Anja Lechner

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Anja Lechner bei ihrem Konzert mit François Couturier in der Stadtkirche Darmstadt am 11. Oktober 2015.

Anja Lechner (* 1961[1] in Kassel) ist eine deutsche Cellistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anja Lechner war Schülerin von Heinrich Schiff und studierte mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes bei János Starker in Bloomington. 1990 wurde sie mit dem Förderpreis der Stadt München ausgezeichnet. Die ARD produzierte 1992 ein Porträt von ihr.

Lechner ist Gründungsmitglied des Rosamunde Quartetts, dem sie von 1992 bis zu seiner Auflösung 2009 angehörte und mit dem sie u. a. Werke von Joseph Haydn und Dmitri Schostakowitsch aufnahm. Die Einspielungen bei ECM erhielten viele internationale Kritiken und zahlreiche Auszeichnungen. Die Aufnahme von Walentyn Sylwestrows Stück leggiero, pesante wurde für einen Grammy nominiert. Sie spielte auch Uraufführungen von Werken Günter Bialas' und Tigran Mansurjans.

Mit dem argentinischen Komponisten und Bandoneonisten Dino Saluzzi und dem Rosamunde Quartett arbeitet sie an dem Tango-Nuevo-Projekt Kultrum. Mit Saluzzi nahm sie das Album Ojos Negros auf, das auf einer USA-Tournee Anfang 2007 vorgestellt wurde.

Seit 2000 arbeitet Lechner mit dem griechischen Pianisten Vassilis Tsabropoulos zusammen, mit dem sie 2004 das Album Chants, Hymns and Dances mit Kompositionen von Georges I. Gurdjieff veröffentlichte. 2006 erschien das Album Nostalghia - Song for Tarkovsky mit den französischen Jazzmusikern François Couturier, Jean-Marc Larché und Jean-Louis Matinier; in gleicher Besetzung folgten bis 2017 zwei weitere Alben. Weitere Projekte im Bereich der Improvisationsmusik realisierte sie mit Alexei Ljubimov, Silke Avenhaus, Sylvie Courvoisier, Mark Feldman und Peter Ludwig.

Mit dem Pianisten Misha Alperin, mit dem sie seit 1998 zusammenarbeitet, und dem Hornisten Arkady Shilkloper veröffentlichte sie 2008 das Album Her First Dance. 2014 erschien das Album Moderato Cantabile. Im Nachrichtenmagazin Der Spiegel bezeichnete es Joachim Kronsbein es als „eines der ungewöhnlichsten Alben des Jahres“.[2]

Anja Lechner lebt in München.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Navidad de los Andes, ECM 2011
  • Il Pergolese, ECM 2013
  • Tigran Mansurian: Quasi parlando, ECM 2014, mit Patricia Kopatchinskaja, Amsterdam Sinfonietta, Candida Thompson.
  • François Couturier/Anja Lechner Moderato Cantabile, ECM New Series 2367, 2014[3]
  • Anja Lechner / Agnès Vestermann - Valentin Silvestrov: Hieroglyphen der Nacht, ECM New Series 2389, 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anja Lechner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sendung Klassik-Pop-et cetera im DLF Deutschlandfunk am 14. August 2010
  2. Joachim Kronsbein, Das ungewöhnliche Album der Cellistin Anja Lechner, in: Der Spiegel, Nr. 43 vom 20. Oktober 2014, S. 124f.
  3. Improvisation mit fünf Lebenslinien in FAZ vom 16. Februar 2015, Seite 10