Arzt ohne Gewissen

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Filmdaten
OriginaltitelArzt ohne Gewissen
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1959
Länge95 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieFalk Harnack
DrehbuchFriedrich Dammann
Werner P. Zibaso
ProduktionIlse Kubaschewski
MusikSiegfried Franz
KameraHelmut Ashley
SchnittWalter Boos
Besetzung

Arzt ohne Gewissen, Langtitel Arzt ohne Gewissen (Privatklinik Prof. Lund), ist ein deutscher Horrorfilm von Falk Harnack aus dem Jahr 1959.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Beerdigung von Professor Lund wissen nur Arzt Dr. Westorp, Lunds Assistentin Marianne und die Kriminalisten Nobis und Pastor, welche Verbrechen der Betrauerte in Wirklichkeit begangen hatte: Er forschte an nicht weniger als dem ewigen Leben. Westorp rekapituliert die vergangenen sieben Tage.

Westorp wollte eigentlich mit seiner Freundin Sabine in den Urlaub nach Mallorca fahren. Er hörte einen Vortrag von Professor Lund, der theoretisch erläuterte, wie verbrauchte Organe durch frische, leistungsfähigere ersetzt werden könnten und so der Tod besiegbar wäre. Westorp, der fünf Jahre lang Lunds Assistent war, wird kurz vor seinem Abflug zum Professor gerufen. Er teilt ihm mit, dass er ihn gerne bei einer Operation am nächsten Tag an seiner Seite hätte. Westorp lehnt zunächst ab und auch Marianne rät ihm ab. Als er jedoch erfährt, dass es sich bei der Patientin um die berühmte Opernsängerin Harriet Owen handelt, die starke Herzprobleme hat, verschiebt er seine Abreise um einen Tag.

Die junge Prostituierte Birke Sawatzki wird aus Lunds Klinik entlassen, kurz darauf entführt und durch Lund betäubt. Lund verschleppt sie auf ein Anwesen nahe der Grenze, wo er sie dauerhaft sediert. Birke soll als Organspenderin für Harriet dienen, was weder Marianne noch Westorp wissen. Harriet ahnt nicht einmal, dass sie ein neues Herz erhalten soll. Westorp wird ebenfalls zum schlossartigen Anwesen Lunds gefahren, wo er in Lunds Praktiken eingeweiht wird. Der Professor hat mehrere Herzen von Todesopfern konserviert und hält sie am Schlagen. An einem Affen hat er die Abwehrmechanismen bei Organverpflanzungen getestet und dem schwer herzkranken Italiener Paolo Terruzzi vor einigen Wochen ein neues Herz eingepflanzt. Lund zur Seite stand dabei der Mediziner Dr. Stein: Dieser war einst als KZ-Arzt an menschenverachtenden Experimenten beteiligt und wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er frohlockt, dass Lund inzwischen die gleichen Ansichten wie einst die Nazis entwickelt hätte.

Paolo muss seit der OP ein Serum erhalten, um eine Abwehrreaktion gegen das neue Herz zu unterdrücken. Paolo sehnt sich nach seiner Freiheit und flieht eines Tages vom Schloss. In einer Kleinstadt in der Nähe bricht er zusammen und stirbt kurz darauf auf der Polizeiwache. So kommen die Ermittler Lund auf die Spur, den sie zuvor bereits im Fall der plötzlich verschwundenen Birke befragt hatten. Auch andere Vermisstenfälle scheinen in Verbindung mit dem Professor zu stehen.

Im Schloss bereiten Lund und Stein die Operation Birkes vor. Sie wurde mit einem Mittel gelähmt und anschließend bis kurz vor der Operation künstlich beatmet, um das Herz verpflanzen zu können. Marianne ist geschockt, als sie im Spender die ihr bekannte Birke wiedererkennt. Westorp wiederum bemerkt, dass Birke noch lebt. Marianne und er reanimieren Birke, was Lund und Stein nicht verhindern. Sie bedauern nur, dass die „minderwertige“ Birke gerettet wird, während die „wertvolle“ Harriet aufgrund ihres Herzproblems nicht mehr lange zu leben hat. Die Polizei ist unterdessen am Schloss angekommen. Stein flieht und stirbt kurz darauf im nahen Moor. Lund gesteht seine Taten und nimmt sich mit Gift das Leben.

Einige Zeit später reist Harriet ab; sie hofft immer noch, irgendwo Hilfe zu bekommen. Westorp und Marianne wollen Lunds Forschung weiterführen, wenn auch auf ethisch einwandfreiem Gebiet. Sabine wiederum ist froh, nun endlich mit Westorp in den Urlaub fahren zu können.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kostüme für Arzt ohne Gewissen schuf Ingeborg Ege-Grützner, die Filmbauten stammen von Hans Berthel und Robert Stratil. Cornell Borchers gab hier ihre Abschiedsvorstellung beim Film und zog sich anschließend ins Privatleben zurück. Der Film erlebte am 4. September 1959 im Kölner Ufa-Palast seine Premiere und lief am selben Tag in den bundesdeutschen Kinos an. Er erhielt zu der Zeit eine FSK 18. Im August 2011 erschien der Film auf DVD (freigegeben ab 12 Jahren).

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den film-dienst war Arzt ohne Gewissen „Gruselunterhaltung, die sich in das Deckmäntelchen des Problemfilms hüllt.“[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arzt ohne Gewissen. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.