Alfio Rapisarda

Alfio Rapisarda (* 3. September 1933 in Zafferana Etnea, Provinz Catania; † 11. Februar 2026 in Aci Sant’Antonio) war ein italienischer römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Erzbischof von Catania, Guido Luigi Bentivoglio SOCist, spendete ihm am 14. Juli 1957 das Sakrament der Priesterweihe für das Bistum Acireale. Er absolvierte die Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie, wurde im Fach Kanonisches Recht promoviert und trat 1962 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein, für den er in Honduras, Brasilien, Frankreich, Jugoslawien und dem Libanon tätig war.[1]
Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 22. April 1979 zum Titularerzbischof von Cannae sowie zum Apostolischen Nuntius in Bolivien und spendete ihm am 27. Mai desselben Jahres im Petersdom die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren die Kurienerzbischöfe Duraisamy Simon Lourdusamy und Eduardo Martínez Somalo. Am 29. Januar 1985 berief ihn Johannes Paul II. zum Apostolischen Pro-Nuntius in Zaire, am 2. Juni 1992 zum Apostolischen Nuntius in Brasilien und am 12. Oktober 2002 zum Apostolischen Nuntius in Portugal. Papst Benedikt XVI. nahm am 8. November 2008 sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an. Anschließend nahm er seinen Wohnsitz im Ortsteil Monterosso Etnea von Aci Sant’Antonio und half hier in der Pfarrseelsorge aus.[1]
2009 wurde ihm das Großkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique verliehen. Dies ist einer der bedeutendsten zivilen Ritterorden Portugals.[2] Für seine zehnjährige Tätigkeit als Nuntius in Brasilia wurde er mit dem Großkreuz des Ordens vom Kreuz des Südens geehrt, dem höchsten brasilianischen Verdienstorden für Ausländer.[3]
Während seiner Zeit als Apostolischer Nuntius in Bolivien gewährte er Lidia Gueiler Tejada, der damaligen Übergangspräsidentin Boliviens, nach dem gewaltsamen Militärputsch von Luis García Meza im Juli 1980 diplomatisches Asyl und Schutz. In dieser Phase setzten er und die bolivianischen Bischöfe sich massiv für den Respekt der Menschenrechte ein.[4]
Während seiner Zeit als Apostolischer Nuntius in Bolivien, Portugal und Brasilien war er jeweils Doyen des diplomatischen Korps.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eintrag zu Alfio Rapisarda auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Alfio Rapisarda auf gcatholic.org (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 LUTTO / È morto l’Arcivescovo Alfio Rapisarda, Nunzio Apostolico emerito del Portogallo. In: diocesiacireale.it. 11. Februar 2026, abgerufen am 11. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Parte A - Chancelaria das Ordens Honoríficas Portuguesas: Alfio Rapisarda. In: Diário da República. 2. Oktober 2008, abgerufen am 14. Februar 2026 (portugiesisch).
- ↑ Dekret vom 18. November 2002, unterzeichnet vom damaligen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso (58 Presidência da República)
- ↑ Ousted woman president leaves Bolivia. In: upi.com. 4. Oktober 1980, abgerufen am 14. Februar 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rapisarda, Alfio |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof, Diplomat des Heiligen Stuhls |
| GEBURTSDATUM | 3. September 1933 |
| GEBURTSORT | Zafferana Etnea |
| STERBEDATUM | 11. Februar 2026 |
| STERBEORT | Aci Sant’Antonio |
- Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert)
- Römisch-katholischer Bischof (20. Jahrhundert)
- Apostolischer Nuntius in Bolivien
- Apostolischer Nuntius in Brasilien
- Apostolischer Nuntius in Portugal
- Ehrenbürger in Italien
- Ehrenbürger in Brasilien
- Träger des Nationalen Ordens vom Kreuz des Südens (Großkreuz)
- Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Großkreuz)
- Person (Sizilien)
- Italiener
- Geboren 1933
- Gestorben 2026
- Mann