Alfred Dührssen

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Alfred Dührssen.

Alfred Jacobus Dührssen (* 23. März 1862 in Heide, Herzogtum Holstein; † 11. Oktober 1933 in Berlin) war ein deutscher Gynäkologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dührssen studierte an der Universität Marburg, wo er Mitglied des Corps Guestphalia wurde, sowie an der Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, wo er Mitglied des Corps Suevo-Borussia wurde und 1884 promovierte (Ueber chronische Parotitis mit consecutiver Speichelgeschwulst nebst einer Zusammenstellung der bisher veröffentlichten Fälle von Sialodochitis Stenoniana und Whartoniana). Anschließend war er Militärarzt in Berlin und Assistent seines Onkels Rudolf Dohrn an der Frauenklinik in Königsberg. 1886 wurde er Assistent von Adolf Gusserow an der Berliner Geburtshilflichen Poliklinik. 1888 wurde er Hebammenlehrer und habilitierte sich an der Universität in Berlin. 1895 wurde er zum Professor ernannt und gründete 1892 eine private Klinik für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe. Er verließ 1913 den Lehrkörper der Universität.

Alfred Dührssen starb 1933 im Alter von 71 Jahren in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof in Berlin-Westend.[1]

Des Mediziners Enkelin war die bekannte Ärztin, Psychiaterin, Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin Annemarie Dührssen (1916–1998).

Verdienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dührssen gilt als einer der Begründer der modernen operativen Gynäkologie. Er wurde bekannt durch seine vaginalen Operationsmethoden, darunter den vaginalen Kaiserschnitt. 1919 schlug Dührssen vor, geburtshilfliche Ambulatorien einzurichten. Unter dem Gesichtspunkt der Hygiene forderte er, Anstaltsgeburten idealerweise für jede schwangere Frau anzubieten. Er schlug außerdem vor, dass sich jede schwangere Frau vier Wochen vor dem Geburtstermin in der Anstalt vorstellt, um mögliche Geburtsstörungen oder Abnormalitäten bereits vor der Geburt festzustellen. Hier sah er auch Vorteile für die Ausbildung von Studenten.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geburtshülfliches Vademecum für Studierende und Ärzte (1890)
  • Der vaginale Kaiserschnitt – nebst Bericht über eine erfolgreiche vaginale Exstirpation des rupturierten Uterus unmittelbar post partum. (1896)
  • Über Heilung und Verhütung von Frauenkrankheiten (1900)
  • Die neue Geburtshilfe (1923)

Zeitschriftenbeiträge (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In: Der sozialistische Arzt.

  • Stimme gegen den § 218. 7. Jg. (1931), Heft 4 (April), S. 99–100 Digitalisat

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 472.