Alina Bronsky
Alina Bronsky (Pseudonym[1]) (* 2. Dezember 1978 in Swerdlowsk, Sowjetunion) ist eine russisch-deutsche Schriftstellerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgewachsen ist Bronsky, die Tochter einer Astronomin und eines Physikers russlanddeutscher und jüdischer Herkunft,[2][3][4] auf der asiatischen Seite des Uralgebirges sowie in Marburg und Darmstadt. Ihre Familie wanderte mit ihr Anfang der 1990er Jahre nach Deutschland aus.[5] Nach einem abgebrochenen Medizinstudium arbeitete sie als Werbetexterin und Redakteurin beim Darmstädter Echo.
Alina Bronsky ist Mutter von vier Kindern. Ihr Ehemann und Vater ihrer ersten drei Kinder verunglückte im Januar 2012 tödlich in den Walliser Alpen.[6] Sie lebt in Berlin-Charlottenburg mit ihrem Partner Ulrich Noethen. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter.[7]
Ihr Debütroman Scherbenpark, der die Geschichte einer russlanddeutschen Aussiedlerin erzählt, erregte großes öffentliches Interesse.[8] Der Roman war in der Sparte „Jugendbuch“ (Kritikerjury) für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009 sowie für den Aspekte-Literaturpreis nominiert. Er erschien als Theaterstück[9] und wurde mit Jasna Fritzi Bauer in der Hauptrolle verfilmt.[10]
Bronskys zweites Werk Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2010. Ebenfalls auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis (2015) stand Baba Dunjas letzte Liebe. Beide Werke wurden als Hörbücher bei tacheles!/Roof Music veröffentlicht. Die Lesung übernahm dafür Sophie Rois[11], Rois erhielt für die Hörbuchfassung den Deutschen Hörbuchpreis 2016 in der Kategorie »Beste Interpretin«[12]. 2021 erschien Bronskys Band Das Geschenk, in dem sie das Wünschen und Träumen zur Weihnachtszeit thematisiert.[13]
Bronsky bezeichnet sich nur ungern als Schriftstellerin, ihr komme der Begriff anmaßend vor, also bevorzuge sie Autorin.[14]
Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Scherbenpark. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-04030-2 (auch als Hörbuch, ISBN 978-3-86610-560-7).
- Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010, ISBN 978-3-462-04235-1.
- Spiegelkind. Jugendbuch. Arena Verlag, Würzburg 2012, ISBN 978-3-401-06798-8.
- Spiegelriss. Jugendbuch. Arena Verlag, Würzburg 2013, ISBN 978-3-401-06799-5.
- Mamas Liebling. Bilderbuch. Hansisches Druck- und Verlagshaus/edition chrismon, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-86921-116-9.
- Nenn mich einfach Superheld. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04462-1.
- Baba Dunjas letzte Liebe. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2015, ISBN 978-3-462-04802-5.
- mit Denise Wilk: Die Abschaffung der Mutter. DVA, München 2016, ISBN 978-3-421-04726-7.
- Und du kommst auch drin vor. Roman. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-76181-9.
- Der Zopf meiner Großmutter. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019, ISBN 978-3-462-05145-2.
- Barbara stirbt nicht. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021, ISBN 978-3-462-00072-6.
- Das Geschenk. edition chrismon, Leipzig 2021, ISBN 978-3-96038-296-6.
- Schallplattensommer. dtv, München 2022, ISBN 978-3-423-76370-7.
- Pi mal Daumen. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2024, ISBN 978-3-462-00425-0.[15]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Alina Bronsky im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Alina Bronsky bei IMDb
- Videoporträt und Lesung als Wettbewerbsteilnehmerin am Bachmannpreis 2008
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Alina Bronsky bei Perlentaucher
- Rezensionen zu Büchern von Alina Bronsky bei Jugendbuchtipps.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ deutschlandfunk.de: Schriftstellerin Alina Bronsky - "Sehnsucht, sich in der Welt wiederzufinden". 21. Oktober 2017, abgerufen am 27. Oktober 2024.
- ↑ Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Alina Bronsky bei Perlentaucher, abgerufen am 10. Dezember 2025
- ↑ Nina Paulsen (VadW): Alina Bronsky: Shooting-Star der deutschen Literatur - "Scherbenpark" erzählt die Geschichte einer jungen Deutschen aus Russland. Hrsg.: Volk auf dem Weg (Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.). Nr. 2, Februar 2009, S. 14–15.
- ↑ Alina Bronsky. In: Buchkultur. 2. August 2019, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ Parallelwelten – Deutsch-israelische Literaturtage 2011. In: goethe.de/ins/il – מגזין – Goethe-Institut Israel. Februar 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 17. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2025 (Interview mit Ofer Aderet).
- ↑ Grete Götze: Die schreibende Hausfrau. In: Frankfurter Rundschau online. 9. Januar 2012, abgerufen am 25. Januar 2018.
- ↑ Eva Harm: Ulrich Noethen. Ist wieder Vater geworden. In: Bunte. 29. August 2013, abgerufen am 13. September 2013.
- ↑ Eine Zeit zum Steinewerfen. In: FAZ. 2. Oktober 2008, abgerufen am 17. November 2025 (Paywall).
- ↑ Scherbenpark. Rowohlt-Theaterverlag, abgerufen am 28. Januar 2013.
- ↑ SCHERBENPARK (2013). In: max-ophuels-preis.de. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 7. Februar 2013; abgerufen am 10. Dezember 2025 (Filmfestival Max Ophüls Preis 2013).
- ↑ Kurz-Kritik zum Hörbuch Baba Dunjas letzte Liebe auf popshot.over-blog.de; abgerufen am 15. Mai 2019.
- ↑ Preisträger: Deutscher Hörbuchpreis. Abgerufen am 19. Mai 2025.
- ↑ SWR1 BW: Kritiker und Publikum lieben ihre Bestseller. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. Februar 2022. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
- ↑ Barbara Vorsamer: Mathematik lernen mit Alina Bronsky – „Mathematik ist die Kunst, das Rechnen zu vermeiden“. In: sueddeutsche.de. 22. August 2024, abgerufen am 25. August 2024 (Paywall).
- ↑ Claudia Ingenhoven, Ulrich Rüdenauer (SWR Kultur): Alina Bronskys "Pi mal Daumen": Witziger Roman über zwei Außenseiter. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bronsky, Alina |
| KURZBESCHREIBUNG | russisch-deutsche Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 2. Dezember 1978 |
| GEBURTSORT | Swerdlowsk, Sowjetunion |