Ammoniumsulfat

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Strukturformel
2 Struktur des Ammoniumions   Struktur des Sulfations
Allgemeines
Name Ammoniumsulfat
Andere Namen
  • di-Ammoniumsulfat
  • Ammonsulfat
  • schwefelsaures Ammonium
  • schwefelsaurer Ammoniak
  • E 517
  • AMMONIUM SULFATE (INCI)[1]
Summenformel (NH4)2SO4
Kurzbeschreibung

geruch- und farbloser kristalliner Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7783-20-2
EG-Nummer 231-984-1
ECHA-InfoCard 100.029.076
PubChem 24538
Wikidata Q191831
Eigenschaften
Molare Masse 132,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,77 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

>235 °C[2]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser:

  • 754 g·l−1 (Gramm pro Liter Wasser als Lösungsmittel bei 20 °C)[2]
  • Massenkonzentration der gesättigten Lösung: β = 533 g·l−1 (20 °C)[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [2]
Toxikologische Daten
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−1180 kJ·mol−1[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ammoniumsulfat (E 517) ist ein Salz von Ammoniak und Schwefelsäure. Ein verwandtes Salz ist Ammoniumhydrogensulfat.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Natur ist Ammoniumsulfat als seltenes Mineral unter dem Namen Mascagnin bekannt.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumsulfat ist wenig hygroskopisch, wässrige Lösungen reagieren schwach sauer. Wie viele Ammoniumsalze kann es mit Natriumnitrit oder Kaliumnitrit schon bei Raumtemperatur unter Flammenbildung oder sogar explosionsartig reagieren.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ammoniumsulfat wird durch Einleiten von Ammoniak in 80-%ige Schwefelsäure

oder durch Umsetzung von Ammoniak, Kohlenstoffdioxid und Wasser mit Gips hergestellt.[7]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unglaubliche Wirkung von Ammoniumsulfat

Ammoniumsulfat ist ein wichtiger Düngemittelzusatzstoff. In biologischen Kläranlagen dient es als ein Bestandteil von Nährstoffmischungen für die Mikroorganismenkulturen.

In der chemischen Industrie dient es unter anderem als Fällungsmittel für Eiweiß, als Flotationsmittel und zur Herstellung von Feuerlöschpulver und Flammschutzmitteln. Die Lederindustrie verwendet es für Beizen, die Papierindustrie für schwer entflammbare Papiere.

In der Biochemie wird Ammoniumsulfat zum Aussalzen von Proteinen (Ammoniumsulfat-Fällung) verwendet. Daneben werden Zellen und Gewebe zum Schutz der RNA vor Degradation in einer gesättigten Ammoniumsulfat-Lösung konserviert.

Ammoniumsulfat wird auch Lebensmitteln als Trägersubstanz für andere Zusatzstoffe zugesetzt. In der EU ist es als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 517 ausschließlich als Trägerstoff bzw. Trägerlösemittel zugelassen.

In der Weinherstellung setzt man Ammoniumsulfat als Bestandteil von Nährsalzmischungen für Hefen ein, vor allem um deren Zellvermehrung während der Gärung zu begünstigen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ammonium sulfate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Ammoniumsulfat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu AMMONIUM SULFATE in der CosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 26. Februar 2020.
  2. a b c d e f g h i j Eintrag zu Ammoniumsulfat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 19. Dezember 2019 (JavaScript erforderlich).
  3. Robert K. Scopes: Protein Purification. Springer Science & Business Media, 2013, ISBN 978-1-4757-2333-5, S. 81
  4. Datenblatt Ammoniumsulfat (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  5. PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, S. 116.
  6. Malcolm Back, William D. Birch, Michel Blondieau und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: November 2018. (PDF 1753 kB) In: nrmima.nrm.se. IMA/CNMNC, Marco Pasero, November 2018, abgerufen am 27. März 2019 (englisch, Arcanite siehe S. 11).
  7. Verfahren zur Herstellung von hochreinem Ammoniumsulfat und Calcit unter Verwendung von Gips