Avizid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Als Avizid [lat. avis = Vogel und lat. caedere (in Zusammensetzungen -cidere) = töten] bezeichnet man eine chemische Substanz, die dazu benutzt wird, (Schad-)Vögel zu töten. Die Verwendung von Aviziden ist in Deutschland und vielen anderen Ländern heutzutage durch gesetzliche Regelungen stark eingeschränkt oder verboten.[1] Als Ersatz dienen Substanzen, die die Vögel abstoßen (Repellentien) oder die bei einzelnen Tieren Reaktionen auslösen, die geeignet sind, den ganzen Schwarm zu vertreiben.[1]

Beispiele für Avizide:

  • Strychnin
  • Anthrachinon
  • 3-Chlor-4-methylanilin. Das davon abgeleitete Hydrochlorid CPTH (3-Chlor-p-toluidin-hydrochlorid) ist in den USA unter dem Handelsnamen Starlicide gebräuchlich. Diese Substanzen sind giftig für Stare und Möwen, jedoch weniger giftig für Säuger.
  • 4-Aminopyridin, in den USA unter dem Handelsnamen Avitrol. Avitrol ist giftig auch für Fische und hochgiftig für Säuger und deshalb in den USA nur eingeschränkt zur Verwendung zugelassen.
  • Chloralose, ein chloriertes Acetal-Derivat der Glucose, das auch als Rodentizid Verwendung findet
  • In der Vergangenheit wurden auch hochkonzentrierte Zubereitungen von Parathion (E 605) in Dieselöl verwendet, die man aus Flugzeugen über den Brutkolonien der Vögel versprühte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag zu Avizide. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 3. Mai 2014.