Akademie für Politische Bildung

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Akademie für Politische Bildung
Staatliche Ebene Freistaat Bayern
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts mit dem Recht zur Selbstverwaltung
Gründung 1957
Hauptsitz Tutzing
Behördenleitung Ursula Münch
Bedienstete 50
Website www.apb-tutzing.de

Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist eine Stätte der Weiterbildung und Begegnung sowie ein Forum für Information und Kommunikation über aktuelle und grundsätzliche Themen der nationalen und internationalen Politik. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie die politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der politischen Bildungslandschaft Deutschlands. Direktorin der Akademie ist seit November 2011 die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch.

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung der Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenige Jahre nach Ende der Zeit des Nationalsozialismus war die Demokratie in Deutschland noch instabil, weshalb sich die damaligen politischen Handlungsträger dafür einsetzten, die politische Bildung in weiten Teilen der Bevölkerung zu fördern. Somit wurde im Jahr 1957 die Akademie für Politische Bildung Tutzing vom Bayerischen Landtag als Anstalt des öffentlichen Rechts durch ein Akademiegesetz gegründet:

„Zweck der Akademie ist es, die politische Bildung in Bayern auf überparteilicher Grundlage zu fördern und zu vertiefen. Die Akademie dient dabei der Festigung des Gedankengutes der freiheitlich-demokratischen Staatsordnung.[1]

Die Finanzierung der Akademie ist durch Artikel 1, Absatz 2 des Akademiegesetzes geregelt. Darin ist festgelegt, dass der Freistaat Bayern der Akademie die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Mittel nach Maßgabe der Haushaltsgesetze zur Verfügung stellt.[2] Der Akademiehaushalt ist Bestandteil des Haushalts des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und unterliegt der Prüfung durch den Bayerischen Obersten Rechnungshof. Im Jahr 2015 betrug er knapp vier Millionen Euro. Dabei ist die Akademie keiner Partei, keiner politischen Richtung und keinem Verband verpflichtet und hat das Recht auf Selbstverwaltung im Rahmen der Gesetze.

Arbeitsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben veranstaltet die Akademie öffentliche Tagungen, Akademiegespräche und Fachkongresse sowie Seminare und Lehrgänge zur Fortbildung von Berufsgruppen, die selbst auf dem Gebiet der politischen Bildung tätig sind. So finden pro Jahr rund 160 Veranstaltungen statt, von denen die Mehrheit in Tutzing ausgetragen wird. Zu den zentralen thematisch-inhaltlichen Schwerpunkten zählen die Bereiche:

Jährlich wird zudem ein Themenschwerpunkt festgelegt – im Jahr 2016 lautet dieser „Fliehkräfte“. Weiterhin publiziert die Akademie eigene Inhalte zu Themen der politischen Bildung. Neben einer Vielzahl von Reihen wurden diverse Kooperationsveröffentlichungen, Tagungsdokumentationen, Jubiläums- und Gedenkschriften oder Sonderdrucke seitens bzw. unter Beteiligung der Akademie publiziert. Die Veröffentlichungen erschienen dabei teilweise als Verlagspublikationen über den Buchhandel, teilweise im Eigenverlag der Akademie. Über die Vielfalt an Schriftenreihen und Einzelwerken gibt das 2010 erschienene Gesamtverzeichnis der Publikationen der Akademie für Politische Bildung Auskunft.[3]

Organisation und Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Akademiegesetz vorgesehenen Organe sind das Kuratorium (Art. 4 bis 8), der Direktor (Art. 9 bis 11), das Dozentenkollegium (Art. 12 und 13) und der Beirat (Art. 14 und 15).[4]

Direktor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Akademiedirektor wird von der Bayerischen Staatsregierung auf Vorschlag des Kuratoriums für die Dauer von sechs Jahren ernannt. Die Wiederernennung ist zulässig. Er vertritt die Akademie nach außen und leitet die Akademie nach Maßgabe der Richtlinien und den Regeln staatlicher Verwaltung und Haushaltsführung. Leiter der Akademie waren:

Dozentenkollegium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kollegium der Akademie besteht aus qualifizierten Wissenschaftlern unterschiedlicher geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen. Neben der wissenschaftlichen Kompetenz wird bei der Personalauswahl größter Wert auf die pädagogische Eignung der Bewerber gelegt. Das Kollegium setzt sich aus Assistenten und Dozenten zusammen und umfasst insgesamt zehn wissenschaftliche Planstellen (einschließlich des Direktors). Seit der Verabschiedung der neuen Grundsätze der Akademie für Politische Bildung für die Beschäftigung der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Jahr 2000 werden die Wissenschaftlerstellen befristet vergeben.

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand Oktober 2015)[5]

Das Kuratorium hat zur Aufgabe, die Interessen der Akademie zu wahren, Richtlinien für die Arbeit der Akademie zu genehmigen und deren Einhaltung zu überwachen sowie bei der Ernennung des Direktors und der hauptamtlichen Dozenten mitzuwirken. Das Kuratorium besteht aus je einem Angehörigen der mit Fraktionsstärke im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien und zusätzlich zehn Mitgliedern, welche das öffentliche Leben, die Wissenschaft und das Bildungswesen des Landes repräsentieren.

  • Mitglieder:

Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beirat aus Politikern, Wissenschaftlern, Vertretern von Kirchen, aus der Wirtschaft und von Verbänden stellt die Verbindung zwischen Akademie und Öffentlichkeit her und berät die Direktorin u.a. bei der Festlegung der Akademierichtlinien. Vorsitzender des Beirats ist aktuell Klaus Meisel, seine Stellvertreterin ist Hilde Stadler. Alle Beiratsmitglieder aufgelistet finden Sie auf der Homepage der Akademie für Politische Bildung.

Förderkreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1988 begleitet ein Förderkreis die Akademie bei ihrer Bildungsarbeit. Er leistet einen finanziellen Beitrag zur Akademiearbeit sowie zu Publikationen und der Verpflichtung zusätzlicher Experten und Referenten aus Wissenschaft und Praxis.[6]

  • 1. Vorsitzender: Gernot Abendt
  • 2. Vorsitzender: Heinrich Oberreuter
  • Schatzmeister: Reiner Schraff
  • Schriftführer: Ralph Kröcker
  • Weitere Vorstandsmitglieder: Akademiedirektorin Ursula Münch, Egon Gniwotta und Simone Zschiegner

Zum Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untergebracht ist die Akademie seit ihrer Gründung im Anwesen Haus Buchensee in Tutzing am Ufer des Starnberger Sees. Es wird vermutet, dass das ab 1864 erbaute Hauptgebäude des Anwesens auf einen Entwurf des königlich-bayerischen Baumeisters Leo von Klenze zurück geht und die Parkanlage eine Schöpfung des Gartenarchitekten Carl von Effner ist.[7] Nach mehrfachem Eigentümerwechsel erwarb 1938 die Landesversicherungsanstalt Oberbayern das Anwesen, um darauf ein Jugendertüchtigungslager zu errichten. Nach Abschluss der Umbauarbeiten 1942/43 wurde das Haus von der Wehrmacht beschlagnahmt und diente bis Kriegsende als Reservelazarett, danach als Flüchtlingsheim und ab 1947 als (Kreis-)Altenheim. 1952 eröffnete die Landesversicherungsanstalt im Haus Buchensee ihre Sozialpolitische Schule.

Mit der Grundstückseigentümerin Landesversicherungsanstalt Oberbayern (seit Oktober 2005 Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd) wurde im Juli 2000 ein Erbpachtvertrag über das Anwesen für die Dauer von 99 Jahren geschlossen. Durch Erweiterungen und Umbauten verfügt die Akademie für Politische Bildung heute über Hörsäle und Seminarräume, Aufenthalts- und Speiseräume, ein Bettenhaus mit insgesamt 72 Gästebetten, Mitarbeiterbüros, die mehrere zehntausend Bände umfassende Akademiebibliothek sowie Wirtschafts- und Nebenräume. Zwischen März 2010 und September 2011 entstand auf dem Gelände ein neues Auditorium, das zu Ehren des ehemaligen Direktors „Heinrich-Oberreuter-Saal“ getauft wurde und Platz für bis zu 220 Gäste bietet.

Gastreferenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand 24. April 2008)

Nationale Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft, Kultur, Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Oberreuter (Hg.), Politische Bildung im Wandel der Zeit. 50 Jahre Akademie für Politische Bildung, München 2007.
  • Heinrich Oberreuter (Hg.)/Steffen H. Elsner (Bearb.), Kristallisationskern politischer Bildung. Zur Geschichte der Akademie 1957 bis 2007. 50 Jahre Akademie für Politische Bildung, München 2009. (mit einer ausführlichen Chronik)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&st=lr&doc.id=jlr-AkadPoBiGBYrahmen&doc.part=X&doc.origin=bs
  2. http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&st=lr&doc.id=jlr-AkadPoBiGBYrahmen&doc.part=X&doc.origin=bs
  3. Steffen H. Elsner/Thomas Schölderle (Bearb.), Publikationen der Akademie für Politische Bildung. Gesamtverzeichnis 1957-2010, Tutzing 2010.
  4. http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&st=lr&doc.id=jlr-AkadPoBiGBYrahmen&doc.part=X&doc.origin=bs
  5. http://www.apb-tutzing.de/akademie/kuratorium-beirat.php
  6. http://www.apb-tutzing.de/akademie/foerderkreis.php
  7. http://www.apb-tutzing.de/akademie/tagungsstaette.php

Koordinaten: 47° 55′ 6,42″ N, 11° 17′ 13,43″ O