Antonio Lucaciu

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Antonio Lucaciu, 2014; Foto: Sandra Ludewig

Antonio Lucaciu (* 2. Juli 1987 in Plauen) ist ein deutscher Saxofonist und Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antonio Lucaciu stammt aus einem musikalischen Elternhaus, seine Eltern sind Geiger im Theater Plauen-Zwickau.[1] Während seiner Schulzeit bekam er klassischen Klavier- sowie ab dem 13. Lebensjahr Saxofonunterricht. Von 2002 bis 2005 war er Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Sachsen unter der Leitung von Manfred Kebsch, Al Porcino, Milan Svoboda und Ansgar Striepens.

Von 2004 bis 2005 studierte Lucaciu in der Nachwuchsförderklasse von Michael Arnold und Richie Beirach an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. 2005 begann er dort sein reguläres Studium bei Michael Arnold, Johannes Enders und Richie Beirach.

Bereits seit 2005 spielt Lucaciu in einem Duo mit Sascha Stiehler, das auch den Kern weiterer Formationen bildet. 2007 gründete er gemeinsam mit Pianist Sascha Stiehler, Schlagzeuger Jan Roth und Bassisten Matthias Eichhorn das Quartett Change Request, mit dem sie 2008 den Internationalen Jazzpreis Straubing gewinnen konnten. 2008 besuchte Lucaciu die Meisterklasse von Dave Liebman in New York.

Im Jahr 2010 initiierte er zusammen mit Sascha Stiehler und seinem Bruder Robert Lucaciu den Jazzclub Telegraph in Leipzig und gründete im gleichen Jahr das Musiklabel Egolaut. Für das Jahr 2010 wurde er zum Vorstandsmitglied des Jazzclub Leipzig e.V. gewählt und wirkte an Planung und Durchführung der 34. Leipziger Jazztage mit.

Bisherige Konzertreisen führten Lucaciu bereits mit verschiedenen Bands nach China, in die USA und die Niederlande, nach Italien, England, Tschechien, Belgien und Österreich. Er wird auch auf Wolfgang Schmids Album Let the Groove Begin als Solist herausgestellt. 2011 ging er als Duopartner von Clueso auf Konzertreise und musizierte unter anderem mit Udo Lindenberg.[2] und Wolfgang Niedecken.

Seit 2011 leitet Antonio Lucaciu zusammen mit Sascha Stiehler, dem Sächsischen Musikrat und der Landesmusikakademie Sachsen den einmal im Jahr stattfindenden Workshop über „Jazz und Improvisierte Musik“ für junge Musiktalente aus Mitteldeutschland. Im April 2012 veröffentlichte er mit dem Duo Stiehler/Lucaciu die EP „Clara Park“. Die anschließende „Duo trifft Freunde“-Tour mit über 30 Konzerten wurde nach einem Aufruf der Band ausschließlich von Fans organisiert. Im Mai desselben Jahres war Sascha Stiehler zusammen mit Antonio Lucaciu, Robert Lucaciu und Cornelius Häschel künstlerischer Leiter des 13. Greizer Jazzwerks.[3]

Antonio Lucaciu und Sascha Stiehler initiieren im Leipziger Stadtteil Plagwitz das „Egolauthaus“. Das Künstlerhaus dient der gegenseitigen Vernetzung und dem Austausch von Anhängern der Kreativwirtschaft aus den Bereichen Musik, Design, Fotografie etc.

2013 komponierte Antonio Lucaciu zusammen mit Sascha Stiehler im Auftrag des 34. Deutschen Evangelischen Kirchentages das Werk „Soviel du brauchst“ für Streichensemble, Chor, Schlagwerk, Klavier und Saxofon. Die Uraufführung an der Binnenalster und am Hafenbecken in Hamburg am 1. Mai 2013 erlebten über 250.000 Menschen.[4] Zeitgleich erschien das Werk beim Musiklabel Egolaut auf CD.

Am 1. Oktober 2013 veröffentlichte das Duo Stiehler/Lucaciu das Album "Kompott geht immer"[5] und ging damit auf zweimonatige Deutschlandtournee. Ihre Pop-Band Egolaut ging 2016 mit Charley Ann auf Deutschlandtour.[2]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005 Nachwuchsförderklassen Stipendium
  • 2005 Staatsministerpreis des Freistaates Sachsen mit der Formation „Jazzodron“
  • 2005 Stipendium des Bundesjugendjazzorchesters
  • 2005 Solistenpreis bei der 5. Bundesbegegnung Jugend jazzt in Koblenz[6]
  • 2008 Internationaler Jazzpreis Straubing
  • 2009 Leipziger Jazznachwuchspreis (gemeinsam mit seinem Duopartner Sascha Stiehler)[7][8]
  • 2009 Preis der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung Stendal [9]
  • 2010 Zweiter Platz beim Biberacher Jazzpreis [10]

Diskografische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Change Request EP (Egolaut 2008)
  • Change Request Die erträgliche Leichtigkeit des Seins (Egolaut 2010)
  • Duo Stiehler/Lucaciu Traumfresserchen (Egolaut 2010)
  • Clueso An und für sich (2011)
  • Duo Stiehler/Lucaciu Clara Park (Egolaut 2012)
  • Max Prosa Rangoon (Columbia/Zughafen 2013)
  • Duo Stiehler/Lucaciu Kompott geht immer (Egolaut 2013)
  • Bertram Burkert Das Auge des Betrachters (2014)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antonio Lucaciu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sebastian Münster: Zwischen Dorfbühne und Stadion. In: freiepresse.de. Freie Presse, 24. September 2015; abgerufen am 5. Oktober 2015.
  2. a b Mit Hirn und Bauch: Leipziger Band Egolaut gibt ihr Live-Debüt in der Moritzbastei Leipziger Volkszeitung, 6. Mai 2016
  3. Clueso und Lucaciu live bei Radio Hamburg (25. März 2011)
  4. Uraufführung „Soviel du brauchst“ im Rahmen des 34. Deutschen Evangelischen Kirchentages (1. Mai 2013)
  5. Sascha Stiehler und Antonio Lucaciu im Interview mit Jacqueline Hahnebach (4. Dezember 2013)
  6. Solisten Preis und Bujazzo Preis 2005
  7. Verleihung des Leipziger Jazznachwuchspreises
  8. NMZ über die Preisträger des Leipziger Jazznachwuchspreises der Marion Ermer Stiftung
  9. Jütting-Stiftung in Stendal fördert musikalische Nachwuchstalente (Deutsches Musikinformationszentrum 24. November 2009)
  10. Schwäbische Zeitung über die Preisträger (24. April 2010) (PDF; 27 kB)