Aischa Abd ar-Rahman

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Aischa Abd ar-Rahman (* 1913 in Damiette; † 1. Dezember 1998 in Kairo) war eine ägyptische Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin. Sie schrieb unter dem Pseudonym Bint asch-Schati („die Tochter des Ufers“).

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aischa Abd ar-Rahman war die Tochter eines Religionslehrers und wurde im Alter von zehn Jahren, als sich ihr Vater auf Reisen befand, von ihrer Mutter, die selbst Analphabetin war, zum Schulbesuch angemeldet. Später besuchte sie eine Mittelschule in al-Mansura und studierte ab 1932 arabische Sprache und Literaturwissenschaft an der Universität Kairo. Dort verliebte sie sich in ihren wesentlich älteren Professor Amin al-Khuli, den sie heiratete. 1939 erwarb sie an der Universität Kairo den akademischen Grad eines Bachelors, hatte sodann drei Jahre eine Anstellung als Hochschullehrerin und wurde während dieser Zeit 1941 Magistra. Ab 1942 arbeitete sie als Inspektorin für den Unterricht in Arabisch und Literatur im ägyptischen Erziehungsministerium. Sie erlangte 1950 den Doktorgrad und lehrte ab 1951 an der Ain-Schams-Universität in Kairo sowie als Gastprofessorin u. a. auch an Universitäten in Khartum, Fès und Beirut.

Sie verfasste ab 1931 unter dem Pseudonym Bint asch-Schati Artikel in ägyptischen Zeitschriften, u. a. in an-Nahda an-Nisa’iya und al-Ahram, und wurde in den Hohen Rat für Kunst und Kultur Ägyptens aufgenommen. Ihr literarisches Werk umfasst neben zahlreichen Zeitungsartikeln mehr als 60 Bücher, zu denen u. a. Studien zur Koran-Exegese und zur arabischen Literatur, Biographien bedeutender frühislamischer Frauen im Umfeld des Propheten Mohammed (Die Frauen des Propheten, 1959; Die Töchter des Propheten, 1963; Die Mutter des Propheten, 1966), Beiträge über das schwierige ägyptische Landleben sowie Romane und Kurzgeschichten gehören. 1985 wurde ihr zu Ehren in Kairo eine Statue errichtet. Sie starb 1998 im Alter von 85 Jahren in Kairo nach einem Herzanfall. Ihre Bibliothek stiftete sie für Forschungszwecke.

Weitere Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das ägyptische Landleben, 1935
  • Das Problem der Bauern, 1938
  • Das Geheimnis des Ufers, 1942
  • Geheimnis des Strands und der Gutsherr: Die Geschichte einer gefallenen Frau, 1944
  • Die Rückkehr des Pharaos, Roman, 1948
  • Bilder aus ihrem Leben, Erzählungen, 1957
  • Neue Werte in der arabischen Literatur, 1961
  • Zeitgenössische arabische Dichterinnen, 1963
  • Abu l-Ala al-Maarri, 1965
  • Die gestrauchelte Frau und andere Erzählungen vom Dorfe, 1965
  • Das Sendschreiben der Verzeihung des Abu l-Allah, 1966
  • Der Mensch, koranische Untersuchungen, 1969
  • Der Koran und die Probleme des Menschen, 1972
  • Auf der Brücke zwischen Leben und Tod, Autobiographie, 1986

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abdarrahman, Aisha, in: Khalid al-Maaly, Mona Naggar (Hrsg.): Lexikon arabischer Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts, Heidelberg 2004, S. 15f.
  • Abd ar-Rahman, Aischa, in: Brockhaus Enzyklopädie, 21. Auflage, 2005-06, 1. Bd., S. 35f.