Artaschat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artaschat
Արտաշատ
Staat: Armenien Armenien
Provinz: Ararat
Koordinaten: 39° 57′ N, 44° 33′ OKoordinaten: 39° 57′ N, 44° 33′ O
Höhe: 831 m
Fläche: 10 km²
 
Einwohner: 25.308 (2008)
Bevölkerungsdichte: 2.531 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+4
Telefonvorwahl: (+374) 235
Postleitzahl: 0701-0706
 
Webpräsenz:
Artaschat (Armenien)
Artaschat
Artaschat

Artaschat (armenisch Արտաշատ) ist die Hauptstadt der zentralarmenischen Provinz Ararat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentraler Platz mit Verwaltungsgebäuden

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artaschat liegt gut 20 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Jerewan auf 831 Metern Höhe in der alluvialen Talebene des Aras. Die Stadt ist Handelsplatz inmitten der intensiv landwirtschaftlich genutzten und dicht besiedelten Ebene, die von Bewässerungskanälen durchzogen ist. Es gedeihen Obstbäume, vor allem Aprikosen und Pfirsiche, Weintrauben, Gemüse und Tabak.

Im Osten geht die Araratebene in niedrige Hügel über, die Ausläufer der bis zu 3597 Meter hohen Geghama-Bergkette (Geghama lehr) sind. Auf den Hügeln blieben Wälder erhalten, die als Chosrau-Nationalpark geschützt sind. Benannt sind sie nach dem arsakidischen Herrscher Chosrau II. Kodak (Chosrau II. der Kleine, reg. 330–338).

Nach Westen bildet der Aras den Grenzfluss zur Türkei. Unmittelbar jenseits der Grenze erhebt sich der 5137 Meter hohe Berg Ararat, von dem die Provinz und die Ebene den Namen übernommen haben.

Einzige Stadt auf halbem Weg nach Jerewan ist Masis (14 Kilometer nördlich Artaschat). Die nächste Stadt im Süden, Ararat, ist elf Kilometer entfernt. Von Schahumian, dem südlichen Nachbarort von Artaschat, reihen sich entlang der nach Norden führenden Straße bis Marmaraschen Dörfer aneinander, die nahezu vollständig zusammengewachsen sind. Die ersten beiden Dörfer nördlich an dieser Kette sind Mrgavan und Berkanusch.

Stadtbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Nordosten führende Geschäftsstraße im Zentrum

Die heutige Stadt ist das Ergebnis einer Planung aus der sowjetischen Zeit. Die zentrale Achse quer durch die Stadt ist die H8. Sie bildet auf etwa einem halben Kilometer Länge die Hauptgeschäftsstraße mit meist kleinen Lebensmittelläden in zweigeschossigen Häusern. An den zentralen Platz mit Verwaltungsgebäuden und einem großen Hotel ist ein mit Bäumen bestandener Park angegliedert, der 2004 eingerichtet wurde. Die vier- bis fünfgeschossigen Wohnblocks im Stadtzentrum weichen abseits der Hauptstraßen ländlichen Siedlungsformen mit Einfamilienhäusern und Hausgärten.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2008 lebten nach der amtlichen Statistik 25.308 Einwohner in Artaschat.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berkanusch zweigt eine Straße nach Osten zur Ausgrabungsstätte von Dvin ab.

Chosrau II. der Kleine verlegte im Jahr 335 seine Hauptstadt vom antiken Artaschat weiter östlich nach Dvin.

Nach dem letzten Russisch-Persischen Krieg 1826–1828, der um die armenischen Gebiete geführt wurde und der mit einer persischen Niederlage endete, mussten Armenier und Assyrer aus dem Iran fliehen. An der Stelle eines älteren Dorfes gründeten einige von ihnen um 1828 eine Siedlung, deren Name von der antiken Hauptstadt Artaschat oder Artaxata abgeleitet ist, deren Ruinen sich acht Kilometer südlich beim Kloster Chor Virap befinden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artaschat ist von Jerewan 29 Kilometer auf der in den Süden des Landes führenden, in diesem Bereich zur Autobahn ausgebauten M2 entfernt. Das Stadtzentrum liegt einen knappen Kilometer östlich der Autobahnausfahrt an der Parallelstraße H8.

Die Stadt hat einen Bahnhof an der 1908 eröffneten Bahnstrecke Jerewan–Dscholfa. Im Personenverkehr fährt hier allerdings nur noch ein Zugpaar pro Tag.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich zwischen der H8 und der Autobahn haben sich außerhalb des Zentrums einige Industriebetriebe niedergelassen, unter anderem eine Keramikfabrik, die Fliesen herstellt. In der Stadt oder in der Nähe verarbeiten einige Betriebe die auf den umliegenden Feldern angebauten Trauben zu Wein und Brandy (Wein: Artashat Winery, Weinbrand: Proshyan Brandy Factory, Wein und Weinbrand: Great Valley).

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Universität, eine Musikschule, ein Kulturzentrum und ein Theater.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Artaschat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RA Ararat marz. armstat.am, 2008, S. 215
  2. Fahrplan der armenischen Eisenbahn für die Strecke.
  3. Rick Ney: Ararat marz, S. 22