Arabo-Haflinger

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Der Arabo-Haflinger oder Arabohaflinger ist eine Kreuzung aus Arabern und Haflingern (meist arabischer Hengst und Haflingerstute). Als Kreuzungsprodukten fehlen den Tieren stabile Rassemerkmale. Sie sind im hippologischen Sinne keine Pferderasse.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrundinformationen zur Pferdebewertung und -zucht finden sich unter: Exterieur, Interieur und Pferdezucht.

Zuchtgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von ca. 1960 bis ca. 1980 wurden Arabohaflinger in der Haflingerzucht zur Veredlung eingesetzt. Aus den Kreuzungsversuchen entstand in Österreich die Pferderasse Araber-Haflinger. Veredelte Haflinger mit einem begrenzten Araberblutanteil werden in Deutschland seit 2006 als eigenständige Rasse Edelbluthaflinger geführt. Bis zur Eröffnung der Zuchtbücher dieser behördlich anerkannten Pferderassen wurden veredelte Haflinger gelegentlich als „Arabohaflinger“ bezeichnet, seitdem ist dieser Begriff in diesem Zusammenhang veraltet. Obwohl die Veredelungszucht als abgeschlossen gilt und in den Zuchtverbänden innerhalb des Bestandes weitergezüchtet werden soll, finden sich heute noch vereinzelt Ankreuzungen und deren Nachkommen außerhalb der Zuchtbücher.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haflinger haben bereits Araberblut (ox) in ihren Adern, aber viel weniger als die Arabo-Haflinger. Durch Kreuzung von Arabern und Haflingern soll ein schlanker Pferdetyp, ein vielseitiges und anspruchsloses Reitpferd im Kleinpferderahmen mit einem Stockmaß von 138 bis 148 cm entstehen. Ziel der Ankreuzung ist ein elegantes, kleines Reitpferd im Rechteckformat mit typisch arabischen Merkmalen, wie der trockene, kurze Kopf, das konkave Profil und das große, klare Auge. Der Hals soll genügend lang, gut aufgesetzt und leicht im Genick sein, die schräge Schulter lang und gut bemuskelt, der ausgeprägte Widerrist lang in den Rücken reichen, der Körper kräftig, die Brust breit und tief, die schräge Kruppe gut bemuskelt, das Fundament trocken und korrekt, die Gliedmaßen korrekt mit großen Gelenken und mittellangen Fesseln und die Hufe wohlgeformt sein. Die Fuchsfarbe mit dem goldenen Deck- und dem blonden Langhaar des Haflingers herrscht vor und ist erwünscht, es kommen jedoch recht häufig auch Falben und andere Farben bis hin zum Schimmel vor.

Die Anpaarung von Araber-Hengsten und Haflinger-Stuten ist nicht ganz unproblematisch: Oft haben die Nachkommen einen unharmonischen Körperbau (schwache Nachhand, zu mächtige Köpfe) oder auch einfach zu viel Temperament für den kräftigen Körperbau und sind für Kinder und Anfänger nicht geeignet. Der Arabo-Haflinger hat durch die Anpaarung mit dem Araber oft viel von der Ruhe des Haflingers verloren, eignet sich dadurch aber auch besser für den Sport, da die leichte Nervosität auch eine erhöhte Aufmerksamkeit mit sich bringt. Eine gelungene Ankreuzung ist genügsam, unkompliziert, umgänglich, einsatzfreudig, nervenstark, gesund und hat einen guten Charakter und ein ausgeglichenes Temperament. Gute Arabo-Haflinger sind verlässliche Reit- und Fahrpferde für Kinder und Erwachsene mit fleißigen, taktmäßigen, raumgreifenden Grundgangarten und mit gutem Schub.

Die Abstammungnachweise werden in Deutschland beim Zuchtverband für deutsche Pferde e.V. (ZfdP) in Verden (Aller) geführt. In den ersten drei Generationen muss sichergestellt sein, dass ein Mindestanteil von 25 % der Ausgangspopulation nicht unterschritten wird. Bei Erhaltung des Haflinger-Exterieurs beträgt der Edelblutanteil in aller Regel höchstens 37,5 %. In Zukunft soll aus dem entstandenen Zuchtstamm ohne zusätzliches Haflingerblut und mit nur wenig Araberblut weitergezüchtet werden.