Agnes Wallner

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Agnes Wallner
(Auguste Hüssener)

Agnes Wallner, geborene Kretschmar (* 22. Dezember 1824 in Leipzig; † 23. September 1901 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und Theaterdirektorin.

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Agnes wurde als zwölftes Kind eines Geschäftsmannes geboren und zeigte schon früh Interesse am Theater, wo sie zunächst als Statistin begann. 1841 kam sie als Pflegekind zum damaligen Theaterkassierer Robert Blum, der sie förderte und ausbildete. Mit 14 Jahren spielte sie als erste Rolle die Liesel in dem Stück Der Verschwender. Ihre erste größere Rolle wurde das Bauernmädchen in Kotzebues Bayard. Erste größere Erfolge feierte sie als Titania in Sommernachtstraum.

1843 bis 1849[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1843 bis 1845 war sie auf Wanderschaft und spielte in Chemnitz, Halle und dem Hoftheater in Altenburg. 1845 holte sie der Direktor Karl Friedrich Cerf zum Berliner Königsstädtischen Theater (ab 1858 Wallner-Theater). Dort traf sie erneut Franz Wallner, den sie bereits 1843 in Leipzig kennen gelernt hatte. Der Direktor Ringelhardt holte sie anschließend nach Riga, wo sie erfolgreich gastierte. Im Frühjahr 1846 folgte auch Franz Wallner nach Riga und die beiden verlobten sich, obwohl er zu dem Zeitpunkt noch verheiratet war. Wallner erhielt ein Arrangement in St. Petersburg und Agnes ging Ostern 1847 in ein Engagement nach Bremen.

Nach erfolgter Scheidung heiratet das Paar am 8. Mai 1848. Ebenfalls 1848, im November, wurde ihr Förderer Blum, der sich auch als Politiker betätigte - standrechtlich erschossen. Nichtsdestotrotz erhielt sie ein Arrangement am Hoftheater in St.Petersburg. Sie war sehr erfolgreich und wurde vom Zaren Nikolaus I. bewundert. Dennoch ging sie wieder auf Reisen, war von Oktober 1849 bis Januar 1850 in Leipzig und mach Gastspiele in Frankfurt am Main, Mannheim, Zürich, Hamburg, Wiesbaden, Köln und Posen.

Rollenentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1850 wurde Franz Wallner die Bühnenleitung in Freiburg im Breisgau angeboten und er nahm seine erste Direktorenstellung an. So erfolgte unter seiner Leitung die Aufführung von Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Die katholische Geistlichkeit war von der Oper nicht angetan und rief zum Boykott auf, so verließ das Paar Freiburg und ging zunächst nach Baden-Baden und 1853 nach Posen. Agnes Wallners Rollen entwickelten sich von der naiv-jugendlichen Liebhaberin zur Intrigantin und Salondame. Das brachte sie künstlerisch und auch finanziell voran.

Berliner Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1855 bekam Franz Wallner die Möglichkeit, in Berlin das Königsstädtische Theater zu übernehmen. Als das Theater in Posen aber dann in finanzielle Schwierigkeiten geriet, kam Wallner zurück. Seine Frau hatte so die Gelegenheit, Stücke des Autors Dumas aufzuführen. Am 11. Oktober 1855 erfolgte die Erstaufführung von Pariser Sitten („Demi Monde“) unter ihrer Leitung. Am 22. November 1855 war auch die Erstaufführung des Stücks Die Kameliendame ein großer Erfolg. Die Erfolge zogen die Berliner Gesellschaft an und so trafen sich in ihrem Haus zahlreiche Prominente der Zeit.

Abschiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr letzter Bühnenauftritt war am 20. Oktober 1875 im Wallnertheater im Stück Komm Her!, dessen Erlös seiner Zeit zum Bau des Nationaldenkmals im Niederwald diente.

Hans Blum, der Sohn ihrer Förderers, veröffentlichte 1899 ihre Biographie, sie selbst verstarb am 23. September 1901.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie heiratete am 8. Mai 1848 Franz Wallner. Das Paar hatte mehrere Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes heiratete sie erneut. Die Ehe wurde aber bald wieder geschieden.[1] Sie hatte mehrere Kinder:

  • Alexander (* 1849) (ging nach Amerika, Schriftsteller)[2]
  • Heinrich (* September 1850; † 2. Dezember 1927)
  • Max (* April 1852; † September 1851)
  • Franz (1854–1940) Schauspieler und Autor ∞ Charlotte Basté (1867–1928), Schauspielerin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Theater-Almanach Für Das Jahr, Volumen 13, S.153
  2. Autor von z. B. Eine Nacht unter Outlaws