Arno von Moyzischewitz

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Arno von Moyzischewitz (* 8. Februar 1890 in Straßburg; † 1. Juli 1937 in Crussow) war ein deutscher Offizier und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Jugend und Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moyzischewitz war ein Sohn des preußischen Generalmajors Louis Willy von Moyzischewitz (1856–1919) und seiner Gattin Emilie, geborene Kalle, einer Tochter des Farbenindustriellen Kalle. Zum Zeitpunkt der Geburt des Sohnes war Louis von Moyzischewitz als Oberstleutnant Kommandeur beim 1. Ober-Elsässischen Feldartillerie-Regiment Nr. 15 in Straßburg. Moyzischewitzs Vorfahren väterlicherseits stammten aus Ostpreußen, während die Ahnen auf der mütterlichen Seite aus dem Rheinland kamen.

Seine Schulzeit absolvierte Moyzischewitz in Straßburg. Ursprünglich für die diplomatische Laufbahn vorgesehen, trat er stattdessen in die Preußische Armee ein. Mit Patent vom 19. November 1907 wurde er zum Leutnant im Dragoner-Regiment Nr. 7 in Saarbrücken ernannt. Nach einem längeren Aufenthalt in der Schweiz legte Moyzischewitz 1912 das Dolmetscherexamen an der Pariser Sorbonne ab. 1914 wechselte er in das neu aufgestellte Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 12 in Saint-Avold. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gab Moyzischewitz ein deutsch-französisches Wörterbuch heraus, das während des Krieges von vielen deutschen Soldaten genutzt wurde, um mit der französischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu kommunizieren.

In den ersten Monaten nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zeichnete Moyzischewitz - der auch mit dem Eisernen Kreuz beider Klasse und diversen anderen Kriegsorden ausgezeichnet wurde - sich als Patrouillenführer derart aus, dass der preußische Kronprinz Wilhelm ihn zum Erzieher seiner Kinder machte, eine Tätigkeit die er von 1915 bis 1917 ausübte. Während dieser Zeit heiratete er 1916 Herta Heidborn, eine Enkelin des Geheimrates Röchling. Nach dem Ende seiner Tätigkeit für die kronprinzliche Familie wurde Moyzischewitz als Generalstabsoffiziers eingesetzt und anschließend von 1917 bis 1918 im Rang eines Hauptmanns in verschiedenen höheren Stäben verwendet, u. a. im Großen Generalstab. Dort lernte er auch den damaligen Major Kurt von Schleicher kennen, zu dem er eine lebenslange Freundschaft schloss und mit dem er bis 1933 immer wieder politisch zusammenarbeitete. Das Kriegsende erlebte er beim Gouvernement in Metz.

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie im Herbst 1918 wurde Moyzischewitz als Generalstabsoffizier in die politische Abteilung des Oberkommandos des neu ernannten Reichswehrministers Gustav Noske übernommen, in der er bis 1920 tätig war. Anschließend war er bis 1921 Privatsekretär des Industriellen Hugo Stinnes. Es folgte eine kurzzeitige Tätigkeit als Direktor der Automobil, Verkehrs und Übungsstraßen AG (Avus, Stinnes Konzern).

1921 gründete Moyzischewitz die Ahemo-Werkstätten in Berlin, eine Fabrik für Radiogeräte mit etwa 400 Arbeitern, die knapp zehn Jahre Bestand haben sollte. Die Ahemo-Werkstätten machten sich u. a. einen Namen als erstes Unternehmen der Funkindustrie, das einen Röhrengleichrichter der Ring-Rossen-Serie auf den Markt brachte. Als bahnbrechend wurden auch die Erfolge der Firma auf dem Gebiet des Netzanschlusses für Rundfunkapparate.

Neben der Leitung der Ahemo-Werkstätten bekleidete er noch weitere führende Posten in der Wirtschaft. So war er Direktor der Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße AG (AVUS) und von 1928 bis 1930 Vorsitzender des Verbandes der Funkindustrie e. V., sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke GmbH.

1932 übernahm Moyzischewitz die Leitung der „privaten Werbezentrale“ der Reichsregierung, der die propagandistische Unterstützung der Politik der Regierungen Franz von Papens und Kurt von Schleichers oblag. Nach 1933 fungierte Moyzischewitz u. a. als Verbindungsmann Schleichers zu Ludwig Beck.

Moyzischewitz starb 1937 bei einem Jagdunfall. Sein Grab befindet sich Stahnsdorf.

Bewertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historiker Hermann Teske urteilte in einem Aufsatz in der vom Bundesarchiv-Militärarchiv herausgegebenen Zeitschrift Das Militärarchiv über Moyzischewitz: „Eine etwas kalte hochgradige Intelligenz verband sich mit der inneren Unruhe einer dauernden Initiative.“ Ein alter Freund von Moyzischewitz schrieb in ähnlichem Tenor: „Geistig und körperlich gut veranlagt, beweglich, aktivistisch, gelegentlich überschwänglich, kameradschaftlich, hilfsbereit, politisch sehr interessiert.“

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Französischer Sprachführer für Unteroffiziere und Mannschaften zusammengestellt von Moyzischewitz. Stalling, Oldenburg 1913.
  • Propaganda. Handschrift, 1919.
  • Fesseln fallen. Ein deutsch-französischer Roman. Stalling, Oldenburg 1932 (1939 auch in Frankreich veröffentlicht mit einem Vorwort von Friedrich Siegburg).
  • Bericht über meine letzte Begegnung mit Herrn General von Schleicher am 29. Juni 1934. in: Hermann Teske: Wenn Gegenwart Geschichte wird. Vowinckel, Neckargemünd 1974, S. 128–133.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Teske: Wer war Arno Moyzischewitz? in: Das Militärarchiv. Nr. 5, 1964, S. 17–20.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]