Alley cropping

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Alley Cropping (aus dem Englischen, auf Deutsch so viel wie bebaute Verbindungsgänge oder bebaute Gassen) ist ein Anbausystem von Baum- bzw. Buschreihen in Abwechslung mit Feldfrüchten oder Futterpflanzen. Es ist eine Methode der Agroforstwirtschaft. Häufig werden für die Gehölzreihen Hülsenfrüchtler (Leguminosen) verwendet. Bei diesem System wird ausgenutzt, dass Bäume tiefere Wurzeln haben und somit eine kurze Trockenzeit überwinden können. Zudem lockern die Wurzeln den Boden auf, und das dichte Blätterdach schützt die niedrigeren Kulturpflanzen in der Regenzeit vor starkem Regen und in der Trockenzeit vor zu starker Sonneneinstrahlung. Da die Bäume regelmäßig zurechtgeschnitten werden, wird ausgeschlossen, dass die Nutzpflanzen darunter zu sehr beschattet werden. Das dadurch anfallende Holz kann als Brennstoff benutzt werden, das Laub als Viehfutter.[1]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Methode des Alley Cropping wurde in den Tropen entwickelt und wird hauptsächlich dort angewendet, da der Boden besser gegen Erosion geschützt ist als bei vollständiger Rodung. Leguminosen verbessern darüber hinaus die Stickstoffversorgung des Bodens. Die Verwendung von Obst- oder Nussbäumen erhöht den Flächenertrag. Die insgesamt erhöhte Biodiversität fördert die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung.[2]

Nur wenn die Pflanzen der Gehölzstreifen das Wachstum der Kulturpflanzen fördern, ist das Anbausystem rentabel. Ein Mehrertrag ist z. B. durch Windschutz möglich. Für eine ökonomische Amortisation der negativen Effekte muss gemäß einer Dissertation aus dem Jahre 2011 der durch Symbioseeffekte erzielte Mehrertrag einer Fruchtfolge Winterraps, Winterweizen, Silomais, Sommergerste auf einem 20 ha großen Schlag mit fünf Gehölzstreifen 3,6 % betragen.[3]

Im Vergleich zum flächenhaften Anbau speichert das Alley Cropping System mehr Kohlendioxid und trägt zur Minderung der Klimaerwärmung bei. Mindererträge können durch Subventionen im Rahmen des Emissionshandels ausgeglichen werden.[4]

Durch die steigende Bedeutung nachwachsender Rohstoffe ist Alley Cropping auch in Europa in den Focus der Agrar- und Forstwissenschaftler geraten. Es wird eine synergistische Kombination von Kurzumtriebsplantagen und Ackerkulturen in ihrer Fruchtfolge angestrebt.[5]

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Alley Cropping wird die effektive Nutzfläche durch die Gehölzreihen reduziert, besonders wenn die Gehölze erst nach mehreren Jahren genutzt werden können. Je früher auch die Gehölzreihen beerntet werden können, desto wirtschaftlicher wird das Kultursystem.[6]

Die Gehölzstreifen behindern die Bearbeitung, dadurch steigen die Arbeitskosten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. E. Sumberg: Alley farming in the humid zone: linking crop and livestock production. In: ILCA Bulletin. Vol. 18, 1984, S. 2–6.
  2. W. Terrell Stamps; J. Houx; L. Godsey und T. L.: Woods: The economics and ecology of alley cropping in the mid-western United States. In: Proceedings of the 12th North American Agroforestry Conference. Athens, USA. Agroforestry: A Profitable Land Use. 4-9 Juni 2011, S. 8–14.
  3. Christian Schmidt: Zur ökonomischen Bewertung von Agroforstsystemen. Gießen 2011, S. 209 http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8508/
  4. Jason Holderieath; C. Valdivia; L. Godsey und C. Barbieri: The potential for carbon offset trading to provide added incentive to adopt silvopasture and alley cropping in Missouri. In: Agroforestry Systems. Vol. 86(3), 2012, S. 345–353.
  5. Antonio Rigueiro-Rodriguez; Jim H. McAdam und Maria Rosa Mosquera-Losada: Agroforestry in Europe. Springer, New York 2008, ISBN 978-1-4020-8271-9.
  6. R. K. Peng, L. D. Incoll, S. L. Sutton, C. Wright und A. Chadwick: Diversity of Airborne Arthropods in a Silvoarable Agroforestry System. In: Journal of Applied Ecology. Vol. 30(3), 1993, S. 551–562.