Anne-Sophie Bion

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Anne-Sophie Bion ist eine französische Filmeditorin und Schnittassistentin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anne-Sophie Bion begann ab Mitte der 2000er Jahre als Schnittassistentin im französischen Kino Fuß zu fassen. Erstmals war sie an Douglas Gordons und Philippe Parrenos Dokumentarfilm Zidane – Ein Porträt im 21. Jahrhundert (2006) über den gleichnamigen französischen Fußballspieler beteiligt, bei dem sie mit Hervé Schneid und Enrica Gattolini zusammenarbeitete. Bis 2011 sollten mehr als ein Dutzend weitere Filmprojekte folgen, bei denen sie als Schnittassistentin engagiert wurde, darunter sowohl Spiel- als auch Dokumentar- und Kurzfilme. Erneut mit Gattolini arbeitete Bion an Lola Doillons Jugendfilm Et toi t’es sur qui? (2007) und Joana Hadjithomas’ und Khalil Joreige im Libanon angesiedelten Historienstreifen Lass es mich sehen (2008) mit Catherine Deneuve zusammen. Wiederholt arbeitete sie auch mit Marie-Pierre Renaud, die sie beim Schnitt von Audrey Estrougos preisgekrönten Jugenddrama Regarde-moi (2007) und Jean-Paul Salomés Female Agents – Geheimkommando Phoenix (2008) unterstützte. Danach schloss sich eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Hervé Schneid an, den Bion beim Schnittprozess der preisgekrönten französischen Produktionen Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt und Public Enemy No. 1 – Todestrieb (beide 2008), Micmacs – Uns gehört Paris! (2009) und Sarahs Schlüssel (2010) begleitete.

Im Jahr 2011 folgten die ersten Filmprojekte für Bion als alleinverantwortliche Editorin. Ihr erster Film war Michel Hazanavicius’ vielfach preisgekrönte Tragikomödie The Artist, die im Stummfilmformat 1,33:1 in Schwarzweiß-Bildern mit Zwischentiteln und so gut wie keinem gesprochen Text konzipiert war. Hazanavicius hatte nach einem jungen Filmeditor ohne „Starrheit“ gesucht. Bion arbeitete viel mit dem Regisseur zusammen, der so eng mit seinem Filmprojekt verbunden war, dass er es zuerst ablehnte, ihre Schnittfassungen anzusehen. „Es war ziemlich hart, zuerst meinen Platz zu finden. Aber Michel teilte viel und gab mir das schönste Geschenk, an dem Film zu arbeiten“, so Bion.[1] Hervé Schneid hatte sie gelehrt, beim Schnittprozess nicht auf den Ton zu achten und die Bilder stumm für sich arbeiten zu lassen, was ihr bei The Artist zugutekam. Schwieriger gestaltete sich die Platzierung der Zwischentitel, woraufhin Bion als Vorbereitung zahlreiche Stummfilme sah. Ebenfalls orientierte sie sich am Gesichtsausdruck der Schauspieler, die ihr einen gewissen Rhythmus gaben und las die Dialogzeilen den Akteuren laut eigenen Angaben von den Lippen ab.[1]

Für ihre Leistung an The Artist wurde Bion gemeinsam mit dem als Cutter geführten Hazanavicius für den Oscar, den französischen César, den US-amerikanischen Broadcast Film Critics Association Award nominiert und gewann den Eddie Award der American Cinema Editors. Im selben Jahr schnitt sie Christophe Barratiers Abenteuerfilm Krieg der Knöpfe.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmeditorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnittassistentin (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: Nominierung für den Preis der Alliance of Women Film Journalists für The Artist (gemeinsam mit Michel Hazanavicius)
  • 2012: Nominierung für den Broadcast Film Critics Association Award für The Artist (gemeinsam mit Michel Hazanavicius)
  • 2012: Eddie Award der American Cinema Editors (Kategorie: Komödie oder Musical) für The Artist (gemeinsam mit Michel Hazanavicius)
  • 2012: Nominierung für den British Academy Film Award für The Artist (gemeinsam mit Michel Hazanavicius)
  • 2012: César-Nominierung für The Artist (gemeinsam mit Michel Hazanavicius)
  • 2012: Oscar-Nominierung für The Artist (gemeinsam mit Michel Hazanavicius)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Skweres, Mary Ann: Contender – Editor Anne-Sophie Bion, The Artist bei btlnews.com, 12. Januar 2012 (abgerufen am 16. Januar 2012).