Außerschulischer Lernort

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter dem Begriff außerschulischer Lernort (abgekürzt auch ASL) wird zunächst einmal wortgetreu ein Ort außerhalb der Schule verstanden, den Schüler und Lehrer gemeinsam im Rahmen des Unterrichts zum Zweck des anschaulichen Lernens besuchen.

Primäre und sekundäre Lernorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschieden werden können pädagogisch vorbereitete bzw. vorstrukturierte außerschulische Lernorte wie beispielsweise Schülerlabore, Science Center oder Museen von nicht pädagogisch vorbereiteten, vorstrukturierten außerschulischen Lernorten wie beispielsweise der Backstube der örtlichen Bäckerei [1]. Salzmann (2007, S. 435) hingegen unterscheidet mit dem Begriff "primäre Lernorte" solche Lernorte, die eigens für das Lernen eingerichtet worden sind von "sekundären Lernorten", an denen zwar auch gelernt wird, die aber vorrangig anderen Aufgaben dienen, z.B. Jugendwohnheime.

Außerschulische Lernorte ermöglichen eine besondere Form der Herstellung eines Praxisbezugs in der Schulbildung. Der Besuch eines außerschulischen Lernorts kann höchst unterschiedlich sein. Es ist möglich, dass Schüler in gärtnerische oder handwerkliche Arbeiten aktiv mit einbezogen werden und diese gezielt und wiederkehrend besuchen. So bieten Aufenthalte in sogenannten Schullandheimen mehrtägiges außerschulisches Lernen zu bestimmten Themen (Natur, Umwelt, Kultur-, Geschichte, Biologie, Geographie, Geologie) an. Als Exkursionsziele eignen sich außerschulische Lernorte besonders. In der Regel beschränkt sich der Besuch aber auf einen einzigen Tag, da er integraler Bestandteil einer schulischen Unterrichtseinheit zu einem Thema sein kann, z.B. eine Betriebserkundung (im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften).

Historisch gesehen bezog schon die Reformpädagogik außerschulische Lernorte in die schulischen Bildungsprozesse ein.

Der Besuch außerschulischer Lernorte ist vor allem mit dem frühen Sachunterricht und den später folgenden sozialwissenschaftlichen Fächern verbunden, in die dieser in den weiterführenden Schulen (Hauptschule, Realschule, Gesamtschule, Gymnasium) aufgeteilt wird (z.B. Politikwissenschaft, Geographie, Geschichte). Dies hängt damit zusammen, dass der frühe Sachunterricht in der Grundschule an die neuen Eindrücke der späteren Lebenswelt (Umwelt) der Kinder, sogenannter Heranwachsender, anknüpfen möchte.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dühlmeier Bernd (2008): Außerschulische Lernorte in der Grundschule. Baltmannsweiler. Schneider Verlag
  • Feige, Bernd (2006): Lernortpädagogik in der Grundschule. In: Grundschulunterricht 2006, Heft 11, S.3-7
  • Salzmann, Christian (2007): Lehren und Lernen in außerschulischen Lernorten, in: Kahlert, Joachim/ Fölling-Albers, Maria/ Götz, Margarete/ Hartiner, Andreas/ von Reeken, Dietmar/ Wittkowske, Steffen (Hrsg.): Handbuch Didaktik des Sachunterrichts, Bad Heilbrunn, S. 433–438.
  • Hellberg-Rode, Gesine (2004): Außerschulische Lernorte, in: Kaiser, Astrid/ Pech, Detlef (Hrsg.): Unterrichtsplanung und Methoden. Basiswissen Sachunterricht, Band 5, Baldmannsweiler 2004, 145-150.
  • Westphal, Kristin/Hoffmann, Nicole: Orte des Lernens. Beiträge zu einer Pädagogik des Raums. Weinheim 2007

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hellberg-Rode, Gesine (2004): Außerschulische Lernorte, in: Kaiser, Astrid/ Pech, Detlef (Hg.): Unterrichtsplanung und Methoden. Basiswissen Sachunterricht, Band 5, Baldmannsweiler 2004, 145-150
  2. Experimentarium der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V. (IJF)