie, in der die Geschichten entstanden sind.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehapa-Verlag veröffentlichte von 1983 bis 1987 insgesamt 9 Bände, wobei Band 9 diese Nummer nicht trägt, sondern ist als Heft 3 der Ehapa-Reihe Lila Gorilla Comics erschien. Dieser Band enthält unter anderem eine Parodie auf Theo gegen den Rest der Welt. Die Reihenfolge orientierte sich dabei an der damaligen Reihenfolge in den Niederlanden und ist damit nicht chronologisch aufgebaut. Die Kurzgeschichten wurden ausgelassen und da aus den Niederlanden kein neues Material mehr kam, die Serie schließlich eingestellt.

In den Jahren 2002/03 veröffentliche Carlsen drei weitere Alben, dann wurde die Serie aber eingestellt, obwohl noch weiteres Material vorhanden war. Dann passierte für längere Zeit nichts mehr.

Der Splitter-Verlag nahm sich schließlich der Serie an. Ab 2016 erscheinen nunmehr die noch fehlenden Alben. Zusätzlich werden die alten Alben wohl auch neu aufgelegt, wenn die Nummerierung betrachtet wird, welche jetzt der aus den Niederlanden entspricht.

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Übersicht der Alben gilt die Reihenfolge der Originalveröffentlichung der Geschichten. Die Reihenfolge der Alben in den Niederlanden war ursprünglich eine andere, bis sie auf die unten stehende korrekte Reihenfolge umgestellt wurde. Diese Reihenfolge wurde auch von Splitter-Verlag übernommen und die Lücken werden nach und nach gefüllt. Zwei der Alben sind bislang nicht in Deutschland erschienen.

Nr. Originaltitel und Veröffentlichung Deutscher Titel und Veröffentlichung Besonderheiten und Anmerkungen
1 Dossier Dozijn min Een, 1980 Die ersten Ermittlungen (Splitter, 2018) Der Band enthält elf Kurzgeschichten aus der Frühzeit der Serie.
2 Dossier Dozijn min Twee, 1981 Ein Ball für Zwei! (Splitter, 2018) Enthält zehn Kurzgeschichten aus der Frühzeit der Serie. Der deutsche Titel ist eine Parodie auf die Serie Ein Fall für Zwei.
3 Dossier Stemkwadrater, 1970 Geheimakte: Stimmbruch (Ehapa, 1983–85) Erste Geschichte in voller Albumslänge und explizite Parodie auf die Filme Dr.No und Man lebt nur zweimal.
4 Dossier Leeuwenkuil, 1973 Geheimakte: Kettenmolch (Ehapa, 1983–85) Dieser Band ist eine grundlegende Parodie auf alle Agentenfilme im Kalten Krieg und die damit verbundenen Handlungselemente, wie z. B. der Flucht aus dem geteilten Berlin.
5 Dossier Heksenkring & Dossier Onderwater, 1975 Geheimakte: Hexenring (Ehapa, 1983–85) Der Band enthält auch die Geschichte "Geheimakte: Unter Wasser".
6 Dossier Zondagskind, 1976 Geheimakte: Sonntagskind (Ehapa, 1983–85) Bösewicht Dr. Papa ist eine Karikatur von Jean-Claude Duvalier, dem damaligen Diktator von Haiti. Der Band parodiert stark die Filme Feuerball, Leben und sterben lassen und Der weiße Hai.
7 Dossier Zevenslaper, 1977 Geheimakte: Siebenschläfer (Ehapa, 1983–85) Dieser Band ist eine Persiflage auf Erich von Däniken und seine Ideen um Außerirdische in der menschlichen Frühzeit. Von Däniken selbst wird als Erik van Tischrücken parodiert, welcher ständig seine Bücher ("Schubkarren", "Die Schubkarre der Götter" und "Schubkarren voll Gold") anpreist
8 Dossier Nachtwacht, 1980 Geheimakte: Nachtwache (Ehapa, 1983–85) Als Besonderheit ist zu beachten, dass in der originalen Fassung (auch in der Ehapa-Fassung) die Nachtwache normal gezeichnet wurde. In allen Neuauflagen wird hingegen ein Foto des Originalgemäldes eingefügt.
9 De Gesel van Rotterdam, 1981 Geheimakte: Böse Zunge – In den Klauen von Wu Manchu (Ehapa, 1983–85) Wu Manchu erwähnt explizit Johnny Goodbye, was eine Anspielung auf die Entstehung der Figur in dieser Comicserie ist - sie migrierte erst später zu Agent 327.
10 Drie avonturen, 1982 Geheimakte: Schwarzes Geld (Ehapa – Lila Gorilla Comics 3, 1987) Enthält die Geschichten: "Wenn zwei tauschen freut sich der Dritte", "Neutralbombe" und "Allein gegen den Rest der Welt". Letztere Geschichte ist eine Parodie auf den Film Theo gegen den Rest der Welt.
11 De ogen van Wu Manchu & De Schorsing, 1983 Geheimakte: Schleifenratte – Die Augen von Wu Manchu (Ehapa, 1983–85) Der Band enthält auch die Geschichte "Olga Lawina im Dauerfeuer". Letzter Band der ursprünglichen Serie vor der vorübergehenden Einstellung.
12 De vergeten bom, 2001 Die vergessene Bombe (Carlsen, 2002) Erster Band der wieder gestarteten Agent 327-Serie (sowohl in den Niederlanden wie in Deutschland).
13 Het pad van de schildpad & De Zwarte Doos, 2001 Die Spur der Schildkröte (Carlsen, 2002) Dieser Band enthält auch die Geschichte "Die schwarze Kiste". Diese wurde schon 1986 gezeichnet, aber erst 2001 veröffentlicht.
14 Cacoine en Commando's, 2001 Kokain und Kommandos (Carlsen, 2003) Letzter von Carlsen veröffentlichter Band. Persifliert alle Filme, die in einer vergessenen Welt mit Dinosauriern spielen, und viele Konversionen aus der Rambo-Filmserie.
15 De Golem van Antwerpen, 2002
16 De wet van alles, 2002
17 Hotel New York, 2002 *Hotel* New York (Splitter, 2018)
18 Het oor Van Gogh, 2003 Das Ohr von Van Gogh (Splitter, 2017) Der Band enthält mehrere Anspielungen auf Tim und Struppi, so tritt Struppi als Spionagehund auf und später werden Zeichnungen von Hergé von einem Charakter als künstlerisch beeindruckend gepriesen.
19 De vlucht van vroeger, 2005 Ein Brief aus der Vergangenheit (Splitter, 2017)
20 De Daddy Vinci-code, 2015 Der Daddy Vinci Code (Splitter, 2016) Die lange Wartezeit von 10 Jahren auf diesen Band erklärt sich darin, dass Lodewijk mehrere verschiedene Alben anfing und dann verwarf, und die Arbeiten am eigentlichen Band sich durch kreative Trockenphasen ebenfalls zogen.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2017 wurde der niederländische Kinostart eines Computeranimationsfilms mit dem Titel "Dossier Manhattan" angekündigt.[2]

Im Mai 2017, veröffentlichte die Blender Foundation einen Trailer[3] für einen geplanten Computeranimationsfilm. Mit dem drei Minuten langen Trailer soll nach Investoren für einen Film in Spielfilmlänge gesucht werden.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Met het Oog op Morgen 26-04-15(niederländisch, Met het Oog op Morgen), Sendung vom 26. April 2015, vorletzter Beitrag.
  2. Strip Agent 327 krijgt animatiefilm(nierdländisch, Artikel im Telegraaf)
  3. Agent 327: Operation Barbershop trailer
  4. Blender Foundation: Teaser for Agent 327: Operation Barbershop – blender.org (en) Blender Foundation.