Petersdom

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Sancti Petri in Vaticano
BASILICA SANCTI PETRI
Ostansicht des Petersdoms

Ostansicht des Petersdoms

Daten
Ort Vatikan
Baumeister Liste der Baumeister
Baujahr 1506 bis 1626
Höhe 132,5 m
Grundfläche 15.160 m²
Koordinaten 41° 54′ 8″ N, 12° 27′ 12″ OKoordinaten: 41° 54′ 8″ N, 12° 27′ 12″ O
Sancti Petri in VaticanoBASILICA SANCTI PETRI (Vatikanstadt)
Sancti Petri in VaticanoBASILICA SANCTI PETRI
Besonderheiten
Papstbasilika
Umriss des Petersdomes bei Sonnenuntergang (Blick von der Engelsburg)

Sankt Peter im Vatikan in Rom, im deutschsprachigen Raum meist Petersdom genannt (auch Basilica Sancti Petri in Vaticano, Petersbasilika, vatikanische Basilika oder Templum Vaticanum), ist die größte der päpstlichen Basiliken in Rom und eine der größten und bedeutendsten Kirchen der Welt. Die Peterskirche wird wegen des Grabes des Apostels Petrus unmittelbar mit dem Papsttum in Verbindung gebracht, ist jedoch nicht die Kathedrale des Bistums Rom; dies ist die Lateranbasilika. Der Petersdom ist der Mittelpunkt des unabhängigen Staats der Vatikanstadt und eine der sieben Pilgerkirchen der Stadt.

Den Vorgängerbau, auch Alt-St. Peter genannt, ließ Konstantin der Große um 324 als Grabeskirche über dem vermuteten Grab des Apostels Simon Petrus errichten, dem sie geweiht ist. Diese und später der heutige Petersdom waren seit Mitte des 5. Jahrhunderts die Patriarchalbasilika des Patriarchen (seit 1204: des Lateinischen Patriarchen) von Konstantinopel. Der Titel einer Patriarchalbasilika, den St. Peter auch nach der Auflösung des Lateinischen (Titular-)Patriarchats im Jahr 1964 weiterführte, wurde 2006, als Papst Benedikt XVI. den Titel eines Patriarchen des Abendlandes (oder des Westens) niederlegte, durch den einer Papstbasilika ersetzt.

Der Petersdom fasst 20.000 Menschen[1] und ist mit einer überbauten Fläche von 15.160 m² eines der größten Kirchengebäude der Welt.

Geschichte

Vatikanische Nekropole

Hauptartikel: Vatikanische Nekropole

Im 1. Jahrhundert n. Chr. lag der vatikanische Hügel außerhalb des antiken Roms auf der westlichen Tiberseite gegenüber dem mit öffentlichen Einrichtungen bebauten Marsfeld. Caligula ließ dort einen Circus errichten. Nero fügte zum Circus einen Palast und eine Brücke über den Tiber hinzu, von der heute nur noch wenige Spuren im Fluss zu sehen sind. Wie auf fast allen Seiten war das antike Rom auch auf dem ager Vaticanus von Gräbern umgeben. Nach der Überlieferung wurde der Apostel Petrus im Herbst 64 im Circus des Caligula mit dem Kopf nach unten gekreuzigt und fand hier seine letzte Ruhestätte.

Bei Ausgrabungen im Auftrag Pius’ XII. um 1950 wurde eine ganze Gräberstraße unter der Basilika St. Peter freigelegt. In dem Anfang des 4. Jahrhunderts zugeschütteten Friedhof wurden bei den Ausgrabungen zahlreiche Grabhäuser (Memorien) mit Stuck, Wandmalereien und Mosaiken und vereinzelten christlichen Gräbern freigelegt. Es wurden auch Gebeine in dem mutmaßlichen Petrusgrab gefunden, allerdings nicht im Boden, sondern in einer seitlichen Stützmauer, die als rote Mauer bezeichnet wird. Die Theorie, die Gebeine seien in den letzten schweren Verfolgungen in einer mit Petrusgraffiti überzogenen Loggia bei den Katakomben von San Sebastiano aufbewahrt worden und erst von Konstantin in der Mauer beigesetzt worden, mag bis heute viele Kritiker nicht überzeugen. Während die Frage nach den Gebeinen darum offen bleiben muss, kann seit den Ausgrabungen als gesichert gelten, dass zumindest Anfang des 4. Jahrhunderts die verehrte Stätte als Grab des Petrus angesehen wurde. Die heutige Kuppel des Petersdoms befindet sich genau über diesem Grab.

Konstantinische Basilika (Alt St. Peter)

Aufgrund der Ausgrabungsbefunde ist zu vermuten, dass nach dem Toleranzedikt von Mailand des Jahres 313 die Christen Kaiser Konstantin das Grab vorwiesen, das von alters her als Petrusgrab verehrt worden war. Dieser ließ um 324 auf dem Vatikanischen Hügel eine Basilika errichten.

Zeichnung der konstantinischen Basilika über dem Grab des heiligen Petrus. Darstellung zeigt die Bausubstanz nach 1483 und vor 1506. Im Hintergrund rechts die Sixtinische Kapelle.

Um eine ebene Baufläche für eine monumentale Basilika in der Hanglage zu erhalten, ließ Konstantin die Gräber unterhalb des verehrten Grabes zuschütten und den Hügel hinter dem Grab abtragen, sodass schließlich nur noch das Grabmal allein in der Apsis der künftigen Kirche stand, mit kostbarem Marmor verkleidet und mit einem Ziborium überdacht.[2]

Die fünfschiffige Basilika mit einschiffigem Querhaus wurde 326 von Papst Silvester I. geweiht. Sie hatte, für ihre Zeit, gewaltige Ausmaße: So hatte die Basilika eine Gesamtlänge von ungefähr 120 Meter,[3] die Höhe des Mittelschiffs, das in 22 Jochen gegliedert war, betrug ca. 30 Meter. Das Querschiff war 63 Meter lang und 25 Meter hoch. Beim Bau waren mehrfach Spolien verwendet worden, beispielsweise die Säulen des Langhauses.[2]

468 wurde die Apsis auf Veranlassung des Papstes Simplicius umgebaut, um nicht nur am Grab selbst, sondern auch für eine größere Menge über demselben auf einer erhöhten Altarinsel Eucharistie feiern zu können. Da das Grab weiterhin umschreitbar sein sollte, wurde unter dem neuen erhöhten Altarraum ein Gang gebaut, der zur Urform der Krypta wurde.

Plan zum Umbau von Alt St. Peter nach Rossellino (gegen 1450)

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Bau durch die Wirren der Geschichte und zahlreiche kriegerische Ereignisse stark beschädigt. Besonders beim Angriff der Sarazenen auf Rom im Jahr 846 gingen viele Kunstschätze durch Plünderungen verloren. Die Kirche wurde aber auch immer wieder restauriert. Zeitgenossen berichten von einer verwirrenden Vielzahl von Seitenaltären und Grabkapellen innerhalb des Kirchenbaus.

Ab 1451 erfuhr die konstantinische Basilika unter den Päpsten Nikolaus V., Pius II. und Julius II. eine umfassende letzte Renovierung.

Bereits zu dieser Zeit gab es unter Nikolaus V., aufgrund erhöhten Platzbedarfes, Bestrebungen, den Chorraum der alten und über die Zeit der Abwesenheit der Päpste baufällig gewordenen Peterskirche deutlich zu vergrößern. Mit der Erweiterungsplanung für Chor und Querhaus von Alt St. Peter wurde Bernardo Rossellino (* um 1410) betraut. Rossellino arbeitete von 1451 bis 1455 als Baumeister für Papst Nikolaus V. am Petersdom. Nach seinem Entwurf war unter anderem ein weit nach Westen ausgreifender Neubau des Chores und des Querschiffes geplant, der dem gesamten Gebäude einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes verliehen hätte.[4] Mit den Ausschachtarbeiten für die Fundamente wurde bereits 1451 begonnen. Durch diese ersten Arbeiten waren wichtige Ankerpunkte für die folgenden Planungen gesetzt. Das westlich der alten Apsis gelegene Templum Probi – bei Tiberius Alpharanus als Anicier Mausoleum genannt, wurde vermutlich im Zuge der hier vorgenommenen Fundamentierungsarbeiten (also bereits Mitte des 15. Jahrhunderts) abgetragen.[5]

Neubau

Papst Julius II. befand zu Beginn seines Pontifikats, dass das rund 1200 Jahre alte Gotteshaus auf dem für seine Mückenplage bekannten Hügel keinen angemessenen Platz für sein monumentales Grabmal bieten würde. Er gab deshalb eine Erweiterung des Baus in Auftrag. Da dieser jedoch an vielen Stellen einsturzgefährdet war, entschied man sich stattdessen für einen monumentalen Neubau. Im Zuge dessen wurde auch die, bis heute bestehende Dombauhütte von St. Peter gegründet.

Der kostenintensive Neubau wurde entscheidend durch den sogenannten Peterspfennig und den Verkauf von Ablässen finanziert, in Deutschland unter anderem durch den Dominikaner Johann Tetzel. Die Diskussion um diese Art der Finanzierung wurde zu einem der Ausgangspunkte der Forderung nach Reformation. Im späteren Verlauf wurde der Bau auch durch Spanier finanziert, die einen Teil der im neu entdeckten Amerika erbeuteten Schätze spendeten.[6]

1503 begann man, von Westen aus Alt Sankt-Peter abzutragen.[3] Allein die alte Apsis mit dem Petrusgrab blieb stehen. Am 18. April 1506 legte Julius II den Grundstein für die neue Peterskirche unterhalb des späteren Veronikapfeilers.

Einer von Bramantes Entwürfen für St. Peter: der sogenannte Pergamentplan von 1505 (hier in einer Umzeichnung zu einem Zentralbau in Form eines griechischen Kreuzes ergänzt)

Der erste Entwurf des Neubaus stammt von Donato Bramante, der bis zu seinem Tod 1514 Bauleiter des ehrgeizigen Projektes war. Im Gegensatz zur lange verbreiteten Auffassung betrafen seine ersten Überlegungen nicht einen Plan über griechischem Kreuz, sondern wurden über dem Grundriss der alten Basilika in Blick auf einen Longitudinalbau entwickelt.[7] Erst in der weiteren Entwicklung griff Bramante Ideen seiner Zentralbau-Studien auf, indem er die Quincunx-Lösung des Mailänder Schemas (abgeleitet von Bramantes Entwurf für die Sakristei von Santa Maria presso San Satiro in Mailand) zur Grundlage eines Zentralgrundrisses machte. In seiner Amtszeit ließ Bramante die Vierungspfeiler mit ihren großen Nischen, die später zum Teil wieder abgetragene westliche Apsis und den sogenannten Tegurio, ein mächtiges Schutzhaus über dem Petersgrab, errichten. Von seinen Entwürfen blieb die Idee der, von vier mächtigen Pfeilern gestützten Kuppel, welche die Pläne der nachfolgenden Architekten beeinflusst.[8] Bramantes Vorgehen wurde allerdings nicht nur positiv gesehen. So heißt es in einem 1517 veröffentlichten Traktat über den Architekten, er hätte „ganz Rom zerstört, wenn man ihn gelassen hätte“, und der anonyme Verfasser erhebt bittere Vorwürfe wegen der Vernichtung der traditionsreichen, mehr als tausendjährigen konstantinischen Basilika. In dieser Quelle begegnen einem also auch frühe Überlegungen in Richtung Denkmalschutz.

Ansicht der Baustelle des Petersdoms. In der Mitte der Tegurio Bramantes (Maarten van Heemskerck um 1536)

Nach dem Tod Bramantes übernahmen ab 1514 Raffael, welcher der von Bramante vorgesehene Nachfolger war, Giuliano da Sangallo, und Frá Giovanni Giocondo die Aufgaben des Bauleiters. Giocondo war bereits ab 1513 Assistent Bramantes gewesen und auch Sangallo hatte schon ab 1506 damit begonnen, Pläne für den Petersdom zu entwerfen.[9] Jedoch verließen beide bereits 1515 die Baustelle.[10] Als zweiten Architekten ernannte Raffael nun den Neffen von Giuliano da Sangallo, Antonio da Sangallo d. J. Dieser übernahm nach Raffaels frühem Tod 1520 die Funktion des ersten Baumeisters. Zum zweiten Architekten berief er Baldassare Peruzzi, der dieses Amt bis zu seinem Tod 1536 bekleidete. In den Entwürfen dieser Architekten wechselte die Grundform wiederholt zwischen griechischem und lateinischem Kreuz. Der Bau selbst kam dabei nur schleppend voran. Einzige Zeugnisse dieser Zeit sind die tonnengewölbte Bögen zwischen den südlichen Vierungs- und Konterpfeilern, welche Raffael entwarf.[10] Sangallo d. J. erhöhte das Niveau des Fußbodens und arbeitete die letzten Jahre seines Lebens bis zu seinem Tod 1547 an einem großen Modell seines Petersdomentwurfes. Dieses kann heute in einer der Dachkuppeln der Basilika besichtigt werden.[11]

Grundriss nach Michelangelos Entwurf von 1547

1547 übernahm Michelangelo Buonarroti die Bauleitung. Dabei erhielt er von Papst Paul III. gewisse Sonderrechte, wie die Unabhängigkeit von der Bauhütte, der seine Vorgänger unterstellt waren. Michelangelos Pläne zum Petersdom orientierten sich an der Architektur Bramantes. So entwarf Michelangelo einen Zentralbau mit vier Apsiden, dessen Grundriss sich bis heute im westlichen Teil der Basilika wiederfindet. Auf ihn gehen auch die charakteristische Pilastergliederung der Fassaden des Westbaus und die monumentale Rippenkuppel zurück. Die Fertigstellung der Kuppel konnte Michelangelo nicht mehr miterleben. Als er 1564 starb, hatten die Arbeiten am Tambour begonnen.[12] Jedoch bauten seine Nachfolger nach seinen Plänen weiter und veränderten diese nur leicht. Diese Nachfolger waren Pirro Ligorio (bis 1568), ab 1568 Giacomo Barozzi da Vignola (bis dahin zweiter Architekt) und ab 1574 Giacomo della Porta, der das Amt des Baumeisters bis 1602 bekleidete.[13] Unter Vignola und della Porta setzte sich schließlich durch die Reformen des Konzils von Trient beeinflusst der Langbau in Form eines lateinischen Kreuzes gegenüber dem Zentralbau unter den Baumeistern durch. Letzterer stelle die Hauptkuppel 1591 fertig[13] und errichtete auch die beiden pavillonähnlichen Nebenkuppeln, welche sich über der Capella Clementina und der Capella Gregoriana erheben.[14]

Als Paul V. 1605 den Papstthron bestieg, war der Bau so weit fortgeschritten, dass er an die noch stehenden Teile des Langhauses von Alt St. Peter angrenzte. Dabei blühte wieder die Diskussion auf, ob man diesen alten Teil abtragen oder in den neuen Petersdom integrieren sollte. Schließlich entschied man sich für den Abriss. Allerdings wurde zuvor der Zustand des alten Langhauses durch Skizzen dokumentiert.

Abendliche Ansicht der Ostfassade von Maderno

In dieser Zeit entstanden mehrere Entwürfe für einen Neubau, von denen der von Carlo Maderno, welcher seit 1603 Chefarchitekt war[15], ausgeführt wurde. Maderno leitete den Bau bis 1629. Unter ihm entstanden das Langhaus mit seinen Kapellen, die Confessio, der Portikus sowie die barocke Fassade. Letztere wurde von Zeitgenossen aufgrund ihrer Höhe kritisiert, denn sie verdeckte den Blick vom Petersplatz auf die Kuppel Michelangelos. Links und rechts der Fassade war je ein Glockenturm geplant. Diese wurden jedoch nicht fertiggestellt und erreichen nur die Höhe der Fassade, sodass sie mit jener zu verschmelzen scheinen. Im Linken dieser Türme befindet sich der heutige Glockenstuhl.[16]

Da sich der Papstaltar in der Vierung unter der gewaltigen Kuppel verlor und um die Blicke in Richtung des Petrusgrabes zu lenken, errichtete Gian Lorenzo Bernini 1624 mit Unterstützung von Francesco Borromini einen Baldachin aus Bronze mit aufgesetztem Kreuz auf vier 29 Meter hohen, gewundenen Säulen direkt über dem Grab. Das Material dazu stammt vom Pantheon. Für ihren Guss ließ Papst Urban VIII. Barberini dort von der Decke des Pronaos die Kassetten aus Bronze, die bis 1625 erhalten geblieben waren, abnehmen.[17] [18] Im gleichen Jahr waren die Säulen errichtet, das gesamte Werk konnte erst 1635 vollendet werden.[10]

1626 war der Bau so weit fertiggestellt, dass die Grabeskirche am 18. November von Papst Urban VIII. feierlich geweiht werden konnte.

1637 wurde Bernini, der nach Madernos Tod 1629 die Stellung des leitenden Architekten übernommen hatte, vom Papst damit beauftragt, die Glockentürme zu vollenden. Jedoch waren seine Entwürfe für die Fundamente zu schwer, sodass sich Risse in der Fassade zeigten und der schon begonnene Südturm 1641 wieder bis auf die ursprüngliche Höhe abgetragen werden musste.[10] Bernini wandte sich fortan der künstlerischen Ausgestaltung der Basilika und den Bau der Kolonnaden zu.

Petersplatz

Hauptartikel: Petersplatz
Petersplatz im Morgengrauen

Der von Bernini geplante, 240 m breite, ovale Petersplatz geht an der Seite zur Kirche hin in ein Trapez über. Dies lässt die überbreite Fassade der Basilika schmaler wirken und betont die Kuppel. In der Mitte des Platzes steht ein Obelisk, der aus dem Circus des Caligula und Nero stammt, in dem Petrus der Überlieferung zufolge hingerichtet wurde. Dieser Circus lag in der Antike links von der heutigen Basilika St. Peter. Im Fuße des Obelisken soll sich die Asche von Caesar, in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Christi befinden. Der ägyptische Obelisk hat ein geschätztes Gewicht von 322 t und steht auf einem Fundament mit vier Bronzelöwen. Seine Aufrichtung 1586 auf dem Petersplatz unter Domenico Fontana war eine technische Meisterleistung der Zeit. Auf beiden Seiten befindet sich ein je 14 m hoher Brunnen. Der rechte wurde 1613 unter Paul V. von Carlo Maderno, der linke 1677 von Carlo Fontana gestaltet.

Die den Platz umsäumenden Kolonnaden sind 17 m breit und absolut symmetrisch zu zwei Brennpunkten wenige Meter nördlich und südlich des Obelisken. Hier ist im Boden je eine Platte mit der Inschrift „Centro del Colonnato“ eingelassen. Steht man auf einer der Platten, sind alle vier Säulen der entsprechenden Kolonnadenhälfte exakt hintereinandergereiht, sodass die Kolonnade aus nur noch einer Säulenreihe (statt vier hintereinander) zu bestehen scheint. Oberhalb der 284 in 71 Viererreihen angeordneten Säulen befinden sich 140 Statuen von Heiligen, die von 1667 bis 1669 unter Alexander VII. und Clemens IX. gestaltet wurden.

Beschreibung

Grundriss

Die Innenfläche des 211,5 m langen und 132,5 m hohen Baus beträgt rund 15.160 m² und bietet etwa 20.000 Menschen Platz. Damit verfügt der Petersdom über einen der größten Innenräume der Welt.[19] Das Langhaus hat eine Länge von 187 m und eine Breite von 27,50 m, das Querschiff ist 138 m breit. Die Bauzeit betrug rund 120 Jahre.

Heilige Pforte

Im Inneren der Basilika, die neben einer Hauptkuppel auch acht kleinere Nebenkuppeln besitzt (zwei weniger als geplant), befinden sich etwa 800 Säulen und 390 Riesenstatuen aus römischem Travertin aus Tivoli, Carrara-Marmor, Stuck und Bronze sowie 45 Altäre.

Die Proportionen des Innenraumes erwecken durch die überproportionierte Gestaltung der Statuen, Säulen, Bilder und Altäre den Eindruck der starken Verkleinerung beim Besucher und versetzen ihn dadurch quasi in die Rolle eines staunenden Kindes.

Portikus

Der Portikus wurde nach dem Entwurf von Carlo Maderno zwischen 1607 und 1614 fertiggestellt. Im Portikus öffnen sich fünf Portale. Das bronzene Nordportal, die Heilige Pforte, wurde von Vico Consorti entworfen und 1950 aus Anlass des Heiligen Jahres installiert. Das mittlere Tor, das in der Regel geschlossen bleibt, ist das Portal des Filarete. Es stammt von dem Florentiner Bildhauer und Architekten Antonio Averlino und wurde ursprünglich für die konstantinische Basilika geschaffen. Es zeigt unter anderem die Apostel Petrus und Paulus, Szenen ihrer Martyrien sowie Ereignisse aus dem Leben des Stifters Papst Eugen IV. Das Südportal, das sogenannte „Todesportal“, wurde zwischen 1961 und 1964 von Giacomo Manzù geschaffen und stellt außer der Kreuzigung Jesu mehrere Todesszenen dar, von der Ermordung Abels durch Kain bis zum Tode Papst Johannes' XXIII. Auf der Innenseite stellte der Künstler die Eröffnung des zweiten Vatikanischen Konzils dar. Durch dieses Tor werden traditionell die verstorbenen Päpste getragen.

Gegenüber dem Filarete-Portal direkt unter der Decke der Portikus befindet sich eine Reproduktion des berühmten Mosaiks von Giotto, die Navicella. Ursprünglich war sie an Alt-St. Peter angebracht, im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrmals beschädigt, wieder restauriert und schließlich 1674 durch den barocken Mosaizisten Orazio Manenti vollständig neu geschaffen.

Innenraum

Mittelschiff
Blick in die Kuppel, links eine Ecke des Baldachins
Berninis Baldachin, Papstaltar und Cathedra Petri

Vor dem Mittelportal ist im Mittelschiff die rote Porphyrscheibe in den Boden eingelassen, die sich in der konstantinischen Vorgängerbasilika vor dem Hochaltar befand. Auf dieser soll Karl der Große im Jahre 800 von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt worden sein.

Vierung

In der Vierung, direkt unterhalb der Kuppel, befindet sich der Papstaltar mit Berninis über 30 Meter hohem Bronzebaldachin, der von 1624 bis 1633 entstand. Dafür wurde Bronze von der antiken Decke der Vorhalle des Pantheons verwendet.

Darunter liegt die Confessio mit der Palliennische. Gemäß einer Überlieferung soll dort das Grab des heiligen Petrus liegen. Der Confessio gegenüber, in den vatikanischen Grotten, befinden sich eine Statue Papst Pius’ VI., sowie einige Papstgräber.

Jede der vier Kuppelpfeilernischen ziert jeweils eine etwa 4,50 m hohe Marmorstatue: der hll. Veronika, Helena, Longinus und Andreas. Diese verweisen auf die Reliquien, die in dem jeweiligen Pfeiler in einem großen Tresor aufbewahrt werden, beziehungsweise früher aufbewahrt wurden: das Schweißtuch der Veronika, ein Stück vom heiligen Kreuz, die Heilige Lanze und das Haupt des Apostels Andreas (1964 nach Patras überführt). Die Statuen wurden von vier verschiedenen Bildhauern gefertigt: Longinus von Bernini, Andreas von François Duquesnoy, Veronika von Francesco Mochi und Helena von Andrea Bolgi.

Kuppel

Die doppelschalige, 16-eckige Kuppel der Basilika St. Peter ist das größte freitragende Ziegelbauwerk der Welt. Sie hat einen Durchmesser von 42,34 m (86 cm weniger als das Pantheon, ist aber mit 43,20 m höher) und wird von den vier fünfeckigen Pfeilern mit einer großen Diagonale von je 24 m getragen. Im inneren Kuppelfries steht in zwei Meter hohen Buchstaben der nur im Matthäus-Evangelium (Mt 16,18 EU) überlieferte Auftrag Jesu an den Jünger Petrus: Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum (Du bist Petrus [latinisiert von griechisch πετρος petros: der Fels], und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und Dir werde ich die Schlüssel zum Himmelreich geben.). In den vier Kartuschen darunter befinden sich Mosaiken der vier Evangelisten, die innere Kuppel zeigt Christus, Maria, Johannes den Täufer und die Apostel.

Die 17 Meter hohe Laterne der Kuppel ist über mehr als 510 Stufen zu erreichen, die mit einem Lift zur Dachterrasse abgekürzt werden können (dann nur noch 320 Stufen). Sie bietet einen hervorragenden Panoramablick auf den vatikanischen Hügel, den Petersplatz und das umgebende Rom. Der Weg zwischen den beiden Kuppelschalen verdeutlicht die statische Konstruktion, ein Blick ins Kuppelinnere enttarnt die Täuschungen der Perspektive vom Kirchenboden aus.

Panoramabild der Vatikanischen Museen, des Petersplatzes und der Vatikanischen Audienzhalle (von der Kuppel des Petersdomes aus gesehen), zusammengesetzt mit Stitch-Software aus 8 Einzelaufnahmen.

Vatikanische Grotten

Die vatikanischen Grotten befinden sich auf dem Bodenniveau der konstantinischen Basilika. Um das Petrusgrab herum, das auch hier die räumliche wie geistige Mitte bildet, sind fünf Nationalkapellen angeordnet. Zuletzt wurde Johannes Paul II. im früheren Grab von Johannes XXIII. in unmittelbarer Nähe der Confessio beigesetzt.

Ausstattung

Pietà von Michelangelo
Berninis Cathedra Petri

Bronzestatue des hl. Petrus

Hauptartikel: Bronzestatue des hl. Petrus

Die berühmte Petrusstatue befindet sich im Hauptschiff. Ihr rechter Fuß ist bereits stark abgeflacht, denn die Berührung des Fußes soll Segen bringen. Angeblich wurde der Fuß im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ersetzt. Es ist sicher, dass diese Bronzefigur von Arnolfo di Cambio angefertigt wurde.

Michelangelos Pietà

Hauptartikel: Römische Pietà

Michelangelos Römische Pietà befindet sich in der ersten Seitenkapelle des rechten Seitenschiffs (in der Nähe der heiligen Pforte). Sie ist 1,75 m hoch und ruht auf einer 1,68 m breiten Standplatte. Der Auftrag wurde von dem Kardinal Jean de Villiers de la Groslaye erteilt. Michelangelo vollendete dieses Werk im Jahr 1500, als er 25 Jahre alt war. Auf dem Brustband Mariens befindet sich die Inschrift MICHAEL.A[N]GELVS.BONAROTVS.FLORENTIN[VS].FACIEBA[T] (Der Florentiner Michelangelo Buonarroti hat sie gemacht). Nachdem die Pietà 1972 bei einem Attentat schweren Schaden gelitten hatte, wurde sie nach den Restaurierungsarbeiten hinter Panzerglas wieder aufgestellt. In der Sakristei der Basilika St. Peter (links vom Altar) gibt es eine Nachbildung der Pietà, die man aus nächster Nähe betrachten kann.

Berninis Cathedra Petri

Hauptartikel: Cathedra Petri (Kunstwerk)

Die 1666 von Bernini geschaffene Cathedra Petri befindet sich in der Apsis. Es handelt sich dabei um einen Bronzemantel für einen darin befindlichen Stuhl aus Holz. Es soll sich dabei um die Kathedra des Apostels Petrus handeln; wahrscheinlicher ist aber, dass es sich um den zu seiner Krönung gefertigten Stuhl Karls des Kahlen handelt. Dieser wurde dann nach der Krönungsfeier dem Papst oder der Peterskirche geschenkt.

Im Zuge der Liturgiereform wurde Anfang der 1980er Jahre die Altarmensa Berninis von 1666 abgebrochen und durch einen freistehenden Volksaltar auf einer organisch geformten Bronzekonstruktion ersetzt. Unter Papst Benedikt XVI. wurde dieser Altar wiederum entfernt und stattdessen im Oktober 2008 ein freistehender Altar mit einem vergoldeten, durchbrochenen Antependium mit Darstellung der Apostel Petrus und Paulus errichtet.[20]

Papstgrabmäler

Reliquienschrein von Papst Johannes XXIII. am St. Hieronymus-Altar des Petersdoms

Am zweiten südlichen Seitenschiffpfeiler befindet sich das monumentale Bronzegrabmal Innozenz’ VIII., ein Werk von Antonio Pollaiuolo. Das 1498 fertiggestellte Wandgrabmal besteht aus einem Sarkophag mit dem darauf liegenden Toten und einer darüber befindlichen thronenden Figur. Das ursprünglich in Alt-St. Peter errichtete Monument transferierte man im 17. Jahrhundert in den neuen Petersdom. Es ist das einzige Grabmal, das aus dem Bestand von Alt-St. Peter in die neue Kirche überführt wurde.

Unter den zahlreichen monumentalen Papstdenkmälern sticht Berninis Grabmal für Papst Alexander VII. (1671 bis 1678) besonders ins Auge. Unter einem marmornen, drapierten Tuch hält ein lebensgroßes Skelett dem betenden Papst das Stundenglas der abgelaufenen Zeit entgegen. Ebenfalls von Bernini ist das Grabmonument Urbans VIII., das sich in der Nische rechts neben der Kathedra Petri befindet. In der gegenüberliegenden Nische befindet sich das Grabmal von Papst Paul III. von Guglielmo della Porta.

Die Reliquien mehrerer heiliger Päpste aus dem 20. Jahrhundert befinden sich ebenfalls im Hauptschiff des Petersdoms, die hll. Pius X. und Johannes XXIII. ruhen in gläsernen Reliquienschreinen, der hl. Johannes Paul II. unter dem St. Sebastians-Altar.

Sakramentskapelle

In der Sakramentskapelle befindet sich der vergoldete, bronzene Tabernakel von Bernini aus dem Jahr 1674, flankiert von zwei knienden bronzenen Engeln. Die Gestaltung des Tabernakels ist inspiriert durch den Tempietto San Pietro in Montorio von Donato Bramante. In der Altarnische dahinter erhebt sich ein Ölbild von Pietro da Cortona, das die heilige Dreifaltigkeit zeigt.

Taufbrunnen

Der Taufbrunnen von St. Peter war einmal der Porphyrdeckel eines Sarkophages aus dem Mausoleum Hadrians (Engelsburg, Castel S. Angelo), in dem Kaiser Otto II. bestattet wurde. Dieser wurde 1600 in einen einfachen Steinsarg umgebettet und in die vatikanischen Grotten verlegt, als man das Atrium im Zuge der Bauarbeiten für den Dom abbrechen musste.

Ambo

Zur päpstlichen Pfingstmesse 2011 wurde erstmals ein neuer Ambo in barocken Formen aus Nussbaum mit drei vergoldeten Reliefs verwendet, der in der Münchner Schreinerei Petzuch als Geschenk zum 60-jährigen Priesterjubiläum von Papst Benedikt XVI. hergestellt worden ist.[21]

Mosaiken

Papst Gregor XIII., nach dem die gregorianische Kapelle, die sich Mitte rechts im Hauptschiff befindet, benannt wurde, war ein großer Freund von Mosaiken. Er ließ diesen Teil mit Mosaiken ausschmücken und gründete eine Scuola del Mosaico („Mosaikschule“). Die Schüler dieser Einrichtung sollten diese Kunstform erlernen, studieren und pflegen. Im Laufe der Zeit wurden deshalb fast alle großen Altargemälde der Basilika St. Peter durch Mosaik-Kopien ersetzt. Die Originale befinden sich heute in der vatikanischen Kunstsammlung. Zählt man alle 10.000 Quadratmeter an Mosaiken im Petersdom zusammen, bilden diese das größte Mosaik der Welt.[22]

Statuen von Ordensgründern

Zwischen den Pilastern des Hauptschiffs und der Kreuzarme stehen in Nischen überlebensgroße Statuen von Ordensgründern.

Grab von Sixtus IV. in der Schatzkammer

Orgel

Hauptartikel: Orgeln des Petersdomes

Sakristei mit Schatzkammer

In der Sakristei wurde die Schatzkammer als Museum eingerichtet. Zu den Ausstellungsstücken gehören das Sixtus-Grab, der Hahn von der alten Peterskirche, der Sarkophag des Iunius Bassus, die Crux Vaticana Justins II., ein karolingischer Elfenbeinthron und zahlreiche liturgische Geräte.

Glocken

Glockenstuhl vom Petersplatz aus gesehen

Die sechs Kirchenglocken hängen hinter dem linken obersten Fenster der Frontfassade unterhalb der Uhr, wobei nur drei Glocken sichtbar sind, nämlich die größte Glocke, Campanone, in der Mitte und daneben die beiden kleinsten Glocken, Campanella seconda und Campanella prima. Dahinter befinden sich die übrigen drei Glocken, Campanoncino, Campana della Rota und Campana della Predica.

Die Läuteordnung der sechs Domglocken unterscheidet zwischen dem rhythmischen Anschlagen per Hammerwerk a doppio und dem (schwingenden) Läuten a slancio.[23] Vor der Elektrifizierung der Läuteanlage 1931 wurden das Anschlagen und das Läuten von Hand ausgeführt. Folgende Läutezeichen haben sich bewahrt:

  • Angelusläuten dreimal täglich: Campanone – a doppio (drei Schläge, vier Schläge, fünf Schläge, ein Schlag)
  • Einläuten des Sonntags um 7 Uhr und nach dem Angelusgebet gegen 12.15 Uhr: Campana della Predica, Campanoncino und Campanone – a doppio
  • Vesper an Sonntagen ca. 30 Minuten vor Beginn für rund 15 Minuten: Campanella seconda – a slancio (5 Minuten), danach Campana della Predica und Campanoncinoa doppio (5 Minuten), danach Campanone, Campanoncino und Campana della Predica – a doppio (5 Minuten)
  • Nach dem Angelusgebet an Festen und Hochfesten (ca. 12.15): Campanella seconda, Campanella prima, Campana della Predica und Campana della Rotaa slancio
  • Zu gottesdienstlichen Feiern ca. 45 Minuten vor Beginn für rund 15 Minuten: Campanella seconda, Campanella prima, Campana della Predica und Campana della Rota (an Festen und Hochfesten zusätzlich mit dem Campanoncino)
  • Nach dem päpstlichen Segen Urbi et orbi an Weihnachten und Ostern, nach dem Angelus am Hochfest Peter und Paul und nach der Wahl eines neuen Papstes: alle sechs Glocken – a slancio
  • Beim Tod eines Papstes: Campanone – a slancio

Der Uhrschlag erfolgt auf den drei Glocken im Schallfenster (6, 5 und 1) unterhalb des Zifferblattes. Die Viertelstunden werden mit den beiden Campanelle geschlagen, worauf jeweils die Anzahl der angebrochenen Stunde auf dem Campanone nachgeschlagen wird.[24]

Nr. Name Gussjahr Gießer unterer Durchmesser Masse Schlagton (HT-16tel)
1 Campanone 1785 Luigi Valadier 2.315 mm ≈9.000 kg e0 +3
2 Campanoncino (Mezzana, Benedittina) 1725 Innocenzo Casini 1.774 mm 3.765 kg a0 +8
3 Campana della Rota 13. Jh. Guidotto Pisano 1.364 mm 1.735 kg cis1 +7
4 Campana della Predica 1893 Giovanni Battista Lucenti 1.087 mm 850 kg e1 +11
5 Campanella prima (Chiachierina, Pia) 1932 Daciano Colbachini 744 mm 280 kg h1 −4
6 Campanella seconda (Clementina) 1825 Luigi Lucenti 739 mm 260 kg c2 −3

Im Südwestpfeiler der Kuppel hängt ein kleines Dreiergeläut aus dem 15. Jahrhundert, mit dem zum Segen mit der Heiligen Lanze am Quatembersamstag in der Fastenzeit und mit dem Schweißtuch der Veronika am Passionssonntag zu den Stationsmessen geläutet wird.

In den Vatikanischen Gärten befindet sich die im Jahre 1999 von Marinelli, anlässlich des Jubiläumsjahres 2000, gegossene Grande Campana del Giubileo. Die rund fünf Tonnen schwere Glocke mit dem Schlagton g0 ist starr aufgehängt und kann gebeiert werden.[25]

Größenvergleich

Die Basilika St. Peter gehört zu den größten Sakralbauten der Welt. Sie wird jedoch nicht zwingend immer an erster Stelle genannt, da die Kriterien für die Größe eines Gebäudes je nach Aufzählung und Betrachtungsweise variieren und manchmal von der überbauten Fläche, ein anderes Mal von der Höhe des Baus oder von seinem Volumen abhängig sind. Markierungen im Fußboden des Hauptschiffs weisen für einen Vergleich mit anderen Gotteshäusern, von der Apsis aus gemessen, deren Längenmaße aus, unter anderem St Paul’s Cathedral in London, der Kölner Dom und die Kathedrale von Florenz.[26]

Bauwerk Bauzeit Größte Länge
(in Metern)
Größte Breite
(in Metern)
Größte Höhe
(in Metern)
Grundfläche (in m²) Weitere Angaben
Petersdom 1506–1626 211,5 0138 132,5 015.160 Kuppeldurchmesser: 42,34 m
Cathedral of Saint John the Divine, New York City (Vereinigte Staaten) 1892–? 183,2 070,7 011.240
Kölner Dom (Deutschland) 1248–1880 144,58 0086,05 157,38 007.914
Ulmer Münster (Deutschland) 1377–1890 139,5 0059,2 161,5 008.260
Basílica de Nossa Senhora, Aparecida (Brasilien) 1992–? 173 0168 100 018.000
Isaakskathedrale, Sankt Petersburg (Russland) 1818–1858 111 0097 101,5 010.767 Kuppeldurchmesser: 26 m
Dom des Heiligen Sava, Belgrad (Serbien) 1936–2004 091 0091 080 003.500 Kuppeldurchmesser: 35 m
Mezquita Catedral, Córdoba (Spanien) 0784 – 1523 179 0134 023.000
Hagia Sophia, Konstantinopel/Istanbul (Türkei) 0532 – 537 077 0071 056 007.560 Kuppeldurchmesser: 33 m
Prophetenmoschee, Medina (Saudi-Arabien) 0622 – 1981 300.500
Basilika Notre-Dame de la Paix, Yamoussoukro (Elfenbeinküste) 1985–1988 195 0150 158 008.000
Angkor Wat (Kambodscha) 1113–1150 215 1.878 065
Sagrada Família, Barcelona (Spanien) 1882–? 090 0060 112
(Geplant: 170)
017.822
St Paul’s Cathedral, London (England) 1675–1708 0158 0075 111 07.857
Kathedrale von Florenz, Florenz (Italien) 1296–1436 0153 0038 114 08.300 Kuppeldurchmesser: 45 m

Nachwirkung

Der Neubau der Basilika St. Peter hatte erhebliche Auswirkungen auf Architektur und Geschichte des Abendlandes.

Vorderes Hauptschiff mit Apsis und Cathedra Petri (von der Kuppel aus gesehen)
Vierung mit Baldachin und Confessio (von der Kuppel aus gesehen)

Architektur

Um 1500 waren noch zahlreiche gotische Kathedralen in Bau. Hatte im italienischen Kirchenbau schon im frühen 15. Jahrhundert die Renaissance Einzug gehalten, so wurde mit Bramantes Entwurf für die Peterskirche von 1506 die Gotik europaweit altmodisch. Die Bauarbeiten an vielen gotischen Kirchen wurden für Jahrhunderte eingestellt. Viele wurden erst im 19. Jahrhundert unter romantischen Vorzeichen fertiggestellt. Andere blieben unvollendet.

Die Abweichungen von Bramantes Plan, also die Kombination aus Kuppel-Zentralbau und basilikaler Längsorientierung sowie die üppige Ausgestaltung, setzten Maßstäbe für zahlreiche Kirchenbauten der Barockzeit.

Die Kasaner Kathedrale in Sankt Petersburg sollte im 19. Jahrhundert ein Nachbau der Basilika St. Peter werden und wurde vom ausführenden Baumeister erheblich umgestaltet. Die 1894 vollendete Kathedrale Marie-Reine-du-Monde in Montreal ist eine verkleinerte Nachbildung des Petersdoms. Eine weitere Kirche, die durch die Basilika St. Peter stark inspiriert wurde, ist die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro, Elfenbeinküste.

Die Basilika St. Agatha und Barbara in Oudenbosch (Niederlande) ist eine um das 4-fache verkleinerte Kopie des Petersdomes, allerdings mit der Fassade der Lateranbasilika.

Besucher

2007 besuchten täglich durchschnittlich 20.000 Menschen die Basilika. Damit gehört sie zu den am meisten besuchten Orten der Welt. Vor dem Eintritt müssen die Besucher umfangreiche Sicherheitskontrollen passieren. Ebenso wird auf angemessene Kleidung geachtet; Schultern und Knie müssen beim Besuch des Petersdoms in jedem Falle bedeckt sein.

Siehe auch

Literatur

  • Kunibert Bering: Die Peterskirche in Rom: Architektur und Baupropaganda. VDG, Weimar 2003, ISBN 3-89739-338-7.
  • Nicola Bianchini: Der Vatikan, Sillabe-Verlag, Livorno 2012, ISBN 978-88-8271-225-9.
  • Hugo Brandenburg, Antonella Ballardini, Christof Thoenes: Der Petersdom in Rom, Michael Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0243-0.
  • Horst Bredekamp: Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung. Wagenbach, Berlin 2000, ISBN 3-8031-5163-5.
  • Eberhard Hempel: St. Peter in Rom. Union-Verlag, Berlin 1960.
  • Eva Huttenlauch: Die "Porta della Morte" an St. Peter von Giacomo Manzù und der Wandel päpstlicher Kunstpolitik durch das Zweite Vatikanische Konzil. Regensburg 2014, ISBN 978-3-7954-2799-3.
  • Olaf Klodt: Templi Petri instauracio: die Neubauentwürfe für St. Peter in Rom unter Papst Julius II. und Bramante (1505–1513). Verlag an der Lottbek, Jensen 1992, ISBN 3-86130-000-1.
  • Olaf Klodt: Bramantes Entwürfe für die Peterskirche in Rom. Die Metamorphose des Zentralbaus, in: Olaf Klodt/Karen Michels/Thomas Röske/Dorothea Schröder (Hrsg.), Festschrift für Fritz Jakobs zum 60. Geburtstag, Münster: LIT 1996, S. 119–152, ISBN 3-8258-2729-1.
  • Olaf Klodt: Raffael oder Bramante? Kritische Anmerkungen zur St. Peter-Forschung, in: Karen Buttler/Felix Krämer (Hrsg.), Jacobs-Weg. Auf den Spuren eines Kunsthistorikers, Weimar: VDG 2007, S. 73–86, ISBN 978-3-89739-552-7.
  • Giovanni Morello (Hrsg.): La basilica di San Pietro: fortuna e immagine, Gangemi, Roma 2012, ISBN 978-88-492-2430-6
  • Georg Satzinger: Die Baugeschichte von Neu-St.-Peter. In: Jutta Frings (Hrsg.): Barock im Vatikan. Kunst und Kultur im Rom der Päpste. Verlag der Kunsthalle, Bonn 2005, ISBN 3-86502-125-5, S. 45–87.
  • Georg Satzinger, Sebastian Schütze (Hrsg.): St. Peter in Rom 1506–2006. Akten der internationalen Tagung 22.–25.02.2006 in Bonn. Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4155-9.
  • Heinrich Thelen: Zur Entstehungsgeschichte der Hochaltar-Architektur von St. Peter in Rom. Gebrüder Mann Verlag, Berlin 1967.
  • Christof Thoenes: Neue Beobachtungen an Bramantes St.-Peter-Entwürfen. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst. 3. Folge 45, 1994, S. 109–132.

Weblinks

 Commons: Basilica Sancti Petri – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Basilika. vaticanstate.va, abgerufen am 11. Februar 2017.
  2. a b Hugo Brandenburg: Die Konstantinische Petersbasilika am Vatikan. In: Der Petersdom in Rom. Michael Imhof, 2015, ISBN 978-3-7319-0243-0, S. 14, 16.
  3. a b Ulrike Knöfel: Petersdom-Baustelle des Apostels. Spiegel Online, 31. Juli 2012, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  4. Christof Thoenes: Der Neubau. In: Der Petersdom in Rom. Michael Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0243-0, S. 171.
  5. Beweis: Der bedeutende Säulensarkophag war nur bis 1455 im Anicier-Mausoleum (hinter S. Pietro) aufgestellt. Er geriet zunächst ins Oratorio di S. Tommaso, wurde 1607 ins Oratorio di S. Maria della Febbre, 1694 in die Cappella del SS. Sacramento und 1923 in das Museo Petriano verbracht. Quelle: F. W. Deichmann (Hrsg.), Repertorium der christlich-antiken Sarkophage I. Rom und Ostia (Wiesbaden 1967)
  6. Rolf Tomann (Hrsg.): Die Kunst der Italienischen Renaissance. H.F. Ullmann, Köln 2005, ISBN 978-3-8331-5581-9, S. 147.
  7. Vgl. Thoenes 1994; zusammenfassend Satzinger 2005.
  8. Christof Thoenes: Der Neubau. S. 174.
  9. Christof Thoenes: Der Neubau. S. 166.
  10. a b c d Christof Thoenes: Der Neubau. S. 189–196.
  11. Christof Thoenes: Der Neubau. S. 227.
  12. Christof Thoenes: Der Neubau. S. 240.
  13. a b Christof Thoenes: Der Neubau. S. 260.
  14. Christof Thoenes: Der Neubau. S. 252.
  15. Christof Thoenes: Der Naubau. S. 276.
  16. Nicola Bianchini: Der Vatikan. Sillabe, Livorno 2012, ISBN 978-88-8271-225-9, S. 15.
  17. Romolo Augusto Staccioli: Guida di Roma antica. Itinerari archeologichi. 4. Auflage. Mailand 1995, ISBN 88-17-16585-9, S. 342.
  18. Anton Henze, u. a.: Rom und Latium. Kunstdenkmäler und Museen. Reclams Kunstführer, Band 5. 4. Auflage. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-008679-5, S. 375.
  19. Homepage des Vatikans
  20. Neuer Altar vor der Kathedra Petri. Motu Proprio: Summorum Pontificum, 22. Oktober 2008, abgerufen am 11. Februar 2017.
  21. http://www.br-online.de/bayern2/nahaufnahme/reportagen-kirche-und-welt--ein-kunstwerk-fuer-den-papst-ID1307698964174.xml
  22. Fabbrica di San Pietro (Hrsg.): Der Petersdom. Belser, Mailand 2011, ISBN 978-3-7630-2597-8, S. 8.
  23. Erklärung des Sistema a Slancio. Abgerufen am 11. Februar 2017 (italienisch).
  24. Als Beispiel: 5–6–5–6––1–1–1–1–1 (5 Uhr), 5––1–1–1–1–1 (5.15 Uhr), 5–6––1–1–1–1–1 (5.30 Uhr), 5–6–5––1–1–1–1–1 (5.45 Uhr).
  25. Jan Hendrik Stens: Die Glocken von S. Pietro in Vaticano. In: Konrad Bund (u. a.): Jahrbuch für Glockenkunde. Bd. 15/16, MRV, Brühl 2004, S. 179–212.
  26. Rom – Dumont Kunst-Reiseführer, ISBN 3-7701-3738-8.