Aristid von Grosse

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Aristid von Grosse (* 4. Januar 1905 in Riga; † 21. Juli 1985 in Laguna Hills, Kalifornien)[1] war ein deutsch-US-amerikanischer Kernchemiker. Während er mit Otto Hahn arbeitete, bekam er Zugang zu Abfällen aus der Radiumherstellung und konnte daraus 1927 Protactiniumoxid isolieren.[2] 1934 konnte er auch metallisches Protactinium aus Protactinium(V)-iodid darstellen.[3][4]

1930 verließ er Deutschland und war von 1931 bis 1940 Gastprofessor für Chemie an der University of Chicago. Ab 1940 arbeitete er an der Columbia University zur Kernspaltung und dann im Rahmen des Manhattan-Projekts. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er von 1948 bis 1969 Leiter des Research Institute der Temple University und anschließend bis zu seiner Pensionierung am Franklin Institute in Philadelphia tätig. 1957 wurde er Fellow der American Physical Society.

Aristid starb an Lungenentzündung in Laguna Hills (Kalifornien) am 21. Juli 1985.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Weiner: The Niels Bohr Library & Archives: Interview with Dr. Aristid Grosse. American Institute of Physics. 11. Januar 1974. Abgerufen am 21. Dezember 2015.
  2. Aristid von Grosse: Das Element 91; seine Eigenschaften und seine Gewinnung. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 61, Nr. 1, 1928, S. 233–245. doi:10.1002/cber.19280610137.
  3. Aristid von Grosse: Element 91. In: Science. 80, Nr. 2084, 1934, S. 512–516. doi:10.1126/science.80.2084.512. PMID 17734249.
  4. Aristid v. Grosse: Zur Herstellung von Protactinium. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (A and B Series). 68, Nr. 2, 1935, S. 307. doi:10.1002/cber.19350680218.
  5. Aristid V. Grosse, 80; Did A-Bomb Research. The New York Times. 23. Juli 1985. Abgerufen am 7. November 2011.