Alexandra Adler

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Wagner-Jaureggs Ärzteteam in Wien 1927. Alexandra Adler in der 2. Reihe, die dritte von rechts.

Alexandra Adler (* 24. September 1901 in Wien; † 4. Januar 2001 in New York) war eine Neurologin, Psychiaterin und Spezialistin für Gehirn-Traumata.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexandra Adler ist die Tochter von Alfred Adler und Raissa Adler. Nach dem Tod ihres Vaters 1937 setze sie sich für die Verbreitung der Individualpsychologie ein und machte es sich zur Lebensaufgabe seine Hinterlassenschaft zu verwalten.

Sie studierte Medizin an der Universität Wien. Nach ihrer Promotion 1926 bildete sie sich zur Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie an der Wiener Universitätsklinik aus. Aufgrund der politisch immer unsicherer werdenden Situation in Österreich folgte sie 1935 einer Einladung an die Harvard Medical School und übersiedelte nach Boston. Da zu dieser Zeit Frauen an der Harvard Universität keine regulären Anstellungen erhielten, arbeitete sie als Research Fellow in einem Forscherteam. Als erste Frau bekam sie schließlich eine Stelle am Bostoner Städtischen Krankenhaus, das der Universität unterstellt war. Von 1944 bis 1946 war sie Gastprofessorin für Neuropsychiatrie an der Duke University in North Carolina. Ab 1946 lebte sie in New York, wo sie u. a. in der Abteilung für Neuropsychiatrie der New Yorker Universität arbeitete. Sie hielt Vorlesungen, betreute Studenten, trat auf medizinischen Kongressen und unterhielt eine Privatpraxis. 1954 wurde sie zur ärztlichen Leiterin der Mental Hygiene Clinic in New York ernannt.[1]

Alexandra Adler war auf den Gebieten Alkoholismus, jugendliches Verhalten, posttraumatische Stressverarbeitung und Schizophrenie spezialisiert. Ihre Analysen der posttraumatischen Stressverarbeitung basierten auf ihrer Arbeit mit Überlebenden des Brand im Cocoanut Grove 1942 in Boston. Ihre Erkenntnisse konnte sie auf die Behandlung von Soldaten des Zweiten Weltkriegs anwenden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexandra Adler: Selbstdarstellung, in: L. J. Pongratz (Hrsg.): Psychotherapie in Selbstdarstellungen, Verlag Hans Huber, Bern 1973, S. 11–33, ISBN 3-465-30584-2
  • Alexandra Adler: Individualpsychologie - Anleitung zur Praxis, Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1938/1990
  • Katharina Kaminski: Alexandra Adler - Ihr Weg zwischen Neurologie und Individualpsychologie. In: Levy/Mackenthun: Gestalten um Alfred Adler - Pioniere der Individualpsychologie. Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, S. 7–26, ISBN 3-8260-2156-8
  • Clara Kenner: Alexandra Adler. In: Der zerrissene Himmel - Emigration und Exis der Wiener Individualpsychologie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 9783525453209, S. 57–61.
  • Uwe Henrik Peters: Psychiatrie im Exil : die Emigration der dynamischen Psychiatrie aus Deutschland 1933–1939, Kupka, Düsseldorf 1992, S. 144ff ISBN 3-926567-04-X
  • Wolfgang Saxon: Dr. Alexandra Adler, 99, Expert on Traumas to Brain. In: The New York Times. 12. Januar 2001.
  • Hendrika Vande Kemp: Alexandra Adler (1901–2001). In: The Feminist Psychologist. Band 30, Nummer 2, Frühling 2003.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adler, Alexandra, in: Ilse Korotin, Brigitta Keintzel (Hrsg.): Wissenschaftlerinnen in und aus Österreich. Leben - Werk - Wirken, Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2002, ISBN 3-205-99467-1, S.7ff