Branntwein

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Branntwein (nach mittelhochdeutsch: gebranter wīn, seit dem 16. Jahrhundert[1] in Formen wie brandten wīn, brenten wein, brantewein) bezeichnet allgemein alle durch Brennen (Destillation) hergestellten Spirituosen und deren Mischungen mit mehr als 15 Vol.-% Alkohol.

In diesem Sinne, jedoch mit unterschiedlichen Mindestalkoholgehalten und zahlreichen Ausnahmen, wird der Begriff für die Branntweinsteuer und im deutschen Jugendschutzgesetz verwendet. Die ursprüngliche Bedeutung als gebrannter Wein[2][3] wird heute meist Weinbrand bezeichnet. Die EU greift diese Bedeutung wieder auf und definiert den Begriff in diesem Sinne.

Daher gibt es folgende zwei Definitionen: Branntwein bezeichnet

  1. den nach § 130 des deutschen Branntweinmonopolgesetzes (BranntwMonG) definierten Steuergegenstand der Branntweinsteuer;
  2. nach Anhang II Nr. 4 der „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen und zur Aufhebung der Verordnung“:
„(...) eine Spirituose,
  • die ausschließlich durch Destillation zu weniger als 86 Vol.-% von Wein oder Brennwein oder durch erneute Destillation eines Weindestillats zu weniger als 86 Vol.-% gewonnen wird,
  • die einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 125 g/hl r. A. aufweist,
  • die einen Höchstgehalt an Methanol von 200 g/hl r. A. aufweist.
Der Mindestalkoholgehalt von Branntwein beträgt 37,5 Vol.-% […]“

In dieser EG-Verordnung ist Branntwein eine von 46 Kategorien verschiedener Spirituosen. Unter diese Kategorie der EG-Verordnung fallen z. B. Weinbrand oder weinbrandhaltige Getränke (Brandy oder Weinbrand bildet dort jedoch auch eine eigene Kategorie).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikiquote: Branntwein – Zitate
 Wiktionary: Branntwein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Schöppler: Ein Lob des Branntweins aus dem 16. Jahrhundert. In: Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften 13, 1914, S. 443 f.
  2. Gundolf Keil: Der deutsche Branntweintraktat des Mittelalters: Texte und Quellenuntersuchungen. In: Centaurus 7, 1960/61, S. 53–100.
  3. Doru Todericiu: Das Branntweinrezept in Hans Haasenweins Hermannstädter „Kunstbuch“. In: Sudhoffs Archiv. Band 54, 1970, S. 211 f.
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