Almased

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Almased Wellness GmbH
Rechtsform GmbH
Sitz Bienenbüttel, Deutschland
Leitung André Trouillé (Geschäftsführer)
Website www.almased.de

Almased ist ein deutsches Familienunternehmen, das unter der gleichnamigen Marke einen Eiweiss-Drink (Shake) als Mahlzeitenersatz zur Gewichtsreduktion und -regulierung vertreibt.[1]

Der globale Hauptsitz liegt in Bienenbüttel (Niedersachsen), mit weiteren Geschäftsstellen in den Vereinigten Staaten, Kanada und England. Die Formula-Diät ist in der Originalrezeptur sowie einer laktose-freien Variante erhältlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Almased wurde Mitte der 1980er Jahre von dem Heilpraktiker Hubertus Trouillé in der niedersächsischen Kleinstadt Bienenbüttel entwickelt. Die Rezeptur aus Soja, Jogurt und Honig entstand an seinem heimischen Küchentisch. Ursprünglich wollte Trouillé ein Mittel herstellen, das den schlecht funktionierenden Stoffwechsel seiner Patienten anregte. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass Almased zusätzlich auch eine schnelle Gewichtsabnahme förderte. Der Durchbruch kam 1996 mit dem Buch „Die Markert Diät“ des gleichnamigen Arztes, der als Teil seines Konzeptes eine Fastenkur mit Almased anriet.[2] 2004 zeigte eine internationale Studie, dass die Diät-Shakes die Fettverbrennung unterstützen und dabei helfen, Muskelmasse zu erhalten.[3] Heute ist Almased unter anderem für seine Werbefilme mit der Bulldogge bekannt.[4] Das Unternehmen wird derzeit von Hubertus Trouillés Sohn André Trouillé geleitet.

Der Umsatz wurde für 2015 auf 100 Millionen Euro geschätzt.[5] Lange Zeit hatte Almased mit mehr als 50 % eine marktbeherrschende Stellung auf dem Diätmarkt.[6] 2014 hatte Almased sogar laut OLG Köln einen Marktanteil von 80 % und war damit mit weiten Abstand Marktführer in dem Produktsegment der diätetischen Lebensmittel.[7] Den hohen Bekanntheitsgrad bestätigte auch das OLG Hamburg.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kritik geriet Almased unter anderem wegen der Werbung für das Produkt durch Apotheker und Ärzte. Im Jahr 2015 befand das Landgericht Lüneburg, dass solche Werbung gegen die Health-Claims-Verordnung der EU verstößt, nach der Ärzte, wie der Freiburger Professor Aloys Berg, nicht für Produkte werben dürfen.[9]

Im Test der Zeitschrift Öko-Test (Ausgabe Januar 2019) erhielt das Produkt Almased Vitalkost wegen seiner Inhaltsstoffe die Note ungenügend.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Doris Gerstl: Zur Anthropomorphisierung von Tieren in der Heilmittelwerbung Von Bulldoggen, Pinguinen und Uhus in Mitteilungen des Regensburger Verbunds für Werbeforschung – RVW, 2/2014, S. 42–54 [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markenregister
  2. Stern - Die Wahrheit über das Abnehmmittel 19. November 2016
  3. Nature - Weight loss without losing muscle mass in pre-obese and obese subjects induced by a high-soy-protein diet (englisch) 10. August 2004
  4. Welt - Die Firma mit dem millionenteuren Mops-Spot 22. Juni 2013
  5. Almased Die Wahrheit über das Wunderpulver, Stern, 19. November 2015
  6. Almased: Die Nummer 1 stürzt ab apotheke-adhoc.de
  7. OLG Köln: Zur Produktnachahmung eines diätetischen Lebensmittels OLG Köln, Urteil vom 12.12.2014, Az. 6 U 28/14
  8. Gemeinschaftsrechtlicher Markenschutz: Verletzung bekannter Marke durch Buchtitel, Grund 10 landesrecht-hamburg.de, Urteil vom 24.05.2017, 5 U 174/16
  9. Almased darf nicht mit Arzt-Empfehlung werben Deutsche Apothekerzeitung
  10. ÖKO-Test Magazin, Ausgabe Januar 2019, Seite 18–23
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!