Andrew Sachs

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Sachs im Jahr 2004
Andrew Sachs’ Stimme (englisch)

Andrew Sachs (* 7. April 1930 in Berlin; † 23. November 2016 in London[1]) war ein deutsch-britischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachs wurde in Berlin als Andreas Siegfried Sachs geboren. Seine Familie flüchtete 1938 nach England, um der nationalsozialistischen Verfolgung der Juden zu entfliehen.[2]

Sachs ist für seine Rolle als Manuel, der spanische Kellner in der Sitcom Fawlty Towers (1975 und 1979), bekannt und war gelegentlich als Erzähler von Fernseh- und Radio-Dokumentationen sowie Hörbüchern zu hören. Er war mit Melody Lang verheiratet, die in einer Folge von Fawlty Towers, in Basil the Rat, als Mrs. Taylor auftrat. Sein Stiefsohn ist John Sachs, ehemaliger Capital Radio-DJ und Gladiators-Kommentator, einer Spielshow der 1990er Jahre. Andrews Bruder Thomas Sachs lebt heute in Toronto.

Von 1984 bis 1986 spielte Sachs den Pater Brown in einer BBC Radio-Serie, die auf den Geschichten von Gilbert Keith Chesterton basierte. Sachs sprach alle Stimmen in der englischen Version von Jan Švankmajers Film Faust.

Sachs trat auch in vielen Kindersendungen im Fernsehen auf, wie William’s Wish Wellingtons, Starhill Ponies und AlfTales. Außerdem war er der Erzähler in mehreren Fernsehdokumentationen, unter anderen die …from-Hell-Serie von ITV und die Eyewitness-Videos.

2002 und 2004 spielte er den Dr. John Watson in zwei Staffeln neuer Sherlock-Holmes-Geschichten für BBC Radio 4, in denen Clive Merrison die Rolle des berühmten Detektivs übernahm. Diese Folgen wurden als The Further Adventures of Sherlock Holmes gesendet und sind auf CD und MC erhältlich.

Am 9. April 2006, trat Sachs in der BBC Radio 4-Adaption des Klassikers The Code of the Woosters als Jeeves mit Marcus Brigstocke als Bertie Wooster auf.

Er hatte auch Gastauftritte in mindestens zwei „ungewöhnlichen“ BBC-Serien. In einer Rolle, die sich auf seine Arbeit in Fawlty Towers bezog, war er der Hotelmanager in dem Film von 1977 Are You Being Served?. Später war er Skagra in der Audioversion der Doctor-Who-Geschichte Shada, die von Big Finish Productions produziert wurde.

Andrew Sachs hat vier Singles als Manuel veröffentlicht. Die erste war 1977 Manuel’s Good Food Guide, in einer Fotohülle mit Manuel auf dem Cover. Andrew Sachs trug dazu bei, indem er die Texte schrieb oder adaptierte. Die zweite Single war 1979 O Cheryl mit der Ode to England auf der B-Seite. Sie wurde unter dem Namen Manuel and Los Por Favors aufgenommen. Die Texte stammen von Andrew Sachs und B. Wade.

1981 veröffentlichte Manuel eine Coverversion von Joe Dolces UK-Nummer-eins-Hit Shaddap You Face unter dem gleichen Titel. Auf der B-Seite befand sich Waiter, there’s a Flea in my Soup. Andrew Sachs übersetzte auch Shaddap You Face ins Spanische. Dolce hatte Einwände und durch seine Intervention erschien die Single verzögert. Sie erreichte Platz 138 der britischen Charts.

Joe Dolce merkte jedoch an, dass Manuels Coverversion für ihn die drittbeste sei, nämlich nach der Aborigines-Version, die er mit Hilfe eines Stammesältesten der Aborigines schrieb, und einer italienischen Version, die Joe Dolce für „out of this world“ – „nicht von dieser Welt“ hält.

Im Oktober 2008 verursachten als obszön empfundene Nachrichten auf dem Anrufbeantworter von Sachs, die die Moderatoren Russell Brand und Jonathan Ross hinterlassen und in denen Brand sich damit brüstete, Sex mit Sachs’ Enkeltochter gehabt zu haben, ein großes Medienecho und führten zur Beurlaubung der Moderatoren, einer öffentlichen Debatte, in die sich auch Premierminister Brown einschaltete, und einer Ofcom-Untersuchung.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andrew Sachs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tammy Hughes, Clemmie Moodie: Fawlty Towers star Andrew Sachs dies 86: Widow pays emotional farewell as she reveals his secret four-year battle with dementia – and how she almost died caring for him. Mail Online, 1. Dezember 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016 (englisch).
  2. The Jewish Chronicle (Hrsg.): Variety Club – Jewish Chronicle colour supplement “350 years”. 15. Dezember 2006, S. 28–29.
  3. Brand and Ross suspended by BBC. BBC, 29. Oktober 2008, abgerufen am 4. Dezember 2016 (englisch).
    Matthew Taylor: ‘Living this way makes me happy’. The Guardian, 30. Oktober 2008, archiviert vom Original am 2. November 2008, abgerufen am 1. November 2008 (englisch).