Aquavit

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Schwedischer Aquavit

Aquavit, auch Akvavit (lateinisch aqua vitae Wasser des Lebens, auch Lebenswasser) ist ein alkoholischer, destillierter Auszug und seit dem Mittelalter eine pharmazeutische Bezeichnung für Branntwein oder Weingeist.[1] In Norwegen wurde er im 16. Jahrhundert zum ersten Mal als gewürzter Branntwein schriftlich erwähnt.[2] In Norwegen und Dänemark wird Aquavit traditionell mit Kümmel versetzt.[3]

Ab der frühen Neuzeit wird damit meist ein mit Gewürzen aromatisierter Branntwein bezeichnet,[4] so z. B auch „Whiskey“. Die klare bis goldgelbe Spirituose wird unter Verwendung von Kümmel und Dillsamen hergestellt und stammt ursprünglich aus Skandinavien.

Aquavit wird aus hochrektifiziertem, sehr reinem (96 Vol-%), fast geschmacksneutralem Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, z. B. Getreide oder Kartoffeln, hergestellt. Dazu wird dieser nach dem Destillieren („Brennen“) mit Wasser, Kümmel, Dillsamen (Dillfrüchte) oder einer markenspezifischen Gewürzmischung wie Koriander, Fenchel, Zimt oder Nelken versetzt. Die Zusammensetzung der jeweiligen Gewürzmischung bestimmt den Charakter der einzelnen Marken.

Bei der Destillation werden der Vor- und Nachlauf wegen der enthaltenen Verunreinigungen abgeschieden. Um das gewürzte Destillat auf Trinkstärke herabzusetzen, wird destilliertes oder demineralisiertes Wasser zugegeben. Dieses Rohprodukt verbringt anschließend einige Zeit im Reifelager, um die Inhaltsstoffe Bindungen eingehen zu lassen und den Geschmack abzurunden. Hochwertiger Aquavit reift in Holzfässern heran. Teilweise werden dabei auch gebrauchte Sherryfässer wiederbefüllt.

Aquavit muss einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 Volumenprozent aufweisen. Die Beigabe weiterer würzender Stoffe (u. a. Zucker bis zu 0,5 g/100 ml des Fertigerzeugnisses) ist zugelassen, nicht jedoch die Zugabe von ätherischen Ölen; der Extraktgehalt darf 1,5 % nicht übersteigen. Der Kümmelgeschmack muss vorherrschend sein.[3] Er wird meistens eiskalt in einem möglichst vorgekühlten Schnapsglas getrunken.

Bekannte Marken sind unter anderem Bommerlunder, Malteserkreuz Aquavit, Linie-Aquavit und Aalborg Akvavit. Eine Variante von Kümmelschnaps oder Kümmellikör ist der lettische Allasch. Norddeutsche Kümmelbranntweine werden regional auch als Köm bezeichnet. Dem Aquavit ähnlich ist auch der isländische Brennivín.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aquavit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Aquavit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Arntz: Weinbrenner. Die Geschichte vom Geist des Weines. Busse-Seewald-Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 978-3512003974, S. 70–77 und 86 f.
  2. Wissenswertes zum Aquavit, rumundco.de, abgerufen am 27. September 2020
  3. a b Waldemar Ternes, Alfred Täufel, Lieselotte Tunger, Martin Zobel (Hrsg.): Lebensmittel-Lexikon. 4., umfassend überarbeitete Auflage. Behr, Hamburg 2005, ISBN 3-89947-165-2.
  4. Frühneuhochdeutsches Wörterbuch. Band 2, S. 27.