Andreas Merck

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Porträt von Andreas Merck aus der Marktkirche Halle

Andreas Merck (* 28. November 1595 in Querfurt; † 7. Januar 1640 in Halle (Saale)) war ein deutscher evangelischer Theologe. Merck war Oberpfarrer an der Marktkirche Unser Lieben Frauen in Halle und Generalsuperintendent des Erzstifts Magdeburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Merck wurde als Sohn des Querfurter Juristen Christoph Merck († 1598) geboren. Seine Mutter Catharina († 1636) war eine geborene Reinbottin. Merck studierte Theologie an den Universitäten in Helmstedt, Wittenberg und Jena. An der Wittenberger Universität bestand er nach einer Disputation 1614 die Magisterprüfung. Auf dem Weg nach Gießen an die dortige Universität, erhielt er 1617 eine Vokation als Archidiakon an der Marktkirche Unser Lieben Frauen in Halle, ein Amt das er bis 1623 ausübte.

Nach dem Tod von Johannes Olearius übernahm Merck 1623 dessen Amt als Oberpfarrer an Marktkirche Unser Lieben Frauen. Um der Würde des Amtes gerecht zu werden, promovierte er am 14. Dezember 1624 an der Theologischen Fakultät der Universität Jena unter Johann Himmel mit der Dissertation Via Salutis Nov-Antiqua, Seu De Modo Iustificandi Et Salvandi Sub Veteri Testamento Aeque Ac Novo, Per Fidem nimirum in Christum, Exetasis zum Doktor der Theologie. 1632 wurde er Superintendent in Halle und 1634 vom schwedischen Kanzler Axel Oxenstierna, der zu dieser Zeit während des Dreißigjährigen Krieges das Erzstift Magdeburg verwaltete, zum Generalsuperintendenten bestellt. Oxenstierna richtet ein eigenes Konsistorium ein und ernannte Merck zu dessen Assessor.

1635 erhielt er einen Ruf als Superintendent nach Braunschweig den er aber ablehnte. Auf Grund der Wirren des Dreißigjährigen Kriegers gestaltete sich seine Arbeit in Halle schwierig. Theologisch setzt er sich mit den religiösen Schwärmern auseinander, unter anderem mit Valentin Weigel und Ezechiel Meths, die er auch in mehreren Schriften kritisierte. Wenige Tage nach der von ihm gehaltenen Neujahrespredigt in seiner Gemeinde, erkrankte Andreas Merck schwer und verstarb am 7. Januar 1640 im Alter von 44 Jahren in Halle. Er wurde auf dem halleschen Stadtgottesacker bestattet, sein Grab befindet sich im Gruftbogen 65.

Merck war mit Elisabeth (* 18. November 1597; † 20. Januar 1666) verheiratet, eine geborene Kirchhoff und Tochter eines Arztes aus Eisleben. Das Paar hatte sieben Kinder, vier Söhne und drei Töchter. Die älteste Tochter Catharina Elisabeth heiratete den halleschen Theologen Johannes Olearius. Merck hinterließ zahlreiche Schriften. Neben seinen Disputationen und der Dissertation, vor allen Predigten und Streitschriften gegen die religiösen Schwärmer.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Disputatio theologica de sacrosancto regenerationis lavacro, quod baptismus est. Jena 1616.
  • Explicatio elenchtikē Evangelii Domin. Jena 1616.
  • Anzugs-Predigt von der Sendung Jeremiae des Propheten. Halle 1617.
  • Trewhertzige Warnung fürm Weigelianismo. Halle 1620.
  • Via Salutis Nov-Antiqua, Seu De Modo Iustificandi Et Salvandi Sub Veteri Testamento Aeque Ac Novo, Per Fidem nimirum in Christum, Exetasis. (Dissertationsschrift) Jena 1624.
  • Andere Anzugs-Predigt von der Würdigkeit des H. Predig-Ampts und worumb dasselbe hoch und werth zuachten und zuehren. Halle 1624.
  • Wahrer Christen Abriß unnd Gestalt uff S. Pauli. Halle 1626.
  • Raths- und Regentenlob oder Welchs doch die dinge seyn daher der Regenten unnd RathsStand billich hoch und in Ehren zu halten. Halle 1629.
  • Martinus Christianus Oder Die Beschaffenheit der Streitenden Kirchen Gottes. Halle 1634.
  • Bericht Vom Rechten Adel. Halle 1636.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Christoph von Dreyhaupt: Pagus Neletizi et Nudzici. 2. Teil, Band 2, Emanuel Schneider, Halle 1749/50, Seite 669. (Digitalisat.)
  • Verein der Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirchenprovinz Sachsen (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen. Band 6, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2007, Seite 60, ISBN 978-3-374-02138-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]