Alfred Bertholet

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Alfred Robert Felix Bertholet (* 9. November 1868 in Basel; † 24. August 1951 in Münsterlingen, heimatberechtigt in Basel und Aigle) war ein Schweizer reformierter Theologe und Religionswissenschaftler.

Alfred Bertholet-Schmid (1868–1951) Professor der Theologie. Verena Tammann-Bertholet (1907–1988), Grab, Wolfgottesacker, Basel
Grab auf dem Wolfgottesacker in Basel

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bertholet studierte Evangelische Theologie an den Universitäten von Basel, Strassburg und Berlin und lizentierte im Jahre 1895. In seiner Studienzeit wurde er Mitglied im Schweizerischen Zofingerverein.[1] Er habilitierte sich 1896 und wurde 1899 ausserordentlicher Professor und 1905 ordentlicher Professor in Basel. 1913 wurde er Professor in Tübingen, 1914 in Göttingen und 1928 in Berlin, wo er 1936 entpflichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Bertholet in die Schweiz zurück und arbeitete ab 1948 als ständiger Gastdozent an der Theologischen Fakultät in Basel.

Bertholets Lehrer Bernhard Duhm prägte sein Schaffen stark. Alfred Bertholet publizierte in seinen Fachgebieten «Altes Testament» und «Religionsgeschichte» streng wissenschaftliche sowie auch popularisierende Werke. Mit der 1919 veröffentlichten «Kulturgeschichte Israels» hat er die alttestamentliche Forschung aus einem anderen Blickwinkel aufgearbeitet und diese wurde von der einseitigen Prägung durch die Archäologie befreit. Weiter wirkte Bertholet an mehreren Sammelwerken mit, die zu seiner Zeit viel Aufsehen erregten.

Er war Herausgeber des Religionsgeschichtlichen Lesebuchs, Mitherausgeber der zweiten Auflage der Lexikonreihe Religion in Geschichte und Gegenwart und Herausgeber der vierten Auflage von Pierre Daniel Chantepie de la Saussayes Lehrbuch der Religionsgeschichte (1925). Als in den 1930er-Jahren der Plan entstand, in Kröners Taschenausgabe ein Wörterbuch der Religionen zu veröffentlichen, übernahm Bertholet diese Aufgabe. Das Manuskript lag im Herbst 1941 vor, ging aber 1944 durch Kriegseinwirkungen verloren. Bertholet rekonstruierte es nach seinen Notizen, erlebte aber nicht mehr die Veröffentlichung des Werks im Jahr 1952.[2]

1919 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.[3] 1938 wurde Bertholet Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alfred Bertholet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Smend: Ein Göttinger Deuteronomiumkommentator. Alfred Bertholet (1868–1951). In: Reinhard G. Kratz, Hermann Spieckermann (Hrsg.): Liebe und Gebot. Studien zum Deuteronomium. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-53874-X, S. 174.
  2. Alfred Bertholet: Wörterbuch der Religionen, 3. Auflage, neubearbeitet, ergänzt und herausgegeben von Kurt Goldammer, Kröner Verlag, Stuttgart 1976, Vorwort zur ersten und zweiten Auflage.
  3. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 38.