Andreas I. Imhoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Porträt des Andreas I. Imhoff (Nicolas Neufchâtel)

Andreas I. Imhoff (* 29. November 1491 in Nürnberg; † 24. Oktober 1579 ebenda) war ein Nürnberger Patrizier, Kaufmann, Bankier und Politiker. Überdies fungierte er als Vorderster Losunger und Reichsschultheiß der Reichsstadt Nürnberg sowie als Verwahrer der Reichskleinodien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der Sohn von Hans V. Imhoff (1461–1522) und der Ursula Lämmel († 1494), Tochter des Ratsherrn Johann Lämmel. Andreas wuchs in einem weltläufigen Elternhaus heran, sein Vater war enger Freund seiner Ratskollegen Willibald Pirckheimer und Lazarus Spengler sowie der Künstler Albrecht Dürer, Adam Kraft und Eobanus Hessus, die er auch finanziell unterstützte. Andreas' Bruder Hans VI. († 1526) heiratete Felicitas, die älteste Tochter von Willibald Pirckheimer, deren Sohn Willibald Imhoff (1519–1580) ein großer Kunstsammler werden sollte. Andreas selbst ehelichte 1486 Katharina Muffel (1467–1536), Tochter des Ratsherrn Gabriel Muffel und der Ursula Löffelholz.

Von 1528 bis 1570 leitete Imhoff die Nürnberger Imhoff-Gesellschaft, die europaweit Handels- und Finanzgeschäfte betrieb. Sein Vater hatte sich, mit Ausnahme eines Devisengeschäfts mit Venedig, im Wesentlichen auf den Warenhandel konzentriert, während die Augsburger Niederlassung Finanzgeschäfte betrieb.[1] 1513 kam zu den traditionellen Handelsobjekten des Hauses Imhoff das Mansfelder Kupfer hinzu, als Andreas' Schwester sich mit Christoph Fürer vermählte. Die Firma besaß in zahlreichen anderen europäischen Städten Niederlassungen. Der Handel mit Safran begann gegenüber dem angestammten Warensortiment zu dominieren. 1510 gründeten die Imhoff eine Faktorei zum Absatz des italienischen Safrans in Bari, wohin ein Bruder Hans' V., Ludwig (1466–1533), gezogen war.

Andreas und sein Vater schlossen mit den Nürnberger Welsern ein Einkaufskartell. 1505/06 beteiligten sich drei Imhoffs, die Hirschvogel und die Welser in Form einer Expedition an der ersten Handelsfahrt oberdeutscher Kaufleute nach Indien. Unter der Leitung von Andreas wurde die daraufhin folgende Umorientierung vom reinen Ost- und Orienthandel zum überwiegenden West- und Überseehandel abgeschlossen. Ab 1540 engagierten sich die Imhoff verstärkt in Geldgeschäften, vor allem mit Krediten an die französische, portugiesische und spanische Krone sowie an die Herzöge von Bayern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medaille mit einem Porträt des Andreas I. Imhoff (Valentin Maler)
  • Johann August von EisenhartImhoff, Andreas. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 37–42.
  • Helga Jahnel: Die Imhoff, eine Nürnberger Patrizier- und Großkaufmannsfamilie: Eine Studie zur reichsstädtischen Wirtschaftspolitik und Kulturgeschichte an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit (1351-1579). Würzburg 1957.
  • Johannes Müller: Die Geschäftsreisen und die Gewinnanteile Endres Imhofs des Älteren als Teilhaber der Handelsgesellschaft "Peter Imhof und Gebrüder" von 1508-1525. In: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Band 13, 1916, S. 153–179.
  • Werner Schultheiß: Der Nürnberger Großkaufmann und Diplomat Andreas I. Imhoff und seine Zeit (1491-1579). In: Mitteilungen aus der Stadtbibliothek Nürnberg. Jahrgang 6, Nr. 1, 1957, S. 3–12.
  • Dietmar Trautmann: Imhof, Andreas. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 148 f. (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Imhoff (1461-1522), in: Deutsche Biographie