Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland

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Das Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland e.V. (AmF) ist ein gemeinnütziger Verein und die größte muslimische und verbands- und parteiunabhängige Frauenorganisation in Deutschland.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aktionsbündnis muslimischer Frauen ist eine Vereinigung von muslimischen Frauen unterschiedlicher nationaler Herkunft und religiöser Facetten. Unter den Mitgliedern finden sich sowohl Frauen mit Verbandserfahrung und Initiatorinnen eingetragener Vereine als auch Frauen, die bisher in keiner anderen Gruppe tätig waren.[1] Die Mehrheit der mehr als 470 Mitglieder lebt in NRW, wo auch der Hauptsitz liegt; das Aktionsbündnis agiert jedoch bundesweit. Geführt wird das AmF von einem siebenköpfigen Vorstand mit Doppelspitze. Um möglichst vielen Frauen die Mitgliedschaft zu ermöglichen, erhebt das AmF keine Mitgliedsbeiträge, sondern finanziert sich ausschließlich aus Spenden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aktionsbündnis wurde als gemeinnütziger Verein im November 2009 aus dem bereits seit 2005 bestehenden Dialogforum muslimischer Frauen gegründet.[3]

Der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt im Verfassen von Stellungnahmen, Studien- und Buchanalysen, sowie im Vermitteln von Referentinnen für wissenschaftliche und journalistische Fragestellungen. Dabei liegt ein thematischer Schwerpunkt beim gleichberechtigten Zugang von muslimischen Frauen zum Arbeitsmarkt.[4] Durch die Beteiligung der damaligen Vorstandsvorsitzenden Tuba Isik an der Deutschen Islamkonferenz II (2010 bis 2015) konnten die Interessen muslimischer Frauen in der Arbeitsgruppe Geschlechtergerechtigkeit als gemeinsamen Wert leben vertreten werden.[5]

Das AmF hat mehrere Tagungen zum Empowerment muslimischer Frauen und Geschlechtergerechtigkeit ausgerichtet, zuletzt eine Tagung zum Thema „Islamischer Feminismus“ in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Jahr 2016.[6] Die neuesten Aktivitäten bestanden in der Mitarbeit am Alternativbericht zum 7. und 8. CEDAW-Staatenbericht, der Ende 2016 erschien und dem Erstellen von Wahlprüfsteinen für die Bundestagswahl 2017.[7][8]

Seit 2010 ist das AmF Mitglied im deutschen Frauenrat, seit 2012 bei UN-Women Deutschland.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aktionsbündnis ist eine Interessenvertretung muslimischer Frauen bei gleichstellungs- und integrationspolitisch wichtigen Themen, mit Arbeitsschwerpunkt im gesellschaftspolitischen Bereich. Seine Hauptaufgabe sieht das AmF darin, das monolithische Bild „der Muslimin“ aufzubrechen und durch einen realistischen, differenzierteren Blick zu ersetzen. Es geht darum, die Gemeinsamkeiten von Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen hervorzuheben und dabei Unterschiede in den Lebensentwürfen nicht zu ignorieren. Argumentationsbezüge sind die geltende Rechtslage und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse. Ein weiteres Ziel des AmF ist die Förderung von politischer Bildung und interner Vernetzung muslimischer Frauen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland e.V. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  2. Mitgliedschaft. In Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland e.V. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  3. BMFSFJ - Deutsche Islamkonferenz und das Aktionsbündnis muslimischer Frauen e.V. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 5. Februar 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmfsfj.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Tagesspiegel - Feminismus: Das Kopftuch-Dilemma. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  5. DIK - Deutsche Islam Konferenz - Teilnehmer der Jahre 2009-2013. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. September 2017; abgerufen am 5. Februar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutsche-islam-konferenz.de
  6. Tagung "Islamischer Feminismus". Abgerufen am 5. Februar 2018.
  7. CEDAW-Alternativebericht 2016. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  8. Die Wahlprüfsteine. Abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).