Androcorys

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Androcorys
Androcorys gracilis (syn.: Herminium gracile) Bildtafel 438 in: G. King, R. Pantling: The Orchids of the Sikkim-Himalaya

Androcorys gracilis (syn.: Herminium gracile)
Bildtafel 438 in:
G. King, R. Pantling:
The Orchids of the Sikkim-Himalaya

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Gattung: Androcorys
Wissenschaftlicher Name
Androcorys
Schltr.

Androcorys ist eine Gattung in der Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae). Zehn Arten dieser kleinen, krautigen Pflanzen sind in Ostasien beheimatet. Nach R. Govaerts sind alle Arten zur Gattung Herminium zu stellen.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Androcorys zählen ausdauernde krautige Pflanzen mit rundlichen, behaarten Knollen als Überdauerungsorganen (Geophyten). Am Spross sitzt ein, selten zwei Laubblätter. Das Blatt ist schmal oval, der Blattgrund umfasst den Stängel.[2][3]

Der endständige Blütenstand ist eine Traube. Die kleinen Blüten sind resupiniert, gelblich oder grün gefärbt. Die Tragblätter sind klein, schuppenartig. Der Fruchtknoten ist ungestielt, spindelförmig und verdreht. Die seitlichen Petalen und das dorsale Sepal bilden eine Haube über der Blüte. Die seitlichen Sepalen sind bei einigen Arten ein Stück weit miteinander verwachsen. Die Petalen sind kleiner als die äußeren Blütenblätter. Die Lippe ist ungelappt, am Grund leicht konkav bis sackartig vertieft. Die Säule ist kurz und mit zwei seitlichen Anhängseln versehen, sie trägt das zweikammrige Staubblatt. Die zwei keulenförmigen Pollinien sind von mehliger Konsistenz, in kleinen Teilstücken zusammenhaftend. Sie sitzen ohne Stielchen direkt an den Klebscheiben (Viscidium). Das Trenngewebe zwischen Narbe und Staubblatt ist dreieckig.[2][3]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Androcorys ist entlang des Himalaya-Südhangs bis ins südliche China verbreitet, Androcorys pusillus hat ein disjunktes Areal, das Japan und Taiwan umfasst.[4] Die „Flora of China“ listet fünf Arten, die in China vorkommen, davon drei, die dort endemisch sind.[3]

Die Arten kommen meist in alpinem Grasland vor, mit 5500 Meter gehören sie zu den Orchideen mit den höchstgelegenen Standorten.[2]

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Orchideen wird die Gattung Androcorys in die Tribus Orchideae eingeordnet. Die Grenzen zur nah verwandten Gattung Herminium, deren Grenzen zu Peristylus, die schwer von Habenaria abgegrenzt werden kann, sind unklar.[2] Nach R. Govaerts sind alle Arten zur Gattung Herminium zu stellen.[1]

Androcorys wurde zunächst 1919 von Rudolf Schlechter beschrieben. Der Name leitet sich von dem griechischen Vorwort ἀνδρό – andro, ‚männlich‘ und dem griechischen Wort κόρυς korys, ‚Helm‘ ab, da die Blütenblätter helmförmig über dem Staubblatt stehen.[2]

Folgende Arten werden zur Gattung Androcorys gezählt:[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Androcorys – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikispecies: Androcorys – Artenverzeichnis

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rafaël Govaerts (Hrsg.): Androcorys. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 4. Juli 2018.
  2. a b c d e Alec M. Pridgeon, Phillip J. Cribb, Mark W. Chase, Finn N. Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Orchidoideae (Part 1). Band 2. Oxford University Press, New York / Oxford 2001, ISBN 0-19-850710-0, S. 255–256.
  3. a b c Chen Xinqi, Stephan W. Gale, Phillip J. Cribb: Androcorys. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Band 25. Orchidaceae (Draft). Missouri Botanical Garden Press, St. Louis (Flora of China [abgerufen am 5. August 2009] 1994+).@1@2Vorlage:Toter Link/flora.huh.harvard.edu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. a b Rafaël Govaerts (Hrsg.): Androcorys. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.