Freie Presse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Es fehlt definitiv die Angabe der politischen Ausrichtung.
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.
Freie Presse
Freie Presse
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Chemnitzer Verlag und Druck
GmbH & Co KG
Erstausgabe 1. Januar 1963
Erscheinungsweise Montag bis Sonnabend
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2017, Mo–Sa)
226.677 Exemplare
Reichweite (MA 2008[1]) 0,747 Mio. Leser
Chefredakteur Torsten Kleditzsch
Herausgeber Medien Union GmbH Ludwigshafen
Weblink www.freiepresse.de
ZDB 1085204-9

Die Freie Presse ist die regionale Tageszeitung für den ehemaligen Direktionsbezirk Chemnitz. Sie ist die größte Abonnement-Zeitung Sachsens. Die verkaufte Auflage beträgt 226.677 Exemplare, ein Minus von 47,9 Prozent seit 1998.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freie Presse galt vor der Wende mit einer Auflage von 663.700 Exemplaren als auflagenstärkste regionale Tageszeitung der DDR. Sie erschien seit ihrer Fusion mit der Volksstimme (SED-Organ im Bezirk Karl-Marx-Stadt, nicht zu verwechseln mit der Magdeburger Tageszeitung gleichen Namens) seit dem 1. Januar 1963 als Organ der SED-Bezirksleitung des Bezirks Karl-Marx-Stadt. Ihren Namen erhielt sie von der vor der Fusion in Zwickau erschienenen regionalen Tageszeitung für die Kreise Zwickau/Stadt und Zwickau/Land.

Die Freie Presse wurde nicht, wie die meisten anderen DDR-Zeitungen, durch die Treuhandanstalt zur Privatisierung ausgeschrieben. Sie ging ohne Ausschreibung für umgerechnet 100 Millionen Euro an die Medien-Union GmbH mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein, welche auch die Tageszeitung Die Rheinpfalz publiziert. Ebenfalls um die Freie Presse beworben hatten sich die Rheinische Post und der Axel Springer Verlag.[3]

Wie der Spiegel recherchierte, ging der direkte Verkauf auf eine Intervention von Bundeskanzler Helmut Kohl zurück, der sich beim damaligen Chef der Treuhandanstalt für den CDU-nahen Verlag mit Sitz in seiner Heimatstadt Ludwigshafen am Rhein eingesetzt hatte. Kohl sorgte dafür, dass mit dem Verleger Dieter Schaub „ein langjähriger Weggefährte Kohls aus der heimatlichen Pfalz die heute größte ostdeutsche Zeitung einheimste“.[3] Der Fall weist Ähnlichkeiten zum Verkauf der Mitteldeutschen Zeitung durch eine Intervention von Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freie Presse hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 47,9 Prozent gesunken.[4] Sie beträgt gegenwärtig 226.677 Exemplare.[5] Das entspricht einem Rückgang von 208.463 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 94,8 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[6]


Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlagsgebäude der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse

Die Freie Presse gibt 19 Lokalausgaben heraus.

Lokalausgaben

Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heini Scheffler war ein bekannter Zeichner der Zeitung. Seine nahezu täglich erscheinenden Karikaturen mit dem Wetterfrosch machten ihn populär.

Überregionale Bedeutung hatte die ab 1960 in der Freien Presse erscheinende, über Jahrzehnte von Manfred Zucker bis zu seinem Tode geleitete Schachecke. Die dort als Urdrucke publizierten Schachkompositionen renommierter Autoren aus aller Welt haben ihren Namen durch Nachdrucke der Kompositionen in Büchern und anderen Zeitschriften rund um den Erdball getragen.[7] Gegenwärtig wurde durch die Redaktion die Publikation von Urdrucken unterbunden und damit eine in Jahrzehnten gewachsene Tradition jäh abgeschnitten. Zwar wird durch Übernahme von auf Vorrat in einem Rätselverlag hergestellten Nachdrucken versucht, dem Leser weiterhin Schach anzubieten, doch kann die Qualität der quasi als Konserve angebotenen Beiträge nicht überzeugen.

Pressefest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine lange Tradition hat das von der Zeitung veranstaltete Pressefest im Chemnitzer Küchwald. Während die Veranstaltung zu DDR-Zeiten 34-mal stattfand, wurde dieses Fest 1999 wiederbelebt. Präsentiert werden einheimische, nationale und internationale Künstler. Mit 160.000 Besuchern war das Pressefest 2009 eines der größten Volksfeste des Freistaates Sachsen.[8] 2015 pausierte das Pressefest, um an einem neuen Konzept zu arbeiten.[9] 2016 fand es dann wieder am 13. August statt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mediadaten ostdeutscher Tageszeitungen
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. a b Der hat jeden Tag gefragt. In: Der Spiegel. Nr. 11, 1991 (online).
  4. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  5. laut IVW, drittes Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  7. Schachkompositionen aus der Freien Presse auf dem PDB-Server
  8. Peggy Fritzsche: Wenn die Leser fröhlich feiern. In: freiepresse.de. 13. Mai 2016; abgerufen am 22. Mai 2016.
  9. freiepresse.de
  10. Peggy Fritzsche: Pressefest 2016: 50.000 Menschen feiern ihre Leserparty. In: freiepresse.de. 15. August 2016; abgerufen am 20. September 2016.