Petersdom

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Sancti Petri in Vaticano
BASILICA SANCTI PETRI
Ostansicht des Petersdoms

Ostansicht des Petersdoms

Daten
Ort Vatikan
Baumeister Liste der Baumeister
Baujahr 1506 bis 1626
Höhe 137 m
Grundfläche 15.160 m²
Koordinaten 41° 54′ 8″ N, 12° 27′ 12″ OKoordinaten: 41° 54′ 8″ N, 12° 27′ 12″ O
Sancti Petri in VaticanoBASILICA SANCTI PETRI (Vatikanstadt)
Sancti Petri in VaticanoBASILICA SANCTI PETRI
Besonderheiten
Papstbasilika
Umriss des Petersdomes bei Sonnenuntergang (Blick von der Engelsburg)

Sankt Peter im Vatikan in Rom, im deutschsprachigen Raum meist Petersdom genannt (auch Basilica Sancti Petri in Vaticano, Petersbasilika, vatikanische Basilika oder Templum Vaticanum), ist die größte der päpstlichen Basiliken in Rom und eine der größten und bedeutendsten Kirchen der Welt.[1] Der Petersdom wird wegen des Grabes des Apostels Petrus, über dem er erbaut wurde, unmittelbar mit dem Papsttum in Verbindung gebracht, ist jedoch nicht die Kathedrale des Bistums Rom; dies ist die Lateranbasilika.[2] Der Petersdom ist der Mittelpunkt des unabhängigen Staats der Vatikanstadt und eine der sieben Pilgerkirchen der Stadt.

Den Vorgängerbau, auch Alt-St. Peter genannt, ließ Konstantin der Große um 324 als Grabeskirche über dem vermuteten Grab des Apostels Simon Petrus errichten, dem sie geweiht war.[3]

Diese und später der heutige Petersdom waren seit Mitte des 5. Jahrhunderts die Patriarchalbasilika des Patriarchen von Konstantinopel (ab 1204: Lateinischer Patriarch von Konstantinopel). Der Titel einer Patriarchalbasilika, den St. Peter auch nach der Auflösung des Lateinischen (Titular-)Patriarchats im Jahr 1964 weiterführte, wurde 2006, als Papst Benedikt XVI. den Titel eines Patriarchen des Abendlandes (oder des Westens) niederlegte, durch den einer Papstbasilika ersetzt.[4]

Der Petersdom besitzt eine überbaute Fläche von 15.160 m²[5] und fasst 60.000[6][7] Menschen; andere Quellen sprechen von 20.000.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vatikanische Nekropole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plan und Lage der Nekropole unter dem heutigen Petersdom
Hauptartikel: Vatikanische Nekropole

Im 1. Jahrhundert n. Chr. lag der vatikanische Hügel außerhalb des antiken Rom auf der westlichen Tiberseite gegenüber dem mit öffentlichen Einrichtungen bebauten Marsfeld. Kaiser Caligula ließ dort einen Circus errichten.[9] Nero fügte zum Circus einen Palast und eine Brücke über den Tiber hinzu, von der heute nur noch wenige Spuren im Fluss zu sehen sind. Wie auf fast allen Seiten war das antike Rom auch auf dem ager Vaticanus von Gräbern umgeben.[10] Nach der Überlieferung wurde der Apostel Petrus im Herbst 64 im Circus mit dem Kopf nach unten gekreuzigt und fand hier seine letzte Ruhestätte.[11]

Bei Ausgrabungen im Auftrag Pius’ XII. um 1950 wurde eine Gräberstraße unter der Basilika St. Peter freigelegt.[12] In dem Anfang des 4. Jahrhunderts zugeschütteten Friedhof wurden bei den Ausgrabungen zahlreiche Grabhäuser (Memorien) mit Stuck, Wandmalereien und Mosaiken und vereinzelten christlichen Gräbern freigelegt[10]. Es wurden auch Gebeine in dem mutmaßlichen Petrusgrab gefunden, allerdings nicht im Boden, sondern in einer seitlichen Stützmauer, die als rote Mauer bezeichnet wird. Die Theorie, die Gebeine seien bei den letzten schweren Verfolgungen in einer mit Petrusgraffiti überzogenen Loggia bei den Katakomben von San Sebastiano aufbewahrt worden und erst von Konstantin in der Mauer beigesetzt worden, vermag bis heute viele Kritiker nicht zu überzeugen.[12] Während die Frage nach den Gebeinen darum offen bleiben muss, kann seit den Ausgrabungen als gesichert gelten, dass zumindest Anfang des 4. Jahrhunderts die verehrte Stätte als Grab des Petrus angesehen wurde.[11]

Die heutige Kuppel des Petersdoms befindet sich genau über diesem Grab.

Konstantinische Basilika (Alt St. Peter)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Ausgrabungsfunde ist zu vermuten, dass nach dem sogenannten Toleranzedikt von Mailand des Jahres 313 die Christen Kaiser Konstantin das Grab vorwiesen, das von alters her als Petrusgrab verehrt worden war. Dieser ließ um 324 auf dem Vatikanischen Hügel eine Basilika errichten.[13]

Zeichnung der konstantinischen Basilika über dem Grab des heiligen Petrus. Darstellung zeigt die Bausubstanz nach 1483 und vor 1506. Im Hintergrund rechts die Sixtinische Kapelle.

Um eine ebene Baufläche für eine monumentale Basilika in der Hanglage zu erhalten, ließ Konstantin die Gräber unterhalb des verehrten Grabes zuschütten und den Hügel hinter dem Grab abtragen, sodass schließlich nur noch das Grabmal allein in der Apsis der künftigen Kirche stand, mit kostbarem Marmor verkleidet und mit einem Ziborium überdacht.[14]

Die fünfschiffige Basilika mit einschiffigem Querhaus wurde 326 von Papst Silvester I. geweiht. Sie hatte für ihre Zeit mit einer Gesamtlänge von ungefähr 120 Metern gewaltige Ausmaße.[15] Die Höhe des Mittelschiffs, das in 22 Joche gegliedert war, betrug ca. 30 Meter. Das Querschiff war 63 Meter lang und 25 Meter hoch. Beim Bau waren mehrfach Spolien verwendet worden, beispielsweise die Säulen des Langhauses.[14]

Im Jahr 468 wurde die Apsis auf Veranlassung des Papstes Simplicius umgebaut, um nicht nur am Grab selbst, sondern auch für eine größere Menge über demselben auf einer erhöhten Altarinsel Eucharistie feiern zu können. Da das Grab weiterhin umschreitbar sein sollte, wurde unter dem neuen erhöhten Altarraum ein Gang gebaut, der zur Urform der Krypta wurde.[16]

Plan zum Umbau von Alt St. Peter nach Rossellino (gegen 1450)

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Bau durch die Wirren der Geschichte und zahlreiche kriegerische Ereignisse stark beschädigt. Besonders beim Angriff der Sarazenen auf Rom im Jahr 846 gingen viele Kunstschätze durch Plünderungen verloren. Die Kirche wurde aber immer wieder restauriert. Zeitgenossen berichten von einer verwirrenden Vielzahl von Seitenaltären und Grabkapellen innerhalb des Kirchenbaus.[17]

Ab 1451 erfuhr die konstantinische Basilika unter den Päpsten Nikolaus V., Pius II. und Julius II. eine umfassende letzte Renovierung.[18]

Bereits zu dieser Zeit gab es unter Nikolaus V. aufgrund erhöhten Platzbedarfes Bestrebungen, den Chorraum der alten und über die Zeit der Abwesenheit der Päpste baufällig gewordenen Peterskirche deutlich zu vergrößern. Mit der Erweiterungsplanung für Chor und Querhaus von Alt St. Peter wurde Bernardo Rossellino (* um 1410) betraut. Dieser arbeitete von 1451 bis 1455 als Baumeister für Papst Nikolaus V. am Petersdom. Nach seinem Entwurf war unter anderem ein weit nach Westen ausgreifender Neubau des Chores und des Querschiffes geplant, der dem gesamten Gebäude einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes verliehen hätte.[19] Mit den Ausschachtarbeiten für die Fundamente wurde bereits 1451 begonnen. Durch diese ersten Arbeiten waren wichtige Ankerpunkte für die folgenden Planungen gesetzt.[18] Das westlich der alten Apsis gelegene Templum Probi – bei Tiberius Alpharanus als Anicier Mausoleum genannt – wurde vermutlich im Zuge der hier vorgenommenen Fundamentierungsarbeiten (also bereits Mitte des 15. Jahrhunderts) abgetragen.[20]

Neubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papst Julius II. befand zu Beginn seines Pontifikats, dass das rund 1200 Jahre alte Gotteshaus auf dem für seine Mückenplage bekannten Hügel keinen angemessenen Platz für sein monumentales Grabmal bieten würde. Er gab deshalb eine Erweiterung des Baus in Auftrag. Da dieser jedoch an vielen Stellen einsturzgefährdet war, entschied man sich stattdessen für einen monumentalen Neubau. Im Zuge dessen wurde auch die bis heute bestehende Dombauhütte von St. Peter gegründet.

Der kostenintensive Neubau wurde entscheidend durch den sogenannten Peterspfennig und den Verkauf von Ablässen finanziert; in Deutschland unter anderen durch den Dominikaner Johann Tetzel. Die Diskussion um diese Finanzierungsart wurde später zu einem der Ausgangspunkte der Forderung nach Reformation. Im späteren Verlauf wurde der Bau auch durch Spanier finanziert, die einen Teil der im neu entdeckten Amerika erbeuteten Schätze spendeten.[21]

Im Jahr 1503 begann man von Westen aus Alt Sankt-Peter abzutragen.[15] Allein die alte Apsis mit dem Petrusgrab und die östliche Hälfte des Langhauses blieb stehen. Am 18. April 1506 legte Julius II. den Grundstein für die neue Peterskirche unterhalb des späteren Veronikapfeilers.

Einer von Bramantes Entwürfen für St. Peter: der sogenannte Pergamentplan von 1505 (hier in einer Umzeichnung zu einem Zentralbau in Form eines griechischen Kreuzes ergänzt)

Der erste Entwurf des Neubaus stammt von Donato Bramante, der bis zu seinem Tod (1514) Bauleiter des ehrgeizigen Projektes war. Im Gegensatz zur lange verbreiteten Auffassung betrafen seine ersten Überlegungen nicht einen Plan über griechischem Kreuz, sondern wurden über dem Grundriss der alten Basilika in Blick auf einen Longitudinalbau entwickelt.[22] Erst in der weiteren Entwicklung griff Bramante Ideen seiner Zentralbau-Studien auf, indem er die Quincunx-Lösung des Mailänder Schemas (abgeleitet von seinem Entwurf für die Sakristei von Santa Maria presso San Satiro in Mailand) zur Grundlage eines Zentralgrundrisses machte. In seiner Amtszeit ließ Bramante die Vierungspfeiler mit ihren großen Nischen, die später zum Teil wieder abgetragene westliche Apsis und den sogenannten Tegurio, ein großes Schutzhaus über dem Petersgrab, errichten. Von seinen Entwürfen blieb die Idee der von vier mächtigen Pfeilern gestützten Kuppel, welche die Pläne der nachfolgenden Architekten beeinflusste.[23] Bramantes Vorgehen wurde allerdings nicht nur positiv gesehen. So heißt es in einem 1517 veröffentlichten Traktat über den Architekten, er hätte „ganz Rom zerstört, wenn man ihn gelassen hätte“, und der anonyme Verfasser erhebt bittere Vorwürfe wegen der Vernichtung der traditionsreichen, mehr als tausendjährigen konstantinischen Basilika. Diese Quelle dokumentiert damit frühe Überlegungen in Richtung Denkmalschutz.

Ansicht der Baustelle des Petersdoms. In der Mitte der Tegurio Bramantes (Maarten van Heemskerck um 1536)

Nach dem Tod Bramantes übernahmen ab 1514 Raffael, der von Bramante vorgesehene Nachfolger, Giuliano da Sangallo und Frá Giovanni Giocondo die Aufgaben des Bauleiters. Giocondo war bereits ab 1513 Assistent Bramantes gewesen, und auch Sangallo hatte schon ab 1506 begonnen, Pläne für den Petersdom zu entwerfen.[24] Jedoch verließen beide bereits 1515 die Baustelle.[25] Als zweiten Architekten ernannte Raffael daraufhin den Neffen von Giuliano da Sangallo, Antonio da Sangallo d. J. Dieser übernahm nach Raffaels frühem Tod (1520) die Funktion des ersten Baumeisters. Zum zweiten Architekten berief er Baldassare Peruzzi, der dieses Amt bis zu seinem Tod (1536) bekleidete. In den Entwürfen dieser Architekten wechselte die Grundform wiederholt zwischen griechischem und lateinischem Kreuz. Der Bau selbst kam dabei nur schleppend voran. Zeugnisse dieser Zeit sind die tonnengewölbten Bögen zwischen den südlichen Vierungs- und Konterpfeilern, welche Raffael entwarf.[25] Sangallo d. J. erhöhte das Niveau des Fußbodens und arbeitete in seinen letzten Lebensjahren bis zu seinem Tod 1547 an einem großen Modell seines letzten Petersdomentwurfes. Es kann heute in einer der Dachkuppeln der Basilika besichtigt werden.[26]

Grundriss nach Michelangelos Entwurf von 1547

Im Jahr 1547 übernahm Michelangelo Buonarroti die Bauleitung. Dabei erhielt er von Papst Paul III. gewisse Sonderrechte, wie die Unabhängigkeit von der Bauhütte, der seine Vorgänger unterstellt waren. Michelangelos Pläne zum Petersdom orientierten sich an der Architektur Bramantes. So entwarf er einen Zentralbau mit vier Apsiden, dessen Grundriss sich bis heute im westlichen Teil der Basilika wiederfindet. Auf ihn gehen auch die charakteristische Pilastergliederung der Fassaden des Westbaus und die monumentale Rippenkuppel zurück. Die Fertigstellung der Kuppel erlebte er nicht mehr. Als er im Jahr 1564 starb, hatten die Arbeiten am Tambour begonnen.[27] Jedoch bauten seine Nachfolger nach seinen Plänen weiter und veränderten sie nur leicht. Diese Nachfolger waren Pirro Ligorio (bis 1568), ab 1568 Giacomo Barozzi da Vignola (bis dahin zweiter Architekt) und ab 1574 Giacomo della Porta, der das Amt des Baumeisters bis 1602 bekleidete.[28] Unter Vignola und della Porta setzte sich schließlich, durch die Reformen des Konzils von Trient beeinflusst, der Langbau in Form eines lateinischen Kreuzes gegen den Zentralbau unter den Baumeistern durch. Letzterer stellte die Hauptkuppel 1591 fertig[28] und errichtete die beiden pavillonähnlichen Nebenkuppeln, welche sich über der Cappella Clementina und der Cappella Gregoriana erheben.[29]

Als Paul V. im Jahr 1605 den Papstthron bestieg, war der Bau so weit fortgeschritten, dass er an die noch stehenden Teile des Langhauses von Alt St. Peter angrenzte. Dabei blühte wieder die Diskussion auf, ob man diesen alten Teil abtragen oder in den neuen Petersdom integrieren solle; man entschied sich für den Abriss. Allerdings wurde zuvor der Zustand des alten Langhauses durch Skizzen dokumentiert.

Abendliche Ansicht der Ostfassade von Maderno

In dieser Zeit entstanden mehrere Entwürfe für einen Neubau, von denen der von Carlo Maderno, der seit 1603 Chefarchitekt war[30], ausgeführt wurde. Maderno leitete den Bau bis 1629. Unter ihm entstanden das Langhaus mit seinen Kapellen, die Confessio, der Portikus sowie die barocke Fassade. Letztere wurde von Zeitgenossen aufgrund ihrer Höhe kritisiert, denn sie verdeckt den Blick vom Petersplatz auf die Kuppel Michelangelos. Links und rechts der Fassade war je ein Glockenturm geplant. Sie wurden jedoch nicht fertiggestellt und erreichen nur die Höhe der Fassade, sodass sie mit jener zu verschmelzen scheinen. Im linken Turm befindet sich der heutige Glockenstuhl.[31]

Da sich der Papstaltar in der Vierung unter der gewaltigen Kuppel verlor und um die Blicke in Richtung des Petrusgrabes zu lenken, errichtete Gian Lorenzo Bernini 1624 mit Unterstützung von Francesco Borromini einen Baldachin aus Bronze mit aufgesetztem Kreuz auf vier 29 Meter hohen, gewundenen Säulen direkt über dem Grab. Das Material dazu stammte vom Pantheon. Für den Guss ließ Papst Urban VIII. Barberini dort von der Decke des Pronaos die antiken Kassetten aus Bronze, die bis 1625 erhalten geblieben waren, abnehmen.[32][33] Im selben Jahr waren die Säulen errichtet, das gesamte Werk konnte erst 1635 vollendet werden.[34]

Im Jahr 1626 war der Bau so weit fertiggestellt, dass die Grabeskirche am 18. November von Papst Urban VIII. feierlich geweiht werden konnte. 1637 wurde Bernini, der nach Madernos Tod (1629) die Stellung des leitenden Architekten übernommen hatte, vom Papst beauftragt, die Glockentürme zu vollenden. Jedoch waren seine Entwürfe für die Fundamente zu schwer, sodass sich Risse in der Fassade zeigten und der schon begonnene Südturm im Jahr 1641 bis auf die ursprüngliche Höhe wieder abgetragen werden musste.[34] Bernini wandte sich fortan der künstlerischen Ausgestaltung der Basilika und dem Bau der Kolonnaden zu.

Petersplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petersplatz im Morgengrauen
Hauptartikel: Petersplatz

Der von Bernini geplante, 240 Meter breite, ovale Petersplatz geht an der Seite zur Kirche hin in ein Trapez über, das Piazza Retta genannt wird. Dies lässt die breite Fassade der Basilika schmaler wirken und betont die Kuppel.[11] In der Mitte des Platzes steht der Vatikanische Obelisk, der aus dem Circus des Caligula und Nero stammt[35], in dem Petrus der Überlieferung zufolge hingerichtet wurde. Dieser Circus lag in der Antike links von der heutigen Basilika St. Peter. Im Fuße des Obelisken soll sich die Asche von Caesar, in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Christi befinden.[36] Der ägyptische Obelisk hat ein geschätztes Gewicht von 322 t und steht auf einem Fundament mit vier Bronzelöwen. Seine Aufrichtung 1586 auf dem Petersplatz unter Domenico Fontana war eine technische Meisterleistung der Zeit.[11] Auf beiden Seiten befindet sich ein je 14 Meter hoher Brunnen. Der rechte wurde 1613 unter Paul V. von Carlo Maderno, der linke 1677 von Carlo Fontana gestaltet.[36]

Die den Platz umsäumenden Kolonnaden sind 17 Meter breit und symmetrisch zu zwei Brennpunkten wenige Meter nördlich und südlich des Obelisken. Hier ist im Boden je eine Platte mit der Inschrift „Centro del Colonnato“ eingelassen. Steht man auf einer der Platten, sind alle vier Säulen der entsprechenden Kolonnadenhälfte exakt hintereinandergereiht, sodass die Kolonnade aus nur noch einer Säulenreihe (statt vier hintereinander) zu bestehen scheint.[37] Oberhalb der 284 in 71 Viererreihen angeordneten Säulen befinden sich 140 Statuen von Heiligen, die von 1667 bis 1669 unter Alexander VII. und Clemens IX. aufgestellt wurden.[38]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss

(Anmerkung: Die Nummerierung der Ausstattungsstücke durch Zahlen in Klammern entspricht der des Grundrisses und zeigt so den jeweiligen Standort an.)

Fassade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostfassade des Petersdoms

Mit ihren fast 115 Metern Breite und 45 Metern Höhe[39] bildet die von Carlo Maderno entworfene Ostfassade des Petersdoms den westlichen Abschluss des Petersplatzes. Papst Paul V., der aus der Familie Borghese stammte und dessen Wappen im Tympanon des tempelartigen Giebels angebracht ist, wird von der Inschrift auf dem Architrav als Bauherr genannt:

IN HONOREM PRINCIPIS APOST[OLORUM] PAVLVS V BVRGHESIVS ROMANVS PONT[IFEX] MAX[IMUS] AN[NO] MDCXII PONT[IFICATU] VII (Zu Ehren des Ersten der Apostel, [stiftete diesen Bau] Paul V. Borghese, aus Rom, Pontifex Maximus, im Jahre 1612, dem siebten Jahr seines Pontifikats.)

Unter seinem Pontifikat Anfang des Jahres 1612 wurde die ursprünglich schmaler geplante Fassade zunächst vollendet.[40] Jedoch beauftragte der Papst den Architekten im selben Jahr, seitlich der Fassade die beiden Glockentürme zu errichten. Deren Bau wurde allerdings auf der Höhe der restlichen Fassade eingestellt, sodass sie mit dieser eine Einheit zu bilden scheinen.[41]

Die Fassade ist als Staffelfassade angelegt, sodass die monumentalen korinthischen Pilaster und Säulen zur Mitte hin zunehmend an Räumlichkeit gewinnen.[40]

Die Eingänge, die alle mit bronzenen Gittertüren versehen sind, führen in den dahinterliegenden Portikus. Der mittlere Eingang und die beiden, die zu den Portalen der Seitenschiffe führen, werden von ionischen Säulen gerahmt, welche wohl aus Alt-St. Peter stammen.

Am zweiten Geschoss der Fassade sind fünf Balkone angebracht. Vom mittleren, der sogenannten Benediktionsloggia, zeigt sich jeder neu gewählte Papst erstmals der Öffentlichkeit und spricht, wie auch zu den Hochfesten Weihnachten und Ostern, den Segen Urbi et orbi.[39] Unter der Loggia ist ein Relief angebracht, das 1614 von Ambrogio Buonvicino geschaffen wurde; es zeigt die Schlüsselübergabe von Jesus an Petrus.[42]

Über der Attika der Fassade sind die ungefähr sechs Meter hohen Figuren von Jesus (in der Mitte), Johannes dem Täufer (links von Jesus) und allen Aposteln bis auf Petrus aufgestellt.[39] Die Figur Petri steht zusammen mit der des Paulus am Sagrato, dem treppenartigen Vorplatz der Basilika.

Portikus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inneres des Portikus, links von der Mitte das Portal des Filarete

Der über 70 Meter breite und 20 Meter hohe Portikus wurde nach dem Entwurf von Carlo Maderno zwischen 1607 und 1614 geschaffen.[43]

In der Lünette über der zentralen Öffnung zum Petersplatz befindet sich das Mosaik der Navicella (Nr. 1), eine Reproduktion des berühmten Mosaiks von Giotto di Bondone, das um 1260 geschaffen wurde. Es war ursprünglich an der Rückseite der Portikus zum Atrium von Alt-St. Peter angebracht, wurde allerdings im Laufe der Jahrhunderte mehrmals versetzt und dadurch beschädigt. Daher wurde es immer wieder restauriert und schließlich 1674 durch den Mosaizisten Orazio Manenti im barocken Stil umfassend erneuert. Seither ist das Mosaik an seinem heutigen Platz angebracht.[44] Es zeigt ein Schiff auf dem See Genezareth, in dem die Apostel sitzen. Rechts ist zu sehen wie Petrus versucht, dem auf dem Wasser stehenden Jesus entgegenzugehen. Grundlage des Bildes ist eine Episode des Matthäusevangeliums (Mt 14,26-33 EU).

An den Enden des Portikus, in separaten Räumen, sind zwei Reiterstandbilder (Nr. 2, 8) aufgestellt. Das an der Südseite wurde 1725 von Agostino Carracci geschaffen[45] und stellt Karl den Großen dar, der sich der Legende nach Weihnachten im Jahr 800 in Rom vom Papst zum Kaiser hat krönen lassen.[46] Das Reiterstandbild an der Nordseite ist von Gian Lorenzo Bernini und zeigt Konstantin den Großen, in die Schlacht an der Milvischen Brücke reitend. Die Skulptur stammt aus dem Jahr 1670. Der Raum, in dem sich diese Figur befindet, ist ein Teil der Scala Regia, die in den vatikanischen Palast führt.[45]

Im Stichkappengewölbe des Portikus zeigen 32 Reliefs Szenen aus der Apostelgeschichte und den Apokryphen.[47]

In der Westseite öffnen sich fünf Portale zum Innenraum der Basilika. Das südliche, das sogenannte Todesportal (Nr. 3), wurde zwischen 1961 und 1964 von Giacomo Manzù geschaffen und stellt neben der Kreuzigung Jesu mehrere Todesszenen dar, von der Ermordung Abels durch Kain bis zum Tode Papst Johannes' XXIII. Auf der Innenseite zeigt der Künstler die Eröffnung des zweiten Vatikanischen Konzils. Durch dieses Tor werden traditionell die verstorbenen Päpste getragen. Rechts daneben befindet sich das Portal des Guten und Bösen (Nr. 4) das 1977 von Luciano Minguzzi geschaffen wurde. Die Darstellungen auf dem linken Torflügel erinnern an „böse“ Taten, jene des rechten an „gute“. Das mittlere Tor, das in der Regel geschlossen bleibt, ist das Portal des Filarete (Nr. 5). Es stammt von dem Florentiner Bildhauer und Architekten Antonio Averlino und wurde ursprünglich für die konstantinische Basilika geschaffen. Es zeigt unter anderem Jesus und Maria, die Apostel Petrus und Paulus, Szenen ihrer Martyrien sowie Ereignisse aus dem Leben des Stifters Papst Eugen IV. Rechts davon befindet sich das Portal der Sakramente (Nr. 6), das die acht Sakramente der katholischen Kirche darstellt. Es stammt von Venanzo Crocetti aus dem Jahr 1965. Das nördliche Portal, die Heilige Pforte (Nr. 7), wurde von Vico Consorti entworfen und 1950 aus Anlass des Heiligen Jahres installiert. Sie zeigt Szenen aus der Heilsgeschichte.[45][48]

Innenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innenfläche des 211,5 Meter langen und 132,5 Meter hohen Bauwerkes beträgt rund 15.160 Quadratmeter[5] und bietet etwa 60.000[6][7] (bzw. 20.000[8]) Menschen Platz. Damit verfügt der Petersdom über einen der größten Innenräume der Welt. Das Langhaus hat innen eine Länge von 186 Metern und eine Breite von 27 Metern, das Querschiff ist 137 Meter breit.[6]

Im Inneren der Basilika, die neben der Hauptkuppel zehn kleinere Nebenkuppeln besitzt[49], befinden sich etwa 800 Säulen und 390 Statuen aus römischem Travertin aus Tivoli, Carrara-Marmor, Stuck und Bronze sowie 45 Altäre. Im Petersdom wurden zudem über 20 Grab- und Denkmäler von Päpsten und weiteren, für die katholische Kirche bedeutenden Persönlichkeiten aufgestellt.[50] Viele der Grabmäler sind Kenotaphe und beherbergen keine sterblichen Überreste.[51]

Die meisten Altarbilder, aber auch die Verzierungen der Kuppeln sind in Mosaik ausgeführt. Den Anstoß dazu gab Papst Gregor XIII., ein großer Freund von Mosaiken. Die nach ihm benannte gregorianische Kapelle ließ er mit Mosaiken ausschmücken[52] und gründete eine Scuola del Mosaico („Mosaikschule“). Die Schüler dieser Einrichtung sollten diese Kunstform erlernen, studieren und pflegen. Im Laufe der Zeit wurden deshalb aber auch aus konservatorischen und optischen Gründen fast alle großen Altargemälde der Basilika St. Peter durch Mosaikkopien oder durch Neukreationen in Mosaik ersetzt.[53] Die Originale befinden sich heute zum Großteil in der vatikanischen Kunstsammlung. Zählt man alle mit Mosaiken ausgeschmückten Flächen im Petersdom zusammen, so bilden sie mit etwa 10.000 Quadratmetern das größte Mosaik der Welt.[54]

Die Proportionen des Innenraumes erwecken durch die überdimensionierte Gestaltung der Statuen, Säulen, Bilder und Altäre den Eindruck einer starken Verkleinerung beim Besucher.

Mittelschiff gen Westen

Mittelschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mittelschiff des Petersdoms wurde von Carlo Maderno geplant, der es als Verlängerung des östlichen Kreuzarms des von Michelangelo konzipierten Zentralbaus angelegte. Es ist bis zur Vierung 90 Meter lang und 27 Meter breit[55]; die Höhe des mit z. T. vergoldeten Stuckaturen besetzten Tonnengewölbes, welches 1614[56] geschlossen wurde, beträgt 45 Meter. Das Mittelschiff wird durch monumentale Pfeiler in vier Joche gegliedert. Den Pfeilern sind seitlich Pilaster vorgeblendet, zwischen denen sich jeweils zwei Nischen übereinander befinden. In diesen Nischen stehen die überlebensgroßen Statuen von Ordensgründern (Nr. 72–75, 90–93), die auch in den Kreuzarmen zu finden sind. Sie gehen auf die Planungen Clemens´ IX. zurück, haben eine Höhe von 4,5 bis 5,5 Metern[37] und wurden in den Jahren von 1706 bis 2011 geschaffen.[57]

Zwischen den Pfeilern, in den Zwickeln der Bögen, die zu den Seitenschiffen führen, sind auf goldenem Grund überlebensgroße weibliche Allegorien aus Stuck angebracht. Sie symbolisieren die Tugenden des Katholizismus und sind auf das (ehemalige) Thema der dahinterliegenden Kapelle abgestimmt. Die Idee zu diesen Figuren stammte von Giacomo della Porta; sie wurde in den Jahren von 1600 bis 1650 umgesetzt.[57]

An den östlichsten Pfeilern des Mittelschiffs sind zwei Weihwasserbecken (Nr. 72, 93) angebracht, die in ihrer Monumentalität die Größe des Kirchenraums verdeutlichen. So sind die Putten, die um die Becken drapiert sind, zwei Meter hoch.[37]

Vor der Rückseite des Portals des Filarete, dem Mittelportal, ist eine rote Porphyrscheibe in den Boden eingelassen, die sich in der konstantinischen Vorgängerbasilika vor dem Hochaltar befunden haben soll. Auf ihr soll Karl der Große im Jahre 800 von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt worden sein.[46]

Im Mittelschiff tagte von 1962 bis 1965 das Zweite Vatikanische Konzil.

Bronzestatue des hl. Petrus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bronzestatue des hl. Petrus

Am westlichen Ende des Mittelschiffs, am Übergang zur Vierung, befindet sich die berühmte Bronzestatue des hl. Petrus (Nr. 89). Sie wurde von Arnolfo di Cambio angefertigt[58] und zeigt den sitzenden Apostelfürsten im Segensgestus. Möglicherweise diente eine antike Philosophenfigur, die zu einer Petrusstatue umgearbeitet und dann über dem Eingang von Alt-St. Peter aufgestellt wurde, als Vorbild.[59] Sie befindet sich heute in den vatikanischen Grotten. Der rechte Fuß der Figur im Petersdom ist stark abgeflacht, denn zahlreiche Pilger erhoffen sich durch die Berührung des Fußes einen Segen.[60] Angeblich wurde der Fuß im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ersetzt. Die Statue steht unter einem Baldachin, der mit Mosaiken besetzt ist, welche einen Brokatstoff imitieren. Über dem Baldachin hat Papst Pius IX. 1871 ein Porträt von sich und eine Inschrift anbringen lassen. Damit wollte er daran erinnern, dass sein Pontifikat die Länge von Petrus´ Amtszeit als Bischof von Rom übertroffen hatte.[61] Neben der Figur stehen zwei Leuchter, die Szenen aus dem Leben der Apostel Petrus und Paulus zeigen und die 1971 von Egidio Giaroli geschaffen wurden.[62]

Seitenschiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick durch das nördliche Seitenschiff gen Osten

Die Seitenschiffe des Langhauses entstammen, wie der gesamte Ostteil der Basilika, den Plänen Carlo Madernos.[41] Sie werden aus den Vestibülen der Seitenkapellen gebildet, die durch hinter den Pfeilern des Mittelschiffs verlaufende Durchgänge verbunden sind.[40] In diesen sind zu beiden Seiten Grab- bzw. Denkmäler aufgestellt. Die Vestibüle werden von mit Mosaiken besetzten, elliptischen Kuppeln bekrönt, die eine Höhe von über 40 Metern[63] erreichen. Die Mosaiken nehmen dabei auf das jeweilige Thema der Kapelle Bezug.[64]

In den Laibungen der Bögen, welche die Vestibüle mit dem Hauptschiff und den Kapellen verbinden, wurden auf Anregung Innozenz´ X. in von Putten gehaltenen reliefartigen Medaillons alle selig- bzw. heiliggesprochenen Päpste von Petrus bis Benedikt II. dargestellt. Zwischen diesen Marmorreliefs finden sich die Insignien des Papsttums, Tiara und Schlüssel. Bis zur Vollendung 1650 waren an diesem Projekt über 40 Künstler beteiligt.[57]

Das nördliche Seitenschiff beherbergt die Kapelle der Pieta (Nr. 9), die Kapelle des hl. Sebastian (Nr. 13) und die Sakramentskapelle (Nr. 17). Am westlichen Ende steht der Altar des hl. Hieronymus (Nr. 20), der bereits zur Cappella Gregoriana gehört. Im südlichen Seitenschiff befinden sich die Taufkapelle (Nr. 71), die Kapelle des Tempelgangs Mariens (Nr. 67) und die Chorkapelle (Nr. 63). Den Abschluss im Westen bildet der Altar der Verklärung Christi (Nr. 59), der in der Cappella Clementina steht.[64]

Kapelle der Pietà[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pietà von Michelangelo

Die östlichste Kapelle des nördlichen Seitenschiffs ist die Kapelle der Pietà (Nr. 9), die nach der auf dem Hauptaltar aufgestellten Römischen Pietà von Michelangelo benannt ist, welche sich hier seit der Mitte des 18. Jahrhunderts befindet und schon zuvor mehrmals den Aufstellungsort innerhalb der Basilika wechselte.[50] Bevor die Pietà in die Kapelle kam, war jene dem hl. Kreuz geweiht. Das mittelalterliche Kruzifix, welches bis zu diesem Zeitpunkt den Altar schmückte, steht heute in einer Seitennische der Kapelle, in der auch zwei Altäre stehen, die dem hl. Josef und dem hl. Nikolaus geweiht sind.[65] Das Gewölbe wird von einem von 1629 bis 1632 von Giovanni Lanfranco geschaffenen Fresko geziert, das Szenen aus der Passion Christi zeigt.[66]

Michelangelos Pietà, die heute vor einem schlichten Kreuz aufgestellt ist, hat eine Höhe von 1,75 Meter und ruht auf einer 1,68 Meter breiten Standplatte. Der Auftrag zu diesem Kunstwerk wurde im Jahr 1492 von dem Kardinal Jean de Villiers de la Groslaye erteilt.[50] Der Künstler vollendete das Werk im Jahr 1499[55], als er 25 Jahre alt war. Auf dem Brustband Mariens befindet sich die Inschrift MICHAEL.A[N]GELVS.BONAROTVS.FLORENTIN[VS].FACIEBA[T] (Der Florentiner Michelangelo Buonarroti hat sie gemacht). Seit einem Attentat auf die Pietà im Jahr 1972, bei dem die Figur schwer beschädigt wurde, ist die Kapelle nach der Restaurierung mit Panzerglas gesichert worden. In der Sakristei der Basilika St. Peter (links vom Altar) und den Vatikanischen Museen gibt es allerdings Nachbildungen der Pietà, die man aus nächster Nähe betrachten kann.

Die von Pietro da Cortona entworfenen Mosaiken in der Kuppel des Vestibüls zeigen Szenen aus der Apokalypse.[66] So ist dargestellt, wie Engel Menschen mit einem Zeichen versehen und der Engel des Heils den Todesengel zurückweist. In den Pendentifs sind Protagonisten des alten Testaments dargestellt.[64]

Über der hl. Pforte, die direkt in das Vestibül der Kapelle führt, ist ein Mosaik des hl. Petrus angebracht, das Giovanni Battista Calandra im 17. Jahrhundert schuf und das 1774 an diesen Ort versetzt wurde.[67]

Kapelle des hl. Sebastian[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar der Kapelle des hl. Sebastian

Der Altar der mittleren Kapelle des nördlichen Seitenschiffs zeigt den Kapellenpatron, den hl. Sebastian, kurz vor seinem Martyrium: Er wird an einen Pfahl gebunden, an dem ein Schild mit der Aufschrift SEBASTIANVS/CHRISTIANVS angebracht ist. Über dem Heiligen ist Christus dargestellt, zu dem er aufblickt. Währenddessen vertreibt ein Centurio zu Pferde eine Menschenmenge, die sich unter dem Pfahl versammelt hat. Ein Engel überreicht dem Heiligen die Zeichen eines Märtyrers, Krone und Palmzweig. Das 9,30 Meter hohe Mosaik wurde um 1736 geschaffen. Es ersetzte ein Ölbild von Domenichino, das der Künstler zwischen den Jahren 1625 und 1632 schuf und welches zugleich als Vorbild für das heutige Mosaik verwendet wurde. Das Gemälde befindet sich heute in der Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri.[68]

Unter dem Altar hat seit seiner Seligsprechung der heilige Papst Johannes Paul II. seine letzte Ruhestätte gefunden.[68] In der Kapelle befinden sich zudem Grabmäler der Päpste Pius XI. (rechts, Nr. 12) und Pius XII. (links, Nr. 14).[65]

Das Mosaik in der Kuppel des Vestibüls der Kapelle stellt eine Prozession von Märtyrern zum thronenden Gottvater dar.[64] Die Pendentifs zeigen Szenen des Alten Testaments. Das Bildprogramm wurde unter anderem nach einem Entwurf von Pietro da Cortona in den Jahren zwischen 1625 und 1663 geschaffen.[69]

Sakramentskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sakramentskapelle (Nr. 17), die westlichste Kapelle des nördlichen Seitenschiffs, ist wie auch die gegenüber liegende Chorkapelle vom restlichen Kirchenraum durch ein von Francesco Borromini entworfenes Speisegitter abgeteilt.[70]

Auf dem Altar der Sakramentskapelle, die ursprünglich die Sakristei der Basilika beherbergte, befindet sich der vergoldete, bronzene Tabernakel von Bernini. Er wurde im Jahr 1674[55] geschaffen. Der turmartige Aufbau, dessen Gestaltung durch den Tempietto di Bramante inspiriert wurde, wird von zwei knienden Engeln aus vergoldeter Bronze flankiert. In der Altarnische dahinter erhebt sich eins der wenigen Altarbilder im Petersdom, das nicht durch ein Mosaik ersetzt wurde. Das Ölbild von Pietro da Cortona wurde zwischen 1628 und 1632 angefertigt und zeigt die heilige Dreifaltigkeit.[71]

Das Kuppelmosaik des Vestibüls ist, wie auch jenes der Sebastianskapelle, von Pietro da Cortona entworfen worden. Es stellt die Vision des letzten der sieben Siegel dar.[72]

Taufkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Taufkapelle (Nr. 71) des Petersdoms ist die östlichste Kapelle im südlichen Seitenschiff. In ihrem Zentrum steht der Taufbrunnen, der einst ein antiker Porphyrsarkophag aus dem Mausoleum des Hadrian gewesen ist, in dem Kaiser Otto II. bestattet wurde.[37] 1600 wurde dieser in einen einfachen Steinsarg umgebettet und in die vatikanischen Grotten verlegt, als man das Atrium von Alt-St. Peter im Zuge des Baus der heutigen Basilika abbrechen musste.[73]

Das Altarbild hinter dem Taufbrunnen stellt die Taufe Jesu im Jordan dar (Mk 1,9–11 EU). Es hatte ein Gemälde von Carlo Maratta als Vorbild, das bis 1730 in der Kapelle hing, bis es in das Mosaik übertragen wurde.[74] Die beiden Seitenaltäre in der Kapelle beziehen sich ebenfalls auf das Thema Taufe. So ist links dargestellt, wie Petrus die hll. Processus und Martinianus tauft; das rechte Mosaik zeigt die Taufe des Zenturio Cornelius (Apg 10,24-27 EU), ebenfalls durch Petrus. Vorlage für letzteres war ein Ölgemälde von Andrea Procaccini. Die Taufe von Processus und Martinianus hatte ein Bild von Giuseppe Passeri zum Vorbild.[75]

Das Thema der Taufe findet sich auch im Mosaik der Kuppel des Vestibüls wieder. Hier sind um Jesus und Gottvater herum drei Arten der Taufe, durch Wasser, Blut (also durch das Martyrium) und durch Begierde dargestellt. Die Kuppelzwickel zeigen die vier Kontinente Europa, Afrika, Asien und Amerika.[64] Die Entwürfe zu diesen Bildern stammten von Francesco Trevisani, an ihnen wurde von 1738 bis 1746 gearbeitet.[76]

Kapelle des Tempelgangs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittlere Kapelle des südlichen Seitenschiffs ist dem Tempelgang Mariens gewidmet. Diese Thematik, die in den Apokryphen überliefert wird, ist auch im Hauptaltar (Nr. 67) der Kapelle dargestellt: Das Mosaik, das ein Bild von Giovanni Francesco Romanelli aus dem Jahr 1627 kopiert, zeigt, wie die dreijährige Maria die Stufen zum Jerusalemer Tempel hinaufsteigt, wobei sie vom Hohepriester empfangen wird. Hinter dem Kind sind ihre Eltern, Anna und Joachim, dargestellt.[77] Unter dem Altar befindet sich der gläserne Sarg des heiligen Papstes Pius X.

An den Seiten der Kapelle sind, ähnlich wie in der gegenüberliegenden Sebastianskapelle, zwei Papstgrab- bzw. Papstdenkmäler aufgestellt. Links das des Benedikt XV. (Nr. 68), rechts eine Darstellung Johannes XXIII. (Nr. 66).[65]

Zur Weihnachtszeit wird in der Kapelle die Krippe des Petersdoms aufgebaut.

In der Kuppel des Vestibüls der Kapelle sind mit den Motiven Maria als apokalyptischem Weib bei Gottvater und dem Kampf von Gut gegen Böse Szenen aus der Apokalypse dargestellt.[64] Der Entwurf dazu kam 1704 von Giuseppe Bartolomeo Chiari.[78]

Im Durchgang zwischen den Vestibülen der Tempelgangs- und der Chorkapelle, befindet sich an der nördlichen Seite das monumentale Bronzegrabmal Innozenz’ VIII. (Nr. 65), ein Werk von Antonio Pollaiuolo. Das 1498 fertiggestellte Wandgrabmal besteht aus einem Sarkophag mit dem darauf liegenden Toten und einer darüber befindlichen thronenden Figur. Das ursprünglich in Alt-St. Peter errichtete Monument transferierte man im 17. Jahrhundert in den neuen Petersdom. Es ist das einzige Grabmal, das aus dem Bestand der konstantinischen Basilika in die neue Kirche überführt wurde.[79]

Chorkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chorkapelle (Nr. 63) ähnelt in ihrer äußeren Gestalt und im Grundriss der gegenüberliegenden Sakramentskapelle; so besitzt auch die Chorkapelle, in der eine Zeit lang die Pietà von Michelangelo stand, in ihrem Eingang ein Gitter von Borromino. In der Kapelle hält das Kapitel des Petersdoms seit 1614 das Stundengebet ab. Das Chorgestühl, in dem das Kapitel zum Gebet Platz nimmt, wurde von Bernini entworfen.[80] Die Decke und die Wände der Kapelle sind mit vergoldeten Stuckaturen besetzt, welche die von Giovanni Battista Ricci geschaffenen Mysterien der Freuden der Immaculata zeigen.[81]

Das von einem Baldachin bekrönte Altarbild (Nr. 62) zeigt die Patronin der Kapelle, die Immaculata. Die auf einer von Engeln umgebenden Wolke sitzende Mariendarstellung wird rechts von den hll. Franz von Assisi und Antonius von Padua verehrt. Links ist Johannes Chrysostomos im Ornat eines Patriarchen dargestellt. Dieser Heilige wurde 1626 im Altartisch der Chorkapelle beigesetzt. Das heutige Mosaik am Altar entstand um 1745 nach Vorlagen von Pietro Bianchi und Enrico Ennuo.[81]

Das Mosaik in der Kuppel des Vestibüls der Kapelle zeigt Gottvater mit den vier apokalyptischen Lebewesen und den 24 Ältesten.[64] Es geht unter anderen auf Marcantonio Franceschini zurück.[80]

Vierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vierung bildet zusammen mit dem Papstaltar das liturgische Zentrum der Basilika. Über ihr erhebt sich die monumentale Kuppel Michelangelos. Unter dem Papstaltar, der sich unter dem Ziborium von Bernini befindet, liegt das vermutete Petrusgrab, um welches die Vatikanischen Grotten mit der Confessio angelegt sind. Diese Raumgliederung entwarf Gian Lorenzo Bernini.[82]

Kuppel und Vierungspfeiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Kuppel des Petersdoms durch das Schlüsselloch der Villa del Priorato di Malta

Die doppelschalige, 16-eckige Hauptkuppel der Basilika St. Peter geht auf die Pläne von Michelangelo zurück. 1591 wurde sie, das größte freitragende Ziegelbauwerk der Welt, unter Giacomo della Porta leicht modifiziert vollendet.[41] Die Kuppel hat einen Durchmesser von 42,34 Metern[82] und zusammen mit dem Tambour, auf dem sie steht, eine Höhe von 43,20 Metern (Das Pantheon ist 86 Zentimeter breiter, dafür aber niedriger). Der Tambour wird von außen durch Säulenpaare gegliedert, hinter denen sich Strebepfeiler befinden, die die Last der Kuppel auf die darunterliegenden, 53 Meter[82] hohen Vierungspfeiler weiterleiten.[83] Die zwischen den Tambourpfeilern befindlichen großformatigen Fenster sorgen für eine gute Ausleuchtung der Vierung. Zusammen mit der 17 Meter hohen Laterne ergibt sich eine Gesamthöhe von 136[41] Metern, im Inneren sind es 120 Meter.[82]

Die Laterne der Kuppel ist über mehr als 510 Stufen zu erreichen, die mit einem Lift zur Dachterrasse abgekürzt werden können (dann nur noch 320 Stufen). Sie bietet einen Panoramablick auf den vatikanischen Hügel, den Petersplatz und das umgebende Rom. Der Weg zwischen den beiden Kuppelschalen verdeutlicht die statische Konstruktion, ein Blick ins Kuppelinnere macht die gewaltigen Ausmaße des Baus deutlich.[84]

Blick in die Kuppel

Die Innenflächen der Kuppel hatte Michelangelo eigentlich als schlicht und nur von goldenen Stuckkartuschen geziert geplant.[85] Dies entsprach allerdings nicht mehr dem Zeitgeschmack des zur Fertigstellung aufkommenden Barocks. Daher beauftragte der Kardinal Cesare Baronio den Künstler Giuseppe Cesari im Jahr 1603 damit, ein Bildprogramm für die Kuppel zu planen.[86] Eine Schwierigkeit für den Künstler bestand darin, das Bildprogramm an die bereits vorhandenen Rippen der Kuppel anzupassen.[87] Die von Cesari entworfenen Mosaiken stellen einen Blick in das Himmelsgewölbe dar, worauf auch die Sterne hinweisen, die sich auf den Rippen der Kuppel und im Goldgrund der dargestellten Personen wiederfinden.[86] Die unterste Figurengruppe in den Lünetten der Kuppelsegmente zeigt heilige Bischöfe, die, da sie keine Attribute bei sich tragen, keinen bestimmten Personen zugeordnet werden können.[87] Darüber ist am westlichen Scheitel Christus als Pantokrator dargestellt, der von Maria (links) und Johannes dem Täufer (rechts) gerahmt wird, was an die Darstellung der Deesis, wie sie sich an vielen Apsiden Roms wiederfindet, erinnert.[88] Die weiteren Personen auf dieser Ebene stellen die zwölf Apostel und Paulus dar, dessen Bild sich links von dem des Petrus befindet; seine Darstellung wiederum findet sich links von Maria. In den Kartuschen darüber sind Engel und Cherubine dargestellt. Seinen oberen Abschluss findet das Bildprogramm im Gewölbe der Laterne, in dem Gottvater dargestellt ist.[64] Am Übergang zur Laterne steht in blauen Majuskeln die Weihinschrift der Basilika.

Komplettiert werden die Darstellungen durch die bereits von 1598 bis 1600[85] gefertigten Mosaiken in den Pendentifs, welche die vier Evangelisten zeigen, die das oben dargestellte in ihren Evangelien verkündeten. Die Evangelisten sind zusammen mit ihren Symbolen dargestellt (vom südwestlichen Vierungspfeiler aus, im Uhrzeigersinn: Matthäus mit Engel, Johannes mit Adler, Markus mit Löwen und Lukas mit Stier[64]). Die Mosaiken gehen auf Giovanni de Vecchi und Cesare Nebbia zurück.[85] Eine Kartusche, in der ein Evangelist dargestellt ist, hat einen Durchmesser von achteinhalb Metern.[82]

Die großen, fünfeckigen Vierungspfeiler, die einen Umfang von gut 70 Metern[82] und eine Diagonale von je 24 Meter haben, gehen bereits auf die Planungen von Donato Bramante zurück. Unter Bernini wurden sie den vier wichtigsten Reliquien im Vatikan gewidmet, dem Schweißtuch der Veronika, einem Stück vom heiligen Kreuz, der Heiligen Lanze und dem Haupt des Apostels Andreas, das 1964 nach Patras überführt wurde. Die Reliquien werden bzw. wurden im jeweiligen Pfeiler in einem großen Tresor aufbewahrt. Darauf weist jeweils eine 5 Meter hohe Figur hin, die in der zum Papstaltar gewandten Seite in einer Nische steht. Über den Figuren sind Loggien angebracht, von denen aus die Reliquien den Gläubigen gezeigt werden können. Über deren Türen ist jeweils ein Relief angebracht, das die jeweilige Reliquie (mit Ausnahme des Andreaskreuzes am südöstlichen Pfeiler) von Putten umspielt zeigt und das von den gewundenen Säulen gerahmt wird, die in Alt-St. Peter vor dem Papstaltar standen. Der südwestliche Pfeiler beherbergt das Schweißtuch der hl. Veronika. Diese ist auch in der von Francesco Mochi geschaffenen Figur (Nr. 80) in der Nische des Pfeilers dargestellt. Im nordwestlichen Vierungspfeiler befindet sich der Teil vom wahren Kreuz. In seiner Nische steht die Statue der hl. Helena (Nr. 84), die Andrea Bolgi schuf. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, soll einer Legende zufolge das Kreuz Jesu in Jerusalem gefunden und nach Rom gebracht haben. In der Nische des nordöstlichen Pfeilers steht die Statue des hl. Longinus (Nr. 88), die von Bernini geschaffen wurde. Longinus soll seine Lanze unter dem Kreuz in Jesus Seite gestochen haben und anschließend Christ geworden sein. Diese Lanze soll sich in diesem Pfeiler befinden. Im südöstlichen Pfeiler befand sich bis 1964 der Schädel des hl. Andreas, dessen von François Duquesnoy geschaffene Figur (Nr. 76) in der Nische des Pfeilers steht.[82]

Berninis Baldachin-Ziborium und Papstaltar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berninis Ziborium, im Hintergrund der Helenapfeiler und die Cathedra Petri

An der Stelle des heutigen Papstaltars des Petersdoms, im Zentrum der Vierung direkt unterhalb der Kuppel, stand bereits der Hochaltar von Alt-St. Peter. Auch dieser war mit einem Ziborium überbaut.[16] Daran anknüpfend, aber auch um dem Petrusgrab im Neubau eine optische Markierung zu geben, beauftragte Papst Urban VIII. Gian Lorenzo Bernini damit, einen neuen Baldachin (Nr. 82) zu gestalten. Der Künstler, dem Francesco Borromini bei den statischen Berechnungen half, ließ sich dabei von den antiken griechischen Säulen inspirieren, die in Alt-St. Peter eine Pergola vor dem Petrusgrab bildeten und deren Schäfte gewunden sind. Sie sind heute unter anderem über den Loggien der Vierungspfeiler angebracht.[82] Der Baldachin von Bernini wird von ebenfalls gewundenen Säulen getragen, die im oberen Teil mit Olivenlaub verziert sind und von kompositen Kapitellen bekrönt werden. Sie wurden 1625 fertiggestellt und konnten in der Basilika errichtet werden. Über den Säulen, an den Ecken des Baldachins, sind stehende Engel dargestellt, die mit den Bändern, die sie in den Händen halten, das Baldachintuch, an dessen Unterseite sich eine Darstellung der Heiliggeisttaube befindet, spannen. Hinter den Engeln erheben sich Voluten, die zusammen in einer Konsole (Bauwesen)Konsole enden. Auf dieser befindet sich ein goldenes, auf einer Kugel stehendes Kreuz, das in 28 Metern Höhe die Spitze des Baldachins bildet. Ursprünglich plante Bernini an dieser Stelle eine Figur des auferstandenen Christus, die sich jedoch als zu schwer erwies. Auf dem Baldachintuch ließ der Künstler Putten darstellen, die mit den Insignien der Apostelfürsten, Tiara, Schlüssel, Buch und Schwert spielen.[34] Der Papst, Urban VIII., entstammte der Familie Barberini. Deren Wappentiere, die Bienen, finden sich an vielen Stellen des 93 Tonnen[82] schweren Baldachins, für dessen Guss der Papst die antike Decke der Portikus des Pantheons einschmelzen ließ. Dies sorgte unter den Einwohnern Roms für Empörung und so entstand in dieser Zeit das Sprichwort Quod non fecerunt barbari, fecerunt Barberini (Was nicht die Barbaren schafften, schafften die Baberini).[89]

Papstaltar im Petersdom

Der unter dem 1633 vollendeten Baldachin befindliche Papstaltar wurde aus einem Marmorblock vom Nerva-Forum geschaffen.[82] Zu Festtagen wird er mit goldbestickten Antependien verziert.

Seit der päpstlichen Pfingstmesse 2011 wird in der Basilika ein neuer Ambo (Nr. 78) verwendet, der ein Geschenk zum 60-jährigen Priesterjubiläum von Papst Benedikt XVI. war und zumeist neben dem Baldachin steht. Das Lesepult, das in barocken Formen aus Nussbaum geschaffen wurde, ist mit drei vergoldeten Reliefs verziert, die Petrus, Paulus und die Verkündigung an Maria zeigen, welche im Südtiroler Grödnertal entstanden. Der Ambo selber wurde in der Münchner Schreinerei Petzuch hergestellt.[90][91]

Confessio und Vatikanische Grotten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in die Confessio mit der Palliennische von den Vatikanischen Grotten aus

Unter dem Baldachin und dem Papstaltar liegt die Confessio (Nr. 87) der Basilika, das eigentliche Zentrum des Petersdoms, in das der Papst zu hohen Festtagen über die davorliegende Treppenanlage hinabsteigt. Diese wird von 92 Öllampen gesäumt[82], die die Heiligkeit des Ortes verdeutlichen sollen, denn gemäß der Überlieferung soll direkt unter dem Altar das Grab des hl. Petrus liegen.[92] Markiert wird dieser Ort durch die Palliennische, in welcher die Pallien aufbewahrt werden, die jährlich am Hochfest Peter und Paul den neu ernannten Erzbischöfen angelegt werden. Am hinteren Ende der Nische befindet sich ein Mosaik aus dem 9. Jahrhundert, das Christus als Pantokrator zeigt. An den Seiten sind Bildnisse der Apostelfürsten Petrus und Paulus angebracht.[67]

Der Confessio gegenüber schließen sich die vatikanischen Grotten an, die sich wie die Confessio auf dem ursprünglichen Bodenniveau der konstantinischen Basilika befinden[93] und die erst durch Erhöhung des Bodenniveaus unter Antonio da Sangallo entstanden. Um das Petrusgrab herum, das auch hier, wie in der Oberkirche die räumliche und geistige Mitte bildet, sind fünf Nationalkapellen angeordnet. In den Grotten befinden sich zudem zahlreiche Papstgrabmäler. Zuletzt wurde Johannes Paul II. im früheren Grab von Johannes XXIII. in unmittelbarer Nähe der Confessio beigesetzt.[94]

Kreuzarme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in den westlichen Kreuzarm

Die Kreuzarme, die von der Vierung in die Himmelsrichtungen Norden, Westen und Süden führen, sind auf ähnliche Weise wie das Hauptschiff in zwei Joche gegliedert. Auch hier stehen zwischen den Pilastern in zwei übereinander angeordneten Nischen Figuren von Ordensgründern (Nr. 85, 86, 26, 30 und Nr. 81, 83, 37, 41 sowie Nr. 77, 79, 49, 53). In den Zwickeln der Bögen, die zu den Kapellen der navi piccole führen, sind, wie auch im Hauptschiff, weibliche Allegorien von Tugenden dargestellt, welche auf das jeweilige Thema der Kapelle Bezug nehmen.[57] Jeder Kreuzarm endet in einer Apsis, die durch Pilaster zu einem Fünfachtelschluss gegliedert wird. In den Apsiskalotten befinden sich Stuckreliefs, die Szenen aus den Legenden der Apostelfürsten Petrus und Paulus darstellen.[95] Unterhalb der jeweils drei großen Apsisfenster befindet sich je eine, von Säulen gerahmten Konche, in der ein Altar oder ein Papstgrabmal aufgestellt ist. An den Seiten der Altäre im nördlichen und im südlichen Kreuzarm, die zusammen das Querschiff der Basilika bilden, sind in ovalen Mosaikmedaillons neuzeitliche Heilige dargestellt, die zum Großteil in den 1980er Jahren angebracht wurden.

Nördlicher Kreuzarm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nördlichen Kreuzarm wurde von 1869 bis 1870 das Erste Vatikanische Konzil abgehalten.[96] Hier in der Apsis befinden sich drei Altäre.

Der mittlere (Nr. 28) ist den Märtyrern Processus und Martinianus gewidmet, deren Gebeine im Altartisch ruhen. Sie wurden im 9. Jahrhundert in die Basilika übertragen. Das Altarmosaik zeigt das Martyrium der beiden durch Folter. Es ist einem Gemälde von Valentin de Boulogne nachempfunden, das vorher an dieser Stelle aufgestellt war und welches ab 1709 in Mosaik übertragen wurde.[97]

Links davon befindet sich der Altar des hl. Erasmus (Nr. 29), dessen Altarbild auf Nicolas Poussin zurückgeht. Es wurde Ende der 1730er Jahre in Mosaik übertragen und stellt das legendäre Martyrium des Altarpatrons dar: Erasmus liegt gefesselt auf einer Bank, unter ihm bischöfliche Paramente und eine Mitra. Während ein Mann aus dem aufgeschlitzten Bauch des Heiligen dessen Darm zieht, den ein anderer auf einer Winde aufwickelt, versucht ein Priester den Märtyrer zur Verehrung eines Götzen zu bewegen, auf den er deutet.[98]

In der rechten Konche der Apsis steht der Altar des hl. Wenzel (Nr. 27). Das Altarbild zeigt den Heiligen im königlichen Gewand, zu einem Engel aufblickend. Auf einem Relief im Hintergrund des Bildes ist der Mord an Wenzel durch seinen Bruder dargestellt. Das heutige Mosaik von 1743 wurde einem Gemälde von Angelo Caroselli nachempfunden, welches dieser in den Jahren um 1630 schuf.[99]

Südlicher Kreuzarm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar des hl. Josef

Der mittlere Altar (Nr. 51) in der Apsis des südlichen Kreuzarms ist dem hl. Josef gewidmet. Das Altarbild zeigt den Heiligen als Schutzpatron der Kirche: Josef steht vor einem steinernen Stuhl, das Jesuskind auf dem Arm. Unter ihm knien ein Engel mit einem Schiff, Symbol für die Kirche, und ein Jüngling mit Palmzweig, einem Symbol für die Menschheit. Im Hintergrund ist die Kuppel des Petersdoms zu sehen. Das Mosaik stammt aus dem Jahr 1963 und wurde von Achille Funi gestaltet. Im Altartisch wurden bereits 1628 die Apostel Simon und Judas Thaddäus beigesetzt, deren Konterfeie ab diesem Zeitpunkt auch das ursprüngliche Altarblatt zierten, welches dort bis 1821 verblieb. Heute erinnern an die Heiligen die ovalen Mosaikmedaillons zu beiden Seiten des Altares, die aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen.[100]

An der Stelle des heutigen Mosaiks des hl. Joseph war ab 1924 jenes der Kreuzigung des hl. Petrus angebracht, das sich heute am linken Altar (Nr. 52) des südlichen Kreuzarms befindet. Schon zuvor erfuhr das Bild mehrere Versetzungen. Vorbild für das Mosaik, das eigentlich für die Sakristei der Basilika geschaffen wurde, war ein Werk Guido Renis aus dem Jahr 1605. Das dunkel gehaltene Werk zeigt die Aufrichtung des Kreuzes, an welches der Apostelfürst zugleich kopfüber angeheftet wird.[101] Der Altartisch beherbergt den Sarkophag des heiligen Papstes Leo IX.[102]

Der rechte Altar (Nr. 50) ist dem hl. Thomas gewidmet. Das Altarmosaik wurde 1822 von Vincenzo Camuccini entworfen. Es zeigt, wie der Heilige im Kreise der Apostel die Seitenwunde des auferstandenen Christus berührt.[103] Unter der Altarmensa liegt der heilige Papst Bonifatius IV. begraben.[102]

Westlicher Kreuzarm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apsis des westlichen Kreuzarms, wird vom Altar der Cathedra Petri dominiert. Rechts daneben steht in einer Konche das von Bernini geschaffene Grabmal des Papstes Urban VIII. (Nr. 38), an welchem der Künstler von 1623 bis 1644 arbeitete. Es zeigt den thronenden Papst; darunter ist ein Skelett dargestellt, welches den Namen des Papstes auf ein Blatt schreibt. Es wird von den Allegorien der Liebe und der Gerechtigkeit umgeben.

In der Konche links von der Cathedra befindet sich das Grabmal Pauls III. (Nr. 40), ein Werk des Guglielmo della Porta, welches er im Jahr 1549 vollendete. Es zeigt den Papst in Segensgestus. Vor dem Grab liegen Allegorien der Gerechtigkeit und der Klugheit.[104]

In der Karlotte der Apsis zeigen drei Stuckreliefs die Hinrichtungen des Petrus (links) und des Paulus (rechts) sowie die legendäre Begegnung von Petrus und Jesus an der Via Appia (Mitte).

Cathedra Petri[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Cathedra Petri (Kunstwerk)
Cathedra Peti in der Apsis des westlichen Kreuzams

Im Scheitel der westlichen Apsis der Basilika steht die 1666 ebenfalls von Bernini geschaffene Cathedra Petri (Nr. 39). Im Zentrum dieses monumentalen Altaraufbaus befindet sich eine Art Thron, der auf Voluten steht und mit Reliefs verziert ist. Dieser Thron bildet den Bronzemantel für einen darin befindlichen Stuhl aus Holz, bei dem es sich um den Bischofsstuhl, die Kathedra, des hl. Petrus handeln soll; wahrscheinlicher ist aber, dass es der, zu seiner Krönung gefertigte, Stuhl Karls des Kahlen aus dem 9. Jahrhundert ist. Dieser wurde dann nach der Krönungsfeier dem Papst oder der Peterskirche geschenkt. Die Voluten des Bronzethrons werden von vier monumentalen Figuren der Kirchenlehrer (von links nach rechts) Ambrosius, Athanasius, Johannes Chrysostomos und Augustinus gehalten, die z. T. vergoldet sind.[104]

Darüber erhebt sich eine 25 Meter hohe, aus Stuck und Bronze geschaffene, goldene Engelsglorie, auch ein Werk von Bernini. In ihrem Zentrum befindet sich ein Alabasterfenster[105], welches die Heiliggeisttaube darstellt.[104]

Im Zuge der Liturgiereform wurde Anfang der 1980er Jahre die Altarmensa Berninis vor der Cathedra abgebrochen und durch einen freistehenden Volksaltar auf einer organisch geformten Bronzekonstruktion ersetzt. Unter Papst Benedikt XVI. wurde dieser Altar wiederum entfernt und stattdessen im Oktober 2008 ein freistehender Altar mit einem vergoldeten, durchbrochenen Antependium mit Darstellung der Apostel Petrus und Paulus errichtet.[106]

Navi piccole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannten navi piccole sind hinter den Vierungspfeilern gelegen und verbinden die Kreuzarme.[107] Sie bilden so eine Art Umgang um die Vierung. Im Osten schließen sich die Seitenschiffe des Langhauses an, die dort ihren westlichen Abschluss finden. Der nordöstliche Abschnitt der navi wird als Cappella Gregoriana, der nordwestliche als Kapelle der hll. Erzengel Michael und Petronilla bezeichnet, der südwestliche Teil als Kapelle der Madonna von der Säule und der südöstliche als Cappella Clementina.[49] Jede der Kapellen wird von einer Kuppel bekrönt; über den Kuppeln der östlichen Kapellen, die nach den Päpsten benannt sind, die sie ausgestaltet haben, erheben sich zwei pavillonartige Kuppeln, welche rein optische Zwecke erfüllen.[29]

Cappella Gregoriana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar der Madonna dei Soccorso in der Cappella Gregoriana

Die Cappella Gregoriana im Nordosten war die erste Kapelle des Petersdoms, die geweiht wurde. Dem ging ein Ausstattungsprozess voraus, zu dem Papst Gregor XIII., nach dem die Kapelle benannt ist, Giacomo della Porta beauftragte.[108]

Auf dem Hauptaltar der Kapelle (Nr. 23) befindet sich das Gnadenbild der Madonna dei Soccorso (Mutter der immerwährenden Hilfe) mit dessen Anbringung im Jahr 1578 die Kapelle vollendet war. Das Fresko der Maria mit dem Kind stammt bereits aus Alt-St. Peter und wurde in der neuen Basilika an dieser prominenten Stelle angebracht, da man es für das älteste Roms hielt. In Wirklichkeit wurde es erst im frühen 12. Jahrhundert geschaffen. Die heutige Umrahmung der Madonna durch Cherubine und Marmorintarsien geht auf Sebastiano Torrigiani zurück.[108][109] Im Tisch des Altares der Madonna dei Soccorso befinden sich Reliquien des hl. Gregor von Nazianz.[110]

Auf Maria spielt auch das Mosaikdekor der Kuppel der Kapelle an. Hier sind marianische Symbole dargestellt; in den Pendentifs der Kuppel sind die vier Kirchenväter zu sehen.[64]

Am Ende des nördlichen Seitenschiffs, an der Ostseite des Pfeilers des hl. Longinus ist der Altar des hl. Hieronymus (Nr. 20) angebracht. Das Mosaik geht auf ein Original von Domenico Zampieri zurück und wurde von 1730 bis 1732 geschaffen. Es zeigt die letzte Kommunion des Kirchenvaters, der in ein Büßergewand gekleidet, mit einem Löwen, seinem Heiligenattribut, vor einem Altar hockt; der hl. Ephräm überreicht ihm eine Hostie, ein anderer Priester den Wein.[111] Unter dem Altar liegen seit 2001 die Gebeine Papst Johannes´ XXIII.[110]

An der Ostwand der Kapelle steht das Grabmal Gregors XVI. (Nr. 22) von Luigi Amici aus dem Jahr 1854; im Denkmal an der Nordwand (Nr. 24) ist Benedikt XIV. beigesetzt.[110]

Gegenüber dem letztgenannten Grabmal, an der Nordseite des Longinuspfeilers, befindet sich der Altar des hl. Blasius (Nr. 25). Das Altarmosaik, eine Kopie eines Bildes von Pierre Subleyras, entstand von 1741 bis 1751. Es zeigt den Altarpatron beim Zelebrieren einer Messe; davon ist der im Vordergrund dargestellte Kaiser Valens so ergriffen, dass er ohnmächtig zu Boden sinkt.[111] Unter der Mensa des Blasiusaltars befinden sich Reliquien des hl. Josaphat Kunzewitsch.[110]

Kapelle der hll. Erzengel Michael und Petronilla[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in die Kapelle hll. Erzengel Michael und Petronilla mit dem Grab von Clemens XIII.

Auf der linken Seite des östlichen Eingangs der Kapelle der hll. Erzengel Michael und Petronilla befindet sich das Grab des Papstes Clemens XIII. (Nr. 31), das Antonio Canova im Jahr 1792 vollendete. Es zeigt den Papst umgeben von Allegorien der Religion, des Todes, der Liebe und der Hoffnung. Am Fuße des Grabmals sind zwei schlafende Löwen dargestellt.[112]

Gegenüber, an der Nordseite des Helenapfeilers, ist der Altar der Navicella (Nr. 32) aufgestellt, dessen Altarbild dasselbe Thema wie das gleichnamige Mosaik im Portikus der Basilika hat – die Errettung des Petrus aus Seenot durch Jesus. Vorbild für das heutige Mosaik über dem Altar, das von 1720 bis 1727 entstand, war ein Bild Giovanni Lanfrancos aus dem Jahr 1628.[113]

An der Nordwand der Kapelle befindet sich der Altar des hl. Erzengels Michael (Nr. 33). Dem heutigen Mosaik über dem Altar ging ein älteres, von Giuseppe Cesari entworfenes voraus, welches das gleiche Thema hatte: Die Bezwingung des Dämons durch den Kapellenpatron. Dieses wurde ab 1756 durch das jetzige ersetzt, das ein Bild Guido Renis zum Vorbild hatte.[114]

Die Westwand der Kapelle wird durch den Altar der hl. Petronilla (Nr. 34) geziert, der seit 1606 auch die Gebeine der Kapellenpatronin beherbergt. Das Altarbild entstand ab 1730 nach einem Gemälde von Giovanni Francesco Barbieri aus dem Jahr 1623. Das Werk zeigt zwei Szenen: Unten ist die Grablegung Petronillas dargestellt, oben sieht man die Verstorbene auf einer Wolke kniend vor Christus.[114]

Links neben dem Altar, ebenfalls an der Westwand der Kapelle, steht das Grabmonument Clemens’ X. (Nr. 35).[112]

Dem Grabmal gegenüber befindet sich der Altar der Auferweckung der Tabitha (Nr. 36) durch Petrus (Apg 9,36-42 EU). Das Altarmosaik zeigt, wie Petrus der Tabita, die sich von ihrem Sterbebett aufrichtet, die Hand reicht. Es entstand Ende der 1750er Jahre nach einer Vorlage von Placido Constanzi.[113] Der Altar wird heute teilweise durch ein Element der großen Orgel der Basilika verdeckt.

Kapelle der Madonna von der Säule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nördlichen Bogen, der zur Kapelle der Madonna von der Säule führt, steht an der westlichen Seite das Grabmal Alexanders VIII. (Nr. 42), ein Werk des Carlo Arrigio Conte di San Martino.[115]

Diesem gegenüber, an der westlichen Seite des Pfeilers der hl. Veronika, befindet sich der Altar der Heilung Kranker durch Petrus (Nr. 43). Das Altarmosaik zeigt eine Szene der Apostelgeschichte (Apg 32-7 EU): Petrus reicht einem bettelnden Gelähmten vor dem Jerusalemer Tempel die Hand, der daraufhin aufsteht und gehen kann. Hinter Petrus ist der Jünger Johannes dargestellt. Das Mosaik geht auf ein Gemälde von Francesco Mancini zurück und wurde in den 1750er Jahren geschaffen.[107]

Relief des Altars Leos des Großen in der Kapelle der Madonna von der Säule

Links vom Grab Alexanders VIII., an der Westwand der Kapelle, steht der Altar des heiligen Papstes Leo I. (Nr. 45), der von einem Marmorrelief geziert wird. Dieses wurde von Alessandro Algardi geschaffen und stellt die Begegnung des Papstes, dessen Reliquien auch unter der Altarmensa liegen, mit dem Hunnenkönig Attila dar, welcher von den Apostelfürsten Petrus und Paulus vertrieben wird.[115][116]

An der Südwand der Kapelle steht der Altar der Madonna von der Säule (Nr. 46). Dieser wurde von Giacomo della Porta entworfen und beherbergt seit 1607 das gleichnamige Gnadenbild, nachdem die Kapelle benannt ist. Ähnlich wie die Madonna di soccorso stammt auch dieses Fresko, das auch Madonna della Colonna genannt wird, aus Alt-St. Peter. Der Name rührt daher, dass das Bild dort ursprünglich an einer Säule des Mittelschiffs angebracht war.[117] Zum Ende des zweiten Vatikanischen Konzils, im Jahr 1964 ließ Paul VI. über dem Altar den Titel Mater Ecclesiae anbringen. Im Altartisch sind die Gebeine von drei Päpsten beigesetzt: Leo II., Leo III. und Leo IV.[115] Seit 1981 ist eine Kopie der Madonna von der Säule an einer zum Petersplatz weisenden Fassade des Apostolischen Palastes angebracht, womit Papst Johannes Paul II. an das auf ihn verübte Attentat auf dem Petersplatz erinnern wollte.[117]

In der Kuppel der Kapelle sind marianische Symbole dargestellt, die auf Andrea Sacchi zurückgehen. Die Pendentifs zeigen vier Kirchenlehrer.[64][117]

Links vom Altar der Madonna della Colonna befindet sich das von Gian Lorenzo Bernini stammende Grabmal des Papstes Alexander VII. (Nr. 47), das im Jahr 1672 enthüllt wurde und das letzte Werk des Künstlers war. Es zeigt den Papst umgeben von den Tugenden Klugheit, Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit; unter einem drapierten marmornen Tuch hält ein lebensgroßes Bronzeskelett dem betenden Pontifex das Stundenglas der abgelaufenen Zeit entgegen.[89]

Gegenüber dem Grabmal, an der südlichen Seite des Veronikapfeilers, steht der Herz-Jesu-Altar (Nr. 48). Ursprünglich war hier das Bild Der Sturz des Simon Magus angebracht, das von Francesco Vanni stammt und sich heute in den vatikanischen Museen befindet. Im Jahr 1918 beauftragte Papst Benedikt XV. den Künstler Carlo Muccioli damit, ein Bild anzufertigen, das die Herz-Jesu-Erscheinung der hl. Margareta Maria Alacoque darstellt. Dieses diente als Vorlage des 1925 vollendeten Mosaiks. Es zeigt die Heilige vor einem Altar kniend. Von diesem schwebt Jesus, auf Wolken stehend; auf seiner Brust ist ein brennendes Herz dargestellt.[118]

Cappella Clementina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar Gregors des Großen in der Cappella Clementina

An der Südwand des westlichen Eingangs der Cappella Clementina befindet sich das Grabmal Pius´ VIII. (Nr. 54), das von Pietro Tenerani bis zum Jahr 1866 geschaffen wurde. Es zeigt den Papst umgeben von den Tugenden der Weisheit und der Gerechtigkeit sowie die Apostelfürsten.[119] Darunter befindet sich der Eingang zur Sakristei der Basilika.

Gegenüber dem Grabmal, an der südlichen Seite des Andreaspfeilers, steht der sogenannte „Altar der Lüge“ (Nr. 55). Das ursprüngliche Altarbild, das Cristoforo Roncalli ab 1599 schuf, wurde von 1721 bis 1728 in Mosaik übertragen. Es zeigt eine Episode aus der Apostelgeschichte (Apg 5,1-11 EU): Hananias und Saphira verschwiegen den Aposteln einen Teil einer eingenommenen Geldsumme und fielen daraufhin tot zu Boden. Das Mosaik zeigt die tote Saphira neben den Aposteln liegend, vor denen Petrus steht. Im Hintergrund ist zu sehen, wie Hananias zu Grabe getragen wird.[120]

Der Altar des hl. Gregors des Großen (Nr. 56) steht an der Südwand der Kapelle. Das Altarbild, das auf ein 1667 vollendetes Gemälde Andrea Sacchis zurückgeht, wurde ab 1770 bis 1772 in Mosaik gestaltet und zeigt eine Interpretation der wundersamen Gregorsmesse. Dargestellt ist Papst Gregor I., der auch im Altar beigesetzt ist, vor einem Altar stehend und mit einem Messer in ein Tuch stechend, aus dem daraufhin Blut rinnt.[114]

Darüber, in der Kuppel, sind Kandelaber, Engel und das Wappen Clemens’ VIII. dargestellt, des Papsts, der die Kapelle ursprünglich ausstatten ließ und ihr den Namen gab.[64]

An der Ostwand der Kapelle befindet sich das klassizistische Grabmal des Papstes Pius VII. (Nr. 57). Es wurde 1840 von dem Protestanten Bertel Thorvaldsen geschaffen.[119]

An der Westseite des Andreaspfeilers, am westlichen Ende des südlichen Seitenschiffs, steht der Altar der Verklärung Christi (Nr. 59), in dessen Tisch sich der gläserne Sarkophag des heiligen Papstes Innozenz XI. befindet.[119] Das ursprüngliche Altarbild wurde im Jahr 1768 durch die heutige Mosaikkopie der Transfiguration von Raffael ersetzt, an der acht Jahre gearbeitet wurde. Das Mosaik zeigt im oberen Bereich Christus im Beisein von drei Jüngern sowie den Propheten Mose und Elija, in einer Glorie schwebend. Im unteren Bereich ist dargestellt, wie die restlichen Jünger versuchen einen besessenen Jungen zu heilen.[121]

Sakristei und Schatzkammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in den Hauptraum der Sakristei

Die Sakristei des Petersdoms wurde in den Jahren 1776 bis 1784 an der Südseite der Basilika als eigenständiger Bau errichtet. Sie wurde von Carlo Marchionni entworfen.[122] Neben dem Hauptraum, dessen Altar ein Mosaik ziert, welches nach der Grablegung von Caravaggio geschaffen wurde[121], ist in der Schatzkammer der Basilika ein Museum eingerichtet. Zu den Ausstellungsstücken gehören das Sixtus-Grab von den Brüdern Piero und Antonio Pollaiuolo, ein Hahn aus Alt-St. Peter, der Sarkophag des Iunius Bassus, die Crux Vaticana Justins II., ein karolingischer Elfenbeinthron, sowie zahlreiche liturgische Geräte. Im Verbindungsgang zwischen Sakristei und Basilika befindet sich eine Marmortafel, die alle Päpste nennt, die im Petersdom und in den Vatikanischen Grotten beigesetzt wurden.[119][123] Der Besuchereingang zur Sakristei befindet sich unter dem Grabmal Pius´ VIII. (Nr. 54)

Schriftbänder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Tambourumgang in Richtung Westen

Die Schriftbänder, die an den Architraven des Hauptschiffes, der Vierung und der Kreuzarme angebracht sind, entstanden in mehreren Etappen.[124] Die Texte, die zum Großteil auf Latein wiedergegeben sind, verweisen auf die Sonderstellung von Petrus und der Peterskirche. Ihre Buchstaben haben eine Größe von 1,4 Metern.[125]

Am ältesten ist der am Fries des Tambours der Hauptkuppel zwischen 1605 und 1606 angebrachte Auftrag Jesu an den Jünger Petrus, der im Matthäusevangelium (Mt 16,18 EU) steht:

TV ES PETRVS ET SVPER HANC PETRAM AEDIFICABO ECCLESIAM MEAM ET TIBI DABO CLAVES REGNI CAELORVM (Du bist Petrus [latinisiert von griechisch πετρος petros: der Fels], und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und Dir werde ich die Schlüssel zum Himmelreich geben.)

Pius IX. ließ in Vorbereitung auf das erste Vatikanische Konzil in den Jahren von 1867 bis 1870 weitere Inschriften anbringen, die unvollendet blieben und erst um 1935 fertiggestellt wurden. Seither befindet sich im westlichen Kreuzarm auf der linken Seite das Schriftband:

O PASTOR ECCLESIAE TV OMNES CHRISTI PASCIS AGNOS ET OVES (Oh Hirte der Kirche, du weidest alle Schafe und Lämmer Christi.)

Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Spruch nochmals auf griechisch wiedergegeben:

ΣΥ ΒΟΣΚΕΙΣ ΤΑ ΑΡΝΙΑ ΣΥ ΠΟΙΜΑΙΝΕΙΣ ΤΑ ΠΡΟΒΑΤΙΑ ΧΡΙΣΤΟΥ

Die zum Papstaltar zeigenden Architrave der Vierungspfeiler sind ebenfalls mit Schriftbändern verziert. Die Inschriften an den beiden westlichen, dem Veronika- und dem Helenapfeiler lauten:

HINC VNA FIDES – MVNDO REFVLGET (Von hier aus ein Glaube – der Welt leuchtet.)

Gegenüber an den östlichen Pfeilern, die Longinus und Andreas gewidmet sind, steht:

HINC SACERDOTII – VNITAS EXORITVR (Von hier aus des Priestertums – Einheit geht hervor.)

Das Spruchband auf der rechten Seite des Mittelschiffs folgt im Matthäusevangelium auf den im Tambour angebrachten Spruch (Mt 16,19 EU):

QVODCVMQVE LIGAVERIS SVPER TERRAM, ERIT LIGATVM ET IN COELIS, ET QVODCVMQVE SOLVERIS SVPER TERRAM, ERIT SOLVTVM ET IN COELIS (Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.)

Gegenüber an der südlichen Seite des Mittelschiffs ist eine Stellte aus dem Lukasevangelium zu lesen (Lk 22,32 EU):

EGO ROGAVI PRO TE, O PETRE, VT NON DEFICIAT FIDES TVA, ET TV ALIQVANDO CONVERSVS, CONFIRMA FRATRES TVOS (Petrus, ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt, und wenn du dich wider bekehrt hast, so stärke deine Brüder.)

Im nördlichen Kreuzarm wurden die Verse angebracht, die den Worten im Tambour der Hauptkuppel unmittelbar vorausgehen (Mt 16,14-15 EU):

O PETRE, DIXISTI: TV ES CHRISTVS, FILIVS DEI VIVI, AIT IESVS: BEATVS ES SIMON BAR IONA, QVIA CARO ET SANGVIS NON REVELAVIT TIBI (Du, Petrus, hast gesagt: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Jesus sagte: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart.)

Im südlichen Kreuzarm findet sich eine Stelle aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 21,17 EU):

DICIT TER TIBI, PETRE, IESVS: DILIGIS ME? CVI TER, O ELECTE, RESPONDENS AIS: O DOMINE, TV OMNIA NOSTI, TV SCIS QVIA AMO TE (Dreimal fragte dich, Petrus, Jesus: Hast du mich lieb? Dreimal, Erwählter, hast du die Antwort gesagt: O Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich lieb habe.)[124][125]

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil der Hauptorgel der Basilika an der Nordseite des westlichen Kreuzarms
Hauptartikel: Orgeln des Petersdomes

Im Petersdom befinden sich mehrere Orgeln. Die bewegliche Hauptorgel wurde in den Jahren 1953 bis 1962 von der italienischen Firma Tamburini, unter Verwendung des Pfeifenwerks der Vorgängerin von Walcker erbaut. Sie steht hinter den Pfeilern des westlichen Kreuzarms, verfügt über fünf Werke sowie 80 Register.[126] Zwei weitere Orgeln vom Orgelbauer Nicola Morettini[127] und der Orgelbaufirma Tamburini[128] finden sich in der Chorkapelle. Im Jahr 1981 wurde Johannes-Paul II. eine fahrbare Walcker-Orgel von Helmut Schmidt geschenkt.[126]

Seit 1989 ist James Edward Goettsche Organist der Petersbasilika.[129]

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glockenstuhl vom Petersplatz aus gesehen

Die sechs Kirchenglocken hängen hinter dem linken obersten Fenster der Frontfassade unterhalb der Uhr, wobei nur drei Glocken sichtbar sind, nämlich die größte Glocke, Campanone, in der Mitte und daneben die beiden kleinsten Glocken, Campanella seconda und Campanella prima. Dahinter befinden sich die übrigen drei Glocken, Campanoncino, Campana della Rota und Campana della Predica.[130]

Die Läuteordnung der sechs Domglocken unterscheidet zwischen dem rhythmischen Anschlagen per Hammerwerk a doppio und dem (schwingenden) Läuten a slancio.[131] Vor der Elektrifizierung der Läuteanlage 1931 wurden das Anschlagen und das Läuten von Hand ausgeführt.[130] Folgende Läutezeichen haben sich bewahrt:

  • Angelusläuten dreimal täglich: Campanone – a doppio (drei Schläge, vier Schläge, fünf Schläge, ein Schlag)
  • Einläuten des Sonntags um 7 Uhr und nach dem Angelusgebet gegen 12.15 Uhr: Campana della Predica, Campanoncino und Campanone – a doppio
  • Vesper an Sonntagen ca. 30 Minuten vor Beginn für rund 15 Minuten: Campanella seconda – a slancio (5 Minuten), danach Campana della Predica und Campanoncinoa doppio (5 Minuten), danach Campanone, Campanoncino und Campana della Predica – a doppio (5 Minuten)
  • Nach dem Angelusgebet an Festen und Hochfesten (ca. 12.15 h): Campanella seconda, Campanella prima, Campana della Predica und Campana della Rotaa slancio
  • Zu gottesdienstlichen Feiern ca. 45 Minuten vor Beginn für rund 15 Minuten: Campanella seconda, Campanella prima, Campana della Predica und Campana della Rota (an Festen und Hochfesten zusätzlich mit dem Campanoncino)
  • Nach dem päpstlichen Segen Urbi et orbi an Weihnachten und Ostern, nach dem Angelus am Hochfest Peter und Paul und nach der Wahl eines neuen Papstes: alle sechs Glocken – a slancio
  • Beim Tod eines Papstes: Campanone – a slancio

Der Uhrschlag erfolgt auf den drei Glocken im Schallfenster (6, 5 und 1) unterhalb des Zifferblattes. Die Viertelstunden werden mit den beiden Campanelle geschlagen, worauf jeweils die Anzahl der angebrochenen Stunde auf dem Campanone nachgeschlagen wird.[132]

Nr. Name Gussjahr Gießer unterer Durchmesser Masse Schlagton (HT-16tel)
1 Campanone 1785 Luigi Valadier 2.315 mm 8.950 kg e0 +3
2 Campanoncino (Mezzana, Benedittina) 1725 Innocenzo Casini 1.774 mm 3.765 kg a0 +8
3 Campana della Rota 13. Jh. Guidotto Pisano 1.364 mm 1.735 kg cis1 +7
4 Campana della Predica 1893 Giovanni Battista Lucenti 1.087 mm 850 kg e1 +11
5 Campanella prima (Chiachierina, Pia) 1932 Daciano Colbachini 744 mm 280 kg h1 −4
6 Campanella seconda (Clementina) 1825 Luigi Lucenti 739 mm 260 kg c2 −3

Im Südwestpfeiler der Kuppel hängt ein kleines Dreiergeläut aus dem 15. Jahrhundert, mit dem zum Segen mit der Heiligen Lanze am Quatembersamstag in der Fastenzeit und mit dem Schweißtuch der Veronika am Passionssonntag zu den Stationsmessen geläutet wird.

In den Vatikanischen Gärten befindet sich die im Jahre 1999 von Marinelli anlässlich des Jubiläumsjahres 2000 gegossene Grande Campana del Giubileo. Die rund fünf Tonnen schwere Glocke mit dem Schlagton g0 ist starr aufgehängt und kann gebeiert werden.[133]

Größenvergleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Basilika St. Peter gehört zu den größten Sakralbauten der Welt. Sie wird jedoch nicht zwingend immer an erster Stelle genannt, da die Kriterien für die Größe eines Gebäudes je nach Aufzählung und Betrachtungsweise variieren und manchmal von der überbauten Fläche, ein anderes Mal von der Höhe des Baues oder vom Volumen abhängen. Markierungen im Fußboden des Hauptschiffs weisen für einen Vergleich mit anderen Gotteshäusern, von der Apsis aus gemessen, deren Längenmaße aus, unter anderem St Paul’s Cathedral in London, der Kölner Dom und die Kathedrale von Florenz.[134][135]

Bauwerk Bauzeit Größte Länge
(in Metern)
Größte Breite
(in Metern)
Größte Höhe
(in Metern)
Grundfläche (in m²) Weitere Angaben
Petersdom 1506–1626 211,5 0138 132,5 015.160 Kuppeldurchmesser: 42,34 m
Cathedral of Saint John the Divine, New York City (Vereinigte Staaten) 1892–? 183,2 070,7 011.240
Kölner Dom (Deutschland) 1248–1880 144,58 0086,05 157,38 007.914
Ulmer Münster (Deutschland) 1377–1890 139,5 0059,2 161,5 008.260
Basílica de Nossa Senhora, Aparecida (Brasilien) 1992–? 173 0168 100 018.000
Isaakskathedrale, Sankt Petersburg (Russland) 1818–1858 111 0097 101,5 010.767 Kuppeldurchmesser: 26 m
Dom des Heiligen Sava, Belgrad (Serbien) 1936–2004 091 0091 080 003.500 Kuppeldurchmesser: 35 m
Mezquita Catedral, Córdoba (Spanien) 0784 – 1523 179 0134 023.000
Hagia Sophia, Konstantinopel/Istanbul (Türkei) 0532 – 537 077 0071 056 007.560 Kuppeldurchmesser: 33 m
Prophetenmoschee, Medina (Saudi-Arabien) 0622 – 1981 300.500
Basilika Notre-Dame de la Paix, Yamoussoukro (Elfenbeinküste) 1985–1988 195 0150 158 008.000
Angkor Wat (Kambodscha) 1113–1150 215 1.878 065
Sagrada Família, Barcelona (Spanien) 1882–? 090 0060 112
(Geplant: 170)
017.822
St Paul’s Cathedral, London (England) 1675–1708 0158 0075 111 07.857
Kathedrale von Florenz, Florenz (Italien) 1296–1436 0153 0038 114 08.300 Kuppeldurchmesser: 45 m

Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vierung mit Baldachin und Confessio (von der Kuppel aus gesehen)

Der Neubau der Basilika St. Peter hatte erhebliche Auswirkungen auf Architektur und Geschichte des Abendlandes.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1500 waren noch zahlreiche gotische Kathedralen in Bau. Hatte im italienischen Kirchenbau schon im frühen 15. Jahrhundert die Renaissance Einzug gehalten, so wurde mit Bramantes Entwurf für die Peterskirche von 1506 die Gotik europaweit altmodisch. Die Bauarbeiten an vielen gotischen Kirchen wurden für Jahrhunderte eingestellt. Viele wurden erst im 19. Jahrhundert unter romantischen Vorzeichen fertiggestellt. Andere blieben unvollendet.

Die Abweichungen von Bramantes Plan, also die Kombination aus Kuppel-Zentralbau und basilikaler Längsorientierung sowie die üppige Ausgestaltung, setzten Maßstäbe für zahlreiche Kirchenbauten der Barockzeit.

Die Kasaner Kathedrale in Sankt Petersburg sollte im 19. Jahrhundert ein Nachbau der Basilika St. Peter werden und wurde vom ausführenden Baumeister erheblich umgestaltet.[136] Die 1894 vollendete Kathedrale Marie-Reine-du-Monde in Montreal ist eine verkleinerte Nachbildung des Petersdoms.[137] Eine weitere Kirche, die durch die Basilika St. Peter inspiriert wurde, ist die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro, Elfenbeinküste.[115]

Die Basilika St. Agatha und Barbara in Oudenbosch (Niederlande) ist eine um das 4fache verkleinerte Kopie des Petersdomes, allerdings mit der Fassade der Lateranbasilika.[138]

Besucher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 besuchten täglich durchschnittlich 20.000 Menschen die Basilika.[139] Damit gehört sie zu den meistbesuchten Orten der Welt. Vor dem Eintritt müssen die Besucher umfangreiche Sicherheitskontrollen passieren.[140] Ebenso wird auf angemessene Kleidung geachtet; Schultern und Knie müssen beim Besuch des Petersdoms in jedem Falle bedeckt sein.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunibert Bering: Die Peterskirche in Rom: Architektur und Baupropaganda. VDG, Weimar 2003, ISBN 3-89739-338-7.
  • Nicola Bianchini: Der Vatikan. Sillabe-Verlag, Livorno 2012, ISBN 978-88-8271-225-9.
  • Hugo Brandenburg, Antonella Ballardini, Christof Thoenes: Der Petersdom in Rom. Michael Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0243-0.
  • Horst Bredekamp: Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung. Wagenbach, Berlin 2000, ISBN 3-8031-5163-5.
  • Fabbrica di San Pietro (Hrsg.):Der Petersdom. Belser, Mailand 2011, ISBN 978-3-7630-2597-8.
  • Robert Fischer: St. Peter in Rom. Schnell und Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2469-5.
  • Eberhard Hempel: St. Peter in Rom. Union-Verlag, Berlin 1960.
  • Eva Huttenlauch: Die „Porta della Morte“ an St. Peter von Giacomo Manzù und der Wandel päpstlicher Kunstpolitik durch das Zweite Vatikanische Konzil. Regensburg 2014, ISBN 978-3-7954-2799-3.
  • Olaf Klodt: Templi Petri instauracio: die Neubauentwürfe für St. Peter in Rom unter Papst Julius II. und Bramante (1505–1513). Verlag an der Lottbek, Jensen 1992, ISBN 3-86130-000-1.
  • Olaf Klodt: Bramantes Entwürfe für die Peterskirche in Rom. Die Metamorphose des Zentralbaus. In: Olaf Klodt, Karen Michels, Thomas Röske, Dorothea Schröder (Hrsg.): Festschrift für Fritz Jakobs zum 60. Geburtstag. LIT, Münster 1996, ISBN 3-8258-2729-1, S. 119–152.
  • Olaf Klodt: Raffael oder Bramante? Kritische Anmerkungen zur St. Peter-Forschung. In: Karen Buttler, Felix Krämer (Hrsg.): Jacobs-Weg Auf d3en Spuren eines Kunsthistorikers. VDG, Weimar 2007, ISBN 978-3-89739-552-7, S. 73–86.
  • Thomas Köhler: Kirchen in Rom. LIT, Berlin 2013, ISBN 978-3-643-12276-6, S. 17–88.
  • Giovanni Morello (Hrsg.): La basilica di San Pietro: fortuna e immagine, Gangemi, Roma 2012, ISBN 978-88-492-2430-6.
  • Georg Satzinger: Die Baugeschichte von Neu-St.-Peter. In: Jutta Frings (Hrsg.): Barock im Vatikan. Kunst und Kultur im Rom der Päpste. Verlag der Kunsthalle, Bonn 2005, ISBN 3-86502-125-5, S. 45–87.
  • Georg Satzinger, Sebastian Schütze (Hrsg.): St. Peter in Rom 1506–2006. Akten der internationalen Tagung 22.–25.02.2006 in Bonn. Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4155-9.
  • Heinrich Thelen: Zur Entstehungsgeschichte der Hochaltar-Architektur von St. Peter in Rom. Gebrüder Mann Verlag, Berlin 1967.
  • Christof Thoenes: Neue Beobachtungen an Bramantes St.-Peter-Entwürfen. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst. 3. Folge 45, 1994, S. 109–132.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Basilica Sancti Petri – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Petersdom – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Fischer: St. Peter in Rom. Schnell und Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2469-5, S. 6.
  2. Kirchen und Klöster. Garant, Renningen 2012, ISBN 978-3-86766-280-2, S. 100.
  3. Thomas Köhler: Kirchen in Rom. LIT, Berlin 2013, ISBN 978-3-643-12276-6, S. 33.
  4. Ulrich Nersinger: Symbol der altkirchlichen Pentarchie: Zur Bedeutung der fünf römischen Patriarchalbasiliken. In: Die Tagespost. 19. Dezember 2006.
  5. a b Knut Schwarz: LKG Fachbegriffe. Abgerufen am 3. Mai 2017.
  6. a b c d Thomas Köhler: Kirchen in Rom. S. 36–37.
  7. a b Christoph Höcker: Rom. In: Reclams Städteführer. 2. Auflage. Reclam, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-15-018980-1, S. 189.
  8. a b Die Basilika. In: vaticanstate.va. Abgerufen am 29. September 2017.
  9. Jon Albers: Campus Martius. Die urbane Entwicklung des Marsfeldes von der Republik bis zur mittleren Kaiserzeit. Reichert, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-89500-921-1, S. 138 f.
  10. a b Robert Fischer: St. Peter in Rom. S. 79.
  11. a b c d Christoph Höcker: Rom. In: Reclams Städteführer. S. 183–185.
  12. a b Fritz Gordian: Wie das Petrus-Grab gefunden wurde. In: Die Zeit. 11. Januar 1951, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 3. Mai 2017]).
  13. Hugo Brandenburg: Die Konstantinische Petersbasilika am Vatikan. In: Der Petersdom in Rom. Michael Imhof, 2015, ISBN 978-3-7319-0243-0, S. 9.
  14. a b Hugo Brandenburg: Die Konstantinische Petersbasilika am Vatikan. In: Der Petersdom in Rom. S. 13–14, 16.
  15. a b Ulrike Knöfel: Petersdom-Baustelle des Apostels. Spiegel Online, 31. Juli 2012; abgerufen am 16. Dezember 2016.
  16. a b Antonella Ballardini: Die Petersbasilika im Mittelalter. In: Der Petersdom in Rom. Michael Imhof, 2015, ISBN 978-3-7319-0243-0, S. 54–55.
  17. Antonella Ballardini: Die Petersbasilika im Mittelalter. In: Der Petersdom in Rom. Michael Imhof, S. 40–41.
  18. a b Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. Michael Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0243-0, S. 173–174.
  19. Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 169, 171.
  20. Beweis: Der bedeutende Säulensarkophag war nur bis 1455 im Anicier-Mausoleum (hinter S. Pietro) aufgestellt. Er geriet zunächst ins Oratorio di S. Tommaso, wurde 1607 ins Oratorio di S. Maria della Febbre, 1694 in die Cappella del SS. Sacramento und 1923 in das Museo Petriano verbracht. Quelle: F. W. Deichmann (Hrsg.): Repertorium der christlich-antiken Sarkophage I. Rom und Ostia. Wiesbaden 1967.
  21. Rolf Tomann (Hrsg.): Die Kunst der Italienischen Renaissance. H.F. Ullmann, Köln 2005, ISBN 978-3-8331-5581-9, S. 147.
  22. Vgl. Thoenes 1994; zusammenfassend Satzinger 2005.
  23. Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 174.
  24. Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 166.
  25. a b Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 189–196.
  26. Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 227.
  27. Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 240.
  28. a b Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 260.
  29. a b Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 252.
  30. Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 276.
  31. Nicola Bianchini: Der Vatikan. Sillabe, Livorno 2012, ISBN 978-88-8271-225-9, S. 15.
  32. Romolo Augusto Staccioli: Guida di Roma antica. Itinerari archeologichi. 4. Auflage. Mailand 1995, ISBN 88-17-16585-9, S. 342.
  33. Anton Henze, u. a.: Rom und Latium. Kunstdenkmäler und Museen. Reclams Kunstführer, Band 5. 4. Auflage. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-008679-5, S. 375.
  34. a b c Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 286–292.
  35. Plinius, Naturalis historia 16,201; 36,74.
  36. a b Robert Fischer: St. Peter in Rom. S. 9–11.
  37. a b c d Robert Fischer: St. Peter in Rom. S. 20–23.
  38. Robert Fischer: St. Peter in Rom. S. 88.
  39. a b c Thomas Köhler: Kirchen in Rom. S. 23–24.
  40. a b c Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. S. 272–276.
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