Anna Sophie von Dänemark

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Anna Sophie von Dänemark

Anna Sophie von Dänemark (* 1. September 1647 in Flensburg; † 1. Juli 1717 auf Schloss Lichtenburg bei Prettin) war Kurfürstin von Sachsen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie war die älteste Tochter König Friedrichs III. von Dänemark und Norwegen (1609–1670) und seiner Ehefrau Sophie Amalie (1628–1685), Tochter Herzog Georgs von Braunschweig und Lüneburg-Calenberg.

Von ihrem Wesen her war Anna Sophie sehr zurückhaltend und von charakterlich etwas komplizierter Art. Sie liebte ein abgeschiedenes Leben fern des Hofes, pflegte allerdings auch gern einen gehobenen Gedankenaustausch im Gespräch oder per Brief. Denn sie wies eine sehr hohe Bildung auf und sprach neben Deutsch sowie Dänisch auch Italienisch, Französisch, Spanisch und Latein. Anna Sophia konnte mit Geld gut umgehen und schuf sich ein ansehnliches Privatvermögen. Dem orthodoxen Luthertum anhängend, war sie religiös jedoch so beweglich, dass sie sich späterhin auch neuen Religionsströmungen, wie dem von Philipp Jacob Spener begründeten Pietismus öffnete. All das machte sie zu einer Respektperson, selbst für ihren Gemahl und sodann ihre Söhne.[1]

Am 9. Oktober 1666 hatte sie den Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen (1647–1691) geehelicht. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor:

Schon zu ihrem sich nur für Militär interessierenden Gemahl wahrte Anna Sophie eine gewisse Distanz. Diese bestand auch zu ihrem charakterlich sehr komplizierten Sohn Johann Georg und nach der Konversion von August zum Katholizismus bzw. dessen Wahl 1697 zum König von Polen auch zu diesem. Um seine beim Luthertum verharrende Gemahlin Christiane Eberhardine zu strafen, hatte August ihren Sohn Friedrich August seiner Mutter zu Erziehung übergeben. Gemeinsam versuchten Anna Sophie und Christiane Eberhardine, die sich gut verstanden, den Knaben beim Luthertum zu erhalten, woran sie jedoch letztlich scheiterten, denn 1712 konvertierte auch er.[2]

Die letzten Jahre lebte Anna Sophie zusammen mit ihren Schwester, der Kurfürstenwitwe Wilhelmine Ernestine von der Pfalz, zunehmend vereinsamend auf ihrem Witwensitz Schloss Lichtenburg. Christiane Eberhardine lebte nur einige Kilometer elbeabwärts im selbstgewählten Exil auf Schloss Pretzsch, wo sie zehn Jahre nach Anna Sophie starb.

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich II. König von Dänemark und Norwegen (1534–1588)
 
 
 
 
 
 
 
Christian IV. König von Dänemark und Norwegen (1577–1648)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophie von Mecklenburg (1557–1631)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. König von Dänemark und Norwegen (1609–1670)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Joachim Friedrich Kurfürst von Brandenburg (1546–1608)
 
 
 
 
 
 
 
Anna Katharina von Brandenburg (1575–1612)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Katharina von Brandenburg-Küstrin (1549–1602)
 
 
 
 
 
 
 
Anna Sophie von Dänemark
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg, (1535–1592)
 
 
 
 
 
 
 
Georg von Braunschweig-Calenberg (1582–1641)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dorothea von Dänemark (1546–1617)
 
 
 
 
 
 
 
Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg (1628–1685)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig V. von Hessen-Darmstadt (1577–1626)
 
 
 
 
 
 
 
Anna Eleonore von Hessen-Darmstadt (1601–1659)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Magdalena von Brandenburg (1582–1616)
 
 
 
 
 
 

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Böttcher: Johann Georg IV. von Sachsen und Magdalena Sibylla von Neitschütz. Dresdner Buchverlag, Dresden 2014, ISBN 978-3-941757-43-1, S. 11 - 12 u. a.
  2. Hans-Joachim Böttcher: Christiane Eberhardine Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen, Gemahlin August des Starken. Dresdner Buchverlag, Dresden 2011, ISBN 978-3-941757-25-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Anna Sophie von Dänemark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerinAmtNachfolgerin
Magdalena Sibylle von Brandenburg-BayreuthKurfürstin von Sachsen
1680–1691
Eleonore von Sachsen-Eisenach