Sojabohne

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Sojabohne
Soybeans.jpg

Sojabohne (Glycine max)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Glycine
Art: Sojabohne
Wissenschaftlicher Name
Glycine max
(L.) Merr.

Die Sojabohne (Glycine max (L.) Merr.), häufig auch einfach als Soja (von jap. shōyu für Sojasauce)[1] bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae oder Fabaceae).

Der Anbau der Nutzpflanze Sojabohne ist seit einer Zeit zwischen 1700 und 1100 v. Chr. in Nordostchina als Nahrungspflanze nachgewiesen. Die Sojabohne wird heute auf sechs Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut und ist die weltweit wichtigste Ölsaat. Ihre zunehmende Bedeutung spiegelt sich in dem seit den 1970er Jahren von allen Nutzpflanzen höchsten Zuwachs an Anbaufläche wider. Während 1960 siebzehn Millionen Tonnen produziert wurden[2], waren es 2012 253,1 Millionen Tonnen.[3]

Sojabohnen enthalten etwa 20 Prozent Öl und 37 Prozent Eiweiß. Die Eiweißqualität ist mit der von tierischem Eiweiß vergleichbar, was die Sojabohne von anderen Pflanzen abhebt. Direkt von Menschen konsumiert werden etwa zwei Prozent der geernteten Sojabohnen. Der überwiegende Anteil der Sojaernte wird zur Sojaölgewinnung eingesetzt, das vor allem als Lebensmittel, aber z. B. auch für die Produktion von Biodiesel verwendet wird. Der verbleibende Sojakuchen (rund 80 Prozent der Masse) wird aufgrund des hohen Eiweißgehalts zu 98 Prozent in der Tierproduktion verfüttert.[2]

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Zygomorphe Blüten
Reife Hülsenfrucht

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sojabohne ist eine einjährige krautige Pflanze. Da es sehr viele Convarietäten und Varietäten gibt, sind auch die morphologischen Merkmale sehr unterschiedlich. Am häufigsten sind aufrecht wachsende Sorten von 20 bis 80 Zentimeter Wuchshöhe. Hochwüchsige Sorten erreichen bis zwei Meter Höhe. Die Stängel sind eher dünn und mehr oder weniger verzweigt. Die meisten Sorten sind an Stängeln, Blattstielen und Blättern fein und dicht behaart.

Es gibt Sorten mit unbegrenztem (indeterminiertem) Wachstum. Die Mehrzahl der Sorten hat jedoch ein begrenztes Wachstum, da die Endknospe der Triebe sich zum Blütenstand entwickelt, und die Pflanze somit nicht weiterwächst. In höheren Breitengraden werden erstere Sorten bevorzugt.

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang. Die unpaarig gefiederte Blattspreite bestehen meist aus drei Blättchen. Die ganzrandigen Blättchen sind bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 6 Zentimetern oval. Die Laubblätter werden noch während der Fruchtreifung abgeworfen.

Sojabohnen haben ausgeprägte Pfahlwurzeln von bis zu 1,5 Meter Länge. Die Wurzeln werden von dem sojaspezifischen Knöllchenbakterium Bradyrhizobium japonicum besiedelt. In dieser Symbiose erhält die Pflanze von den Bakterien den wichtigen Nährstoff Stickstoff in pflanzenverfügbarer Form. Beim Anbau von Soja auf Böden, in denen die Bakterien nicht von Natur aus vorhanden sind (etwa bei europäischen Böden) erfolgt eine Beimpfung des Saatgutes mit den erforderlichen bakteriellen Symbionten.[4]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sojabohne ist eine Kurztagspflanze. Beim Anbau unter Langtagbedingungen verlängert sich die Wachstumszeit durch Verzögerungen bei der Blütenanlage und Abreife der Samen.[4]

Die drei bis zwanzig Blüten stehen zu in seiten- oder endständigen traubigen Blütenständen zusammen. Sie sind klein und in der Regel selbstbefruchtend. Die Blühperiode erstreckt sich meist über drei bis vier Wochen.

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Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.

Nur 20 bis 80 Prozent der Blüten setzen Hülsenfrüchte an. Diese Hülsenfrüchte sind 2 bis 10 Zentimeter lang und bei der Reife strohgelb, grau oder schwarz und enthalten ein bis fünf Samen. Die braunen, grünen oder schwarzvioletten Samen sind kugelig, ei- oder nierenförmig, flach oder gewölbt. Die Tausendkornmasse reicht von 50 bis 450 Gramm. Die Ernte der Sojabohnen kann vollmechanisiert durch Mähdrescher erfolgen.[5]

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.[6]

Schädlinge und Krankheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schädlinge der Sojabohnenpflanze sind die Sojabohnenzystennematode, die zur Gruppe der Fadenwürmer gehört, der Baumwollkapselbohrer, die Stinkwanze, der Asiatische Sojarost (Phakopsora pachyrhizi) und der Pilz Fusarium virguliforme. Der Pilz führt zum „Sudden-death-Syndrom“ (SDS), das ein akutes Absterben der Sojapflanze zur Folge hat.[7]

Herkunft und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung in China, Japan und Südostasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sojabohne stammt von der Wildform Glycine soja ab. Die ältesten Belege für eine Nutzung nicht-domestizierter, kleiner Soja-Samen durch den Menschen stammen aus Nordchina (7000 v. Chr.) und Japan (5000 v. Chr.). Die ältesten Belege für große, gezüchtete Bohnen stammen aus Japan (3000 v. Chr.) und Korea (1000 v. Chr.). In China ist sie seit der Zhou-Dynastie (ca. 500 v. Chr.) weit verbreitet.[8] In China galt sie damals zusammen mit Hirse als eine der wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen.[9][10]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Europa entdeckt wurde Glycine max von Engelbert Kaempfer, der sie nach seiner Japan-Reise 1691/92 erstmals beschrieb. Aus dem Jahre 1737 gibt es erste Belege, dass die Sojabohne in Holland in botanischen Gärten gezogen wurde, 1739 auch in Frankreich. In Europa erlangte der Anbau jedoch nie eine Bedeutung. Samuel Bowen brachte die Sojabohne 1765 erstmals in die USA.[9]

Der frühe internationale Bedeutungszuwachs der Sojabohne erklärt sich nicht allein durch ihren hohen Öl- und Proteingehalt und die hohe Ertragsstabilität, da diese teilweise erst im 20. Jahrhundert durch enorme Forschungsanstrengungen erreicht wurden.[11]

Anfänge in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der ersten Erwähnung der Sojabohne in der US-Agrarstatistiken 1924 bis zum Zweiten Weltkrieg stieg die Anbaufläche von 767.000 auf 4.220.000 ha an. Der überwiegende Teil der Ernte wurde bis Ende der 1930er Jahre jedoch nicht in Ölpressen verarbeitet. 1925 wurden nur 6 % der Ernte gepresst, 1939 hingegen bereits 71 %. Der Grund für den massiven Produktions- und Pressungszuwachs lag in der erst beginnenden Kooperation zwischen Landwirten und Verarbeitern. So wurden im Forum der 1919 gegründeten American Soybean Association (ASA) im Jahr 1928 erste bindende Abnahmegarantien geschlossen. Anfang der 1930er erreichte die ASA die Etablierung prohibitiver Importzölle auf Sojabohnen, die das Doppelte des Marktpreises betrugen. Die so geschützte US-Sojabohnenproduktion konnte sich daher ausdehnen.[11] Dennoch wurde die Sojabohne zunächst nur im industriellen Bereich eingesetzt. Anfang der 1930er wurden 95 % des Sojaöls zur Farb- und Firnisherstellung eingesetzt. Im Bereich der menschlichen Ernährung war das potenziell für die Margarineproduktion verwendbare Sojaöl der Konkurrenz des Kokosnussöls aus den Philippinen unterlegen, unter anderem aufgrund des relativ markanten und starken Geschmacks des Sojaöls. Daher erschien eine zukünftige Bedeutung der Sojabohne für die Ernährung unwahrscheinlich. Der Industrielle Henry Ford verarbeitete Sojamehl zu Plastik, welches er in der Autoproduktion verwendete. Doch seit Mitte der 1930er wurde unter dem Einfluss der ASA auch die Verarbeitung von Kokosnussöl besteuert.[11]

Neben dem Schutz vor ausländischer Konkurrenz begünstigten weitere Faktoren den Aufstieg der Sojabohne. Z. B. setzte die Motorisierung der Landwirtschaft größere Flächen frei, die zuvor für den Futteranbau für Zugtiere verwendet worden waren. Bauern, die sich brachliegenden Flächen und sinkenden Einkommen gegenübersahen, erhofften sich von der Sojabohne eine Antwort auf ihre Probleme. Die Sojabohne wurde so auch "Goldene Bohne", "Cinderella" und "Wunderfrucht" genannt. Sie wurde auch aufgrund ihrer stickstoffbindenden Eigenschaften in der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit gelobt. Die Sojabohne konnte zudem mit denselben Mähdreschern geerntet werden wie Weizen. Die Marktpreise waren deutlich höher als für Mais. Die ASA startete Kampagnen, um die Bohne unter Landwirten im Mittleren Westen zu größerer Bekanntheit zu verhelfen. Zudem wurden auf Soja spezialisierte Forschungseinrichtungen und -programme etabliert. Die Zuchtstationen importierten Tausende von Sorten aus China. Schließlich wurde das Aminosäureprofil identifiziert, und Sojamehl begann, Fleisch-, Fisch- und Baumwollsamenmehl als Viehfutter zu verdrängen.[11]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zweite Weltkrieg verhalf der Sojabohne zu weiteren starken Bedeutungszuwächsen in den USA. Der Krieg stimulierte die Wirtschaft und erhöhte die Güternachfrage, insbesondere nach Lebensmitteln. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor war das Land zudem von Kokos- und Palmölimporten abgeschnitten und musste diese Angebotseinbrüche wettmachen. Die Regierung führte Garantiepreise für Sojabohnen und Subventionen für die Verarbeitungsindustrie ein. Die Preise verdoppelten sich so während des Kriegs. Auch die Schweine- und Geflügelfleischproduktion nahmen um 40-50 % zu und verschaffte dem zuvor eher als Nebenprodukt der Ölgewinnung angesehenen Sojamehl einen massiven Bedeutungsgewinn als Futtermittel. Auf Druck der ASA verpflichteten sich Margarinehersteller 1947, nur noch amerikanische Rohstoffe zu verwenden.[11] Anders im nationalsozialistischen Deutschland. Dort strebte man die direkte Einbringung der wertvollen Pflanze in die menschliche Nahrung an. Die Nationalsozialisten hatten ihr Augenmerk auf die Sojabohne geworfen, da sie mit ihrem hohen Anteil an biologisch vollwertigen Eiweißen sehr gut geeignet war, die sogenannte „Eiweißlücke“ zu schließen, die wegen der Autarkiebestrebungen Deutschland drohte.

Nachkriegszeit und internationale Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nordamerikanische Produktion dehnte sich nach dem Krieg stark aus und versechsfachte sich so zwischen 1946 und 1970. Während unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg nur wenig Soja exportiert wurde, stieg dieser Anteil bis 1970 auf 40–57 %. Die Exporte versorgten europäische Ölmühlen, welche von amerikanischen Firmen insbesondere in den 1960er Jahren gebaut wurden. Die Verwendung von Sojamehl als Futtermittel in Europa wurde von Anbauverbänden ebenfalls angeregt. Auch die amerikanischen Lebensmittelhilfen und der Abbau von Bevorzugungen von Ölimporten aus Drittländern im Rahmen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) begünstigten die weitere Etablierung der europäischen Nachfrage nach Sojabohnen.[11]

Seit den 1970er Jahren nahm die Sojabohnenproduktion in Nordamerika weiter zu. Insbesondere in Südamerika gewann sie massiv an Bedeutung. Im Süden Brasiliens begann die Sojabohne Kaffee zu verdrängen. Heute produziert Südamerika mehr Sojabohnen als Nordamerika.[10]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sojabohnenernte in Michigan, 2006.
Die 15 größten Produzenten von Sojabohnen (nach FAO, 2012)

Auf dem Weltmarkt für Ölsaaten (ohne Ölpflanzen) hat die Sojabohne mit über 55 % den größten Marktanteil und einen volkswirtschaftlichen Wert von knapp 50 Milliarden US-Dollar.[9] Die Welternte 2012 belief sich auf über 253,1 Mio. t. Die gesamte Anbaufläche betrug über 106,6 Mio. ha. Die 15 größten Produzenten erzeugten zusammen etwa 98,35 % der gesamten Welternte.

Die größten Sojaproduzenten weltweit (2012)[3]
 Rang  Land  Menge 
(in t)
 Rang  Land  Menge 
(in t)
   1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten    82.054.800    9 UkraineUkraine Ukraine    2.410.200
   2 BrasilienBrasilien Brasilien    65.700.605    10 BolivienBolivien Bolivien    2.400.000
   3 ArgentinienArgentinien Argentinien    51.500.000    11 RusslandRussland Russland    1.806.203
   4 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China (Festland)    12.800.000    12 IndonesienIndonesien Indonesien    851.647
   5 IndienIndien Indien    11.500.000    13 SudafrikaSüdafrika Südafrika    850.000
   6 ParaguayParaguay Paraguay    8.350.000    14 NigeriaNigeria Nigeria    450.000
   7 KanadaKanada Kanada    4.870.160    15 ItalienItalien Italien    422.100
   8 UruguayUruguay Uruguay    3.000.000     Welt    253.137.072
Die größten Sojaexporteure weltweit (2011)[12]
 Rang  Land  Menge 
(in t)
 Rang  Land  Menge 
(in t)
   1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten    34.310.514    9 SlowenienSlowenien Slowenien    334.083
   2 BrasilienBrasilien Brasilien    32.985.562    10 BelgienBelgien Belgien    264.485
   3 ArgentinienArgentinien Argentinien    10.820.030    11 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China (Festland)    208.262
   4 ParaguayParaguay Paraguay    5.010.000    12 ItalienItalien Italien    90.042
   5 KanadaKanada Kanada    2.650.762    13 RumänienRumänien Rumänien    72.716
   6 UruguayUruguay Uruguay    1.813.400    14 KroatienKroatien Kroatien    54.701
   7 UkraineUkraine Ukraine    1.096.303    15 OsterreichÖsterreich Österreich    53.916
   8 NiederlandeNiederlande Niederlande    737.532     Welt    91.021.479

Die Sojabohne war 2011 mit 91 Millionen Tonnen nach Weizen (148,3 Mio. t) und Mais (109,6 Mio. t) die meistgehandelte Nutzpflanze. Exporteure sind vor allem südamerikanische Länder sowie die USA. Der mit Abstand bedeutendste Importeur (2011) ist China (57,8 % der weltweiten Importmenge), gefolgt von Mexico (3,7 %), Deutschland (3,5 %) und Spanien (3,5 %).[13]

Seit 1996 ist eine gentechnisch veränderte (transgene) Sojabohne zugelassen, die die Unkrautbekämpfung erleichtert. Die Pflanzen sind resistent gegen das Breitbandherbizid Glyphosat (Roundup). 2010 wurde auf 71 % der globalen Sojaanbaufläche transgenes Saatgut verwendet.[14]

Südamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sojabohnenfeld in Rio Grande do Sul (Brasilien), 2008.

Südamerika produzierte 2012 51,8 % der globalen Sojabohnenernte. Etwa 80 % Prozent des in Südamerika angebauten Sojas werden als Mastfutter in der Tierhaltung in Europa und Nordamerika verfüttert. Ca. 10 % werden zu Agrartreibstoffen verarbeitet und 9 % werden zu Margarine verarbeitet. Der Rest von 1 % wird für andere Soja-Lebensmittel, beispielsweise Sojasoße oder Tofu, verwendet.[15]

Die Anbauflächen stiegen seit dem Jahre 2000 in Argentinien auf 17 Millionen Hektar (+190 %) und in Brasilien auf 22 Millionen Hektar (+160 %). Brasilien steigerte von 2002 bis 2012 die Produktion von Sojabohnen von 43 Millionen Tonnen auf 66 Millionen Tonnen.[16] Umweltschützer kritisieren, dass in Argentinien und Brasilien große Flächen Regenwald abgeholzt werden, um die Anbauflächen für Soja zu vergrößern. Andere gefährdete Ökosysteme sind ebenfalls betroffen, zum Beispiel die Nebelwälder in Argentinien oder die Cerrado-Savanne in Brasilien.[17][18]

Der Anbau transgener Sojabohnen ist in vielen Ländern Südamerikas stark verbreitet.

Nordamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sojabohnenfeld in Clinton County (Indiana), erntereif.

34,3 % der Weltproduktion stammten 2012 aus Nordamerika. Hauptanbaugebiet ist hier der sogenannte Corn Belt („Maisgürtel“) im Mittleren Westen, wo fast ausschließlich Mais und Sojabohnen angebaut werden. Die US-Bundesstaaten Illinois und Iowa sind am produktionsstärksten. Mehr als ein Drittel der US-Produktion wird exportiert, und Sojaöl ist das verbreitetste Pflanzenöl in der Lebensmittelproduktion in den USA.

Auch in den USA und Kanada ist der Anbau von gentechnisch verändertem Soja weit verbreitet.

Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Asien wurden 2012 10,7 % der globalen Sojaernte produziert. China ist der mit Abstand wichtigste Produzent des Kontinents.

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Europa wurden 2012 2,2 % der globalen Erntemenge produziert. In der EU werden in erster Linie in Italien, Rumänien und Frankreich Sojabohnen produziert, außerhalb der EU in der Ukraine, Russland und Serbien.[19] 2007 hatte die EU einen Bedarf von 34,5 Mio. t Sojaschrot, wovon 0,3 Mio. t innerhalb ihrer Grenzen produziert wurden.[20]

Ein Anbau kommt in Europa nur dort in Betracht, wo während der unter europäischen Klimabedingungen gegebenen Vegetationszeit von 150 bis 180 Tagen eine Wärmesumme von 1500 bis 2000 Gradtage bezogen auf einen Schwellenwert von 6 °C erreicht wird. Zur Keimung der Sojasaat ist eine Bodentemperatur von circa 10 °C erforderlich.[5]

Mehrere gentechnisch veränderte Sojabohnen sind in der EU zur (kennzeichnungspflichtigen) Verwendung als Futter- und Lebensmittel zugelassen, jedoch nicht für den Anbau.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sojabohnenfeld bei Hockenheim (2011).

In Deutschland wurden im Jahr 2011 auf etwa 5000 Hektar Sojabohnen angebaut. Optimale klimatische Bedingungen in der unter hiesigem Klima möglichen Vegetationszeit der Bohnen zwischen Ende April/Anfang Mai und Mitte Oktober herrschen nur an einigen Standorten in Süddeutschland (Oberrheinische Tiefebene zwischen Freiburg und Mainz, Neckartal zwischen Stuttgart und Heilbronn, südliches Bayern).[21] Seit 1996 konzentriert man sich auf den ökologischen Anbau. Mit gentechnikfreiem Soja könnten gemäß dem Deutschen Sojaförderring Preise deutlich über dem Weltmarktpreis erreicht werden.[22]

Im Januar 2011 startete mit Unterstützung des BMELV ein vom FiBL koordiniertes Forschungsprojekt mit dem Ziel, den Sojaanbau in Deutschland auch über die traditionellen Anbaugebiete im Süden hinaus auszudehnen.[23] Das Forschungsprojekt wird vom "Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderen Formen der nachhaltigen Landwirtschaft" (BÖLN) über drei Jahre mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro gefördert. Der Titel des Projekts lautet „Ausweitung des Sojaanbaus durch züchterische Anpassung sowie pflanzenbauliche und verarbeitungstechnische Optimierung“. Die Bearbeitung erfolgt durch ein Konsortium, bestehend aus der Hochschule Osnabrück(Fakultät Agrarwissenschaften & Landschaftsarchitektur), FiBL Deutschland und FiBL Schweiz, dem Sojaförderring am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg, der Georg-August-Universität Göttingen, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen am Julius-Kühn-Institut, der Life Food GmbH (dt. Fa., im ökologischen Sojaanbau aktiv), Naturland, der Universität Hohenheim und der Universität Kassel. An der Hochschule Osnabrück soll hierbei in zwei hochschuleigenen Versuchsbetrieben vergleichend Versuche für das ökologische und konventionelle Managementsystem durchgeführt werden.[24]

Wegen dem Bedarf an gentechnikfreiem Soja für Bioprodukte wurde 2016 das "1000 Gärten - Das Soja-Experiment" als ein Gemeinschaftsprojekt der Life Food GmbH/Taifun-Tofuprodukte in Freiburg und der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim gestartet. Hobbygärtner in ganz Deutschland wurden aufgerufen, sich auf freiwilliger Basis an einem Sortenversuch zu beteiligen, in dem kälterestistente und für die Tofuproduktion geeignete Sorten getestet werden.[25] Die Resonanz mit über 2.400 Gärtnern übertraf die Erwartungen.[26]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Anbauversuche der Sojabohne in Österreich gehen auf die Universität für Bodenkultur im Jahr 1875 zurück.[27] Erstmals größere Verbreitung fand der Soja-Anbau Anfang der 1990er-Jahre. Nach einem Rückgang bei der Anbaufläche nach dem EU-Beitritt 1995 stieg die Anbaufläche zuletzt wieder stetig an und betrug im Jahr 2010 34.224 Hektar, der viertgrößte Wert innerhalb der EU.[28] Innerhalb Österreichs konzentriert sich der Soja-Anbau vor allem auf die Bundesländer Oberösterreich und Burgenland, die jeweils über 10.000 Hektar bewirtschaften. Danach folgen Niederösterreich, wo in den letzten Jahren die größten Zuwächse bei den Soja-Anbauflächen verzeichnet wurden, Kärnten und die Steiermark (2010[28]).

In den letzten Jahren (2010–2013) betrug die durchschnittliche Jahresernte 80.000 bis 110.000 Tonnen.[29] Etwa 50 % der Ernte werden als Speisesoja zu Lebensmitteln (z.B. Sojamilch, Tofu) weiterverarbeitet. Mehrere Unternehmen in den österreichischen Anbaugebieten, auf denen (wie gesetzlich vorgeschrieben) ausschließlich gentechnikfreies Saatgut verwendet wird, sind auf die Verarbeitung spezialisiert und exportieren EU-weit. Auf 6.300 Hektar (2011), etwa 20 % der Anbauflächen, wird ökologische Landwirtschaft betrieben.[30]

Durchschnittliche Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammensetzung von Sojabohnen schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen (Boden, Klima) als auch von der Anbautechnik (Düngung, Pflanzenschutz).

Angaben je 100 g reifer, getrockneter Sojabohnen:[31]

Bestandteile
Wasser 8,5 g
Eiweiß 34,3 g
Fett 18,3 g
Kohlenhydrate 6,3 g*
Ballaststoffe 22,0 g
Mineralstoffe
Natrium 5 mg
Kalium 1800 mg
Magnesium 220 mg
Calcium 200 mg
Mangan 2,7 mg
Eisen 6,6 mg
Kupfer 1,2 mg
Zink 4,2 mg
Phosphor 550 mg
Vitamine
Retinol (Vit. A1) 65 µg
Thiamin (Vit. B1) 1000 µg
Riboflavin (Vit. B2) 460 µg
Nicotinsäure (Vit. B3) 2600 µg
Vitamin B6 1000 µg
Folsäure 240 µg
Vitamin E 1500 µg
essentielle und semi-essentielle Aminosäuren
Arginin1 2360 mg
Histidin1 830 mg
Isoleucin 1780 mg
Leucin 2840 mg
Lysin 1900 mg
Methionin 580 mg
Phenylalanin 1970 mg
Threonin 1490 mg
Tryptophan 450 mg
Tyrosin 1250 mg
Valin 1760 mg

* Differenzberechnung
1 semi-essentiell
1 mg = 1000 µg

Der physiologische Brennwert beträgt 1866 kJ je 100 g essbarem Anteil.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sojaöl und Edamame

Futter- und Lebensmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Anbausaison 2008/09 wurden 91 % der Sojaernte in Ölmühlen gepresst. Produkte der Pressung sind zu etwa 90 % Sojamehl und zu 10 % Sojaöl.[32] Das Öl wird in erster Linie im Lebensmittelbereich als Salat- und Kochöl, sowie Brat- und Backfett benutzt.[33] Das Mehl wird vor allem als Futterzusatz (Ergänzungsfutter) für Geflügel (ca. 46 %) eingesetzt. Auch Rinder (ca. 20 %) und Schweine (ca. 25 %) werden mit Sojamehl gefüttert. Zu einem geringen Anteil (ca. 3 %) wird es beispielsweise als texturiertes Soja vor allem in der vegetarischen bzw. veganen Ernährung als proteinreiches Lebensmittel verwendet. Weitere verbreitete Produkte sind: Tofu, Sojasauce, Sojamilch und Sojajoghurt. In fermentierter Form sind besonders verbreitet: Miso, Tempeh, Natto oder Yuba und dessen Variante Bambus (engl.: bamboo). Die Verdaulichkeit von Sojabohnen ist durch den relativ hohen Gehalt an Stachyose und Raffinose erschwert. Stachyose ist ein Mehrfachzucker, der vom Menschen nicht verdaut wird, vielmehr wird die Stachyose im Dickdarm durch Bakterien abgebaut, wobei Gase entstehen (Flatulenz). Es wird daher versucht, den Gehalt an Stachyose und Raffinose durch Genveränderungen zu vermindern. Allerdings gibt es auch natürliche Sojasorten mit geringerem Stachyosegehalt.[34] Die frischen, grünen Hülsen („Schoten“) dienen außerdem direkt der menschlichen Ernährung (siehe Edamame).[35]

Sojasprossen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem im Deutschen fälschlich als „Sojasprossen“ bezeichneten Sprossengemüse handelt es sich oftmals um Keime der Mungbohne.[36] Diese Sprossen werden in den meisten Ländern Asiens verwendet. In der Chinesischen und Koreanischen Küche werden jedoch auch echte Sojasprossen verwendet.

Medizinische Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sojabohne ist reich an sogenannten Phytoöstrogenen – pflanzlichen Verbindungen mit hormonähnlicher Wirkung. Deren Hauptvertreter, die Isoflavone Genistein und Daidzein, sind das Objekt zahlreicher aktueller Forschungsarbeiten. Sie wurden vor allem mit der niedrigeren Inzidenz (Häufigkeit) von Gefäßkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit in ostasiatischen Ländern in Verbindung gebracht,[37] in denen Soja in viel höheren Mengen konsumiert wird als in Westeuropa und den USA.[38] Aufgrund der Datenlage von 1999 erlaubte die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) auf Sojaprodukten das Anbringen der werbenden Aussage: "Eine an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin arme Diät, die 25 g Sojaprotein pro Tag enthält, kann das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren."[39] Aufgrund neuerer Forschungsergebnisse ist diese Werbeaussage innerhalb der EU ab 2012 nicht mehr erlaubt.[40]

Das geringere Auftreten von Tumorerkrankungen wie Brustkrebs[41] und chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in diesen Ländern wurde mit dem höheren Phytoöstrogenkonsum in Verbindung gebracht, so dass Sojaisoflavonprodukte in jüngerer Vergangenheit mit Hinweis auf diese Eigenschaften intensiv beworben werden. Bisher gibt es wenige Nachweise der Wirksamkeit für diese Indikation. Eine chinesische Studie zeigte eine Senkung des Risikos für Lungentumore.[42]

Es gibt Forschungsergebnisse, die auf eine schädliche Wirkung hochkonzentrierter Isoflavone hindeuten. So bewirkten diese zum Beispiel in der Zellkultur eine Zunahme des programmierten Zelltods in Herzmuskelzellen neugeborener Schweine.[43] Andere Forscher vermuteten zunächst einen Zusammenhang zwischen erhöhter Aufnahme von Isoflavonen aus Sojaprodukten und verringerter Spermienqualität,[44] auch hier sind die Forschungsergebnisse widersprüchlich.[45]

Da auch in Europa inzwischen viele Verbraucher zu Soja-Produkten greifen, hat die Zahl der Allergiefälle zugenommen. Besonders Birkenpollenallergiker können betroffen sein: "Ursache für die Kreuzreaktion ist das zur Gruppe PR-10 gehörende Stressprotein Gly m 4, dessen Struktur dem Birkenpollenallergen Bet v 1 ähnelt (50 %ige Sequenzhomologie). Eine Schwellendosis für die Auslösung einer pollenassoziierten Sojaallergie kann nicht angegeben werden. Oftmals reicht aber bereits ein geringer Schleimhautkontakt mit dem Allergen, um eine Reaktion auszulösen. Repräsentative Zahlen über betroffene Verbraucher gibt es nicht. Schätzungsweise leiden rund 16 % der Bevölkerung in Europa an einer Pollenallergie, von denen rund 10 bis 20 % (d. h. 2 bis 3 % der Bevölkerung) eine Kreuzallergie mit Sojabohneneiweiß entwickeln." (Zitat: BfR)[46]

Verwendung von Sojaöl und Sojalecithin in der Phytomedizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pharmazeutisch verwendet werden das das gereinigte Sojaöl (Sojae oleum raffinatum Ph. Eur.), außerdem hydriertes Sojaöl (Sojae oleum hydratum Ph. Eur.), partiell hydriertes Sojaöl (Sojae oleum ex parte hydrogenatum DAB, ÖAB), Sojalecithin (Lecithinum vegetabile ex soja) und entöltes Sojalecithin (Sojae lecithinum desoleatum DAB).

Wirkstoffe im Sojaöl sind: Fettes Öl (ca. 18-25 %) überwiegend mit Glyceriden der Linolsäure, Ölsäure und Linolensäure, nur wenig Stearinsäure und Palmitinsäure. Wirkstoffe im gehärteten Sojaöl sind dagegen hauptsächlich Glyceride der Stearinsäure und der Palmitinsäure.[47]

Bei der Gewinnung des Sojaöls fällt als Nebenprodukt Sojalecithin an, ein Gemisch aus Phosphatiden, insbesondere Phosphatidylcholin. Das Sojalecithin besteht zu 35-50 % aus einem Eiweiß mit reichlich essentiellen Aminosäuren; weiter Bestandteile sind: Kohlenhydrate; Isoflavone wie Genistein, Daidzin, Formononentin und Cumesterol; Triterpensaponine, Lectine, Sterole und Vitamin E.[47]

Anwendung: Sojaöl steht bei der Weltproduktion pflanzlicher Öle für Nahrungszwecke (als Speiseöl und Rohstoff für die Margarineproduktion) an erster Stelle. Pharmazeutisch verwendet man Emulsionen mit Sojaöl als intravenöse Infusionen zur künstlichen Ernährung, außerdem in Badezusätzen gegen trockene Haut.[47]

Sojalecithin findet breite Nutzung als Lösungsvermittler zwischen wasser- und fettlöslichen Verbindungen, beispielsweise als Ausgangsmaterial für Liposomen, bei der Herstellung von Salben, aber auch in der Lebensmittelindustrie (Schokolade, Backwaren).[47]

Bekannt ist die traditionelle Anwendung in Kräftigungsmitteln und als „Nervennahrung“ bei Konzentrationsmangel. Wegen seiner lipidsenkenden Eigenschaften wird Sojalecithin auch zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei leichten Formen von Fettstoffwechselstörungen, insbesondere bei erhöhten Cholesterin-Werten, herangezogen und auch bei Lebererkrankungen und zur Prophylaxe von Gallensteinen eingesetzt.[47]

Die Isoflavone der Sojabohne sind in jüngerer Zeit im Gespräch, denn die als Phyto-Östrogene angesehenen Verbindungen sollen verschiedenste hormonabhängige Beschwerden, beispielsweise in den Wechseljahren, und das Risiko der Entstehung von Osteoporose, Herz- und Kreislauferkrankungen und einigen Krebsarten, besonders Brustkrebs, vermindern.[47]

Eine endgültige Bewertung dieser Pflanzeninhaltsstoffe steht noch aus. Man verweist u. a. auf die sojareiche Ernährung in asiatischen Ländern, wo diese Erkrankungen seltener auftreten. 9 % der täglichen Eiweißaufnahme müssen für diesen Effekt aus Soja stammen![47]

Technische Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biodiesel aus Sojaöl

Wie andere Pflanzenöle wird auch Sojaöl für eine Reihe von technischen Anwendungen genutzt. Vor allem in den letzten Jahren nahm seine Verwendung zur Herstellung von Biodiesel und Sojamethylester (SME) in den Vereinigten Staaten stark zu. Biodiesel aus Sojaöl liefert etwa 193 % der in seiner Produktion eingesetzten Energie und reduziert Treibhausgasemissionen gegenüber Treibstoffen aus Erdöl um 41 %. Damit ist es deutlich effizienter als z. B. Ethanol aus Mais. Die Luftverschmutzung ist zudem geringer als bei Ethanol aus Mais.[48]

Außerdem dient es als schnelltrocknendes Öl zur Herstellung von Alkydharzen, Anstrichfarben und Spachtelmassen[49] sowie seit 1987 insbesondere für Druckfarben.[50] So werden in den USA etwa 50 % aller Zeitungen und sogar 75 % aller Tageszeitungen heute mit Druckfarben auf Sojaölbasis gedruckt, in Europa liegt der Anteil bei etwa 15 %.[50]

Die enthaltenen Fettsäuren finden vor allem Verwendung in Kosmetik- und Körperpflegemitteln sowie in einem großen Spektrum weiterer Anwendungen,[49] vor allem als Wirkstoffträger für lipidlösliche Pflanzeninhaltsstoffe und Vitamine sowie als Grundlage für Badeöle und Cremes.[50] Obwohl Sojaöl keine abstoßende Wirkung auf Insekten hat, wird es auch verwendet, um die nur kurze Wirkdauer ätherischer Öle wie Geranienöl zu verlängern.[51][52]

Genom-Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Genom der Sojabohne ist das erste eines Hülsenfrüchtlers, das vollständig sequenziert wurde.[53] Es umfasst rund 1,1 Milliarden Basenpaare. Die Forscher kamen bei der Analyse des Genoms unter anderem zu dem Ergebnis, dass es sich vor etwa 59 und 13 Millionen Jahren jeweils verdoppelt hat (Polyploidie). Die Kenntnis der Genomsequenz bildet die Grundlage für ein verbessertes Verständnis und eine bessere Nutzbarkeit der Sojabohne.

Belege und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunther Franke: Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 3: Spezieller Pflanzenbau. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1769-8, S. 270–282 (Merkmale).
  • W. Diepenbrock, G. Fischbeck, K.-U. Heyland, N. Knauer: Spezieller Pflanzenbau. 3. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1999, ISBN 3-8252-0111-2, S. 240–250 (Merkmale).

Rundfunkberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. soya. In: Merriam-Webster’s Online Dictionary. Abgerufen am 11. März 2010 (englisch).
  2. a b Glen L. Hartman, Ellen D. West, Theresa K. Herman: Crops that feed the World 2. Soybean—worldwide production, use, and constraints caused by pathogens and pests. In: Food Security. 3, 2011, S. 5–17. doi:10.1007/s12571-010-0108-x
  3. a b Statistik der FAO, aufgerufen am 14. September 2013
  4. a b Klaus-Ulrich Heyland (Hrsg.): Spezieller Pflanzenbau. 7. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1952/1996, ISBN 3-8001-1080-6, S. 132.
  5. a b Klaus-Ulrich Heyland (Hrsg.): Spezieller Pflanzenbau. 7. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1952/1996, ISBN 3-8001-1080-6, S. 133.
  6. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 621.
  7. Andreas Westphal, Chunge Li, Lijuan Xing, Alan McKay, Dean Malvick, Mark Gijzen: Contributions of Fusarium virguliforme and Heterodera glycines to the Disease Complex of Sudden Death Syndrome of Soybean. In: PLoS ONE. 9, 2014, S. e99529, doi:10.1371/journal.pone.0099529.
  8. Gyoung-Ah Lee u. a.: Archaeological Soybean (Glycine max) in East Asia: Does Size Matter? In: PLoS ONE. 6(11), 2011, S. e26720. doi:10.1371/journal.pone.0026720
  9. a b c R. Wilson: Soybean: Market Driven Research Needs. Kapitel 1 in: G. Stacey (Hrsg.): Genetics and genomics of soybean. Springer Verlag, 2008.
  10. a b J. Sauer: Historical geography of crop plants: a select roster. CRC Press, 1993.
  11. a b c d e f J.-P. Berlan, J.-P. Bertrand, L. Lebast: The growth of the American 'soybean complex'. In: European Review of Agricultural Economics. Band 4, 1977, S. 395–416.
  12. Exportdaten der FAO, abgerufen am 14. September 2013
  13. Importstatistik der FAO, aufgerufen am 14. September 2013
  14. transgen.de: Globale Anbauflächen 2010, abgerufen am 28. Februar 2011.
  15. Soja – Futter für die Massentierhaltung, abgerufen am 29. Juli 2013
  16. Soja – Futter für die Massentierhaltung, abgerufen am 29. Juli 2013
  17. SPIEGEL: Die Gier nach Soja frisst den Regenwald
  18. WWF: Soja als Futtermittel, abgerufen am 29. Juli 2014
  19. FAO: FAOStat – PRODStat
  20. Sojamarkt KW 26/2008: Wachsende Nachfrage, steigende Preise, bauernzeitung.at, 26. Juni 2008.
  21. Sojabohnenanbau in Deutschland. Proplanta.de, 22. Februar 2007.
  22. http://www.gemuese-online.de/Artikel.dll/gemuese-10-02-62-63_MTI4ODU2NQ.PDF Bericht zum Praktiker-Tag der Uni Hohenheim
  23. Forschungsprojekt zum heimischen Sojaanbau gestartet. (PDF; 20 kB) Presseinformation vom 28. Januar 2011, FiBL.
  24. Information von Firmenpresse zum Forschungsprojekt
  25. Elsner: [tt_news=31845&cHash=e03d7ad85c Soja für Deutschland: Neue Sorten sollen Kälte und Krankheiten trotzen.] In: Presseerklärungen der Universität Hohenheim. Universität Hohenheim, 17. Mai 2016, abgerufen am 21. Juli 2016 (deutsch).
  26. Badische Zeitung: Eichstetten: Landwirtschaft: 14 Sojasorten werden in Eichstetten im Anbau getestet - badische-zeitung.de. Abgerufen am 21. Juli 2016.
  27. Sojaland Österreich, derstandard.at (abgerufen am 30. August 2014)
  28. a b Sonderbericht: Die oberösterreichische Sojastrategie, Christian Krumphuber, Abt. Pflanzenproduktion, LK Oberösterreich, 2010 (abgerufen am 30. August 2014)
  29. Landwirtschaftliche Erzeugung 1995–2013, Landwirtschaftsministerium (abgerufen am 30. August 2014)
  30. Österreich behauptet führende Stellung im Bio-Sojaanbau!, Pressemitteilung, bio-austria.at (abgerufen am 30. August 2014)
  31. Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis. Der kleine Souci · Fachmann · Kraut. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S. 239.
  32. USDA Foreign Agricultural Service. Oilseeds Report 10/09. (PDF; 940 kB)
  33. U.S. Soybean Oil Consumption 2004.
  34. transgen.de
  35. Soybean Meal Use Review. Iowa Soybean Association
  36. R. M. Nöcker: Das große Buch der Sprossen und Keime – Mit vielen Rezepten. 5. Auflage. W. Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-05422-9, S. 154–157.
  37. Menotti u. a.: Food intake patterns and 25-year mortality from coronary heart disease: cross-cultural correlations in the Seven Countries Study. The Seven Countries Study Research Group. In: Eur J Epidemiol. 15(6), 1999, S. 507–515. PMID 10485342
  38. Yamori: Worldwide epidemic of obesity: hope for Japanese diets. In: Clin Exp Pharmacol Physiol. 2004; 31 Suppl. 2, S. 2–4. PMID 15649277
  39. Henkel: Soy: Health Claims for Soy Protein, Questions About Other Components. FDA Consumer magazine. May-June 2000 [1]
  40. European Food Safety Authority (EFSA): Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to soy protein and reduction of blood cholesterol concentrations. In: EFSA Journal. 8(7), 2010, S. 1688 (PDF)
  41. Wu u. a.: Epidemiology of soy exposures and breast cancer risk. In: Br J Cancer. 98(1), 2008, S. 9–14. Epub 2008 Jan 8. PMID 18182974.
  42. Wan-Shui Yang u. a.: Soy intake is associated with lower lung cancer risk. In: Am J Clin Nutr. December 2011 vol. 94 no. 6, S. 1575–1583 [2]
  43. Mau u. a.: Effects of dietary isoflavones on proliferation and DNA integrity of myoblasts derived from newborn piglets. In: Pediatr Res. 63(1), 2008, S. 39–45. PMID 18043503
  44. Jorge E. Chavarro, Thomas L. Toth, Sonita M. Sadio, Russ Hauser: Soy food and isoflavone intake in relation to semen quality parameters among men from an infertility clinic. In: Hum. Reprod. 23/08
  45. Mark Messina: Soybean Isoflavone Exposure Does Not Have Feminizing Effects on Men: A Critical Examination of the Clinical Evidence. In: Fertility and Sterility. 93 (7), S. 2095–2104. [3]
  46. Bundesinstitut für Risikobewertung: Sojaprodukte können bei Birkenpollen-Allergikern schwere allergische Reaktionen auslösen Stellungnahme Nr. 016/2007 des BfR vom 17. April 2007 [4] (PDF; 114 kB)
  47. a b c d e f g Ingrid und Peter Schönfelder: Das Neue Handbuch der Heilpflanzen, Botanik Arzneidrogen, Wirkstoffe Anwendungen. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.
  48. J. Hill, E. Nelson, D. Tilman, S. Polasky, D. Tiffany: Environmental, economic, and energetic costs and benefits of biodiesel and ethanol biofuels. In: Proceedings fo the National Academy of Sciences. Band 103, S. 11206–11210.
  49. a b Soybean Oil. In: Hans Zoebelein (Hrsg.): Dictionary of Renewable Ressources. 2. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim/ New York 1996, ISBN 3-527-30114-3, S. 264.
  50. a b c Sabine Krist, Gerhard Buchbauer, Carina Klausberger: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-211-75606-5, S. 428–434.
  51. D. R. Barnard, R. Xue: Laboratory evaluation of mosquito repellents against Aedes albopictus, Culex nigripalpus, and Ochlerotatus triseriatus (Diptera: Culicidae). In: Journal of Medical Entomology. Band 41, 2004, S. 726–730.
  52. M. S. Fradin, J. F. Day: Comparative efficacy of insect repellents against mosquito bites. In: N. Engl. Journal of Medicine. Band 347, S. 13–18.
  53. Genome sequence of the palaeopolyploid soybean Nature vom 14. Januar 2010, 463, S. 218–222 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sojabohne – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Sojabohne – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen