Alpen-Heckenkirsche

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Alpen-Heckenkirsche
Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena)

Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Gattung: Heckenkirschen (Lonicera)
Art: Alpen-Heckenkirsche
Wissenschaftlicher Name
Lonicera alpigena
L.

Die Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Weitere Namen sind Alpen-Doppelbeere oder Rote Doppelbeere.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sommergrüne, nur wenig verzweigte Strauch erreicht eine Wuchshöhe zwischen einem und drei Meter. Die zweikantigen Triebe sind wenig behaart, die kantigen Zweige hohl.

Die gegenständig angeordneten Blätter sind etwa einen Zentimeter lang gestielt und werden sechs bis acht Zentimeter lang sowie drei bis fünf Zentimeter breit. Die elliptisch, zugespitzten und glattrandigen Blattspreite besitzen eine frischgrüne Farbe und sind unterseits stark glänzend.

Die Blüten sitzen paarweise auf einem zwei bis fünf Zentimeter langen Stiel in den Blattachseln. Die rötliche, trichterförmige Krone ist deutlich zweilippig. Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die rot glänzenden Früchte (Doppelbeeren) reifen ab August und sind giftig.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 18 oder 36.[1]

Früchte (Doppelbeeren) der Alpen-Heckenkirsche

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alpen-Heckenkirsche besiedelt Hochstauden- und Schlagflure, krautreiche Bergmisch- und Schluchtwälder, Säume und Wege, meist auf kalkreichem Boden. Sie ist eine Art der Lonicero-Fagenion-Gesellschaften.[1] In den Alpen steigt die Pflanze bis in eine Höhe von 2300 m über NN.

In den Allgäuer Alpen steigt sie am Gängele beim Entschenkopf in Bayern bis zu 1950 m Meereshöhe auf.[2]

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Gebirgen Mittel- und Südeuropas, von den Pyrenäen bis zum Balkan. In Deutschland kommt sie nordwärts nur bis zur Donau vor. In Österreich ist sie häufig, fehlt aber in Wien und dem Burgenland.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann folgende Unterarten unterscheiden[3]:

  • Lonicera alpigena L. subsp. alpigena: Sie kommt in Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Italien auf der Balkanhalbinsel und in Rumänien vor.[3]
  • Lonicera alpigena subsp. glehnii (F. Schmidt) H. Hara (Syn.: Lonicera glehnii F. Schmidt): Sie kommt auf Sachalin, auf den Kurilen und auf den japanischen Inseln Hokkaido und Honshu vor.[3]
  • Lonicera alpigena subsp. hellenica (Boiss.) Kit Tan & Ziel. (Syn.: Lonicera hellenica Boiss.): Sie kommt in Griechenland vor.[3]
  • Lonicera alpigena subsp. glutinosa (Vis.) Kit Tan & Ziel. (Syn.: Lonicera gluinosa Vis.): Sie kommt in Kroatien und in Bosnien-Herzegowina vor.[3]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alpen-Heckenkirsche ist eine Schattenpflanze. Ihre Blüten werden durch Hummeln oder Wespen bestäubt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz, 2005. ISBN 3-85474-140-5
  • Kremer: Strauchgehölze. Niedernhausen, 2002. ISBN 3-576-11478-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 878. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. Seite 526. ISBN 3-930167-61-1
  3. a b c d e Lonicera alpigena im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alpen-Heckenkirsche – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien