Auenstein (Ilsfeld)

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Auenstein
Gemeinde Ilsfeld
Wappen von Auenstein vor der Eingemeindung
Koordinaten: 49° 3′ 30″ N, 9° 16′ 52″ O
Höhe: 235 m
Fläche: 6,7 km²
Einwohner: 2452 (2009)
Bevölkerungsdichte: 366 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1973
Auenstein, vom Wunnenstein gesehen
Auenstein, vom Wunnenstein gesehen

Auenstein ist ein Ortsteil der Gemeinde Ilsfeld im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auenstein liegt zwei Kilometer östlich von Ilsfeld im Mündungsdreieck des von Osten kommenden Abstetter Bachs in die südwestlich fließende Schozach und dicht am flussabwärts folgenden Westknick der Schozach, nachdem sie den von Norden zufließenden Gruppenbach aufgenommen hat. Die neueren Ortsteile liegen ostwärts am Fuße des Abhangs der südlichen Löwensteiner Berge, höher am Berg wird Wein angebaut. Auf halber Höhe jenseits der Weinberge liegt der zugehörige Weiler Helfenberg, im Süden der ebenfalls zu Auenstein zählende Weiler Abstetterhof, beide sind rund 2 km entfernt. Im Nordosten liegt deutlich näher der namengebende Hauptort der Gemeinde Abstatt, dessen Peripherie die von Auenstein im Osten berührt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auenstein in den Forstlagerbüchern Andreas Kiesers (1686)

Der Ort wird erstmals 1245 als „Osthem“ erwähnt.[1] Im Laufe der Jahrhunderte hat sich diese Bezeichnung über Osthem, Ousten, Ouenstein zum heutigen Auenstein gewandelt. Orte mit der Endsilbe -heim sind in aller Regel der frühen fränkischen Zeit zuzuordnen, so dass Ostheim also wohl im 6./7. Jahrhundert gegründet wurde.

Das örtliche Namensensemble aus Ostheim (2½ km östlich von Ilsfeld), Westheim (heute Neckarwestheim – 4 km westlich von Ilsfeld) und Talheim (5 km talabwärts im Nordwesten von Ilsfeld) spricht dafür, dass diese Orte als Vorwerke des Ilsfelder Königshofes gegründet wurden, der damals das Zentrum des Schozachgaues war. Erstmals in einer Urkunde erwähnt wird Osthem im Jahre 1240 in der Zeit der Staufer. Nachdem diese im 13. Jahrhundert die Burg Helfenberg erbauten, wurde Auenstein nicht dem Helfenberger Ritter unterstellt, sondern blieb freies Reichsdorf. 1350 kam Auenstein mit Beilstein zu Württemberg.

1935 kam der ursprünglich zu Winzerhausen zählende Weiler Abstetterhof zu Auenstein, da ihn wirtschaftlich mehr mit Auenstein als mit Winzerhausen verband. 1939 wurden 808 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 886.[2] Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm auch die Gemeinde Auenstein durch neue Wohn- und Gewerbegebiete einen raschen Aufschwung. Bei der Gemeindereform haben sich die Gemeinden Auenstein und Ilsfeld am 31. Dezember 1973 zur neuen Gemeinde Ilsfeld zusammengeschlossen.[3] Heute leben in Auenstein rund 2000 Einwohner.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber zwei schräggekreuzte schwarze Doppelhaken (Wolfsangeln).

Das älteste bekannte Siegel mit der Umschrift: +SIGILUM.AVENSTEIN stammt aus dem Jahre 1754 und zeigt zwei schräggekreuzte Doppelhaken. Die Doppelhaken, auch als Wolfsangeln oder Wolfshaken bezeichnet, sind vermutlich ein altes Fleckenzeichen von Auenstein. Die Wappen- und Flaggenfarben sind Schwarz-Weiß.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Jakobuskirche

Die evangelische Jakobuskirche wurde 1832 anstelle eines älteren Vorgängerbauwerks errichtet und besitzt eine Orgel mit schmuckvollem Gehäuse im Stil des Rokoko. An der Kirchenmauer ist der Grabstein eines Freiherrn von Gaisberg von 1813 erhalten. Das Auensteiner Rathaus wurde 1766 vom Gastwirt des gegenüberliegenden Gasthauses Krone, dem Schultheißen Kreh, erbaut und wird nach einem weiteren Vorbesitzer, dem Schultheißen Keppler, auch Kepplersches Haus genannt. Als Rathaus diente das barocke Gebäude von 1952 bis zum Zusammenschluss mit Ilsfeld 1973, seitdem ist es Verwaltungsstelle. Ein älteres Rathaus befand sich als Anbau an einem 1985 abgerissenen Keltergebäude am Platz der heutigen Volksbank, in deren Fassade zwei alte Wappensteine eingelassen sind. Der Ort weist außerdem mehrere historische Fachwerkgebäude und ein altes Backhaus auf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auenstein liegt direkt an der Bundesautobahn 81, Ausfahrt Ilsfeld. Mit Ilsfeld, Abstatt und Beilstein ist Auenstein durch Landesstraßen verbunden.

Auenstein verfügte von 1899 bis 1968 über einen Bahnhof an der Bottwartalbahn, der Schmalspurstrecke von Marbach am Neckar nach Heilbronn Süd. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten das Bahnhofsgebäude als Einheitsbahnhof vom Typ IIa.[4] Die Trasse dient nach Demontage der Gleise heute größtenteils dem Alb-Neckar-Radweg (EberbachUlm).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2009 werden jährlich die Auensteiner Radsporttage ausgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ch. G. Bäuerle, Schulmeister, wurde 1834 zum Ehrenbürger von Auenstein ernannt
  • Johann Christian Hirzel (1778–1834), württembergischer Oberamtmann
  • Otto Mangold (1891–1962), Zoologe; geboren in Auenstein

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe bei LEO-BW
  2. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 465.
  4. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96. Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Auenstein (Ilsfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien