Automatisches Sperrdifferenzial

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Automatisches Sperrdifferenzial (ASD), SA-Code 211, Englisch: Automatic limited slip differential war ein Sperrdifferential-System, das zur Anwendung bei Fahrzeugen von Mercedes-Benz kam. Das System wurde in den 1990er Jahren durch eine elektronische Antriebsschlupfregelung ersetzt.

Das ASD ist ein elektro-hydraulisch arbeitendes System, welches als Anfahrhilfe dient und beim Durchdrehen der Räder das Differenzial vollständig sperrt. Damit wird eine bessere Traktion erreicht. Ein Nachteil des ASD zu vergleichbaren Systemen ist die höhere Anfälligkeit für Störungen und Defekte aufgrund der höheren Anzahl an Bauteilen.

Aufbau[Bearbeiten]

Das System besitzt folgende Baugruppen:

Wirkungsweise[Bearbeiten]

Das Steuergerät ermittelt über die Radsensoren die Geschwindigkeit der angetriebenen und nicht angetriebenen Räder, bei Mercedes generell ein Heckantrieb. Dreht ein oder drehen beide Antriebsräder 2 km/h schneller als die nicht angetriebenen Räder, dann wird das ASD bis 35 km/h aktiviert. Die ASD-Hydraulikeinheit wird angesteuert und ein Druck von etwa 30 bar wirkt auf die Ringzylinder der Achswellen. Die Antriebskegelräder werden nach außen gezogen und sperren vollständig das Differenzial. Das Eingreifen wird dem Fahrer durch die Funktionsanzeige angezeigt. Bei Geschwindigkeiten oberhalb 40 km/h, im Schubbetrieb sowie beim Bremsen wird die Sperre nicht aktiviert bzw. sie wird gelöst, damit das Fahrzeug nicht zum Schleudern neigt. Bei diesen Fahrzeugzuständen wirken die Lamellenkupplungen wie ein Selbstsperrdifferenzial mit festgelegtem Sperrwert. Ein im Steuergerät integriertes Diagnoseprogramm überwacht die ASD-Anlage und schaltet sie bei Defekten aus. Der Fahrer würde darüber über die Störungsanzeige informiert.

Quellen[Bearbeiten]

  • Werkstatt Informationsservice (WIS): Mercedes Benz S Klasse
  • Europa-Lehrmittel, Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik, Auflage 2001, Seite 428, ISBN 3-8085-2067-1