Arsen(III)-chlorid

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Strukturformel
Struktur von Arsen(III)-chlorid
Allgemeines
Name Arsen(III)-chlorid
Andere Namen
  • Arsentrichlorid
  • Arsenbutter
Summenformel AsCl3
CAS-Nummer 7784-34-1
PubChem 24570
Kurzbeschreibung

farblose, ölige, an der Luft rauchende Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 181,28 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

2,16 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

−16 °C[2]

Siedepunkt

130,2 °C[2]

Dampfdruck

13 hPa[2] (20 °C)

Löslichkeit

mit Wasser exotherme Reaktion[2]

Dipolmoment

1,59(8) D[3] (5,3 · 10−30 C · m)

Brechungsindex

1,604 (16 °C)[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[6] ggf. erweitert[5]
06 – Giftig oder sehr giftig 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​331​‐​410
P: 261​‐​273​‐​301+310​‐​311​‐​501 [5]
MAK

nicht festgelegt, da karzinogen[2]

Toxikologische Daten
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−305,0 kJ/mol[9]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Arsentrichlorid ist eine chemische Verbindung der Elemente Arsen und Chlor mit der Summenformel AsCl3. Es ist eine farblose, ölige Flüssigkeit, die an der Luft raucht.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arsentrichlorid kann durch Verbrennung von Arsen in Chlorgas gewonnen werden:

Arsen verbrennt in Chlorgas zu Arsentrichlorid.

Als Ausgangsmaterial kann auch Arsen(III)-oxid dienen, über das wasserfreier Chlorwasserstoff bei 180–200 °C geleitet wird:

Arsentrioxid reagiert mit Chlorwasserstoff zu Wasser und Arsentrichlorid.

Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung aus Arsentrioxid, Schwefeldichlorid und Chlor.[10]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arsentrichlorid zersetzt sich beim Erhitzen und unter Einfluss von Licht. Durch Luftfeuchtigkeit bildet es korrosive Dämpfe von Chlorwasserstoff und giftigem Arsen(III)-oxid. Es reagiert heftig mit starken Oxidationsmitteln, Wasser und Basen.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arsentrichlorid dient zum Beizen und Brünieren von Metallen.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arsen(III)-chlorid darf nicht mit Wasser oder Oxidationsmitteln in Verbindung gebracht werden. Kontakt mit Wasser führt zur Zersetzung unter Bildung von ätzendem Chlorwasserstoff.

Akute Vergiftungserscheinungen äußern sich durch reizende und ätzende Wirkung auf Augen, Atemwege und Haut mit teilw. dauerhaften Schädigungen. Es ist davon auszugehen, dass durch Hautresorption toxische Arsenmengen in den Körper gelangen können.

Als Antidot gegen Arsen kommen Dimercaprol oder Dimercaptopropansulfonsäure in Frage, wobei letztere aufgrund der höheren Wirksamkeit bei gleichzeitig geringeren Nebenwirkungen bevorzugt wird.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Arsentrichlorid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 15. Juli 2014.
  2. a b c d e f Datenblatt Arsen(III)-chlorid bei AlfaAesar, abgerufen am 3. Februar 2010 (JavaScript erforderlich).
  3. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Dipole Moments, S. 9-51.
  4. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Liquids, S. 4-140.
  5. a b c Eintrag zu Arsen(III)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 13. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  6. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Arsenverbindungen, mit Ausnahme der namentlich in diesem Anhang bezeichneten im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  7. a b Gigiena Truda i Professional'nye Zabolevaniya. Labor Hygiene and Occupational Diseases. Vol. 27(4), S. 54, 1983.
  8. a b Eintrag zu Arsen(III)-chlorid in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  9. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-5.
  10. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 596.