Ahlum (Wolfenbüttel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ahlum
Kreisstadt Wolfenbüttel
Wappen von Ahlum
Koordinaten: 52° 10′ 21″ N, 10° 36′ 3″ O
Höhe: 108 m
Fläche: 8,29 km²
Einwohner: 1125 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38302
Vorwahl: 05331
Karte
Lage von Ahlum in Wolfenbüttel

Ahlum ist ein Stadtteil der Kreisstadt Wolfenbüttel im gleichnamigen Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen. Der Ort weist noch eine dörfliche Struktur auf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahlum liegt etwa zwei Kilometer östlich der Ostgrenze der Wolfenbütteler Kernstadt. Der Ort liegt in einer baumarmen, leicht hügeligen Landschaft. Etwa einen Kilometer südlich von Ahlum fließt die Altenau in der Schöppenstedter Mulde, deren Böden aufgrund ihrer dicken Lössschicht eine hohe Fruchtbarkeit aufweisen. Weiter südlich findet man in fußläufiger Entfernung den Höhenzug Asse.

Benachbarte Ortschaften sind, von Westen beginnend im Uhrzeigersinn, Wolfenbüttel, Atzum, Salzdahlum, Apelnstedt, Dettum und Wendessen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsspuren sind schon in der Stein- und Bronzezeit für Ahlum nachweisbar. Schon damals erkannte man die große Fruchtbarkeit der dortigen Böden. Ein Ort namens Aluchi wurde bereits 826 erwähnt, jedoch ist unklar, ob es sich um das heutige Ahlum handelt. 888 gab es einen Ort Odonhem, vermutlich das heutige Ahlum. Ab 1178 sind die Ortsnamen Adenheim, Adenem, Odenem und Alen für den heutigen Ort verbürgt. Erst nach der Reformation wurden die Schreibweisen Ahlum und Ahlen eingeführt.

Ahlum stand jahrhundertelang unter dem Einfluss geistlicher Institutionen, beginnend mit dem Bistum Halberstadt. Noch heute gibt es ein bedeutendes Klostergut im Ort. Die ursprüngliche Bezeichnung war Klosterhof. Er war bis 1918 eine herzogliche Domäne, bis 1945 eine Domäne des Landes Braunschweig und gehört heute zum Kloster- und Studienfond.

1627, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde Ahlum zusammen mit einigen Nachbarorten von Truppen des dänischen Königs Christian IV. verwüstet.

Am 1. März 1974 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Ahlum nach Wolfenbüttel eingemeindet.[2]

Von ca. 1970 bis 1998 war Peter Schwarz (CDU) Ortsbürgermeister. Von 1998 bis November 2011 war Ralf Mühlenkamp (CDU) Ortsbürgermeister.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl 2016[3]
Beteiligung: 65,5 % (+4,9 %p)
 %
50
40
30
20
10
0
46,1 %
44,2 %
9,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,9 %p
-3,8 %p
+9,7 %p

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 11. September 2016 wie folgt aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Veränderungen zu 2011):

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist seit dem 8. November 2011 Andreas Glier (CDU).

Seine Stellvertreter sind Frank Nicolai (CDU) und Siegfried Hauptstein (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf blauem Grund schräg gekreuzt ein goldenes Schwert und einen goldenen Krummstab, überdeckt von einer goldenen Ähre.

Die Farben Blau-Gold erinnern an die über siebenhundertjährige Zugehörigkeit Ahlums zu Braunschweig. Der überwiegende Einfluss geistlicher Institutionen auf den Ort wird durch den Krummstab versinnbildlicht. Die Ähre verweist auf die große Bedeutung der Landwirtschaft für die Bewohner von Ahlum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das unter Denkmalschutz stehende Klostergut Ahlum war einst im Besitz des Herzogs von Wolfenbüttel.
  • Die heutige Ahlumer Kirche St. Marien wurde in den Jahren 1855–1860 gebaut, um die viel ältere Vorgängerkirche zu ersetzen, deren Turm nach einer eingetragenen Jahreszahl 1345 aufgestockt wurde.[4]
  • Am 23. Juni 2007 wurde die Ahlumer Heimatstube eröffnet. Dort werden zahlreiche Exponate zur Geschichte Ahlums, beispielsweise Schulinventar und landwirtschaftliche Geräte, sowie eine umfangreiche Mineraliensammlung ausgestellt.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahlum liegt an den Landesstraßen Wolfenbüttel–Schöppenstedt und Wendessen–Braunschweig. Eine Buslinie verbindet den Ort im Stundentakt mit Wolfenbüttel.

Bis 1950 wurde im Personenverkehr der Bahnhof Ahlum westlich des Ortes bedient. Betreiber der Strecke war die Braunschweig-Schöninger Eisenbahn. Die Strecke führte von Braunschweig über Hötzum und Ahlum nach Mattierzoll.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren-Fußballmannschaft des Vereins Sportfreunde Ahlum (kurz: SF Ahlum) spielt in der Kreisliga Wolfenbüttel. Weiterhin gibt es in Ahlum einen Schützenverein, einen Tennisverein, einen Frauenchor, einen Männergesangverein, einen Seniorenkreis und die Freiwillige Feuerwehr Ahlum mit ihrer Jugendfeuerwehr.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irmgard Angerstein: Geschichte des Dorfes Ahlum. Beiträge zur Geschichte der Stadt Wolfenbüttel – Band 1. Wolfenbüttel 1983

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ahlum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Ortschaften und Stadtteile von Wolfenbüttel
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 273.
  3. Webseite der Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg, abgerufen am 2. Oktober 2016
  4. Kirchengemeinde Ahlum
  5. Ministerin Wanka besuchte Heimatstube in Ahlum. Wolfenbüttel heute am 15. September 2012, abgerufen am 31. März 2013