Allmannsdorf (Konstanz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Allmannsdorf (Konstanz) ist ein rechtsrheinischer Verwaltungsbezirk von Konstanz. Er liegt westlich und oberhalb von Staad (Konstanz) und oberhalb des Bodensees. Der Verwaltungsbezirk Allmannsdorf entstand aus der flächenmäßig größeren ehemaligen Gemeinde Allmannsdorf, die am 1. Januar 1915 eingemeindet wurde.

Allmannsdorf als Verwaltungsbezirk von Konstanz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige souveräne Gemeinde Allmannsdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allmannsdorf gehörte ab 1272 zur Landschaft Mainau der Deutschordens-Kommende Mainau. Im Jahr 1806 wurde der Deutschen Orden in den mit Frankreich verbündeten deutschen Staaten säkularisiert. Die Besitztümer (Land oder Vermögen) fielen an das Großherzogtum Baden.[1] Von 1806 bis 1914 gehörten zur Gemeinde Allmannsdorf auch die heutigen Konstanzer Verwaltungsbezirke Staad, Egg mit Mainau, Königsbau und der größere Teil von Petershausen-Ost.[2]

Eingemeindung in Konstanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vertrag zur Eingemeindung in die Stadt Konstanz wurde Anfang 1914 geschlossen, im Juni 1914 durch das Innenministerium genehmigt und trat zum 1. Januar 1915 in Kraft.[3] Allmannsdorf behielt seinen eigenen Friedhof, den Allmannsdorfer Friedhof.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1806: (Gemeinde Allmannsdorf mit Staad, Egg mit Mainau, Königsbau und dem größeren Teil von Petershausen-Ost): 670 Seelen[5]
  • 1843: 683 Einwohner durch steigende Geburtenraten und Zuzüge.[6]
  • 31. Dezember 2013: (flächenmäßig verkleinertes Allmannsdorf als Verwaltungsbezirk von Konstanz): 5.241 Einwohner[7].

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staader Wasserturm
Bild von Joseph Moosbrugger: Loretto-Kapelle in Konstanz

Ein markantes Gebäude ist der vom Bodensee weithin sichtbare Otto-Moericke-Turm, der ehemalige Staader Wasserturm. Die Loretto-Kapelle aus dem Jahr 1638 wurde gebaut als Dank für den Abzug der Schweden 1633 im Dreißigjährigen Krieg.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Derschka: Allmannsdorf und die Gründungsausstattung der Abtei Reichenau. In: Harald Derschka, Rainer Hausmann, Martin Löhnig (Hrsg.): Festschrift für Hans-Wolfgang Strätz zum 70. Geburtstag. Edition Rechtskultur, Regenstauf 2009, ISBN 978-3-86646-400-1, S. 93–114.
  • Anneliese Müller: Allmannsdorf. In: Der Landkreis Konstanz. Amtliche Kreisbeschreibung III: Gemeindebeschreibungen der Verwaltungsräume Engen, Gottmadingen, Hilzingen, Höri, Konstanz. Thorbecke, Sigmaringen 1979, ISBN 3-7995-6183-8, S. 432–440.
  • Emil J. Mundhaas: Vom „Hörnlibühl“ über den „Kilchenbuck“ zur „Allmannshöhe“: Ein Gang auf der Zeitachse durch das alte Allmannsdorf. In: Delphin-Kreis (Hrsg.): Das DelphinBuch, (Konstanzer Beiträge zu Geschichte und Gegenwart, Neue Folge, Bd. 9), Konstanz 2008, ISBN 978-3-939142-34-8, S. 25–50.
  • Emil J. Mundhaas: Schifffahrt und Fischerei im alten Staad. Chronik der Gemeinde Allmannsdorf, Band II. Manuskript, Frühsommer 2008, Aufbewahrungsort: Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Allmannsdorf (Konstanz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Emil J. Mundhaas: Hoch- und Niedergerichtsbarkeit des Deutschen Ordens in der Landschaft Mainau. In: Hegau. Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebiets zwischen Rhein, Donau und Bodensee. Jahrbuch 70 (2013), ISBN 978-3-933356-69-7. S. 233–254.
  2. Schriftliche Ausarbeitung vom 31. März 2015 von Emil J. Mundhaas, Konstanz.
  3. Emil J. Mundhaas: „Heirat“ nach jahrelangen Verhandlungen. Allmannsdorf 100 Jahre vereinigt mit der Stadt Konstanz. In: Stadt Konstanz (Hrsg.): Konstanzer Almanach 2015. Verlag Friedrich Stadler, Konstanz. ISBN 978-3-7977-0585-3. S. 47–49.
  4. Emil Mundhaas: Die Friedhöfe in der ehemaligen Gemeinde Allmannsdorf. In: Delphin-Kreis (Hrsg.): Das DelphinBuch, Labhard Medien GmbH, Konstanz 2013, ISBN 978-3-939142-93-5. S. 229–260.
  5. Emil J. Mundhaas: Hoch- und Niedergerichtsbarkeit des Deutschen Ordens in der Landschaft Mainau. In: Hegau. Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebiets zwischen Rhein, Donau und Bodensee. Jahrbuch 70 (2013), ISBN 978-3-933356-69-7. S. 233–254, hier S. 254.
  6. Emil Mundhaas: Die Friedhöfe in der ehemaligen Gemeinde Allmannsdorf. In: Delphin-Kreis (Hrsg.): Das DelphinBuch, Labhard Medien GmbH, Konstanz 2013, ISBN 978-3-939142-93-5. S. 229–260.
  7. konstanz.de: Konstanzer Stadtteilprofile 2013. Statistiken und Kennzahlen. S. 11 - Paradies.
  8. Konstanz-Allmannsdorf - Lorettokapelle.