Alpen-Waldrebe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alpen-Waldrebe
Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)

Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Anemoneae
Gattung: Waldreben (Clematis)
Art: Alpen-Waldrebe
Wissenschaftlicher Name
Clematis alpina
(L.) Mill.

Die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Waldreben (Clematis) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Aussehen[Bearbeiten]

Die Alpen-Waldrebe ist die einzige Liane der Bergwälder der Alpen. Sie ist ein 30 bis 300 cm langer, kriechender oder kletternder Schlingstrauch. Die Blätter sind hellgrün und 3schnittig und sitzen an verholzten, rankenden Ästen. Auch die Blattstiele sind rankend. Die leuchtend blau-violetten Blüten erscheinen von Mai bis August und werden ca. 2,5 bis 4 cm groß. Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 16.[1]

Ökologie[Bearbeiten]

Die Blüten sind „Nektar führende Scheibenblumen“. Die äußeren Staubblätter sind zu Nektarblättern umgewandelt und stellen eine Nektarquelle für Bienen Wespen und Schmetterlinge dar.

Die Früchte wiegen ca. 2,5 mg. Die behaarten, schwanzartig verlängerten Griffel sind ca. 3,5 cm lang.

Toxikologie[Bearbeiten]

Die Alpen-Waldrebe ist wie die Aufrechte Waldrebe (Clematis recta) giftig. Hauptwirkstoff ist das Haut reizende Protoanemonin. Bei Berührungen mit dem Pflanzensaft kann es deshalb zu Hautrötungen und Juckreiz kommen.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Alpen-Waldrebe wächst gerne auf kalkhaltigen Böden und bevorzugt Gebüsche, Waldränder, Schluchten aber auch Fels. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Vaccinio-Pinetum cembrae, kommt aber auch in Erico-Pinion-Gesellschaften vor.[1] In den Allgäuer Alpen steigt sie am Mußkopf in Bayern bis zu 1960 m Meereshöhe auf.[2] Das Verbreitungsgebiet umfasst die Südwest- und Ostalpen, die Pyrenäen, Apennin, Karpaten und das Balkangebirge; aber mit weiteren Unterarten kommt die Sippe auch in Nordeuropa und Asien vor.

Unterarten[Bearbeiten]

Die Art umfasst mehrere Unterarten[3]:

  • Clematis alpina subsp. alpina, sie kommt nur in Europa vor
  • Clematis alpina subsp. ochotensis (Pall.) Kuntze (Syn.: Atragene ochotensis Pall., Clematis ochotensis (Pall.) Poir.), kommt in Ostsibirien, Sachalin, Kamtschatka, Korea und Japan vor
  • Clematis alpina subsp. sibirica (Mill.) Kuntze (Syn.: Clematis sibirica Mill.), sie kommt in Nord- und Nordosteuropa sowie in Asien vor

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für die Alpen-Waldrebe bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Grastrauben (Altenau) und Umwund (Altenau).[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen., Mosaik Verlag, München 2002, ISBN 3-576-11482-3
  • Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich., Ulmer Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1
  • Roth/Daunderer/Kormann: Giftpflanzen Pflanzengifte. 4. Auflage.

Belege[Bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Seite 401. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 536. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6
  3. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8 (Nymphaeaceae to Ranunculaceae). Seite 108, Helsinki 1989. ISBN 951-9108-07-6
  4. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 103. (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien