Association Fallacy

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Als Association fallacy (englisch association fallacy, dt. in etwa: Trugschluss der Assoziation) wird eine Art von induktivem Trugschluss bezeichnet, bei dem eine Wertung oder Geltungszuschreibung unzulässig auf eine Behauptung oder Sache übertragen wird, etwa in Form einer falschen Verallgemeinerung oder durch Ablenkung von der eigentlichen Sachfrage. Es handelt sich um eine Argumentation ad hominem, die also nichts über die in Frage stehende Sache sagt, und die auch erfolgreich vor Dritten (Argumentum ad populum) eingesetzt werden kann.

Form[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Association fallacy wird durch unsachliche Assoziierung und oft emotionale Argumentation behauptet oder insinuiert, die Eigenschaften eines Objekts oder einer Person seien auch anderen inhärent. Zwei Personen oder Dinge sollen demnach Eigenschaften gemeinsam haben, weil sie irgendwie miteinander verbunden sind oder in Beziehung gesetzt werden können. Zwei Varianten sind Guilt by association (dt. Schuld durch Assoziation) und Honor by association (dt. Ehre durch Assoziation).[1][2][3][4]

Forschungsergebnisse der Universität Leuven zeigten, dass Versuchspersonen zwei Menschen ähnlich behandelten, wenn diese durch ein separates Ereignis miteinander verbunden waren.[5]

Schuld durch Assoziation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuld durch Assoziation zielt auf die Ablehnung eines Standpunktes durch Anführen negativer Umstände, die mit dem Standpunkt assoziiert sind und die sich auf dessen Herkunft oder historische Aspekte beziehen. Nehmen die Umstände auf die Person des Gegners Bezug, kann auch eine Täuschung ad hominem vorliegen. Typischerweise sind die assoziierten Umstände nebensächlich und hinsichtlich des eigentlichen Standpunktes ohne Beweiskraft. Folglich ist die Argumentation unlogisch, überzeugt aber dennoch manchmal.[6][7][8]

Arnold vander Nat von der Loyola University Chicago nennt als Beispiel:[9]

„Als X argumentierte, dass die Steuer, die er vorschlägt, allen Einwohnern der Gemeinde gegenüber fair sei, vergaß er bequemerweise zu erwähnen, dass die Idee der Steuer ursprünglich von dem Kommunalbeamten stammt, der wie wir alle wissen letztes Jahr wegen Unterschlagung verurteilt wurde. Was halten Sie jetzt von dem Vorschlag?“

Die Argumentation hat die Form:

Vorschlag A wird mit Angelegenheit F assoziiert.
Das Publikum missbilligt F.
Also sollte gelten Das Publikum missbilligt Vorschlag A.

Eine besondere Form ist die Reductio ad Hitlerum, wenn eine Verwendung eines Begriffes oder einer Technik zu NS-Zeiten angeführt wird.[2] Wegen der emotionalen Aufgeladenheit von NS-Vergleichen ist damit auch eine starke assoziative und ablenkende Wirkung verbunden.

Ehre durch Assoziation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die argumentative Umkehrung von Schuld durch Assoziation ist Ehre durch Assoziation, wobei die positive Eigenschaft einer Person oder eines Objekts durch andere Gemeinsamkeiten auf weitere Personen oder Objekte übertragen werden.[5]

Eine besondere Form, die oft von Personen genutzt wird, die etablierte wissenschaftliche oder historische Standpunkte infrage stellen, ist das im Englischen so bezeichnete Galileo Gambit. Dabei wird argumentiert, dass auch Galileo Galilei in seiner Zeit zunächst ausgelacht, seine Aussagen aber später bestätigt wurden. Damit wird nahegelegt, dass auch ihre eigenen Aussagen richtig seien.[3] Die Argumentation ist insofern fehlerhaft, als dass entweder gar keine Korrelation zwischen dem Wahrheitsgehalt der eigenen Aussagen und der Tatsache besteht, nicht ernstgenommen zu werden, oder eine im statistischen Durchschnitt eher negative.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Bivins: Just The Facts 1o1: Public Relations Writing: The Essentials of Style an Format. Content Technologies, 2016, ISBN 978-1-4902-9370-7.
  2. a b John Mauk, John Metz: Inventing Arguments. Cengage Learning, 2016, S. 53.
  3. a b John Louis Lucaites, Isaac West, Chris Gilbert, Brian Amsden: Recognizing Microstructural Fallacies in Argumentation and Public Advocacy. Indiana University Bloomington, 2012.
  4. Jonathan Haber: Association Fallacy. In: Huffington Post. 6. Juni 2016.
  5. a b Q. Ashton Acton (Hrsg.): Issues in Psychology and Psychiatry - Special Fields. Scholarly Editions, 2013, ISBN 978-1-4901-1064-6, S. 97.
  6. T. Edward Damer: Attacking Faulty Reasoning: A Practical Guide to Fallacy-free Arguments. Wadsworth, 2009, ISBN 978-0-495-09506-4, S. 112.
  7. Stephanie J. Coopman, James Lull: Public Speaking: The Evolving Art. Cengage Learning, 2015, ISBN 978-1-285-43282-3, S. 337.
  8. George W. Rainbolt, Sandra L. Dwyer: Critical Thinking: The Art of Argument. Cengage Learning, ISBN 978-1-285-19719-7, S. 82 f.
  9. Arnold vander Nat: Guilt by Association fallacy. In: Simple Formal Logic with Common-Sense Symbolic Techniques. Routledge, 2010, ISBN 978-0-415-99745-4, S. 298.
  10. Loren Collins: Bullspotting: Finding Facts in the Age of Misinformation. Prometheus Books, 2012, ISBN 978-1-61614-634-4.