Amerikanische Gleditschie

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Amerikanische Gleditschie
Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos)

Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae)
Tribus: Caesalpinieae
Gattung: Gleditschien (Gleditsia)
Art: Amerikanische Gleditschie
Wissenschaftlicher Name
Gleditsia triacanthos
L.

Die Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos), auch Lederhülsenbaum oder Falscher Christusdorn genannt, ist eine Pflanzenart in der Gattung der Gleditschien aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Dornenbewehrter Stamm

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Amerikanische Gleditschie wächst als sommergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 20 Meter. Sie bildet normalerweise eine trichterförmige Baumkrone aus. Die Rinde ist dunkel rötlichgrau mit flachen schuppigen Furchen. Der Stamm ist dornenbewehrt mit großen Büscheln starker, verzweigter Dornen, die bis 30 cm lang sind, was zu der Bezeichnung „Falscher Christusdorn“ geführt hat. Die Zweige sind etwas hin- und hergebogen und haben meist drei Dornen an jeder Knospe.

Die Laubblätter sind überwiegend einfach, viele aber auch doppelt gefiedert. Die einfach gefiederten Blätter sind 10 bis 15 Zentimeter lang und haben 14 bis 26 längliche Blättchen, die jeweils 2 bis 4 Zentimeter lang sind; ein Endblättchen fehlt meist. Die doppelt gefiederten Blätter besitzen 8 bis 14 Fiedern. Ende Oktober bekommen die Laubblätter für kurze Zeit eine schöne goldgelbe Herbstfärbung.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

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Die Blüten sind in etwa 12 Zentimeterlangen traubigen Blütenständen locker verteilt angeordnet. Die zygomorphen Blüten der Amerikanischen Gleditschie sind unauffällig. Die männlichen Blüten sind etwa 5 mm groß und haben fünf gelbgrüne Kronblätter.

Auffälliger sind dagegen die Hülsenfrüchte, die im Herbst und Winter von den Bäumen herabhängen. Die etwa 25 (in warmen Lagen auch bis zu 50) Zentimeter langen und 2,5 bis 4 Zentimeter breiten Hülsenfrüchte sind spiralig gedreht und färben sich bei Reife braun.

Ökologie[Bearbeiten]

Als Ausbreitungsstrategie nutzt die Amerikanische Gleditschie überwiegend die Verdauungsausbreitung oder sogenannte Endochorie. Die seit dem 16. Jahrhundert eingeführten Pferde und Hausrinder fressen die nahrhaften Hülsenfrüchte und breiten die unverdaulichen Samen über den Kot aus. Man vermutet, dass früher vor allem das Präriemammut sowie Mastodons und Riesenfaultiere an der Verbreitung dieser Baumart beteiligt waren.

Verbreitungsgebiet

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Amerikanische Gleditschie ist in den zentralen und östlichen Teilen der USA beheimatet. In Südeuropa ist sie häufig eingebürgert, in Mitteleuropa sind Verwilderungen dagegen eher selten.

Giftigkeit[Bearbeiten]

Die Blätter gelten als giftig, die Samen und Früchte dagegen sind essbar.

Hauptwirkstoff in den Blättern ist das Triacanthin, von dem als Vergiftungserscheinungen Krämpfe sowie Atem- und Kreislaufstörungen beschrieben sind. Tatsächlich sind aber von den Blättern des Baumes bisher keine Vergiftungen bekannt geworden.

Nutzung[Bearbeiten]

Sie ist in Mitteleuropa völlig winterhart und wird hier häufig in Parks und Anlagen gepflanzt. Wegen ihrer Anspruchslosigkeit wird die Amerikanische Gleditschie in Mitteleuropa und Nordamerika (z.B. in New York City)[1] gelegentlich auch als Straßenbaum verwendet.

Dornenlose Sorten dieser Art werden heute sehr gerne im Mittleren Westen der USA angebaut, wo nur sehr wenige Baumarten gedeihen. Eine weitere Verwendung in Mitteleuropa ist der urbanen Raum (Straßen, Parks) mit besonderen Bedingungen.

  • ‘Inermis’: Eine Sorte, bei der Stamm und Äste ohne Dornen sind; der Stamm ist tiefer gefurcht als beim Typ. In Parks und als Straßenbaum anzutreffen.
  • ‘Sunburst’: Eine in den USA entstandene Form mit goldgelbem Austrieb, der alsbald deutlich nachgrünt.
  • ‘Skyline’: Eine Sorte der ein strafferer Wuchs nachgesagt wird, welche häufig als Straßenbaum Verwendung findet.

Fotos[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen Pflanzengifte. 6. Auflage. Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Margaret Mittelbach, Michael Crewdson: Wild New York. Birkhäuser, Basel/ Boston/ Berlin 1999, ISBN 3-7643-5994-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amerikanische Gleditschie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien