Albert Oeri

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Jakob Albert Oeri (* 21. September 1875 in Schaffhausen; † 22. Dezember 1950 in Riehen) war ein Schweizer Historiker, Journalist, Publizist und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Oeri, Sohn des Gymnasiallehrers Johann Jakob Oeri, besuchte die Schulen in Basel und studierte anschliessend Klassische Philologie und Geschichte in Basel, Göttingen und Berlin. In seiner Studienzeit trat er dem Schweizerischen Zofingerverein bei.[1] 1899 promovierte er an der Universität Basel zum Dr. phil., 1900–1901 wirkte er als Gymnasiallehrer in Gotha. Nach seiner Rückkehr nach Basel 1901 war er Redaktor bei der Allgemeinen Schweizer Zeitung und nach 1902 bei den Basler Nachrichten. in der die Allgemeine Schweizer Zeitung aufging. 1902–1911 leitete er die Inland- und 1911–1925 die Auslandredaktion. 1925–1949 wirkte er als Chefredaktor.

Albert Oeri war auch politisch tätig. Als Mitglied der Liberalen sass er 1908–1948 im Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt; 1931–1949 nahm er im Nationalrat Einsitz und war 1947 dessen Alterspräsident.

Nach der Machtergreifung Hitlers in Deutschland wandte sich Oeri als Journalist und als Politiker dezidiert gegen den Nationalsozialismus und wurde zu einem der wichtigsten Exponenten der „Geistigen Landesverteidigung“. Dabei trat er für die Aufnahme von Flüchtlingen und die Aufrechterhaltung der Pressefreiheit ein.

1945 verliehen ihm die Universitäten von Bern und von Basel Ehrendoktorate. Nach Albert Oeri ist in Riehen eine Strasse benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De Herodoti fonte Delphico. Basel 1899 (Dissertation).
  • Der Revisionsgeneral Jakob Christoph Rolle. Basel 1905 (2. Aufl. 1936).
  • Wann soll die Schweiz dem Völkerbund beitreten? Basel 1920.
  • Wettstein und Riehen. Festspiel zur Vierhundertjährigen Vereinigungsfeier von Riehen und Basel. Basel 1923.
  • Alte Front. Mit einem Geleitwort von Emil Dürr. Basel 1933.
  • Probleme der Verantwortlichkeit. Vortrag. Basel 1936.
  • Oeri Tagesberichte. Bern 1946.
  • Sorge um Europa. Von Versailles bis Potsdam 1919–1945. Aussenpolitische Kommentare. Ausgewählt und hrsg. von Julia Gauss. Basel 1977.
  • Tagesberichte 1932 bis 1945. Erschienen in den Basler Nachrichten. Basel 1999.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar BonjourOeri, Albert. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 447 f. (Digitalisat).
  • Udo Fink: Albert Oeri als Publizist und Politiker zwischen beiden Weltkriegen. Ein Beitrag zur Schweizergeschichte der Neuesten Zeit. Diss. Zürich 1971.
  • Julia Gauss: Kritische Betrachtungen Albert Oeris zur europäischen Politik seiner Zeit. Zum 100. Geburtstag von Albert Oeri, Chefredaktor der Basler Nachrichten 21. Sept. 1975. Basel 1975.
  • Stefan Hess: Von der Krisenstimmung zum Festrausch. Die «Vierhundertjährige Vereinigungsfeier von Riehen und Basel» im Jahre 1923. Lizentiatsarbeit, Universität Basel, 1995.
  • René Teuteberg et al.: Albert Oeri 1875 bis 1950. Journalist und Politiker aus Berufung. Basel 2002.
  • Felix Wassermann: Jacob Burckhardts Grossneffe als Student der klassischen Philologie in Göttingen. Ein Brief Albert Oeris an Burckhardt aus dem Jahr 1896. In: Antike und Abendland. Bd. 15 (1968), H. 1, S. 75–80.
  • Festschrift Albert Oeri zum 21. September 1945. Basel 1945.
  • Albert Oeri, Internationales Biographisches Archiv 02/1951 vom 1. Januar 1951, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Zum Gedenken an Albert Oeri (Ton). Öffentliche Bibliothek der Universität, Basel 2003.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert Oeri: Tagesberichte 1932 bis 1945, erschienen in den Basler Nachrichten. GS-Verlag, Basel 1999, ISBN 3-7185-0175-9, S. 28.