Aquavit

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Schwedischer Aquavit

Aquavit, auch Akvavit (lat. aqua vitae, dt. Wasser des Lebens auch Lebenswasser), ist, seit dem Mittelalter, als alkoholischer, destillierter Auszug, pharmazeutische Bezeichnung für Branntwein oder Weingeist bekannt.[1] Erstmals urkundliche Erwähnung fand der Begriff 1494 in schottischen Steuerunterlagen.[2]

Ab der frühen Neuzeit wird damit meist ein, mit Gewürzen aromatisierter, Branntwein bezeichnet,[3] vgl. auch „Whiskey“. Die klare bis goldgelbe Spirituose wird unter Verwendung von Kümmel und Dillsamen hergestellt und stammt ursprünglich aus Skandinavien.

Aquavit wird aus hochrektifiziertem, sehr reinem (96 % Vol.), fast geschmacksneutralem Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs (z. B. Getreide oder Kartoffeln) hergestellt. Dazu wird dieser nach dem Destillieren („Brennen“) mit Wasser, Kümmel, Dillsamen (Dillfrüchte) und/oder einer markenspezifischen Gewürzmischung (u. a. Koriander, Fenchel, Zimt, Nelken, Dill) versetzt. Die Zusammensetzung der jeweiligen Gewürzmischung bestimmt den Charakter der einzelnen Marken.

Bei der Destillation werden der Vor- und Nachlauf wegen der enthaltenen Verunreinigungen abgeschieden. Um das gewürzte Destillat auf Trinkstärke herabzusetzen, wird destilliertes oder demineralisiertes Wasser zugegeben. Dieses Rohprodukt verbringt anschließend einige Zeit im Reifelager, um die Inhaltsstoffe Bindungen eingehen zu lassen und den Geschmack abzurunden. Hochwertiger Aquavit reift in Holzfässern heran. Teilweise werden dabei auch gebrauchte Sherryfässer wiederbefüllt.

Aquavit muss einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 % Vol. aufweisen. Der Kümmelgeschmack muss vorherrschend sein. Er wird meistens eiskalt in einem möglichst vorgekühlten Schnapsglas getrunken.

Bekannte Marken sind unter anderem Bommerlunder, Malteserkreuz Aquavit, Linie Aquavit und Aalborg Akvavit. Eine Variante von Kümmelschnaps oder Kümmellikör ist der lettische Allasch. Norddeutsche Kümmelbranntweine werden regional auch als Köm bezeichnet. Dem Aquavit ähnlich ist auch der isländische Brennivín.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aquavit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Aquavit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Arntz: Weinbrenner. Die Geschichte vom Geist des Weines. Seewald, Stuttgart 1975, S. 70–77 und 86 f.
  2. Swissländer-1494-AQUA VITAE. (HTML) Sonnenbräu, abgerufen am 13. November 2019.
  3. Frühneuhochdeutsches Wörterbuch. Band 2, S. 27.